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Super8/Normal8-Rettung in letzter Minute

Projektoren gehen kaputt, bald kann man historische Familienaufnahmen oder Dokumentationen nicht mehr auf der heimischen Leinwand betrachten und die Filme wandeln durch chemische Prozesse ihre Farbe in Richtung Rot/Grau. Höchste Zeit also für einen Videotransfer auf eine DVD oder AVCHD-DVD bzw. BD. Nach dem sich in meinem privaten Video-Studio im letzten Jahr einiges in der Ausstattung geändert hat, habe ich auch meine Arbeitsweise bezüglich Videotransfer mittels optischer Abtastung den neuen Gegebenheiten angepasst. Meine besten Ergebnisse erziele ich wie folgt beschrieben. 

Und es geht doch !
Videosicherung des analogen Filmerbes
(10 Jahre Erfahrung!)

GUT DING BRAUCHT WEILE ! 

Im Grunde gibt es zwei Methoden um das Filmbild zu digitalisieren: 
  • Bild-für-Bild also "frame-by-frame" aufnehmen ohne Ton 
  • Mit synchronisierten Schmalfilmprojektor "on the fly" direkt von der Filmebene aufnehmen mit Tonspur für Synchronisierung in der Nachbearbeitung 
Diese beiden Aufnahmeverfahren konkurrieren miteinander bei dem Verbraucher. Ich habe mich für die Methode "on the Fly" entschieden, nachfolgend beschreibe ich hier deshalb wie ich das realisiere.
 

Aufbau für den Videotransfer mit HDV-Kamera

Bild 1: Filmabtastung von der Filmebene mit HDV-Kamera 
(BAUER T 525 MICROCOMPUTER DUOPLAY Baujahr 1978)

Es wird direkt von der Filmebene optisch gescannt ohne Zwischenschaltung von Prismen oder zusätzlichen Objektiven. Die Videoqualität übertrifft Amateurüberspielungen per Leinwand und Winkelspiegel mit Mattscheibe. Und eines hat man nach dem Videotransfer mit Sicherheit, den von vielen Hobbyvideofilmern so begehrten und bei der reinen Videoaufnahme nicht einfach zu produzierenden Super8-Filmlook im Heimkino. Mit dem Film-Videotransfer holt man sich also ein Stück Super8-Film-Nostalgie der 70er und 80er Jahre zurück, von damals als die eigene Familie noch im Aufbau war.

Mein persönliches Angebot an Sie:

Dienstleistungsbereich Video & Bild

Super8/N8-Videotransfer, Dia-Scannen, Video auf Disc etc. (Direktlink)

Gute Qualität und günstige Preise!

Erfahrung zählt!

Film/Video-Transfer-Objektiv bzw. 85mm-Adapter:

Um das kleine Filmbildchen von 5,68x4,22mm im Projektor mit der Video-Kamera abfilmen zu können, benötigt man ein Macro-Objektivorsatz mit 85mm Brennweite. Aus der Fotografie war mir schon bekannt, dass man irgendein Objektiv einfach verkehrt herum an das Objektiv des Fotoapparates ansetzen mußte um Macro-Aufnahmen machen zu können, dafür hatte ich sogar einen Gewindering damals gekauft um beide Objektive miteinander verschrauben zu können. Das vorhandene Projektorobjektiv Schneider Xenovar 1,2/15,5-28mm habe ich deshalb gegen ein 85mm-Objektivvorsatz vor der Kamera ausgetauscht. Dafür habe ich das ISCO-PROJAR 1:2,8/85mm meines alten Quelle-Diaprojektors hergenommen und einen 48mm langen Tubus nach den Platzgegebenheiten auf der Drehbank mit 17,8mm Durchmesser im hinteren Bereich gedreht und diesen in die Objektivführung des Projektors gesteckt. Ferner habe ich das ISCO-PROJAR-Objektiv selbst noch im hinteren Schaft auf einen zur Öffnung im Projektorgehäuse passenden Durchmesser von 40mm abgedreht und auf den vorher genannten Tubus mit passenden Zentrierabsatz bis zum Anschlag vor der Linse draufgesteckt. Mit zwei kleinen M3-Stiftschrauben habe ich die beiden Teile; Messingtubus und Objektiv zusammengeschraubt um eine stabile und gut geführte Einheit zu bekommen. Ein BRAUN SUPER PAXON 1:2,8/85mm und ein sehr gutes Ennagon 1:2,8/85mm von ENNA in München habe ich noch in Reserve.

