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HDV-Kamera in 01/2009: Canon HV30

Im Mai 2006 habe ich begonnen mit der Sony HDR-HC3 (siehe /17/) in HDV zu filmen. Diese Kamera hat sehr viel Spaß gemacht und sie funktioniert immer noch sehr gut. Im Januar 2009 ist nun noch die Canon HV30 dazugekommen, ich bleibe damit trotz der Hype um AVCHD auch die nächsten Jahre kompatibel zum sehr guten HDV-Format (wird auch in Semiprofi-Kameras verwendet), dem miniDV-Band für leichte Archivierung und zu meinem Notebook schneiden, den Schnitt auf Bänder auslagern und das geschnittene Video auch auf unserem SDTV im Wohnmobil über die Kamera ansehen. HDV-Postproduktionssystem. Praktisch ist das HDV-System auch für unsere Reisetouren mit dem Wohnmobil, wir können das Material leicht auf dem Notebook schneiden, den Schnitt auf Bänder auslagern und das geschnittene Video auch auf unserem SDTV im Wohnmobil über die Kamera ansehen.

Canon HV30 HDV Kamera
für schnelle Dokumentationen und Filmlook-Aufnahmen in HDV25(25PF)

.

Ich bleibe weiter dem am leichtesten editierbaren HD-Format der Welt verbunden mit einer zusätzlichen Kamera die mit 1440 Pixeln Horizontal-Bildpunkten schärfer sein kann als so manche AVCHD-Geräte, die 1920 Pixel zu Verfügung haben. Der 1/2,7-Zoll-CMOS liefert die volle 1920x1080 Pixel Auflösung, auf das Band  werden dann aber HDV-konforme 1440x1080/50i bzw. 25p gespeichert.
Im 1080i-Modus zeigt die HV30 ein rauschfreies Signal bei ausreichend Licht mit einer Auflösung von rund 760 Linienpaaren horizontal und vertikal ohne Farbsäume nach CV 3/2008. Sonys HDR-HC9 hätte nur max. 660 LP erkannt, darüber nur Farbmoires. Die 1920 Pixel Horizontal-Bildpunkte stehen, wie schon auch bei meiner alten Sony HDR-HC3, am HDMI-Output zu Verfügung und sie können dort per HDMI- Capturekarte auch so auf die Festplatte kopiert werden.
 
Den höchsten Luminanzwert bei einem HDV-Camcorder mit 1440x1080 Bildpunkten ist bei Canons XH A1S mit 826 TV-Linien pro Bildhöhe gemessen worden (VKO 3-4/2009). Diese Kamera kostete aber um die 3.200 Euro.

Bei den Industriefilmern und TV Produzenten ist HDV wegen der leichteren Bearbeitkeit nach wie vor begehrt, das wird durch eine hohe Anzahl von höcherpreisigen Modellen belegt.

Vielfach wird im Profibereich das Ausgangsmaterial aufwändig weiter verarbeitet und erfordert somit nicht nur ein einfaches Schnittprogramm, sondern ganze Industrieelektronik . Dahinter verbergen sich leistungsstarke Rechner, die mit einer hochkomplexen Software das Bildmaterial perfekt und vor allen Dingen auch schnell bearbeiten können. Diese Anforderungen sind jedoch selbst bei einem anspruchsvollen Amateurfilmer bei der Auswahl des Equipments nicht zu berücksichtigen.

Auch der Hobbyfilmer hat viel von HDV: Die Medien sind billig, seine Wandlung für SD-Formate kann direkt in der Kamera passieren, und man hat ein günstiges Archivmedium.

Scharf von nah bis fern

Obige Bildkomposition zeigt, die HV30 ist eine Kamera für Aufnahmen die vom Nahbereich bis zum Fernbereich scharf sein sollen und der Autofucus schnell mit der Bildausschnittsveränderung per motorischen Zoom reagiert. Eine solche Kamera ist also für Dokumentationen, Familienaufnahmen etc. klar zu bevorzugen. Das Spiel mit der Schärfeverlagerung, Objektfreistellung ist mit einer solchen Kamera wegen dem kleinen Aufnahmechip nicht so einfach zu realisieren wie z.B. mit der Video DSRL Canon EOS 550 D, auch bei Schwachlicht ist eine Video-DSRL natürlich der HV30 überlegen.. Dafür hat die HV30 einen schwenkbaren Monitor für die Aufnahmekontrolle, einen motorischen Zoom und einen echten Follow-Focus in einer sehr kompakten Gehäuseform. Videokameras haben auch in Zeiten der jetzt aufkommenden Digitalkameras mit Videoaufnahmefunktion immer noch eine Berechtigung, damit läßt sich viel leichter ein Video produzieren als im Falle einer Video-DSRL.  

Die HV30 verfügt so nebenbei auch noch über einen Analog/Digital-Wandler der im Durchschleifebetrieb genutzt werden kann, ferner kann man natürlich auch alte SD-Aufnahmen vom miniDV-Band abspielen.
Neben Sony baut auch Canon sehr viele Consumer-Videokameras. Für das HDV-System gibt es aber nur eine einzige Kamera im Programm. Bezüglich der Bildqualität hat schon der Vorgänger HV20 überzeugt. Im Januar 2009 hat Canon nun die HV40 angekündigt für einen UVP von 1099 Euro. Neuerung sind hier der neue Custom-Key, der sich wahlweise mit Zebra, Peaking, horizontalen Markern oder der Bildvergrößerung der Schärfefunktion belegen lässt. Bei Kauf der HV30 (Markteinführung war April 2008) profitiert man natürlich jetzt (Januar 2009) vom deutlich günstigeren Anschaffungspreis unter 700 Euro. Für meine Sony HDR-HC3 habe ich im Mai 2006 noch 1.139 Euro bezahlen müssen.

Canon HV30 mit Rode VideoMic und Weitwinkelvorsatz, hier auf
einem hama Dreibeinstativ Typ GAMMA 72(4272) mit dem ruckelfreie
Schwenks gut gelingen.

Zur Canons HV30 ist schon praktisch alles von verschiedenen Testern gesagt worden. VAD 1/2009 nannte die HV 30 eine der besten kompakten HD-Kameras aller Zeiten bisher. Vor allem hat diese Kamera einen normalen Zubehörschuh auf den herkömmliches Equipment passt und einen Sucher, auch wenn dieser nicht herausgezogen und geschwenkt werden kann. Darüber hinaus verfügt diese Kamera über viele nützliche manuelle Einstellmöglichkeiten für den kreativen Filmer, die man sonst bei vielen Kameras der Consumer-Klasse vergeblich sucht. Sehr gut ist die Präsentation dieser Kamera in diesem Blog hier und bei der fast identischen HV20 hier

In der Bewertung von camcorderinfo.com der Videokameras der Jahre 2007-2008 ist die Canon HV30 auf den Platz 1 gelandet.

Die Canon HV30 kommt mit einem schwarzen Kunststoffgehäuse daher, die Sony HDR-HC3 hatte noch ein solideres Leichtmetallgehäuse.

Full-HD-CMOS-Sensordiagonale: (1/2,7") x 2,54 = 0,94 cm, er kann auch 25 Video-Vollbilder/Sekunde  produzieren.

Hier mal ein Vergleich der technischen Merkmale:


Sony HDR-HC3, Mai 2006 Canon HV30, Januar 2009
Aufnahmechip ClearVid
1xCMOS 1/3"
1xCMOS  1/2,7" 
Chipauflösung effektiv 2 103 000 Pixel,
16:9 HDV mit
1 434 000
2 960 000 Pixel, 
16:9 HDV mit
2 070 000
HD-Aufnahmesystem HDV
(MPEG2-HD)
HDV
(MPEG2-HD)
In SD aufnehmen ja ja
16:9 Bildauflösung 2304 x 1728 2048 x 1536
Audioaufnahme Stereo Stereo mit zuschaltbaren Windfilter und Dämpfung
Aufnahmemedium miniDV-Band miniDV-Band
Aufnahmebitrate max. 25Mbps 25Mbps
HD-Bildpunkte 1440x1080/50i 1440x1080/50i, 
auch 1440x1080/25p!
Von HD auf SD ausgeben ja ja
Video-Schnitt zurück zur Kamera in HD und SD ja ja
Capturen direkt zum PC* ja ja 
50Hz-Synchronsignal an der Video Composite- Buchse** ja ja 
Zeitlupenaufnahmen ja nein 
Zeitrafferaufnahmen ja nein
5 Fotos als Blitzserie aufnehmen nein ja
Zoomfaktor 10fach 10fach
max. Weitwinkelbereich 45 Grad 46 Grad
Autom. Objektivschutz bei Kamera auf aus ja ja
Bildstabilisator EIS OIS
AE-Programme für typische Aufnahmesituationen 5 13
KINOEFFEKT/DIGITAL CINEMA KINOEFFEKT KINO-MODUS,
HDV(PF25)
Display 2,7" 2,7"
Displayauflösung 211 000 Pixel 211 000 Pixel
Sucherauflösung 123 000 Pixel 123 000 Pixel
Farbkreise

900, 150, 30 Lux:siehe VAD 04/2006

900, 150, 30 Lux:siehe VAD 04/2008, weiter gestrecktes Farbspektrum
Relative Farbauflösung 33,9%, befriedigend 57,3%, hervorragend
Schwarz/Weiß-
Luminanzkurve
Siehe VAD 04/2006:
Der Graph läuft ca. 350LP horizontal, dann fällt er konstant ab
Siehe VAD 04/2008:
Schärfe ist Trumpf
 
S/W-Vertikalauflösung
451LP
683LP, hervorragend,
nach CV 03/2008 sogar 760LP
S/W-Horizontalauflösung
698LP
720LP, sehr gut, nach CV 03/2008 sogar 760LP
Rauschen 900 Lux 3,2%, gut 4,4%, gut
Rauschen 30 Lux 5,2%, sehr gut 23,6%, mangelhaft
Mikrofonfrequenzgang 71,68%, sehr gut 68,46%, gut 
Übertragungsbereich 65-19000 Hz, hervorragend 80-10100 Hz, gut 
Manuelle Steuerung per Drehwalze per Drehwalze 
Menü-Navigation per Touchscreen per Joystick 
Manuelle Tonaussteuerung nein ja
Mikrofonbuchse nur per Adapter VMC-K100 ja
Kopfhörerbuchse nein ja
Manuelle Tonaussteuerung bei der Aufnahme nein ja
Zubehörschuh nein  ja
Manuelle Verschlusszeitenwahl 1/50, 1/25, 1/12, 1/6 und 1/3 Sec 1/2000, 1/1000, 1/500, 1/250, 1/120, 1/50, 1/25, 1/12, 1/6
Automatische Verschlusszeitenwahl zwischen
1/2 bis 1/425 Sec
ja, über ges.
Verschlusszeiten
Zeitenvorwahl ja ja
Blendevorwahl nein ja
Punkt-Focus über das LCD einstellen ja nein, dafür Focus Assist und eine schwach erkennbare  PEAK-Funktion
Tele-Makro ja nein
Gegenlichttaste ja ja
Punktbelichtungsmessung über das LCD einstellen ja nein, jedoch: Mehrfeld, mittenbetont und Spot bei Foto-Aufnahme
Super NightShot (grünliche helle Aufnahme mit ausgeschwenkten Infrarotfilter) ja nein
NightShot-Licht (Mini-Videoleuchte) ja ja 
Color NightView ja ja
Langzeitautomatik nein ja
Gain abschalten nein über Custom-Spotlight
Lowligtaufnahme-Modi - Kino-Modus,
Kino-Modus + HDV25p, Spotlight
Kamerafarbe einstellen ja ja 
Schärfe der Bildkonturen einstellen ja ja 
Weißabgleich manuell ja ja
Blitz für Foto ja ja
Einblendbares Hilfgitter ja ja 
Histogramm ja ja
Zebra ja ja 
Archivierungsfunktion auf miniDV-Band auf miniDV-Band
VAD-Testurteil 67 Punkte 72 Punkte, gut (04/2008)
Gewicht 598 Gramm 580 Gramm

Hervorstechend bei der Canon HV30 ist für mich einmal die höhere Luminanzauflösung und der sehr gute optische Bildstabilisator(OIS), der deutlich besser wirkt als der EIS der Sony HDR-HC3. Ferner gefällt mir besonders die manuelle Tonaussteuerungsmöglichkeit und die Möglichkeit der Aufnahme per Zeit- oder Blendenautomatik. Nicht zuletzt gefällt der zusätzliche Zubehörschuh

Mit einem Trick /1/ kann man bei der Canon HV30 diverse Bildparameter professionell kontrollieren.

