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Beleuchtung...

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Wenn es dunkel wird muss man in die Sonne treten oder das Licht anmachen schrieb ich schon in diesem Beitrag 2005. Die Lichtempfindlichkeit der Videokameras ist viel höher als damals die des Super 8 Aufnahmematerials trotz einer der besten Filmkameras der damaligen Zeit, der Nizo 6080 (sh. Filmlook)mit einem Macro-Variogon 1,4/7-80 von Schneider - Kreuznach. Je größer der Aufnahmechip und je weniger Pixel darauf, um so mehr Licht nimmt ein einzelner Pixel auf um rauschfreie Aufnahmen zu ermöglichen. Fakt ist aber, dass die Farbintensität und die Schärfe der Aufnahmen bei wenig Licht abnimmt. Einen Lowlighvergleich verschiedener Videokameras habe ich mal hier durchgeführt.

Nachtrag vom 30.08.2013:
Der Beitrag hier ist etwas älter schon, trotzdem gelten weiterhin noch die dargelegten Prinzipien. Bei Videoaufnahmen arbeite ich jetzt mit dem lichtstärkeren und rauschärmeren Aufnahmesensor APS-C in der Canon EOS 700D. Ich verwende für meine Grenscreen-Aufnahmen immer noch die zwei unten vorgestellten Lichtstrahler. Demnächst werde ich mich aber wohl auf stationäre Ausleuchtung mit Hilfe von LED-Videoleuchten umstellen, wie z.B. hier angeboten:
Klick!.

Aktuell videofilme ich mit einem Sony HDV-Camcorder HDR-HC3 mit 1/3,0 ClearVid CMOS-Chip, wobei einige technologische Verbesserungen im Vergleich zum abgelösten HDR-HC1 eingeführt worden sind. Der 5,9mm 1/3-Zoll CMOS Sensor liefert Dank der neuen ClearVid-Technologie noch bessere Farben, als der bisherige CMOS-Chip in der HC1 ('out of production' )z.B. und er ist dabei auch noch einmal etwas lichtempfindlicher. Im Gegensatz zu dem klassischen Bayer-Chip bei dem das Verhältnis der grünen zu den roten und blauen Pixel bei 2:1:1 liegt, ist das Verhältnis bei dem ClearVid-CMOS-Chip bei 6:1:1, d.h. 3mal mehr grüne Pixel. Dies trägt der Tatsache Rechnung, dass das menschliche Auge deutlich mehr auf Grün empfindlich ist. Ermöglicht wird dies durch die Drehung des Bildsensors um 45 Grad, wodurch jetzt eben drei mal mehr Grün-Pixel zur Verfügung stehen. Durch die Drehung des Bildsensors konnte ferner die Pixelfläche für bessere Lichtempfindlichkeit um 30% vergrößert werden im Vergleich zum HDR-HC1. 

Bei 0dB Gain ist die Aufnahme des HC3-Camcorders nur um 3 dB, also nur eine viertel Blende dunkler als der Prosumer Camcorder Sony HDR-FX1 mit seinen drei CCD-Chips.

Man kann sich also mit einem solchen Camcorder auch in Innenräume ohne zusätzlicher Lichtquellen wagen.

Wird es aber mit dem Licht zu knapp, dann helfen auch die elektronischen Restlichtverstärker (Gainverstärkung) und Rauschunterdrückungsschaltungen nicht mehr aus um rauschfreie, farbintensive und vor allem scharfe Aufnahmen zu erzeugen.

Es muss mit Kunstlicht nachgeholfen werden...