Dieses Objektiv benötigt keine Führung und keinen Zoom-Mitnehmer, da es lediglich bis zum Anschlag in den Projektor gesteckt und nicht mehr gedreht oder verstellt werden muss. Man kann die Objektivposition im Projektor auch sichern durch Einbau einer Madensicherungsschraube in die Objektivhalterung.
Die Scharfstellung erfolgt ausschließlich per Kamera-Objektiv, der Bildausschnitt wird per Zoom an der Kamera eingestellt. Mit meiner Sony HDR-HC3 Kamera(10fach-Zoom) mit dem 1/3" CMOS-Aufnahmechip ist der Einstell-/Verstellbereich groß genug um das Bild zuverlässig und formatfüllend erfassen zu können.

Bild 2: 85mm-Objektivvorsatz für eine 1/3" HDV-Kamera

Es ist alles sehr eng im Bereich des Objektives und man muss alles gut anpassen damit das Objektiv das Filmtransport-Zahnrad oberhalb nicht stört. Sogar die Unterseite des Filmeinlaufkanals muss man gegebenenfalls etwas nacharbeiten um dieses Transferobjektiv dort bequem einsetzen zu können.

Bild 3: Adobe OnLocation CS3 und Audacity während des S8-Capturings

Das Bild auf dem PC-Monitor erscheint spiegelverkehrt und auf dem Kopf stehend. Mit Adobes OnLocation, einem Programm welches als Videorecorder arbeitet (direkt auf die Festplatte aufzeichnet), muss man das Bild spiegeln, auf dem PC-Monitor sieht man das Bild dann in der korrekten Ansicht. Für das Capturing kann man natürlich auch andere Capturing-Tools nehmen, OnLoction ist da aber schon sehr komfortabel bei den Aufnahmesettings und in der Darstellung auf dem PC-Monitor.

Aktuell eingesetzte Hardware:
Super 8, aber mit Format

Aus meinem
Super8-Museum:

Nizo 560

Nizo 6080 mit Kompentium und Micro

SUPER 8 hat 1965 das Licht der Welt erblickt

Am 08. Mai 2005 ist weltweit zum 40.Geburtstag der Super-8 Tag zelebriert werden. Auch für mich war das ein Anlaß mich mit den vielen Filmmetern wieder einmal zu beschäftigen.

Persönlich verwendete ich folgende Kodak S8-Schmalfilme:

  • Kodachrome II A: produziert 1965-1974, Entwicklungsprozess K-12. An einer Packung hier ist noch der Preisaufkleber mit DM 10,90 drauf.
  • Kodachrome 40 A: produziert 1974-1992, Entwicklungsprozess K-14, diese Filmsorte verwendete ich auch als 60m Filmkassette für die NIZO 6080

Ich selbst habe am 22.07. 1987 meine letzte entwickelte 15m Super 8 - Filmspule von Kodak-Stuttgart zurückgeliefert bekommen.

Bild: Titel aus meinem Film "Rab 1981" im Kodak-Farblook

Gelbes Kotak-Farbspektrum

Bild: Typisch gelbes Kodak-Farbspektrum

Wichtiger Hinweis für das Scannen von Kodachrome Filmmaterial:

Der gelbe Farbstoff in der Kodachrome-Emulsion wird in der Regel durch einen Scanner schwächer wahrgenommen als durch das menschliche Auge.
Der Mensch sieht also mehr "gelbes Spektrum" in einem Bild als der Scanner. Im Gegenzug sehen die Scanergebnisse immer dann blauchstichig aus, wenn Kodachromes mit einem normalen Fujichrome oder Ektachrome ICC-Profil gescannt werden.

Die Scanner müssen also mit einem Kodachrome Kalibrierungs-Target kalibiert werden, wenn es einem darauf ankommt den Farblook des Kodak-Filmmaterials in die Digitale Welt zu transferieren.

Was den Schmalfilmtransfer per Videokamera angeht kann man eine solche Kalaibrierung mittels Testaufnahmen je nach Kamera nur eingeschränkt erzielen.
Bei der von mir verwendeten Sony HDR-HC3 habe ich die aufzunehmende Kamerafarbe so justiert, daß diese nicht übersteuert wird und noch per Videoschnittprogramm ein Color-Grading durchgeführt werden kann um die typischen Eigenschaften des Kodak Schmalfilmes möglichst gut zu reproduzieren. Die Kameraschärfung ist nicht zu stark aufzudrehen. Die Belichtung stelle ich auf Automatik, da die Szenen oft Belichtungssprünge haben denen man mit der manuellen Korrektur nicht schnell genug nachkommen kann. Die Belichtungssprünge zwischen zwei Szenen muß man dann in der Nachbearbeitung rausschneiden. Ebenfalls lasse ich den Weißabgleich in der Kamera automatisch machen. Per Stift auf dem Monitor stelle ich den Punkt-Fokus ein!

Überlegen wir mal kurz, womit wir uns da jetzt als ehemalige Super8-Filmer herumplagen müssen. Es geht um die Digitalisierung von winzig kleinen Film-Bildchen in den Abmessungen:

Größenverhältnisse bei S8-Aufnahmen:

Kamerabild: 5,68 x 4,22 mm
Projektionsbild: 5,36 x 4.01 mm

Im Falle N8 ist das Kamerabild nur
4,5 x 3,3 mm groß.