Über Firewire lassen sich HDV/DV digital und über Composite DV sogar analog aufnehmen, d.h. mit dem Erwerb dieser Kamera bekommt man gleichzeitig einen A/D-Wandler.

Schade, dass der so einfach bedienbare Punkt-Fokus für Schärfeverlagerung und die Punkt Belichtungsmessung bei dieser Kamera nicht möglich sind, da kein Touchscreen vorhanden ist.

Eine neue Spielerei habe ich mit dem HDV(PF25)-Aufnahmemodus. In den Foren meinen viele Enthusiasten, jetzt hätten Sie den Kinolook gekauft. Das stimmt aber so nicht; weil dort im Kino niemand die  25 Vollbilder pro Sekunde wirklich sieht, auch wenn das Quellmaterial so ist. Der Zuschauer sieht den Film in einer hochfrequenten Projektor-Wiedergabe per Flügelblende und das erscheint im flüssig und ruckelfrei. Bei der digitaler Projektion entsteht dagegen ein Bewegungsruckeln, welches Sie je nach Aufnahmewinkel zur Bewegung hin auswirkt und auf dieser Homepage gut studiert werden kann.

Mit zwei HDV-Kameras ist auch mein äußerst kostengünstiges Archivierungssystem für fertig geschnittene HD-Video deutlich aufgewertet worden. Sollte man ein Laufwerk ausfallen, ist immer noch das zweite Laufwerk verfügbar um die Archiv-Bänder weiter auslesen zu können.

Mit zwei HDV-Kameras kann ich jetzt auch problemlos von Band zu Band kopieren...

Erfahrungen

Persönlich bevorzugte Kamerasettings für Videoaufnahmen:

Etwas verwirrend ist am Anfang, dass manche Einstellsettings dieser Kamera direkt über den Joystick-Set und andere in Kombination mit der Funktionstaste am Hinterteil der Kamera und zusätzlich per Joystick gewählt werden. Unlogisch ist auch die Anordnung der Focus-Taste die zwar am Focus-Regler liegt, dafür aber sich die Focus-Assist-Taste am Monitor befindet und die Aktivierung des Focus-Peaking im Menü vergraben worden ist.

Meine Standardeinstellungen:

  • Hauptschalter rechts am Gehäuse auf Programmautomatik (P)

  • Blendenautomatik (TV)* mit frei wählbarer Verschlusszeit (Standard 1/50 Sec)

  • Zeitautomatik (AV)* mit frei wählbaren Blendenstufen

  • Autofocus (IAF), im Falle Weitwinkelvorsatz --> AF!

  • Zoomspeed variabel

  • Bildeffekt-Custom: Kontrast (-1), Farbtiefe (-1), Schärfe (0 oder -1), Belichtung (0)

  • Linien-Markierungen (H-Gitterlinie) im LCD-Monitor zugeschaltet um Motive nicht zu verkanten

  • Filmen immer mit dem SteadyGriff für beruhigte Aufnahmen

  • OIS-Bildstabilisator an, außer auf feststehenden Stativ

    * zusätzlich kann dazu die Belichtung korrigiert werden

    in besonderen Aufnahmesituationen zusätzlich:

    - Gegenlicht-Korrekturtaste (BLC)
    - Manueller Focus per FOCUS-Taste, FOCUS ASSIST-Taste und FOCUS-Regler
    - Belichtungsmessung: mittenbetont oder Spot (bei Fotoaufnahmen)
    - Manuelle Weißabgleichmöglichkeit
    - Manuelle Belichtungsregelung per Joystick SET/Bel./Wertänderung nach LCD-Monitor
    - Manuelle Tonpegeleinstellung per Joystick SET/MIC./Wertänderung nach Kopfhörer
    - Vorh. Mini-Videoleuchte
    - Blitzlicht
    - Mikrofon- und Kopfhöreranschluß
    - "Kino-Modus" wird optional zugeschaltet, ebenso HDV25(PF25) und "Spotlight" 
    - Gain-Regulierung wenn nötig

Firmware:

Bei der Auslieferung war die Firmware 1.0.1.0 vorhanden, somit die neueste Version.

Videobildschärfe:

Die Kamera liefert eine perfekte Bildschärfe bis 100 Lux Beleuchtungsstärke, so manche Prosumerkamera kann das nicht. Die Bildkanten sind selbst bei harten Kontrasten praktisch frei von Chromatischer Aberration (CA), ganz im Gegensatz zu den Semi-Profikameras von Canon. Von einer Bildkantenaufschärfung ist ebenfalls kaum etwas zu sehen.

Quelle: Slashcam

Was den kleinen 1/2,7 Zoll CMOS-Chip in dieser Kamera auszeichnet sind Videoaufnahmen mit sehr großer Schärfentiefe.

Audio-Aufnahme:

Hier ist der Firma Canon das nichts besonderes gut mit dem eingebauten Mikrofon gelungen. Man sieht die Werte dazu oben in der Tabelle, sowohl bei den tiefen- und vor allem höheren Frequenzen ist die Sound-Leistung der Sony HDR-HC3 deutlich besser. 

Was evtl. störende Bandlaufwerkgeräusche angeht, so habe ich hier mal einen Test gemacht.

Sinnvoll ist der Einsatz des externen Rode Videomic Kondensatormikrofons (Richtcharakteristik: Superniere) auf dem Kamera-Zubehörschuh oder  z.B. auf meinem selbstgebauten Steady-Griff. Man bekommt allerdings nur einen Mono-Ton damit auf das Band, schließlich handelt es sich um ein Richtmikrofon um frontseitige Audio-Ereignisse sauber aufzunehmen und keine Stereo-Aufnahmen zu machen. Ein schaltbarer Highpass Filter ist am Mikrofon vorhanden. Eine schaltbare Vordämpfung für das Mikrofon ist unter dem Batteriefachdeckel versteckt, sollte der Aufnahmepegel zu hoch sein. Die Aufnahmefrequenz des Mikrofons liegt bei 40Hz bis 20.000 Hz. Das Rode VideoMic wird in Gummibändern elastisch gelagert und damit vom Kameragehäuse entkoppelt. Den Kameraschuh kann man entfernen und das Mikrofon auf ein Stativ oder eine Tonangel montieren. In diesem Fall muss man das Kabel mit der 3,5mm Anschlussklinkenstecker verlängern.

Bei stärkerem Wind kann man optional sich noch einen Fellwindschutz RØDE DeadCat zulegen und diesen über den Schaumstoffwindschutz drüberziehen.

Informationen zu diesem Mikrofon findet man unten auf dieser Homepage unter /7/ und /8/.

Eine manuelle Ton-Aufnahmeaussteuerung ist an der HV30 vorhanden, die aber per Kopfhörer zu überwachen ist natürlich. Eine zuschaltbare Mikrofondämpfung ist ebenfalls vorhanden. Angesteckt wird ein Kopfhörer an den Anschluss AV/Kopfhörersymbol. Im Kameramenü muss man dann unbedingt auf Kopfhörer umgeschaltet werden!

Im Vergleich mit dem Stereo-Kameramikrofon ist der aufgenommene Tonpegel mit dem Rode VideoMic etwas höher (ganz im Gegensatz zu vielen anderen Richtmikrofonen) und der Sound deutlich transparenter da auch höherfrequenter Sound aufgenommen wird. Trotz Mono-Sound ist der Klangeindruck besser als der vom Kameramikrofon her und natürlich ist es so, dass Nebengeräusche besser ausgeblendet durch die Richtcharakteristik der Rode VideoMic. 

Für gerichtete Sound-Aufnahme von vorn ist das Rode VideoMic gut geeignet. Soll aber der Sound der Rundum-Atmosphäre mehr zur Geltung kommen, dann kann man das Kameramikrofon ruhig weiter verwenden (allerdings muss man den Equalizer in der Sound-Nacharbeitung einsetzen um einen harmonischen Klang hinzukriegen) oder ein anderes Mikrofon mit Kugelcharkteristik, z.B. den Ohrwurm II.

Bild: Sound-Equalizer im Heavy-Setting z.B.

Empfehlenswert ist es mal in den "Schnellkurs Mikrofontechnik" nach /10/ reinzuschauen.

Das Rode VideoMic hat eine Gesamtlänge von ca. 260 mm, Bauhöhe ca. 95mm und Baubreite von
ca. 55 mm. Man muß sich sehr genau überlegen, wie man das Mikrofon sinnvoll transportieren kann, damit es nicht zu Hause liegen bleibt sondern auch wirklich für frontseitige Soundaufnahmen mitgeführt wird, der Anteil solcher Einsätze bei einem Tourenfilmer ist ja nicht sehr groß, eher ist hier der Sound der Rundum-Atmosphäre der Renner. 

Farbstimmung/Farbtrennung:

Die Farbstimmung im Automatik-Aufnahmemodus wirkt etwas kälter auf mich, als es die Sony HDR-HC3 liefern kann. Das lässt sich aber noch manuell beeinflussen.

Aufnahme in der Januar-Sonne um 11:00 Uhr, Programmmodus (TV), 1/50 sec

Im Internet sah ich Aufnahmen von der HC20/30 mit einem leichten Rosafarbstich der mir nicht gefallen hat. Hier habe ich mich schon einmal damit beschäftigt. Selbst in diesem Blog ist vom Rosafarbstich bei Sonnenschein berichtet und empfohlen worden ein Heliopan Filter "Video 103" aufzusetzen. 

Meine ersten Aufnahmen unter der schönster Wintersonne Anfang Januar 2009 haben diesen Rosafarbstich bei meiner HV30 nicht zu sehr zum Vorschein gebracht. Im Sommer, bei höheren Infrarotanteil des Lichtes soll der Effekt stärker hervortreten. Mit oben genannten Filter soll jedoch auch die Zeichnung und Farbtrennung leicht verbessert werden können.