Mobile Akku-Filmleuchten

Es gibt für diejenigen, die eine bessere lokale Ausleuchtung wünschen, mobile und vom Stromnetz unabhängige Videoleuchten zur Ausleuchtung der Aufnahmesituation. Eine gute Alternative ist z.B. die SOMIKON-LED-Leuchte mit 7 Hightech-LEDs die man bei Pearl günstig kaufen kann. Betrieben wird diese Leuchte mit 3V(2xAAA). Die Farbtemperatur liegt bei 6000 Kelvin, ein Akku-Satz reicht für etwa 5 Stunden Dauerlicht. Genug für uns per Wohnmobil reisenden Touristen.

akku-filmleuchte

Horizontal setzt man die Lampe auf die optische Objektivachse. Ich verwende eine abgewinkelte Blitzschiene. die Lampe dreht man dann noch nach Bedarf entsprechend der Objektentfernung in Bildmitte hin.

akku-filmleuchte

Zoomt man etwas in  das Bild hinein, bekommt man eine Ausleuchtzone die so aussehen kann wie im Bild hier dargestellt. Das reicht aus um zentral wichtige Objekte ohne Bildrauschen aufnehmen zu können. Ich mache damit z.B. Aufnahmen von Personen am Tisch.

Man kann natürlich auch bei statischen Motiven eine Einzelaufnahme mit Blitzunterstützung machen.
Ich bekomme dann für meine HDV-Filme ein Digitalbild mit einer Auflösung von 2304x1296 Bildpunkten. Genug um noch darauf auch kleine Kamerafahrten im NLE später zu realisieren.


Neonlicht-Beleuchtung in Innenräumen

Dieses Licht kann man nutzen, wenn die Aufnahmefrequenz der Kamera mit der Neonlichtfrequenz übereinstimmen, also hier in Deutschland 50Hz. Wenn wir aber eine 50 Hz Kamera in einem Umfeld mit 60 Hz Neonlichtumfeld einsetzen (oder umgekehrt), dann bekommen wir flimmernde Aufnahmen. Abhilfe schafft z,B, bei Aufnahme mit einer 30p-Digitalkamera eine Belichtungszeiteinstellung von 1/50 oder 1/100 an der Kamera. Was man sonst noch gegen Lichtflackern unternehmen kann steht in /3/.

Netzbetriebene Filmleuchten

Soll ein größerer Bereich künstlich ausgeleuchtet werden , z.B. bei Werbefilmaufnahmen in Innenräumen oder Aufnahmen von einem Abendfest in einem Umfeld mit Stromanschluß, dann empfiehlt es sich netzbetriebene Filmleuchten mit gleichmäßiger Ausleuchtzone einzusetzen.

Ich setze die folgenden beiden Filmleuchten ein: 

Links ist die Filmleuchte OSRAM SLG 1000 (Gehäusedurchmesser ca. 105mm)zu sehen die ich noch aus der Super 8 Filmzeit habe. Die Halogenlampe hat eine Stärke von 1000 W und sie wird von einem Gebläse gekühlt für Dauerbetrieb-Einsatz (bei Aufnahmen mit Sound ungeeignet!). Weitere Leuchtmittel mit 300/650 Watt Leistung stehen zu Verfügung. Die Farbtemperatur dieser Filmleuchte liegt bei 3400 K.

Rechts sieht man eine kleinen Halogen-Strahler 130x90mm mit 150 Watt Leuchtmittel, jedoch ohne Kühlgebläse. Die Ausleuchtzeit von max. 10 Minuten sollte nicht überschritten werden und anschließend ist eine Abkühlzeit von etwa 20 Minuten einzuhalten. Ich setze diesen Strahler gerne für die Ausleuchtung kleinerer Objekte ein.

Über die Leuchtmittel kann man in /2/ mehr erfahren.

GreenScreen-Studio

Ich habe schon einige GreenScreen-Filmchen gemacht. Das giftgrünes Hintergrundtuch ist mit Pinnacle Studio Ultimate freundlicherweise gleich mitgeliefert worden.