Hobbyisten klagen meistens wegen des Frequenzflimmerns und wegen auftretenden Hotspots, die ihnen die Lust am Videotransfer in Eigenregie vertreiben. Beide Probleme bekommt man aber in Griff, wenn man etwas sorgfältig in der Abstimmung der Hardware vorgeht und vorhandene gute Möglichkeiten der Korrektur mittels erschwinglicher Software nutzt.

Ein Kodak K 40 Super 8 Film mit 3 Minuten Laufzeit kostet zuletzt etwa 19,90 €uro. Es ist ein teures Hobby geworden heute noch mit Super8 filmen zu wollen, auch wenn ein intakter Gerätepark noch vorhanden sein sollte.

Ganz ehrlich, habe meinen Zweifel daran, ob modernere Bild-Speichermedien nach 42 Jahre noch einen Transfer auf dann aktuelle Medienträger erlauben werden.

Eine Überraschung gab es dann noch Ende 2014, da hat jemand eine neue Super8-Kamera entwickelt. Über Einzelheiten erfähert man hier etwas: Klick!

Die Produktion des Kodachrome 40 wird eingestellt - Kodak brachte im August 2005 mit dem Ektachrome 64T (Preis 25,90 €uro!) einen neuen Super-8-Film auf den Markt. Allerdings, 75% aller Kameras arbeiten mit dem neu angekündigten Ektachrome 64T nicht richtig, weil sie den ASA-Wert 64 nicht lesen/verstehen können.

Nun es gibt immer noch Leute, die am Zelluloid-Kino festhalten, andererseits bietet das digitalisierte Video (HD, HDV, Full-HD, ab 2014 sogar 4K/UHD für den ambitionierten Hobbyfilmer) neue Möglichkeiten für das Hobby, auch um alte Super8-Filme aufzupolieren.

Die Filmemulsion war meist auf Acetat-. oder Polyesterträgermaterial vorhanden.

acetat polyester

Schaut man auf die Spule von der Seite drauf, dann ist der Polyesterfilm transparent zu sehen.

Einer der großen Unterschiede zwischen Film und Video ist die Graustufenübertragung. Die Graustufenberteilung im Film kann man mit einer S-Kurve beschreiben. Im Film ist nur der Mittelbereich annähernd eine Gerade. Im Weiss- und Schwarzbereich flacht die Kurve ab.

S-Kurve Film

Das Video aus der Video-Kamera sieht praktisch niemals so aus!

Weitere Einzelheiten findet man in einem extra Beitrag: Klick!

Der Ton kam vom Super8-Film schon gar nicht kristallklar „digital“ aus den Lautsprechern seinerzeit und der Super8-Projektor hat mit einem knatternden und quitschenden "Dreschmaschinen-Geräusch" so manche Vorführung begleitet. Der schwächste Punkt bei S8 war halt der Ton. 

Durch die Notwendigkeit den Raum bei der Vorführung abzudunkeln allerdings, ist man näher an das Vorführthema zusammengerückt. Dunkeln Sie auch bei der Vorführung von Videos am Fernseher den Raum ab, vielleicht ganz elegant mit einem fernbedienbaren Dimmer und dieses gemütliche Zusammen- gehörigkeitsgefühl stellt sich vielleicht wieder ein...

Filmabtastung in:
SD(576 TV-Zeilen) oder HDV(1080 TV-Zeilen)?:

In einer französischen Homepage von FISTON Production ist zu lesen, daß der Kodachrome 40, der beste S8-Film der für die Hobby-Filmwelt je geschaffen worden ist, eine Auflösung liefern würde von 80 Linien/mm.
In COMPUTER video 5/09 findet man den Hinweis, daß die Auflösung von Super8-Filmen bei ungefähr 450 TV-Linien  lag. Gemeint ist hier immer die vertikale Luminanzauflösung in S/W-Linienpaaren(LP).


LP

Kontrastverhältnis

Bildpunkte*

Super 8-Film
450
128:1
947.700
DV-PAL-Transfer(4:3)
500
32:1
414.720
HDV-PAL-Transfer(4:3!)

698 bis 760

32:1

1.347.840


* Bildpunkte bei der Wiedergabe, im Falle HDV sind die Bildpunkte rechteckig - anamorph - und nicht quadratisch. Das anamophe HD-Video zieht der HDTV automatisch in die erforderliche Full-HD Breite von 1920 Bildpunkten mit schwarzen Balken links und rechts, da das Filmmaterial ein anderes Seitenverhältnis hat.

Film auf dem HDTV

Film auf dem 16:9 HDTV

Scannen Sie passend zur Bildzeilenauflösung der am häufigsten vorkommenden modernen Flachbildschirmen heutiger Haushalte d.h. für 1080 TV-Zeilen!