Ich habe in meinen Tests festgestellt, dass man mit dem Filter Farbanpassung(01) aus den JPSEffects für Pinnacle Studio 12 lediglich den Schieber "Gamma Rot" klein wenig zurücknehmen muss und schon ist das Video um den Rosastich "entfärbt".

Die Canon HV30 wie auch die Sony HC3 arbeiten mit einem einzigen CMOS-Aufnahmechip mit RGB-Farbfilter und damit einer etwas ungenauen Farbtrennung in rot, grün und blau. Sitzt z.B. eine Person unter einem gelben Sonnenschirm im Biergarten wird bei dieser Person eine leichte Gelbsucht im Gesicht erkennbar.

Automatic-Aufnahme

Aufnahme bei Trüb-Frostwetter im Schnee-Modus

Gegenlichtaufnahme

Geiger in der Fußgängerzone

Springtime 04/2009

"Blaue Stunde": Mondaufnahme am 14.02.2009 um 07:00 Uhr, 10fach Zoom

"Blaue Stunde": Winteransicht am 14.02.2009 um 07:00 Uhr
Originalgröße als JPEG-Komprimierung auf Q85

Über die "Blaue Stunde" und Lichtstimmungsaufnahmen habe ich hier schon etwas geschrieben.

Kino-Modus und 25p-Modus:

Die Zuschaltung des Kino-Looks per KINO-MODUS (statt P, statt Av und Tv) bei Tageslicht macht unter Umständen Sinn, da sonst u.U. die Kontraste zu stark ausfallen können. Dies könnte z.B. der Fall sein bei hohen Lichtkontrasten um die Mittagszeit in den Mittelmeerregionen.

Der Kino-Modus entspricht in etwa dem CINE-Gamma der Kurve [CINE1] des obigen Bildes welches eigentlich aus der Bedienungsanleitung der Canon XLH1 stammt. Diese Tonkurve ist nicht so hart wie die typische Videodarstellung. Das Bild erhält einen größeren Dynamikumfang bei der Aufnahme, bei wenig Licht wird das Bildrauschen deutlich weniger augenfällig, auch zum Überstrahlen neigende Objekte werden deutlich besser gezeichnet. 

Bei Zuschaltung von HDV25(PF25) wird die Lichtempfindlichkeit verdoppelt gegenüber der 50i-Aufnahme, was bei Schwachlicht sehr wichtig ist. Was eine Gamma-Korrektur bewirkt, sehen wir hier.

Die Belichtungsstärke im Umfeld der Kamera gemessen betrug hier etwa 3Lux

Mit welchen Blenden und Belichtungskombinationen in den diversen Modis die Kamera Aufnahmen macht, kann man hier /5/ nachlesen. Dort findet man auch den Hinweis, dass die HV30 ab Blende 5,6 automatisch mit einem ND-Filter arbeitet.

Den 25p-Modus HDV25(PF25) nutze ich vorwiegend für die Erhöhung der Aufnahmeempfindlichkeit bei Schwachlicht/Lowlight. Nun soll meine Aussage hier nicht so verstanden werden, dass man im Normalfall besser nicht in 25p aufnimmt... Man kann das schon tun, man muss lediglich darauf achten, dass man die Kamera nicht zu schnell horizontal bewegt oder die Objekte sich nicht zu schnell quer zur Kamera bewegen, am besten sollte die Bewegung in einem spitzen Winkel zur Kamera hin verlaufen. So bekommt man auch nicht diesen unschönen Ruckeleffekt aus der Bewegungen heraus in die Aufnahme. 
Bei etwas Übung wird das Ergebnis recht gut. Im HDV25(PF25)-Modus werden 25 ganze Bilder pro Sekunde vom CMOS-Chip aufgenommen /16/. 

Auf das Band werden dann aber wieder Halbbilder aufgezeichnet, was keinen Nachteil in der Qualität mit sich bringt, da die vom Band ausgelesenen Halbbilder nicht zeitversetzt sind und somit kein Deinterlacing mehr erforderlich ist da der Kammversatz nicht auftritt. Man nennt das im Video-Fachjargon: echter 25p-Aufnahmemodus, siehe auch Begründung in PCVIDEO 1/2007 ab Seite 34 im Beitrag von Andreas Wunderlich. Viele andere Kameras verwenden im simulierten 25p-Modus (25F nicht 25PF!) nur ein Halbbild und dann geht die Hälfte der vertikalen Auflösung verloren. Die Aufnahmen der HV30 im 25p-Modus haben die volle Vertikalauflösung und sie sind zur 1080i-Spezifikation kompatibel (siehe Seite 38 der Bedienungsanleitung) und alle HDV-1080i-Schnittsysteme kommen folglich damit zurecht. HDV2 1440x1080/50i ist damit die korrekte Projekteinstellung im Videoschnittprogramm.

Testbildervergleich der vertikalen Auflösung mit Aufnahmen in HDV-50i und HDTV-25PF:

Aufnahme: HDV-50i

Aufnahme: HDV-25PF

Damit ist bewiesen, dass HDV-25PF nicht aus einem Halbbild besteht, da die vertikale Auflösung, die bei ca. 760 Linienpaaren liegt, identisch ist. Das CV MAGAZIN 3/2008 hat das ebenfalls festgestellt, siehe hier.

Vorteile der HDV25(PF25)-Aufnahme, z.B:

  • Vollbildaufnahme per Aufnahmechip

  • Keine Treppenstufen bei schräg verlaufenden Linien/Kanten/Mustern

  • Für Skalierungen besser geeignet als Interlaced-Material

  • Halbbildunschärfe entfällt

  • Halbbildflimmern (Zeilenflicker) entfällt

  • "Ausgefranste" Objektkanten entfallen

  • Vorteile in der Nachbearbeitung gegenüber Interlacedmaterial bei Farbfilter- und Maskenanwendung

  • Lichtgewinn für Lowlight, da die normale Belichtungszeit 1/25 und nicht 1/50 Sekunde beträgt

  • Kombinierbar mit "Spotlight" für rauscharme Lowlightaufnahmen

  • Kombinierbar mit dem "Kino-Modus" für weicherer Tonkurve

  • Der Bildeindruck unterscheidet sich vom üblichen Interlace-Video, sieht etwas "filmischer" aus weil schnell bewegte Objekte unschärfer erscheinen, Bewegungen wirken dadurch fließender, ganz so, wie man das vom Kinofilm her kennt.

  • Passt besser mit progressiv arbeitenden Displays zusammen

Nachteile der HDV25(PF25)-Aufnahme, z.B.:

  • Weniger flüssige Bewegungsdarstellung ab einer gewissen Geschwindigkeit bei vorbeiziehenden Objekten oder  bei Schwenkaufnahmen gegenüber der Interlacedaufnahme. Empfindlichen Zeitgenossen empfinden das als leichten Stroboskop-Effekt.

  • Nur gefühlvolle und langsame Schwenks möglich, wenn Stroboskopeffekte in der Bewegung stören. Deshalb bessere Vorbereitung der Aufnahme nötig für szenisch durchdachte Aufnahmegestaltung nötig, z.B: spitzerer Winkel zum zu sich bewegenden Objekt erf. oder Standortwechsel. Radikale Abhilfe: Aufnahme im Interlacedmodus, diese Clips können problemlos mit PF25-Clips gemischt werden, da 25PF kompatibel ist zu der 1080i-Spezifikation.

Nachfolgendes Video "Springtime in Würzburg" habe ich vollständig in HDV25-1080p (PF25) aufgenommen, allerdings ohne Schwenks. Es ist dann in einem 1080i-Projekt bearbeitet worden. Das kann man machen, da die beiden vom Band kommenden Halbbilder ja nicht zeitversetzt sondern gleichzeitig aufgenommen worden sind und somit kompatibel sind zum Projektsetting. Dann habe ich das Video in 1280x720/50p ausgegeben und Vimeo hat daraus dann 1280x720/24p gemacht. Mein Originalvideo hat also einige Konvertierungen hinter sich bevor es bei Ihnen zu sehen ist in der Internetfassung, sonst konvertiere ich natürlich nicht!

 

Springtime in Würzburg (HV30-HDV25PF25-Modus) von Bruno Peter Hennek on Vimeo.

Das Video ist auf dieser Seite hier in SD zu sehen, klickt man den ersten Link unter dem Video an, kann man das Video in HD mit bis zu 1280x720p auf Vimeo sehen.

Durchdenkt man genauer die Einschränkungen der PF25-Aufnahme und trifft entsprechende Vorsorge in der Aufnahmegestaltung, dann bekommt man auch gute Ergebnisse. Keine Frage aber, eine 50p-Aufnahme würde so einiges im Aufnahmekonzept erleichtern.

CMOS-Rolling-Shutter /6/:

Darüber ist schon viel geschrieben worden. Vor allem bei schnellen Querschwenks oder sich schnell bewegenden Objekten, wie Helikopter- oder Ventilator-Rotor werden durch die zeitversetzte Halbbildaufnahme senkrechte Linien/Kanten "verbogen". Im Normalfall kommt man aber nicht in diese Extremsituation als Hobbyfilmer, insofern ist der CMOS-Sensor hier nicht unbedingt nachteilig. Mit dem Deshaker V2.4 kann man "verbogene" senkrechte Linien/Kanten neuerdings korrigieren, siehe hier.

ND-Filter in der Kamera:

Auf der Canon-Homepage kann man nachlesen

"Der integrierte ND-Filter ermöglicht Aufzeichnungen bei offener Blende – selbst bei extrem heller Lichtsituation."

Der Grad der ND-Filterung in der Kamera wird automatisch geregelt. Das Canon Patent dazu findet man hier mit einer ausführlichen Erklärung.

Die Anschaffung eines weiteren ND8-Filters ist wichtig z.B. für das Spiel mit der Schärfentiefe dieser Kamera. Man bekommt mehr Möglichkeiten mit dem ND-Filter, weil dann die Blende ganz aufgemacht werden kann bei zuviel Tageslicht mit Sonneneinstrahlung auf das Objekt zum Beispiel. Mit offener Blende kann man dann Objekte vor dem Hintergrund freistellen oder das Objekt unscharf stellen in dem auf den Hintergrund fokusiert wird.

LCD-Monitor/Sucher:

Da ich die Kamera fast immer auf dem Selbstbau BPH-MiniStabi oder der unauffälliger wirkenden BPH-Kamerasteuerung montiert habe bei der Aufnahme, arbeite ich meist über den LCD-Monitor.
Leider zeigt der Monitor nicht alles an, was tatsächlich aufgenommen wird, im Overscan verbergen sich noch Bildinhalte die erst später im Videoschnittprogramm sichtbar werden. Das kenne ich schon von meiner Sony-Kamera.

Der LCD-Monitor zeigt in der Breite etwa 12% weniger vom Bild an.

Vorteilhaft durch diesen Overscan-Monitor ist, dass ales was dort sichtbar ist auch tatsächlich aufgenommen wird, d.h. das Mitiv/Objekt liegt im sicheren Bereich.