Für die Ausleuchtung der aufgenommenen Szenen setzte ich von rechts auf das Tuch Tageslicht von einem großen Wohnzimmerfenster aus ein. Das Tuch habe ich vorher faltenarm gespannt. Links von der Kamera leuchtete ich den Mundharmonikaspieler mit der obigen 150W Halogenleuchten plastisch aus. Das reichte vollkommen aus um den grünen Hintergrund per Chromakey dann gegen Digitalbilder oder Videos sauber auszutauschen. In einem solchen Greenscreen-Studio ist man bei der Ausleuchtung sehr flexibel, es können noch weitere Lampen je nach gewünschten Effekt positioniert werden. Man sollte per größeren Kontrollmonitor die Ausleuchtung überprüfen vor der Aufnahme. Ich verbinde zu diesem Zweck meinen mobilen DVD-Player (10,2" Bildschirm in 16:9) mit der Kamera.

Es ist wichtig auf das aufzunehmende Objekt scharf zu stellen, der grüne Hintergrund soll absichtlich unschärfer werden, damit evtl. noch vorhandene kleinere Falten im Bild verschwimmen. Das Hintergrundtuch sollte auch ruhig in einem etwas größeren Abstand hinter dem Objekt aufgestellt werden, wichtig ist eine gleichmäßige Beleuchtung dort (diese erziele ich in meiner Anordnung mit dem einfallenden Tageslicht von rechts darauf).

Bastelvorschlag Ringleuchte Nr.1   Nr.2   Nr.3

In diesem Fall benötigt man als Hintergrund ein silbernes Reflexionstuch. Von der Ringleuchte werden die Person und gleichzeitig das Hintergrundtuch mit grünem oder blauen Licht ausgeleuchtet. Am Reflexionstuch fällt die Ausleuchtung ringförmig nach außen hin ab, die Personenausleuchtung erfolgt recht zentral, nicht so plastisch wie bei dem vorherigen Verfahren. Den großen Vorteil hat diese Methode, dass sehr wenig Aufbauarbeit anfällt, einfach nur in irgendeinem Büro z.B. in den Hintergrund eine Silver-Reflexionawand aufstellen und die Ringleuchte aufstellen sowie die Lichtintensität ausregeln per Kontrollmonitor.

Greenscreen-Tutorial in PDF

Weißabgleich vor der Aufnahme

Bei Kunstlicht bekommen wir eine Verschiebung der Farbtemperatur und damit Falschfarben. Aus diesem Grund ist es erforderlich einen Weißabgleich /1/ an der Kamera vorzunehmen. Im Falle meiner Videokamera kann ich die Optionen AUTOM./AUSSEN/INNEN/DIREKT einsetzen, wobei ich dann DIREKT wähle - also manuell - und die Kamera auf ein weißes Blatt Papier (ohne Aufheller!) ca. 10 Sekunden lang ausrichte. Die Farben der Aufnahme stimmen dann.

Weißabgleich/Farbkorrektur nach der Aufnahme

In Premiere Pro kann man auch nachträglich bei Falschfarbenvideos noch einen Weißabgleich und eine Farbkorrektur durchführen. Wie das mit dem Filter "Schnelle Farbkorrektur geht, habe ich hier beschrieben.

Worauf man noch achten muss

Leuchtet man ein Objekt aus, kann es zu Spiegelungen auf der Oberfläche kommen, so dass man zum Beispiel keine Schrift mehr auf dem Gegenstand vollständig lesen kann. Hier hilft meist eine andere Position der Filmleuchte oder eine andere Position der Kamera. Sehr Wirkungsvoll ist die indirekte Beleuchtung gegen die Raum-Decke wenn diese weiß ist und nicht zu weit weg liegt oder gegen einen Reflektor (weißen Schirm zum Beispiel).

Wie man korrekt eine Szene ausleuchtet, kann man in /3/ und /4/ studieren!

Fazit:

Der Einsatz von Filmleuchten sorgt bei der Videoaufnahme für leuchtendere Farben, bessere Schärfe und weniger Bildrauschen. 

 

Linkhinweis

/1/ Weißabgleich

/2/ Leuchtmittel

/3/ Was tun gegen Lichtflackern?

/4/ Beleuchtungshandbuch

/5/ Der klassische Lichtaufbau

 

Viel Erfolg!

Bruno Peter Hennek, 09.08.2007, 24.10.2017