Meine ehemalige
DV-Kamera Panasonic NV-GS400 mit 576 TV-Zeilen in der Bildhöhe hatte eine Luminanzauflösung die nur knapp über dem Auflösungsvermögen des Super8-Filmes lag.

Die höhere Luminanzauflösung meiner HDV-Kameras mit 1080 TV-Zeilen (
Sony HC3 und Canon HV30) führt dagegen zur Erfassung von mehr feineren und klaren Details sowie eine bessere Tonwertverteilung und damit einer besseren TV-Abbildung.  Da das Schmalfilmformat ungefähr dem Seitenverhältnis von 4:3 entspricht, erfolgt die Darstellung auf dem Full-HD HDTV links und rechts mit schwarzen seitlichen Streifen. Bei dem Videoschnitt kann man auch einen anderen Hintergrund wählen oder das 4:3-Bild nach links oder nach rechts verschieben. Den bildfreien Bereich auf dem 16:9 TV-Panel kann man mit Zusatzinformationen zum Film versehen, z.B. mit Standbildern oder Texten bzw. Landkarten oder Grafiken.  Die HD-Auflösung mit 1080 TV-Zeilen ist ferner vorteilhaft für Stabilisierungen von verwackelten und verzitterten Schmalfilmaufnahmen, weil dann in das Bild eingezzomt wird vom Stabilisierungsprogramm (Mercalli, Deshaker etc.) und der Rand mit einen schwarzen Rahmen abgedeckt werden müßte. Im Falle von DV-Digitalisierungen wird dann das ohnehin schon kleine Videobild nach der Stabilisierung nochmals etwas kleiner!

Im Extremfall wird bei sehr grobkörnigen Filmen - ORWO z.B. - das Filmkorn sichtbar, bei einer Digitalisierung in HDV(1440x1080) ist das Filmkorn jedoch wegen der hohen Zahl sehr kleineren Bildpunkte auf dem CMOS- Aufnahmesensor weit weniger dominant als bei Digitalisierungen in SD-Auflösung(nur 720x576). Die Sichtbarkeit des Filmkorns macht den Film dadurch authentisch, so sah der Film halt damals überall aus nach dem er aus der Entwicklungsanstalt zurückgekommen ist. 
Bei Kodachrome ist der Film von Natur aus sehr feinkörnig und das Filmkorn ist hier kaum zu sehen.

Wer einen digitalisierten Film videoähnlich - ohne Filmkornstruktur - cleanen will, der bedient sich z.B. einer Filterung im Videoschnittprogramm per NeatVideo Pro. Der Berechnungsaufwand ist selbst mit einem leistungsstarken PC allerdings enorm!

NeatVideo Pro

Die Folge ist, daß der Schärfeeinduck etwas abnimmt.

Darüberhinaus findet man im Videoschnittprogramm EDIUS 7 drei verschiedene Videofilter(Matrix), "Unschärfe(mittel, stark, weich" einsetzbar zur "Glättung" von "Grain/Filmkörnung".


Nicht zuletzt profitiert die HDV-Aufnahme von der
höheren Bildpunktzahl des Videobildes was dazu führt, daß ein SD-Video auf einem Full-HD HDTV nicht mit Bildverlusten skaliert werden muß. Das reale Videobild auf einem modernen großen HDTV ist bei HDV-Input deutlich besser als bei SD-Input. Im Falle SD werden 4,5-fach weniger Bildinformationen und Details aufgenommen!

Ich empfehle also eindeutig eine HDV-Digitalisierung mit Kodierung direkt auf die Festplatte des PC in einem hochwertigen HQ- bzw. HQX-Codec. Selbst wenn man vorerst nur eine DVD aus der Filmdigitalisierung machen möchte, ist es sinnvoll das S8/N8 - Filmerbe hochauflösend mit 1080 TV-Zeilen zu sichern. Für DVD nötiges Downscaling auf SD macht man mit dem sehr guten Lanczos-Filter. Nach der Nachbearbeitung kann man das Material auf DVD, Blu-Ray brennen oder als Datei für Streaming-Video per Netzwerk und Mediaplayer zum HDTV abspielen (das kann auch nur eine USB-Festplatte oder ein USB-Stick sein). Würde man in SD digitalisieren, dann müßte das niedrig aufgelöste Videomaterial bezogen auf das am TV-Panel sichtbare 4:3-Filmformat um den Faktor (1347840/414720) = 3,25-fach vergrößert werden was unweigerlich zu Qualitätsverlusten führt.

Es gibt Dienstleister die immer noch eine SD-Digitalisierung vorzuziehen empfehlen. Diese Leute sind einfach noch nicht "up to date" im Zeitalter der 2K und 4K Videotechnologie angekommen und sie haben die Vorteile der High-Density Digitalisierung wie oben kurz beschrieben noch nicht erkannt.