Der Sucher ist zumindest noch da, wenn auch nicht ausziehbar oder nach oben klappbar, wie bei der Sony HDR-HC3 schon. Sinn macht ein Sucher schon, vor allem dann wenn einem eine zu starke Lichtquelle auf den LCD-Monitor fällt und das Motiv kaum noch wahrgenommen werden kann. In diesem Fall ist es halt schön, wenn wenigstens ein feststehender Sucher noch da ist. Die fummelige Okularanpassung für Brillenträger ist eine Zumutung.

Bildstabilisierung per OIS:

Der OIS der HV30 ist deutlich besser als der EIS der HC3. Der OIS kann nicht nur mittlere und hohe Erschütterungsfrequenzen erfassen, sondern aus sehr niederfrequente, wie sie beispielsweise durch das Atmen des Kameramanns entstehen. Für mich ist der OIS von Canon ein Gewinn!

Wenn ich mit meinen verschiedenen von mir gebastelten Körperstativen arbeite, bleibt der OIS trotzdem eingeschaltet.

Im Programmautomatik-Arbeitsmodus lässt sich die Wirkung des OIS abschalten, was ich bei Aufnahmen vom Dreiben-Stativ auch mache.

Zoom-Speed:

Der Zoomhebel regiert nach Betätigung mit einer variablen Geschwindigkeit. Per Menü kann man aber dem Zoomhebel auch drei verschiedene feste Werte für die Geschwindigkeit zuweisen.

Autofokus:

Am schnellsten und zuverlässigsten funktioniert der Instant-Fokus (AiF) mit dem Sensor neben dem Objektiv. Wird der Sensor durch Objektivvorsätze verdeckt, schaltet man auf TTL-Messung durch das Objektiv um, der normale AF-Modus arbeitet nicht ganz so schnell. Der Fokus arbeitet in beiden Fällen mittenbetont, er lässt sich im Videomodus auch nicht anders einstellen. Um die Bildmitte für das Anvisieren der scharf zu stellenden Objektes besser lokalisieren zu können, schaltet man eine Hilfslinie mit Mittenmarkierung hinzu.

Manuelle Fokusierung:

Hinter dem Monitor liegt ein Drucktaster um die manuelle  Fokusierung zu aktivieren um dann mit der Drehwalze auf ein Objekt scharf zu stellen. Die Kontrolle ist über den LCD-Monitor ist nicht sehr gut, deshalb sollte man zuerst per Zoom das Objekt "heranziehen" und dann erst mit der Drehwalze auf dieses Objekt scharf stellen und mit dem Zoom den geplanten Bildausschnitt wählen. Sehr hilfreich ist der Schalter "FOCUS ASSIST", dieser befindet sich aber unglücklicherweise auf der Sichtseite des Monitors. Man muss mit der Hand zur Monitorvorderseite umgreifen um den Schalter zu betätigen für die Lupenfunktion am LCD-Monitor und danach wieder hinter dem Monitor die Drehwalze betätigen und anschließend wieder den "FOCUS ASSIST" auf der Monitorvorderseite ausschalten. Möchte man die PEAK-Funktion mit mit betonteren Objekt-Umrissen zur Kontrolle der Scharfstellung bei in voller Telestellung nutzen, muss man in das Setting-Menü (Menü/Display-Setup/Assist. Funk./Peak-Spitze) eingreifen und die Peak-Spitze aktivieren. Objektkanten treten dadurch etwas deutlicher hervor.

Focus-Stick/Focus-Ring für Schärfeziehen/Schärfeverlagerung bzw. Objektfreistellung:

Mit der Drehwalze kann man zwar ein Objekt anvisieren und scharf stellen nach der vorhergehenden Procedur, ein sog. "Schärfeziehen" zur Schärfeverlagerung von Vorder- zum Hintergrund und umgekehrt bei offener Blende ist nur sehr schwer möglich. Findige Bastler haben aber einen Weg gefunden mit einem sog. "Focusing Tool" schöne Schärfeüberlagerungen zu realisieren. Wie das geht, kann man in diesem VIMEO-Video sehen. Ein anderer Bastler hat einen "Focus-Ring" gebastelt, siehe hier und hier wird der Ring verkauft.

Dieses Objekt ist ganz einfach freigestellt worden. Blende manuell voll geöffnet und die Schärfe auf das Objekt vorne ebenfalls manuell eingestellt. Wie schon weiter oben erwähnt, ist der Einsatz eines ND8-Filters zur Gestaltung solcher Aufnahmen sehr sinnvoll, da dann durch weiter geöffnete Blende die Schärfentiefe des Objektivs geringer wird.

Color Grading:

Obige Aufnahme ist per Videoschnittprogramm gefiltert worden mit Magic Bullet Looks Filter Warm Stock 01. Nachfolgende Farblook ist dabei herausgekommen. Man erkennt, dass nach dem "Color Grading" sogar Details stärker hervortreten.

Um den Effekt etwas weicher und farbnuancierter zu gestalten, ist es sinnvoll von vorn herein dafür geeignete Aufnahmen zu produzieren.  Besonders gut eignen sich dafür Kamerasettings wie: "Bildeffekt Neutral"(Moduswahlschalter P) und "Kino-Modus". Siehe hierzu auch /14/.

Zoom optisch und digital:

Die Kamera hat einen optischen Zoom bis 10fach. Der Mindestabstand zum Objekt beträgt in Weitwinkelposition 1cm und in Teleposition 80cm.

Aufnahme mit 10fach Zoom optisch (Frame aus Video)

Den Digital-Zoom kann man auf 20 oder 80fach einstellen´ laut Betriebsanleitung. Im Kameramenü steht dagegen 40 bzw. 200fach.

Aufnahme mit 20fach Digital-Zoom (Frame aus Video)

Der Schmetterling ist dabei gar nicht so schlecht ausgefallen. Über den Sinn- oder Unsinn eines Figital-Zooms muss jeder für sich selbst nachdenken.

Hinterkamerasteuerung:

Der Canon HV30 fehlt dazu ein Lanc-Anschluß, die Sony HDR-HC3 hat das.
Neulich hat jemand im Videotreffpunkt einen sehr schönen Tipp gegeben, wie doch eine Hinterkamerasteuerung mit Hilfe der Kamerafernbedienung realisiert werden kann. Benötigt werden:

  • zwei Toslinkbuchsen

  • ca. 50cm langes Toslinkkabel

  • Kamerafernbedienung

Die eine Toslinkbuchse wird auf auf das Infrarotfeld de Kamera geklebt, die andere auf das Infrarotfeld der Fernbedienung. Jetzt müssen beide Buchsen nur noch mit dem Toslinkkabel verbunden werden. Die Fernbedienung wird an geeigneter Stelle am Stativ befestigt.

Zebra-Funktion:

Diese erreicht man über Menü/Display-Setup/Assist. Funk./Zebra (70%) bzw. Zebra (100%). Erscheint auf dem LCD-Monitor ein schraffiertes Feld, dann ist dieser Bereich überbelichtet. Um dort noch Zeichnung reinzubekommen, aktiviert man per SET-Schalter die Belichtungssteuerung und stellt mit dem Joystick die Belichtung zurück.

Histogramm:

Das Histogramm zur Beurteilung der Farbtonverteilung ist vorhanden

Zeitrafferaufnahmen (Timeelapse):

Am besten ist es, wenn man sich zur Intervallauslösung der Fotofunktion der HV30 einen Fernsteuerservo selbst baut. Eine Bauanleitung dazu findet man hier. Besser ist es zu der Fototaste auf der Fernbedienung einen Timer zu bauen, eine Anleitung hierzu findet man hier. Einen weiteren Timer findet man hier.

Eine andere Möglichkeit im Videomodus bietet sich wie folgt an:

Kamera-Setting: HDV25(FP25) und Verschlusszeit 1/12

Man kann natürlich auch einfach ein Video mit einer Stunde Aufnahmezeit (volles Band also) erstellen (Akkulaufzeit vorher überprüfen!) und dann im Videoschnittprogramm mit der Zeitrafferfunktion zusammenschrumpfen lassen. Mit VirtualDub und AviSynth kann man ebenfalls die Framerate des Videos nachträglich ändern.

Für einen Extrem-Zeitraffer braucht man aber Sequenz-Aufnahmen aus einer digitalen Fotokamera, das Problem dabei ist die Sicherstellung der Stromversorgung für eine lange Aufnahmezeit.

Belichtung blockieren:

Jeder der einen Kirchturm von unten nach oben abgeschwenkt hat, kennt das Problem: im unteren Bereich des Kirchturmes stimmt noch die Belichtung/Zeichnung, schwenkt man weiter nach oben verliert der Kirchturm die Zeichnung, er wird schwarz und der jetzt dominierende Anteil des Himmels wird korrekt gezeichnet. Soll aber der Kirchturm seine Zeichnung behalten, müssen wir die Belichtung blockieren. Dies geht bei der HV30 sehr einfach und schnell. Wir richten die Kamera auf mittlere Höhe des Kirchturmes  aus wobei wir den Kirchturm heranzoomen. Jetzt drücken auf "Set", dann mit dem Joystick einmal nach unten und einmal nach oben, jetzt erscheint "Bel." mit einem Einstellbalken links oben. Wir bestätigen einmal mit "Set" und die Belichtung ist blockiert. Nun wählen wir den Bildausschnitt neu und schwenken den Kirchturm damit ab. Klar, der Himmel oben ist jetzt überbelichtet, das stört uns aber nicht, denn wir wollten ja Zeichnung im Kirchturm haben und nicht eine in schwarz abgesoffene Kirchturm. Wer jetzt auch noch einen schönen Himmel dazu haben möchte, der muss das per Postproduktion im Videoschnittprogramm machen z.B. mit einer Verlaufmaske. 

Belichtungsanzeige im Videomodus aktivieren:

Im Videomodus ist der Schalter "FUNC" zu betätigen, nun klickt man runter bis zur Fotoaktivierung (vor der Menüaktivierung!) und wählt hier LW (1920x11080) per SET aus, jetzt wählt man noch "Superfein" aus und schließt die Einstellung mit Betätigung von "FUNC" ab. Wenn man jetzt vor der Videoaufnahme den Auslöser "PHOTO" bis zum ersten Anschlag runterdrückt, werden die Werte für gerade aktuelle Blende und Verschlußzeit unten rechts im LCD-Monitor angezeigt. In der Zeitautomatik (AV) kann man jetzt z.B. dafür sorgen, dass mit offener Blende aufzunehmen ist und kann die dazugehörige Verschlußzeit ablesen. Umgekehrt kann man im Tv-Modus die Zeit vorwählen und die zugehörige Blende ablesen. Die Anzeige funktioniert nicht nur im Programmmodus, sondern auch im Automatikmodus. Es ist ganz wichtig darauf zu achten, dass nicht zu kleine Blendenwerte (möglichst nicht kleiner als 4,8-5,6) gewählt werden, da es sonst  wegen der Lichtbeugung an der Blendenkante zu unscharfen Aufnahmen kommt. Unter Umständen muss man mit einem ND-Filter(Graufilter) bei zu starken Licht den Lichteinfall in die Kamera abschwächen. Dies war z.B. in einigen Fällen bei mir während einer Marokko-Reise im März 2009 der Fall.

Fotofunktion:

Man kann ausreichend große Bilder mit 2048 x 1536 Bildpunkten unterwegs ergänzend zum Video, auch mit Blitzunterstützung, machen. Auf solchen Bildern kann man dann Kamerafahrten in der Postproduktion machen.

Bei der Sony HDR-HC3 gibt es etwas mehr Platz für Kamerafahrten im
 Videoschnittprogramm später mit 2304 x 1728 Bildpunkten

16:9 Aufnahmen sind ebenfalls möglich, allerdings nur in 1920x1080.

Reihenaufnahmen, auch in Highspeed sind realisierbar, ebenso Belichtungsreihen.

Ein Blitz mit unterschiedlich zuschaltbaren Optionen ist ebenso vorhanden.

Schwachlichteigenschaften im Videobetrieb:

Ich habe mal beide Kameras mit dem Fokusdiagramm "SureShot" von Adobe bei Schwachlicht getestet, welches zu OnLocation CS3 mitgeliefert worden für die Kontrolle von Direktaufzeichnungen auf die PC-Festplatte. Das auf das Fokusdiagramm einfallende Tageslicht habe ich mit dem LIGHT METER PeakTech 5025 gemessen. 

Bei abnehmender Ausleuchtung bis 100 Lux gibt es keinen Zweifel, die bessere Auflösung liefert die neuere Canon HV30. Bei 60 Lux kommt es schon darauf an, die HC3 liefert zwar eine geringere Luminanzauflösung, sie rauscht aber absolut nicht. Die HV30 liefert auch hier die bessere Luminanzauflösung, es taucht aber doch schon hier und da ein sehr feines Bildrauschen auf, es stört aber nicht. Immerhin fordert Canon in der Bedienungsanleitung für diese Kamera mehr als 100 Lux Beleuchtungsstärke. Unterhalb 60 Lux nimmt das Rauschen der HV30 viel deutlicher zu als bei der HC3. Während man bei der HC3 das Rauschen unterhalb von 60 Lux noch in einigen Situationen recht gut in der Postproduktion herausfiltern kann, fällt das Ergebnis bei der HV30 weniger gut aus, da das Bildrauschen hier sehr grobkörnig sein kann, dafür wirkt das HC3-Bild weiche, weniger farbig, eher schon flau.

Bildrauschen wenn es zu dunkel wird:

Die derzeitigen Kameras haben zum großen Teil zu schlechte Entrauschungsfilter für Aufnahmen mit den kleinen Aufnahmechips(1/2,7" bei der Canon HV30) bzw. vielen Bildpunkten auf kleiner Fläche  bei Consumer-Videokameras. Wenn es trotz diverser hier vorgestellter Kameraeinstellungen zum gefürchteten Bildrauschen kommt, kann man sich immer noch mit dem Neat Video Plug-in im Videoschnittprogramm helfen. Einfach phantastisch was man damit noch herausholen kann. Mehr Information dazu findet man hier. Neben dem Bildrauschen werden auch die Kompressionsartefakte und Chrominanzfehler gedämpft.

Kameratechnisch kann man dem Bildrauschen mit größeren Aufnahmechips und vor allem mehr Fläche zur Lichtaufnahme je Bildpunkt begegnen. Als "Nachteule" unter den HD-Kameras ist Sonys PMW-EX 1 als Prosumer/Profi-Kamera bekannt mit den drei 1/2" CCD-Aufnahmechips. Diese Kamera kostet dann aber schon  über 6000 Euro. Unter den Consumer-Kameras liefert die Sony HDR XR520 derzeit (Juli 2009) das beste Lowlightergebnis.

Für mich bedeutet das, dass ich bei beiden Kameras im Falle Schwachlicht meist bei 60 Lux Schluss mache mit den Aufnahmen. Was unterhalb kommt, wird nur dann aufgenommen, wenn es besonders wertvoll sein sollte, dann muss aber die Aufnahme soweit möglich entrauscht werden bevor es in das finale Video eingefügt wird.

Gain besser kontrollieren nach /1/:

Die wichtigste Rolle spielt hierbei die "Bel." - Funktion welche man erreicht, wenn man auf "SET" drückt, dann einmal herunter und einmal rauf steuert. Links oben erscheint dann eine Skala von +11 bis -11. Hier haben wir die Möglichkeit die Aufnahmewertepaare für Gain, Blende und ND-Filter (im Kino-Modus auch die Zeit) je nach Position und Modus (P, TV, AV) zu verändert. Ausgangspunkt ist folgendes Vorgehen für die Kalibrierung der Aufnahmeparameter: Kamera auf eine helle Fläche richten (Weißfläche eines eingeschalteten Handys(mit Taschenlampenprogramm), eines Navigationssystems, einer Taschenlampe mit Diffusor oder eines Digitalkamera-Monitors mit geladenem weißen JPEG-Bild) und "Bel." dabei einmal drücken. Jetzt ist die Belichtungsmessung blockiert und wegen des relativ hellen Bildes liegt der Gain bei 0(Null). Jetzt kann man bei Aufnahmen im Lowlight-Bereich Werte von +1 bis +11 zugeben um das Bild aufzuhellen. Irgendwann kommt natürlich die Gainverstärkung trotzdem hinzu, die Bildrauschen verursachen kann. Überschreiten wir aber mit der Einstellung nicht den Gain von +3 bis +6, dann wird es noch brauchbare Lowlight-Aufnahmen geben. In /1/ findet man die Wertepaare incl. Gain-Wert tabellarisch aufgelistet auf der Grundlage der dortigen Kalibrierung. Zumindest zwei aktuelle Wertepaare (Zeit und Blende) können wir vor der Aufnahme rechts unten auf dem Monitor kontrollieren in dem wir in den Fotomodus schalten und den Foto-Auslöser halb durchdrücken. Damit wir bei dieser Art der Aufnahme keinen Blindflug bezüglich des Gains produzieren, benötigen wir eine immer eine mit Wertekombinationen in Aufnahmetabellen übereinstimmende Kalibrierung. 

Leider zeigt die HV30 den Gain-Wert bei Bandwiedergabe nicht auf dem Monitor an, die HC3 macht das. Mit dem HDV-DataMonitor kann man jedoch die Kameradaten auslesen, direkt aus der Kamera oder aus einer Datei. Mit den so gewonnenen Daten einer Testreihe unter verschiedener Beleuchtungsstärke kann man sich eine Kalibrierungstabelle generieren.

Nun weiß man nach Auswertung der Testreihe, wie weit man den Balkenwert für die Belichtung "aufdrehen" darf um den Gain von +3 bis +6 nicht zu überdrehen...

Zwar ist das eine sehr interessante aber doch etwas zeitraubende Methode um rauschfreie/rauscharme Aufnahmen zu machen. Etwas einfacher als nach /1/ geht es mit der folgenden Methode:

Praktische manuelle Einstellung der Gain-Verstärkung:

Jeder der schon einmal das Spezialszenen-Aufnahmeprogramm „SPOTLIGHT" aktiviert hat, der weiß auch, dass in in diesem Modus die automatische Restlichtverstärkung (Gain) der Canon HV30 abgeschaltet wird und man bekommt ein sattes schwarz ohne störenden Bildrauschen/Grießeln.

Hier  fand ich eine praktische Möglichkeit um die automatische Gainwahl der Canon HV30 zu deaktivieren. Diese Methode ermöglicht es auf einfache Art die Wirkungstärke der kameraseitigen Restlichtverstärkung selbst zu bestimmen und damit auch den Grad des Bildrauschens/Grießelns bei Aufnahmen im Lowlightbereich.

Man geht wie folgt vor:

  • Im Videomodus ist der Schalter "FUNC" zu betätigen, nun klickt man runter bis zur Fotoaktivierung (vor der Menüaktivierung!) und wählt hier LW (1920x1080) per SET aus, jetzt wählt man noch "Superfein" aus und schließt die Einstellung mit Betätigung von "FUNC" ab. Eine SD-Karte muss im Kameraschacht sein.
  • Per Schalter rechts am Kameragehäuse schalten wir die Kamera von „AUTO" auf „P"
  • Wenn wir in der Videoaufnahmepause den Schalter „PHOTO" an der Kamera bis zum Auslöseanschlag betätigen werden rechts unten auf dem Display die aktuelle Blende und die Aufnahmeverschlusszeit angezeigt.
  • Per Schalter „FUNC" am Kameragehäuse aktivieren wir nun das Setting für die Kamera, dort aktivieren wir den „Tv-Modus" (Blendenautomatik). Mit dem Schalter „FUNC „ verlassen wir das Kamerasetting. 
  • Jetzt stellen wir mit dem Joystick die Kameraverschlußzeit auf 50 (1/50 sec) ein.
  • Wir betätigen jetzt den Schalter „SET" am Kameragehäuse, dann mit dem Joystick nach unten bis „BEL" im Display angezeigt wird, jetzt drücken wir noch einmal nach oben. Im Display erscheint nun links oben eine blaue Linie mit einem Kreuz in der Mitte (Cursor).
  • Wenn wir jetzt den Schalter „PHOTO" an der Kamera bis zum Auslöseanschlag betätigen wird rechts unten am Display die Blendenöffnung F1,8 und die Verschlusszeit 1/50 sec angezeigt, falls für die aufzunehmende Szene nicht genug Licht vorhanden ist.
  • Drücken wir mehrmals mit dem Joystick nach links, wandert der Cursor auf der blauen Linie im Display oben links bis zu dem Wert -11
  • Wir überprüfen erneut die Blendenöffnung per Schalter  „PHOTO" an der Kamera, wobei es zwei Möglichkeiten gibt die uns rechts unten auf dem Display angezeigt werden:
    • die Blendenöffnung ist F1,8, d.h. aufzunehmen Szene ist nicht genug ausgeleuchtet;

      in diesem Fall hilf nur noch eine Zusatzbeleuchtung für eine gute Aufnahme. Alternativ kann man auch ein Bild mit Blitzlichtunterstützung machen und dieses in das Video einfügen. Wählt man eine Bildauflösung von
      2304 x 1728 bei der Aufnahme, dann kann man darauf noch ersatzweise Kamerafahrten per Videoschnittprogramm mit PAN&ZOOM machen.
    • die Blendenöffnung ist höher als F1,8, d.h. Der Restlichtverstärker (Gain) hat einen Lichtgewinn auf z.B.  von F1,8 auf F2,0- 2,4 -2,8- 3,4 oder mehr produziert;

      in diesem Fall drückt man mehrmals mit dem Joystick nach rechts und kontrolliert bei jedem Schritt per Schalter „PHOTO" den Wert der Blendenöffnung. Sobald der Wert für F1,8 erreicht wird, heißt das für uns, dass bei diesem Setting die Kamera ohne Restlichtverstärker eine Aufnahme machen wird. Diese Position ist nun die Auslöseschwelle, alle Werte rechts davon heben den Wert der Restlichtverstärkung und damit auch des Bildrauschens an. In Kenntnis dieser Sachlage kann man nun die Intensität der Restlichtverstärkung hinzufügen oder nicht, d.h. Die Blende F1,8 wird nicht mehr erhöht aber der Lichtgewinn incl. Bildrauschen/Grießeln wird verstärkt.