Wer heute seine Filme einem Dienstleister übergibt für die Digitalisierung, der sollte als Master-Transfer immer eine HDV- oder Full-HD Videodatei bestellen aus der er DVDs und Blu-rays generieren kann, da dieses Material über entsprechene Eigenschaftsreserven verfügt!

Film

Meine Super8-Filme führe ich aber ab und zu noch im Original im Sommer bei guter Laune im Freiluftkino unseres Gartens auf, wenn es am Spätabend dunkel geworden ist. Diese Freilicht-Vorführung vergessen die Besucher nicht so schnell...

Bauer Werbung

Bild: Alte Bauer-Werbung für Normal 8 - Film

ORWO-CHROME

ORWOCHROM UK17 aus dem Jahre 1981

ORWO Werbefilm

Kodak Film-Calculator

SUPER8SITE 

GLOBALSUPER8DAY

Super 8-Projektor

Aus meinem
Super8-Museum:

GOKO MM-1 Filmbetrachter für S8

Noris 342 Stereo
für S8

Bauer T525 für S8 Microcomputer Duoplay, davon habe ich zwei Stück!

EUMIG-610D

EUMIG 610D für N8/S8

Revue LUX 80

Revue Lux 80 für S8

Revueluc 30b

Revue Lux 30b für N8/S8

Bauer T192

Bauer T 192 für N8/S8

Beaulieu 708 EL

Belauieu 708 EL für S8

Bauer M2 Tageslichtvorsatz

Super 8-Film gescannt auf meinem Scanner

GUT DING BRAUCHT WEILE !

Ich habe nach einigen Versuchen (Winkelprojektion mit Glasscreen oder Feldlinse) die für mich beste und wirtschaftlichste Methode des Filmtransfers nach der folgenden Beschreibung durch Filmabtastung direkt von der Filmebene aus entschieden, also on the fly weil dieses Verfahren viele Vorteile bietet was man erst erkennt wenn man tief genug in der Materie steckt!

Die von einigen Enthusiasten praktizierte Einzelbildabtastung habe ich verworfen, da sie mit einfachen Mitteln nicht in Echtzeit durchführbar ist und die Tonspur bei dieser Scannart auf der Strecke bleibt sowie wegen der lanfwierigen Aufnahmezeit sich als unwirtschaftlich  herausstellt.

Für die von mir bevorzugte direkte Filmabtastung werden nur wenige Bauteile benötigt, der Umbau ist einfach durchzuführen und jederzeit ist leicht ein Rückbau des Projektors für normale Projektion wieder möglich. 

Um ein gutes Super 8 - Filmbild auf meinem 46" HDTV abspielen zu können, muß das Filmbild etwa um den Faktor 18.700 digital vergrößert werden, Das ist keine einfache Aufgabe. Alleine daraus ergibt sich, daß man die Aufnahme tunlichst in High-Definition macht.

Filmabtastung direkt von der Filmebene aus!

Bastlerdrang hat mich dazu verführt nun endlich diese Variante (siehe Bild 1) zu realisieren und direkt von der Filmebene bei Tageslicht und in Echtzeit zu arbeiten.

Folgende Einrichtung habe ich an dem Bauer T525 MICROCOMPUTER DUOPLAY Projektor verändert. 

Zunächts habe ich die Projektorlampe ausgebaut und dort die neue Lichtquelle "LUXEON Lumiled LED, Lichtfarbe 5500K, 3 Watt" von TELECINE-FÄLKER eingebaut. Die Spannungsversorgung habe ich auf Ratschlag von Dieter Fälker hin, von einem Kupferdraht der äußeren Trafowicklung des Projektor abgenommen, so konnte ich auf ein separates Netzteil verzichten. Jetzt habe ich kaltes Dauerlicht im Filmfenster, was hilfreich ist bei der Einstellung der Bildschärfe am Camcorder und Ausrichtung der optischen Achse vor Beginn der Aufnahme. Einen weiteren Vorteil bietet diese Ausleuchtung noch, Schmutzpartikel hinter dem Film sind nicht mehr zu sehen. Das Problem mit den Hotspots ist nach dem Einbau dieser Beleuchtung für alle Zeiten erledigt und die Beleuchtung ist gleichmäßig über das ganze Bild verteilt!

Bild 6: Die neue gleichmäßig ausleuchtende Projektor-Lichtquelle

Bild 7: An dieser Stelle zapfte ich den Trafo für die Stromversorgung an

Wer gerne eine solche Ausleuchtung selbst basteln möchte, der bekommt die blanke Lichtquelle bei Conrad unter der Artikel-Nr. 176190 - 62 und der Bezeichnung LUXEON LED 3W 3 STAR LB. WS LXHL-LW3C für 9,95 €uro. Hier gibt diese Lichtquelle für 6,24 €uro. Ferner gibt es dort auch die nötigen Konstantstromquellen.