Fazit:

Es hängt nun von uns selbst ab welches Bildrauschen wir noch bereit sind zu tolerieren und damit um wieviele Schritte wir die elektronische Lichtverstärkung anheben wollen.

Hilfreich für die korrekte Wahl der Restlichtverstärkung kann auch die Zuschaltung der Zebra-Funktion sein um lokale Überbelichtungen zu vermeiden.

Ab der gefundenen Auslösschwelle des Restlichtverstärkes bei der das erste mal F1,8 angezeigt worden ist, müssen wir nicht mehr den Schalter „PHOTO" betätigen, da ab jetzt die Blende nicht mehr weiter geöffnet wird, sondern das vorhandene Lowlight/Restlicht elektronisch verstärkt wird.

Den künstlichen Lichtgewinn können wir uns an Hand folgender Tabelle so vorstellen:

1 Schritt mit Joystick nach rechts drücken: Blende 2,0
2 Schritte mit Joystick nach rechts drücken: Blende 2,4
3 Schritte mit Joystick nach rechts drücken: Blende 2,8
4 Schritte mit Joystick nach rechts drücken: Blende 3,4
usw.

Diese Methode ist praktisch leicht umzusetzen nach entsprechender Vorbereitung und sie erlaubt uns den Restlichtverstärker manuell nach unseren Wünschen zu steuern. Ich empfehle mal Testaufnahmen zu machen, damit man dann die Ergebnisse auf dem HDTV direkt von der Kamera aus betrachten kann und beurteilen kann wieviele Schalt-Schritte man bei der Freigabe der Restlichtverstärkung zulassen kann bei noch erträglichem Bildrauschen. Das ist auf jeden Fall besser als es der Automatik zu überlassen.

Frame bei Kunstlicht-Beleuchtung im Wohnzimmer, insgesamt eine
gute Schwachlichtaufnahme, damit bin ich zufrieden

Eine weitere Möglichkeit für eine gute Schwachlichtaufnahme bietet sich mit dem Spezialszenen-Aufnahmeprogramm an. Zu aktivieren ist die Funktion "Spotlight", evtl. kombiniert mit mit HDV25(PF25). Hier wird bei der Aufnahme bis zur offenen Blende 1,8 keine Gainverstärkung für die Aufhellung eingesetzt, was zur besseren rauschfreien Aufnahmen führt. Die Zuschaltung von HDV25(PF25) bietet der Kamera mehr Licht an.

Ein solcher Testaufbau wie im Bild, erlaubt eine recht gute Beurteilung über das Schärfe- und Rauschverhalten der gewählten Settings für die Aufnahme.

Eine rauschfreie Aufnahme (herangezoomt aus ca. 2m Entfernung) im Dom zu Würzburg in der Belichtungseinstellung Spotlight&HDV(PF25). Die vorhandene Stimmung wird sehr gut wiedergegeben, das reicht mir unter diesen Lichtverhältnisse vollkommen. Ein künstlich aufgehelltes Bild wäre hier fehlt am Platz. Hier noch das Frame in Originalgröße als JPEG-Komprimierung auf Q85.

Genutzt wird oft bei der Schwachlichtaufnahme auch der KINO-MODUS (statt P, Av und Tv) mit seinen wärmeren Farben,  kombiniert mit der Bildfrequenz von HDV25(PF25). Bei dem Custom-Preset sollte man den Kontrast auf +1 (sonst zu flaue Schattentönung), Farbe auf +1 und Schärfe auf +1 stellen, die Belichtung sollte dann aber auf 0 (Normal) eingestellt sein.

Neben diesen Möglichkeiten der Schwachlichtaufnahmen, gibt es zusätzlich noch den Langzeit-Autoaufnahmemodus um an dunklen Orten mit unzureichender Beleuchtung hellere Aufnahmen mit langen Verschlusszeiten erstellen zu können, wobei dann eine Stativunterstützung nötig ist und Bewegungen verwischt werden können.

Eie weitere Möglichkeit zur Nachtaufnahme wird unter den Custom-Presets angeboten, der Nacht-Modus.

F 2,6 und 1/12 Sekunde, relativ grobkörnig

Kameraeigene Videoleuchte:

Neben dem Objektiv, oberhalb des Handschlaufenanschlusses sitzt eine kleine Videoleuchte in der Kamera. Die Sonnenblende müssen wir vom Objektiv abnehmen, damit die Videoleuchte nicht abgeschattet wird. Es wird damit nicht das ganze Bild ausgeleuchtet, sondern ein kreisförmiger Bereich, dieser ist aber nicht im Zentrum des Bildes sondern im linken Drittel und etwas nach unten versetzt. Immerhin hat man damit eine Möglichkeit ein Objekt in einer dunklen Ecke etwas auszuleuchten. Optimal wird das aber erst mit größeren und lichtstärkeren sowie netzbetriebenen Video-Zusatzleuchten.

Die Wirkung der verschiedenen Einstellungen auf das Lowlight-Bild muss man mit ein paar Testaufnahmen für sich austesten um später zu wissen was diese oder jene Einstellung in der Aufnahme hervorruft, vor allem hinsichtlich des Rauschverhaltens.

Fazit zu den Schwachlichtfähigkeiten:

Beide Kameras reißen bei Schwachlicht keine Bäume aus im Automatikmodus, wie generell auch andere zum Testzeitpunkt bekannten Consumer-Kameras, teilweise habe ich schon schlechtere Kameras bei Schwachlicht gesehen, wie z.B. die Panasonic HDC-SD100

Der "Kino-Modus" der Canon HV30 kombiniert mit Zuschaltung von HDV25(PF25) ist eine schöne Ausweichmöglichkeit um mehr bei Schwachlicht herauszuholen als bei der Sony HDR-HC3. 
Noch besser gefällt mir die Kombination von
"Spotlight" und HDV25(PF25), weil hier das Bildrauschen abgeschaltet ist. Wird das Bild zu dunkel, kann man es noch im Videoschnittprogramm aufhellen.

Kinomodus mit HDV25(PF25):

Canons HV30 bietet den viel umschwärmten Kinomodus mit HDV25(PF25), dazu habe ich noch die Programmautomatik (TV) aktiviert und die Verschlusszeit auf 25 Bilder/Sec festgenagelt. Auf das Band wird interlaced geschrieben, jedoch sind die beiden Halbbilder gleichzeitig und nicht zeitversetzt vom CMOS aufgenommen worden.

Frame bei Kunstlicht im Kinomodus HDV25(PF25) bei 40 Lux, auch diese
 Aufnahme ist mir bestens und rauschfrei gelungen. 

Im Cinema-Modus wird - wie ich schon weiter oben ausführte - absichtlich mit weicherer Gammakurve und reduziertem Schärfefilter gearbeitet, was sich sehr positiv auf gleichmäßig nicht pixelnde Darstellung von Hauttöne z.B. auswirkt, also in der Anwendung auf gefilmte Personen (Trauung, Erstkommunion z.B., Personenfilm) um eher natürliche und lebens-echte Farben schon bei der Aufnahme zu bekommen, bevorzugt im Nah- oder Halbtotalbereich. Man bekommt mit diesem Modus auch einen weicheren Kontrast wodurch mehr Zeichnung an hellen Bildstellen hervortritt, was aber nicht heißen muß das Bild wäre detailreicher, gerade auf das Detail kommt es eben nicht an in diesem Modus. Das Bild bekommt mehr Tiefe und Plastizität. Ferner geht es bei Cinema-Modus darum Videos ohne Halbbildversatz zu produzieren (Zuschaltung von HDV25(PF25)) , was einige Filmer bevorzugen. Der Cinema-Modus ist also nach meiner Erfahrung eher dem künstlerischen Einsatz und Ausdruck vorbehalten und nicht um knackscharfe und kontrastreiche Bilder mit abgesoffenen/überstrahlten Bilddetails zu produzieren.

Spezialszenen-Aufnahmeprogramme (FUNC-->Aufnahmemodi-->SETSCN-->Auswahl):

  • Portrait zur Motivfreistellung vor einem unscharfen Hintergrund

  • Schnee, verhindert Motivunterbelichtung auf hellem Schnee

  • Spotlight, Szenen mit Scheinwerferlicht aufnehmen, Gain wird abgeschaltet

  • Sport

  • Strand, Unterbelichtung auf hellem Strand wird verhindert

  • Nacht

  • Sunset, Sonnenuntergangaufnahmen

  • Feuerwerk

Weißabgleich (ABW, Auswahl):

  • Automatik

  • Tageslicht

  • Schatten

  • Wolkig

  • Kunstlicht

  • Leuchtstoff I

  • Leuchtstoff II

  • Manuell-Set über Graukarte z.B.

Bildeffekte (Auswahl):

  • Kräftig

  • Neutral (für späteres Color-Grading z.B. gut geeignet)

  • Gering schärfen

  • Hautton soften

  • Custom:

    • Farbtiefe

    • Helligkeit

    • Kontrast

    • Schärfe

    • Gain; siehe Beitrag "Praktische manuelle Einstellung der Gain-Verstärkung" 

Die Wirkung der Settings habe ich auf meinem 22"-Vorschaumonitor(16:9) per HDMI-Kabelverbindung ausgetestet, da man auf dem kleinen Kameramonitor nicht beurteilen kann was diese oder jene Einstellung genau bewirkt.

Weitwinkelvorsatz:

Die Canon Kamera HV30 verfügt über einen Weitwinkelbereich von 43,6mm bezogen auf das Kleinbildformat. Bin auf einen recht guten Weitwinkelvorsatz gestoßen, der meinen Zweck voll erfüllt, Die Typenbezeichnung auf dem Vorsatz lautet: fotos-alive 0.45x Super High-DefinitionWide Angle Lens with Macro 52mm. Mit 0,45x43,6 = 20mm bekommt man eine recht ordentliche Weitwinkelaufnahme, siehe auch CV 06-2007 Seite 69. Das Gehäuse ist aus Titan/Aluminium schwarz pulverbeschichtet und nicht Plastik, ein Microfasertuch und zwei Objektivschutzkappen werden mitgeliefert, ebenso ein Transport-Schutzbeutel. Angeschlossen wird der WW-Vorsatz mit einem mitgelieferten Zwischenring von 52 auf 43mm. Den Vorsatz kann man hier günstig bestellen.

Der rote Rahmen im Bild zeigt, was das Original HV30-Objektiv
 in Weitwinkelstellung aufnehmen kann, das WW nimmt ca. 1,56fach mehr auf

Mit dem WW- Vorsatz, Sonnenblende und Akku wiegt die HV30 jetzt 862 Gramm

Leicht gebogene senkrecht verlaufende Bildkanten, ansonsten gibt
es an dieser WW-Aufnahme nichts zu beanstanden

Natürlich kommt dieser günstige Weitwinkelvorsatz aus Asien, er ist aber sein Geld Wert und besser als der Kenko-Vorsatz für meine Sony HDR-HC3. Selbst durchgezoomte Aufnahmen werden scharf abgebildet, das benötige ich aber eigentlich  gar nicht. Man kann die kameraseitige Linse abschrauben und mit der Kamera als Macro-Vorsatzlinse benutzen. Frontseitig ist ein Anschlußgewinde (67mm) vorhanden. 

Da der Echtzeit-AF-Sensor wird vom WW-Vorsatz mit aufgesetzter Sonnenblende verdeckt, aus diesem Grund wird die Kamera für WW-Aufnahmen vom Instanf-AF auf Normal-AF umgeschaltet, d.h. hierbei erfolgen die Kontrastmessungen für die Fokusierungen durch das Objektiv(TTL) durchgeführt.

Die Optik des WW-Vorsatz zeichnet scharfe Bilder, trotz kleiner Zentrierfehler. Selbst in maximaler Weitwinkelposition bekommt man aber keine Abschattungen in den Bildecken, senkrechte Linien krümmt der Vorsatz leicht tonnenförmig, angesichts des Weitwinkelfaktors ist das aber verzeihbar.

Sonnenblende für Weitwinkelvorsatz:

Der Vorsatz hat ein 67mm Front-Anschlußgewinde. Vom Lieferanten der Objektivvorsätze habe ich als Sonnenblende die sog. "Tulpe" zum aufschrauben auf die Vorsätze bezogen. Es handelt sich um das Fabrikat mennon Camera Lens DC-S Hood 67mm. Durch den Gewindeanschluß geht diese Sonneblende im Gegensatz zu aufgeklemmten Sonnenblenden bei Transporten/Aufnahmen nicht verloren. Mit dem zusätzlichen Gewindering kann man die Sonnenblende unbeabsichtigtes Verdrehen gegen die Kamera "kontern".

Die inneren Kanten der Sonnenblende mußte ich ein wenig nachfräsen, da es in den Bildecken bei größter Weitwinkelstellung des Zoomt zu Abschattungen gekommen ist.

Sonnenblende für das Kameraobjktiv:

Obige "Tulpe" benutze ich auch für das Kameraobjektiv. Der Anschluss erfolgte über entsprechende Zwischenringe.

Televorsatz:

Der 2fach Telekonverter von Fotos-alive ist ein Flop im Vergleich zum Weitwinkelkonverter. Die Bildfehler sind enorm, an Kontrastkanten entstehen schlimme Farbsäume und in Weitwinkelposition vignettiert der Vorsatz extrem. Es ist besser man verzichtet auf den Kauf dieses Televorsatzes!

Wenn schon ein Televorsatz, dann das Raynox DCR-2025 Pro 2,2fach. Mit diesem Televorsatz hat z.B. die Hobbynaturfilmer Rolf Hankel seine schönen Wildlife-Aufnahmen gemacht. Die KB-Brennweite liegt dann für diese kleine Kamera bei 960mm!

Unendlicheinstellung für den Focus

Diese Funktion ist sehr wichtig bei Aufnahmen mit wenig Licht, z.B. Aufnahme eines Stadtpanoramas oder Feuerwerkes, auch bei Nachtaufnahmen. 

Hierfür muss nach Zoom-Einstellung auf den Bildausschnitt der Focus-Schalter links vorn über 2 Sekunden betätigt werden. Nach dem auf dem LCD-Monitor zuerst MF erscheint, taucht dann das Unendlichzeichen auf und somit wird dann auch ein Autofocus-Pumpen verhindert.

Eignung der Canon HV30 für Super8-Videotransfer?

Ich habe einen Vergleich gefahren mit HV30 und HC3. Eindeutig ist die HC3 hier die bessere Kamera, sie hat einen deutlich besseren Kontrastausgleich, die Farben sind dem transferierten S8-Film ähnlicher und sie hat dafür auch eine für die HDV-Abtastung ausreichende Bildschärfe und ein gutes Farbspektrum. Nicht zuletzt läßt sich die HC3 mit dem Touch-Monitor viel besser erschütterungsfrei per Stift während des Transfers bedienen.

Zubehör:

  • Wie bei der Sony HDR-HC setze ich Bänder von Panasonic Typ AY-DVM60FE mit 60 Minuten Laufzeit im SP-Mode ein.

  • Die schon bei meiner Sony-Kamera eingesetzte hama Rechtecksonnenblende M49 klemmt sehr gut auf dem Objektivaußenring der Canon-Kamera, für den Echtzeit-AF-Sensor habe ich eine Öffnung eingefräst. Ferner musste ich die zwei Stege in der Sonnenblende etwas ausfräsen damit man die Sonnenblende über eingeschraubte Filter schieben konnte. 

  • Zwei zusätzliche Akkus und ein separates  Akkuladegerät

  • Rode VideoMic als externes Mikrofon mit Richtwirkung

  • Weitwinkelvorsatz (sh. Beschreibung oben)

  • Makrolinse vom Weitwinkelvorsatz

  • Heliopan IR-Videofilter 103 E-43, sperrt Infrarotstrahlen bei intensiven Sommerlicht, die Bildwiedergabe wird schärfer, die Farben werden brillianter und die Trennlinien scharf abgegrenzt.

  • NDX8-Filter, hauptsächlich für Aufnahmen in südlichen Regionen bei zuviel Licht und weiter geöffneten Kamerablende für schärfe Aufnahmen wegen Unterdrückung von Beugungsfehlern bei zu kleiner Kamerablende

  • Polfilter zirkular, für sattere Farben und gegen Reflexionen

  • Diverse schon vorhandene Nahlinsen

  • BPH-MiniStabi Körperstativ mit SteadyGriff für über 90% der Aufnahmen

  • BPH-MiniSchwebestativ für Schwebeaufnahmen

Video-Bandsorte:

Mit zwei HDV-Kameras kann ich beliebig für Zwecke der Archivierung hin-und-her auf Bänder kopieren. Mit den ME-Bändern von Panasonic Typ AY-DVM60FE (ca. 14,80 bis 19,99 Euro im 10er-Pack) mit 60 Minuten Laufzeit im SP-Mode habe ich die letzten 3 Jahre in meiner Sony HDR-HC3 sehr gute Erfahrungen gesammelt. Bei Einsatz von 55 Bändern in meiner ersten HDV-Kamera hatte ich keine Drop-outs bzw. Bildstörungen.  Die Videosignale der miniDV-Bänder/Archivbänder bei mir haben noch nie den kritischen BER-Wert überschritten der zu Bildfehlern geführt hätte.

BER = Bit Error Rate; also Bildfehlerrate. Aufgrund der Fehlerkorrektur der Kamera kann eine gewisse Anzahl fehlerhafter Bits kompensiert werden. Ist die Zahl zu hoch, treten im Bild Fehler auf.

Kundenrezensionen zu diesem Band

Bei ME (Metall Evaporatet) wird das Metall für die Magnetisierung auf ein Trägermaterial (Kunststoffband) mit hoher Temperatur aufgedampft. Zusätzlich wird noch eine Gleit-Schutzschicht aufgelegt, die gegen Abrieb schützt.

Für die Archivierung nehme ich schon einmal für die Aufnahme verwendete Bänder und kennzeichne diese mit entsprechenden Etiketten vom Zweckform (L6020REV). 

Über die Vor- und Nachteile einzelner Speichermedien habe ich hier etwas verfaßt.

Um den sog. Drop-outs (lokaler kurzer Bildausfall) vorzubeugen gibt es eine einfache Regel:

  • Bandmarke nicht wechseln und auch nicht mischen zwischen ME und MP, sonst klebt der unterschiedliche Bandabrieb zusammen und verschmiert die Kopftrommel (ein Kopftrommelersatz kostet etwa 180-220 Euro!).

  • Die Kopftrommel nicht ständig auf einer Bandstelle laufen lassen (keine Standbildwiedergabe!) die abgewetzt wird und damit potentiell für Drop-outs gefährdet sein kann.

  • Für jede Aufnahme ein neues Band verwenden.

Robuster als die ME-Bänder sind die MP-Bänder, auch teurer natürlich. 

Spezielle HDV-Bänder - von Panasonic gibt es das AY-HDVM63MQ (ca. 4,76 Euro) - habe ich noch nie eingesetzt.

Zwar liest man öfters, dass man in regelmäßigen Abständen ein Reinigungsband (ein Reinigungsband sollte man nie zurückspulen!) für einige Sekunden (nur max. 9sec, sonst schleift man vorzeitig den Videokopf ab!) in der Kamera laufen lassen sollte. Ich habe das aber auch noch nie gemacht. 

Handling in der praktischen Anwendung bei einer 27tägigen Marokko-Reise:

Bei der geführten Wohnmobilreise "Auf den Spuren alter Karawanen" im März 2009 habe ich mit An- und Abreise insgesamt 10 Videobänder verbraucht. Das Capturing bereitete keinerlei Probleme, habe keinen einzigen Drop-out auf den kopierten Aufnahmen.

Ich habe mich für folgende Aufnahmesettings entschieden:

  1. Automatikmodus, selten...

  2. Meist im Programmmodus(Tv) mit vorgewählter Verschlußzeit und manueller Korrekturmöglichkeit der Belichtung per SET/Joystick. In der Regel habe ich als Verschlußzeit 1/50 sec gewählt, bei schnelleren Bewegungen auch mal 1/120 sec und wenn es zu dunkel war 1/25 sec. Wenn der Zahlenwert für die eingestellte Verschlusszeit zu blinken begonnen hat, war das ein Zeichen vom Belichtungssystem, dass keine passende Blende mehr eingestellt werden kann. 

  3. Schwachlichtaufnahmen per "Spotlight" und HDV25(PF25), wenn mir das Bild im Monitor nicht zu dunkel erschien

  4. Schwachlichtaufnahmen per Kinomodus mit HDV25(PF25), dazu habe ich noch die Programmautomatik (TV) aktiviert und die Verschlusszeit auf 25 Bilder/Sec eingestellt, wenn es für eine Aufnahme nach 3 zu dunkel war.

Bildaufnahme 1920x1080 in Erg Chebbi (Marokko)

Heliopan IR-Videofilter 103 war praktisch immer auf dem Objektiv, ebenso die Sonnenschutzblende. Bei Aufnahmen in einer Kasbah (in Tata) und auch bei Filmarbeiten in einer Moschee (in Meknes) habe ich den mitgeführten Weitwinkelvorsatz eingesetzt.

OIS war immer zugeschaltet, meist hatte ich die Kamera noch zusätzlich mit einem zusätzlich angebrachten Haltegriff geführt. An den Einsatz eines Dreibeinstatives war einfach nicht zu denken, schon gar nicht in den Souks bei dem dortigen Gedränge, den Menschenmassen dort und weil man mit einer Gruppe immer unterwegs war, was auch Vorteile hatte. Während einer 7sec-Aufnahme war allerdings die Gruppe dann schon etwa 10m weg. Um den Kontakt nicht zu verlieren und problemlos Anschluß zu finden bin ich also meist der Gruppe voraus geeilt, damit ich später nicht zuviel aufzuholen hatte. Eine recht stressige Angelegenheit also.