Es gibt Bastler, die diese Lichtquelle in den Sockel einer alten Projektionslampe eingebaut haben /17/ und /24/. Dort findet man auch Vorschläge für die Spannungsversorgung. Zwischen Lichtquelle und Film sollte dann aber noch eine LED-Streuscheibe eingebaut werden.

Ein etwas größeres Problem war es das Bild im Projektionsobjektiv des Projektors vollständig einzufangen. Nach einigen Versuchen - auch mit Nahlinsen und zwei zusätzlichen Dia-Projektorobjektiven - habe ich die Lösung gefunden (Bild 2 oben): Ich baute mir als Ersatz für das Original-Projektorobjektiv ein spezielles Macro-Transferobjektiv wie oben beschrieben (Bild 2), welches aus einem Diaprojektorobjektiv(85mm Brennweite) und einem selbstgedrehten Messing-Verlängerungstubus besteht. Das innere des Verlängerungstubus habe ich gegen Licht-Reflexionen mit mattschwarzen-Fotopapier ausgekleidet.

Die gesamte Optik ist so sehr gut in einer Achse zentriert, nichts musste miteinander verklebt werden. Jederzeit kann man alles schnell auseinanderlegen und nach dem Einsatz der normalen Projektionslampe und des Originalobjektives den Projektor wieder ganz normal für Projektionszwecke weiter nutzen.

Bei Super8-Filmen, die mit 18 Bildern/s aufgenommen worden sind, wird die Projektionsgeschwindigkeit auf 50/3(Fügel-Blende) = 16 2/3 Bilder/Sekunde am Regler des Super8-Projektor und notfalls mit Unterstützung eines Steckdosen-Leistungsreglern eingeregelt, so dass fast kein Helligkeitsflackern durch unterschiedliche Frequenzen mehr entstehen kann. Auf Grund des Phasenanschnittes bei dieser Art der Steuerung sind möglicherweise Steuergeräusche im Audiobereich zu hören. Ferner kann es möglich sein, dass bei zu geringer Spannungszuführung zum Projektor der Antriebsmotor stehen bleibt.

Wer es sich zutraut, der kann auch die Antriebsrolle des Projektors am Motor ändern (Faktor 0,926 kleiner!) um eine etwas größere Übersetzung zu bekommen. Die Abspielgeschwindigkeit wird damit um etwa 8% gemindert, was aber kaum stört, auch wenn die Tonhöhe etwas absinkt (kann man in der Nachbearbeitung im Videoschnittprogramm nachbessern). Schließlich kann man die Abspielgeschwindigkeit im Videoschnittprogramm auch wieder um 8% anheben bei Filmen die mit 18 Bildern/Sekunde aufgenommen worden sind.

Es gibt auf der Motorreglerplatine einiger Projektoren meist ein Poti an dem man etwas drehen kann um die Projektionsgeschwindigkeit zu ändern. Es ist nur manchmal etwas schwierig an dieses Teil ranzukommen oder es zu finden. Bei dem Bauer T525 befindet sich die Motorregelplatine oberhalb des Antriebmotors. Für eine Feinregelung wird lediglich ein Präzisionspoti von 500 Ohm in Reihe mit dem auf der Regelplatine sitzenden Trimmpoti geschalten.

Manche Projektoren kann man von 50 auf 60Hz-Betrieb umstellen, was beim Abgleich der Frequenzen helfen kann. Bei dem Filmprojektor "REVUE lux sound 80" kann von Haus aus in gewissen Grenzen bezüglich der Abspielgeschwindigkeit geregelt werden. 

Die hier aufgezählten Möglichkeiten bieten aber alle keine echte Synchronsteuerung zwischen Kamera und Projektor. 

Dieter Fälker schrieb mir dann Ende 2002 zu der echten Sync-Steuerung etwas sehr einleuchtendes:

Das von der Videokamera erzeugte vertikale Sync-Signal, das pro Bild einmal kommt, wird mit der Sektorenblende des Projektors verglichen.
Eilt die Sektorenblende dem Sync-Signal voraus, wird die Motordrehzahl des Projektors reduziert, läuft die Sektorenblende dem Sync-Signal nach, wird die Motordrehzahl erhöht. Der Vergleich erfolgt 50mal/Sekunde und erzeugt damit eine Laufstabilität mit der auch Verschlusszeiten von 1/10000* Sekunde problemlos möglich sind. Die Projektorsteuerung erfolgt so, dass die Aufnahme der Kamera immer in die Mitte der Hellphase der Sektorenblende fällt."

*Meine persönliche Erfahrung dazu:

Die kurzen Verschlußzeiten sind nur mit Kameras möglich die einen CCD-Aufnahmechip haben, ist ein CMOS-Aufnahmechip in der Kamera, dann muß die Verschlußzeit fest auf 1/50 Sekunde eingestellt werden.