Aufnahmen vom Kamel aus: Diese "Wüstenschiffe" bewegen einen oben vor-zurück und auf-ab. Was hatte ich oben zu Verfügung? Eigentlich nur den SteadyGriff mit Nackenriemen und den aktivierten OIS. Zusätzlich mußte mich ab und an am Sattelgriff noch mit einer Hand festhalten um nicht herunterzufallen. Ich habe also die Kamera eingeschaltet und gegen den Nacken gespannt und gefilmt. Später in der Postproduktion stellte es sich heraus, dass diese Aufnahmen am besten wirken, wenn man aus den Aufnahmen eine "Zeitlupe" erzeugt mit "flüssiger Bewegung", wobei ich Zeitlupenwerte zwischen 50 und 70% der ursprünglichen Geschwindigkeit wählte. So sah dann die Schaukelei am sanftesten aus, Stöße sind damit ebenfalls in ihrer ursprünglichen Dramatik unterdrückt worden. In meinem Trailer habe ich die Zeitlupen noch mit Studio 12 erstellt, für die Blu-ray dann mit den besseren Zeitlupenfunktionen von Premiere Pro CS3.

Die Tonaufnahmen mit dem kameraeigenen Mikrofon sind nicht besonders gut ausgefallen, vor allem für interessante frontseitige Soundereignisse, es fehlen die Tieftöne und die Soundtransparenz die dann dem Sound eine andere Dynamik gegeben hätten, die Sony HDR-HC3 kann das viel besser. Das obige Rode VideoMic hatte ich bei dieser Reise noch nicht dabei.

Gestört hat mich an der HV30, dass die Bedientastatur für das Bandlaufwerk nicht beleuchtet ist. Das hat mich manchmal bei schlechten Lichtverhältnissen schon behindert, auch wenn ich nicht viel gespult habe.

Beim Besuch in Erg Chebbi, dem zu Marokko gehörigen Teil der Sahara habe ich sämtliche Ritzen, Steckeranschlüsse, auch die Löcher im Gehäuse zum Mikrofon hin oder um das Bandlaufwerk herum mit Tesafilm abgeklebt, damit mir ja kein feiner Sand in die Kamera eindringt. Nach dem Verlassen der Sahara habe ich erleichtert festgestellt, dass die Kamera wegen dieser Vorbeugungsmaßnahme keinen Schaden genommen hat. Die abgefilmten Bänder sind vorsichtshalber ebenfalls mit Tesafilm abgeklebt worden. Das Wohnmobil selbst haben wir natürlich ebenfalls in einer größeren Aktion abgeklebt vor der Einfahrt in die Sahara, ebenso wie die anderen Mitreisenden... 

Meine drei Akkus hatten nie Strommangel, schließlich haben wir ein Solarkraftwerk auf dem Wohnmobil und nachladen war damit jederzeit möglich. 

Video-Trailer Marokko:

 
Marokko: Auf den Spuren alter Karawanen von Bruno Peter Hennek bei Vimeo.

Das Video ist auf dieser Seite hier in SD zu sehen, klickt man den ersten Link unter dem Video an, kann man das Video in HD mit bis zu 1280x720p auf Vimeo sehen.

Zusammenarbeit mit der DSLR Canon EOS 550D:

Was die Bildwiederholrate angeht, nehme ich mit der EOS 550D in Full-HD 1920x1080/25p auf und die HV30 wird auf HDV 25(PF25) bei 1440x1080 Bildpunkten im Kino-Modus eingestellt. Die Projekteinstellung in EDIUS Pro 6.5 wird auf 1920x1080/25p aktiviert. Nun kann man Aufnahmen beider Kameras auf der Timeline mischen und per YUV-Kurve aufeinander abstimmen. Damit sind diese Video auch kompatibel zu der Blu-ray Spezifikation. Kürzere Videos kann man als AVCHD-DVD brennen. Sony PS3 spielt das problemlos ab.

VHS-Videos in DV-Videos konvertieren:

Die HV30-Videokamera verfügt über einen A/D-Wandler der sehr gute Ergebnisse auf den PC liefert.

Der Geräteaufbau ist einfach:

Als VHS-Zuspieler setze ich einen Blaupunkt Recorder RTV-810 HIFI ein. Per mitgelieferten Stereo-Videokabel STV-250N wierden die Canon HV30 mit dem VHS-Zuspieler verbunden. Bei der Kamera wird die AV-Buchse (Klinke 3,5mm) mit dem VHS-Zuspieler über Output - Cinch/Scart- Anschlüsse miteinander verbunden.

Das Band wird aus der Kamera rausgenommen, da das analoge Videosignal nur durchgeschleift werden soll zum PC wo es auf der Festplatte digital gespeichert wird. Die Übertragung zum PC erfolgt über die Firewire-Schnittstellen an der Kamera und am PC, mit dem entsprechenden Kabel.

Mit dem A/D-Wandler der HV30-Kamera wird das vom Magnetband kommende Analogsignal in ein gutes DV-Signal gewandelt mit einer Auflösung von 720-576 Bildpunkten. Je nach VHS-Band kann es sich um ein 4:3 Videobild oder ein 16:9 Videobild im 4:3 TV-Format, also mit schwarzen Balken oben und unten.

Als Capturing- und Editier-Programm setze ich neuerdings EDIUS Pro 6.5 ein, dort wird ein Generic OHCI SD PAL 720x576 50i 4:3 48kHz - Projekt angelegt und für die Erfassung die Canon HV30-Kamera aktiviert. EDIUS Pro 6.5 ist sehr nützlich, weil man verschiedene Resampling-Methoden für das importierte Videomaterial einsetzen kann ohne das Programm mit Datieaustauschformaten verlassen zu müssen.

Nach dem die Kamera auf "Play" und der VHS-Zuspieler eingeschaltet worden sind, muß in der Kamera der A/D-Wandler aktiviert werden. Dazu wird die Taste FUNC. an der Kamera betätigt, dann geht man per Kreuztasten auf das Kamera-Menü und wählt die Option AV --> DV. Nach dem man auf "ON" den A/D-Wandler aktiviert hat und den VHS-Zuspieler abspielt, bekommt man in wenigen Augenblicken ein Bild auf dem Kamera-Monitor (auch den Ton natürlich) und im Vorschaufenster von EDIUS Pro 6.5. Wenn man jetzt per F9-Taste das Capturing für das digitalisierte Video aktiviert hat, landet das Digitalvideo auf der Festplatte des PCs. Nun bleibt es dem Editor überlassen, die Möglichkeiten des Videoschnittprogrammes zu nutzen um das übertragene Video zu bearbeiten und auf DVD zu brennen.

Mit dem Kauf der HV30 ersparte ich mir den Kauf eines zusätzlichen Hardwarekonverters für Analogvideos auf Digitalvideos.

Abschließende Bemerkung:

Die Canon HV30 ist für mich auch aktuell noch unter dem Strich eine sehr gute HDV-Kamera mit einer sehr guten Luminanz-Auflösung, einem guten Bildstabilisator (OIS) und guten manuellen Eingriffs- möglichkeiten. Für schnelle Dokumentationen und Filmlook-Aufnahmen zusätzlich zu der Canon EOS 550D ist diese Kamera aufgrund ihrer Kompaktheit und Funktionsvielfalt derzeit ideal verwendbar.

Um mit beiden Kameras ein gegenseitig ergänzendes Projekt aufzunehmen, verwende ich HDV25(PF25) zusammen mit Full-HD-25p. Mit EDIUS Pro 6.5 ist es kein Problem augenscheinlich verlustlos mit dem Filter Lanczos3 die HDV-Szenen der HV30 mit den Progressiv-Full-HD-Videos der EOS 550D zusammenzuführen.

Der Kino-Modus der HV30 ist nicht schlecht, vorausgesetzt man setzt diesen Aufnahmemodus korrekt ein. Kombiniert man den "Kino-Modus" mit "HDV25(PF25)" oder nutzt man den "Spotlightmodus", hat man auch sehr gute Chancen für gute Lowlight-Aufnahmen. Nicht alles ist optimal bei dieser Kamera gelöst, z.B. das weniger gute Kameramikrofon, die fummelige Drehwalze oder die fummelige Okularanpassung für den Sucher sowie die schlecht zugängliche Peak-Funktion.

Man muss die Vielfalt der manuellen Settings und Setting-Kombinationen in Tests ausloten und die Ergebnisse am HDTV prüfen um auch in Grenz-Aufnahmesituationen beste Ergebnisse zu erzielen. Die Kamera hat zweifellos das Zeug dazu und sie ist auch für ambitionierte Hobbyfilme sehr vielseitig einsetzbar. Ob eine Video-Spiegelreflexkamera die HV30 ersetzen kann, wird im nachfolgenden Kasten ein wenig beleuchtet.

Nachtrag:  CF-Karten Videorecorder Datavideo DN-60

Per FireWire-Kabel an der HDV-Kamera Canon HV30 angeschlossener CF-Karten Recorder DN-60 von Datavideo ersetzt das Badlaufwerk. Das ist eine gute Nachricht für Hobbyvideofilmer die auf ihre guten HDV-Kameras HV20, HV30 oder HV40 noch nicht verzichten wollen aber die Daten nicht mehr auf das Bandlaufwerk bei der Aufnahme sondern auf eine CF-Speicherkarte aufnehmen wollen. Über die FireWire-Kabelverbindung zwischen Kamera und meinem Notebook bzw. Videoschnitt-PC nehme ich schon jahrelang Videos auf bei der Digitalisierung von N8/S8-Filmen auf.

Videorecorder DN-60
 
Der kleine Batterie/Akku-Recorder (112x74x28mm, 160g) ist sehr kompakt mit Anbringungs- möglichkeit auf Blitzschuh oder Schulterstütze-/Kamera-Blitzgriff die ich immer bei der Aufnahme verwende. Die CF-Karte kann im FAT32 und NTFS-Dateisystem aufzeichnen. Netzbetrieb ist ebenfalls möglich. Die Aufzeichnung der Videodaten von der Canon HV30 erfolgt im HDV-Modus in M2T, genauso also wie im Falle des Videobandes.

Der Recorder kostet derzeit ca. 474 EUR!


Instruction als PDF-Datei
Artikel von Videomaker
Mehr Informationen bei DATAVIDEO

Es gibt nicht die ideale Kamera, immer nur den besten Kompromiss.

Linkliste:

/1/ Bildparameter professionell kontrollieren, siehe auch hier

/2/ SINN UND UNSINN VON CAMCORDER-TESTS

/3/ Canon HV30-Firmwareupdate

/4/ HV20/HV30-Forum

/5/ Canon HV30 Exposure Calibration

/5/ HV30 Firmware Analysis

/6/ Rolling Shutter Test Canon HV30 vs Nikon D90

/7/ Reaching out with Rode

/8/ Review of the RØDE Videomic

/9/ Chromatische Aberration der teuren Canon XHA1 und XLH1a in diesem Blog

/10/ Schnellkurs Mikrofontechnik 

/11/ 25PsF bei Wikipedia

/12/ Basic Canon HV20/30 knowledge

/13/ Clevere Tricks für Kameraleute

/14/ Farblook

/15/ Flip Hack für HV30

/16/ 25p-Info von Canon zu der HV30: hier , hier und hier

/17/ Erfahrungen mit meiner Sony HDR-HC3

Bruno Peter Hennek, 05. Januar 2009, 15.05.2016



 

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