Der Super8 - Synchronizierer ist bereits auf meiner alten Homepage - die es hier nicht mehr gibt - im Jahre 2003 von mir vorgestellt worden. 

Der Sync-Impuls ist am Analog-Video-Output der Sony HDR-HC3 Videokamera vorhanden, auch dann wenn die Kamera im Menü auf HDV-Aufnahme gestellt wird. Da dise Videokamera einen CMOS-Aufnahmesensor hat erfolgt der Bildaufbau im Sensor nicht schlagartig wie bei einem CCD-Sensor sondern zeilenweise und interlaced also in Halbbildern. Die Belichtungszeit beträgt 1/50 Sekunde.

Habe nun endlich in meinem Projektor (Bauer T525) die lange bei mir herumliegende und oben schon erwähnte Sync-Steuerung eingebaut.

Bild 9: Der Sync-Baustein und die neue Sync-Anschluss-Buchse

Bild 10: Der Zusatz-Träger mit Lichtschranke

Fällt das Lampenlicht auf die umlaufenden Sektorenblende und erzeugt es dort einen stroboskopartig wandernden Schatten, muss man am Trimmpoti der Sync-Platine feinfühlig etwas nachjustieren.

Voller Erfolg, die Kamera regelt über den Analog-Ausgang den Projektor auf die Synchrondrehzahl sehr schön herunter.

Jetzt ist der 100% synchrone Super8-Videotransfer ein Kinderspiel...

Zur Kontrolle habe ich mit Stoppuhr und dem elektronischen Zählwerk des Projektors festgestellt, daß während 60 Sekunden das Zählwerk 1000 Einzelbilder des Filmes angezeigt hat welche an der Filmbühne vorbeigesaust sind, das sind: 1000/60 = 16,666 Bilder pro Sekunde. Das ist genau die benötigte Transportfrequenz des Filmes für den Videotransfer.

Hier noch eine weitere Anleitung für einen anderen Projektor von Mattthias Schmidt

Nach Herausnahme der Film-Andruckschiene habe ich dann noch die dünne Blechmaske am Filmgate für das Projektorfenster entfernt.

Bild 11: Film-Andruckschiene

Damit stehen nun mehr als 11% mehr Filmfläche (sh. Maße in unterer Zeichnung) entsprechend dem Original-Kamerafenster für die Abtastung zu Verfügung, sozusagen als Reserve für den Overscan eines TVs oder für das spätere  saubere Beschneiden der Kanten. Ferner sind die Dreckränder von der Filmandruckplatte jetzt endlich auch weg.

Bild 12: Bildgrößenzuwachs von 11% ohne Filmandruckplatte

Der optische 10fach Zoom der Sony HDR-HC3 kann mit dem 1/3" CMOS- Aufnahmechip das Bild von der um etwa 11% vergrößerten Filmbühne vollständig erfassen, so daß man einen Spielraum bekommt um die Ränder mit sauberen Kanten zu beschneiden.

Nun war es lediglich noch erforderlich den Camcorder etwas in der Höhe und seitlich auf einem kleinen Tischstativ mit Dreipunktlagerung zu justieren und das Bild im LCD bis zum Rand hin aufzuzoomen und scharf zu stellen. Dank der LCD-Kaltlicht-Beleuchtung kann man die Justierungen sehr gut an einem Film-Standbild im Projektor durchführen.

Was für mich besonders von Bedeutung ist, dass die ganze Transfereinrichtung jetzt vom Tageslicht abgeschirmt ist, ich muss also den Raum nicht mehr abdunkeln beim Videotransfer. Die Lumiled LED liefert dem Camcorder einen Farbton, der dem der Farbe des Filmes sehr gut entspricht.

Der Filmtransfer erfolgt in Echtzeit!

Der Aufwand hat sich gelohnt, die Ergebnisse sind deutlich besser als es z.B.  mit dem Abfilmen von einer GLASSCREENSCHEIBE möglich war. Ich denke, daß ich damit an das Ende aller Hobby-Versuche gekommen bin und nun das beste Ergebnis mit der direkten Aufnahme von der Filmemulsionsebene erreicht habe.

Bauteilliste (wie so oft benötigt der Mensch drei Dinge):

Die Investitionskosten beschränkten sich auf die Anschaffung der Limiled LED und des Sync-Bausteines bei mir für den Umbau, alle anderen Teile waren vorhanden, bzw. sie sind auf meiner Drehbank (INTERKRENN PROFILINE IKD400) hergestellt worden (Anpassung des Objektivaußen- durchmessers und Tubus-Herstellung dazu).

Drehbank

Mittlerweile (Ende 2008) konnte ich per Ebay noch zusätzlich einen technisch sehr gut erhaltenen T525-Ersatzprojektor für 298 €uro erwerben können, der für die normale Projektion bzw. als Ersatzteillager benutzt werden kann.

* Erforderliche Watt-Zahl des Lumiled LED:

Hier sollte man darauf achten, dass die Beleuchtung nicht zu schwach ist und die Aufnahme von der Kamera mit Restlichtverstärker gemacht wird sondern die normale größte Kamerablende noch ausreicht um korrekt zu belichten, sonst bekommt man möglicherweise verrauschte Aufnahmen. andererseits sollte die Ausleuchtung auch nicht zu stark sein, sonst macht die Blendenöffnung zu weit zu und wegen der dabei entstehenden Licht-Beugung die Aufnahmen unscharf werden. Die Blende sollte nicht kleiner als 5,6 sein, ansonsten muss man einen ND-Filter vor das Objektiv schrauben zur Lichtreduzierung. TELECINE bietet derzeit 3 und 10Watt Lumiled LED, sogar regelbare an. Mit der 3Watt-Beleuchtung in meinem Projektor macht die Sony-Kamera mit Blende F4 (1/50s) Aufnahmen im optimalen Schärfebereich der Kameraoptik. Neuerdings werden stärkere und sogar regelbare Lumiled LED angeboten, sie sind erheblich teurer natürlich. Aus meiner Erfahrung mit sehr vielen Filmtransfers kann ich sagen, dass man darauf verzichten kann wenn man eine Aufnahmekamera mit regelbarer Belichtung hat, wie z.B. die Sony HDR-HC3. Selbst dunklere Film-Stellen kann man ausreichend hell und kontrastreich aufnehmen. 

Anmerkung:

Liegen Super8-Aufnahmen mit 24 Bildern/s vor, dann benötigt man einen Projektor mit einer Zwei-Flügelblende, außer man geht so vor wie ich es oben beschrieben habe. Hiermit wird 50/2 = 25 Bilder/Sekunde, die am Projektor einzustellen sind.

Wer einen DVD-Recorder besitzt, der kann auch direkt von der Kamera aus auf den DVD-Recorder aufzeichnen, wenn er nicht beabsichtigt im Videoschnittprogramm nachzuarbeiten.

Behobene Projektor-Störungen:

Antriebsriemen gerissen:

Neulich ist mir der Antriebsriemen im Projektor gerissen...
Genau eine Woche davor habe ich aber hier vorsorglich Ersatz beschaffen können und so machte ich mich an den Einbau, der nicht ganz einfach war, weil der Motor ausgebaut und die Lager der Schneckenwelle gelöst werden mussten und die Welle zum Einfädeln des Antriebsriemens abgehoben werden muss. Der ursprüngliche Riemen mit quadratischen Querschnitt ist gegen einen Rundquerschnitt (4mm) bei einem mittleren Gesamtdurchmesser von 64mm ausgetauscht. Man kann sich auch auf die Suche nach einem passenden O-Ring (EPDM) machen. Dieser kostet hier vor Ort bei der SKF-Vertretung 50 Cent.

Film zittert mechanisch auf/ab bei der Wiedergabe:

Der Grund ist meist, dass die Film-Andruckschiene (Bild 11) dem Film zuviel "Spiel" erlaubt. Man muss den Filmkanal enger stellen in dem man die Film-Andruckschiene nach links zum Projektorgehäuse hin verstellt.

Die Film-Andruckschiene steckt auf diesen zwei Bolzen links. Der untere Bolzen ist auf einem Exzenter gelagert und mit einer Sicherungsschraube gegen Verstellung gesichert. An die Sicherungsschraube kommt man, wenn man den Hauptschalter rechts im Bild demontiert (Projektor vom Netz trennen!) - eine "geniale Idee" der seinerzeitigen Bauer-Ingenieure!  Jetzt kann man den Exzenter verstellen (am besten mit eingesetzter Schiene, weil man dann sieht was die Schiene macht. Dreht man mit dem Schraubendreher links herum, schwenkt der Film-Andruckschienenträger nach links und der Federdruck wird verstärkt. Zum Abschluss muss die Sicherungsschraube wieder festgezogen werden. Die Film-Andruckschiene (aus Kunststoff) sollte parallel zur Andruckseite des Filmkanals steht.

Bildstrich läßt sich nicht mehr verstellen:

Nach vielen Kilometern Super 8 - Film kann es zum Ausfall wichtiger Funktionsteile kommen.Wenn die Nockenwelle auf der Blendenwelle oder das Gegenstück am Doppelgreifer verschlissen sind, läßt sich kaum noch der Bildstrich verstellen. In diesem Fall hilft nur ein Austauschteil welches bei den einschlägigen noch greifbaren Ersatzteillieferanten oder Reparaturbetrieben angefragt werden muß.

Exzenter-Nocke

In meinem Fall hat die Reparatur die Fa. Telecine Fälker übernommen.
Der Projektor läuft wieder bestens!

Rückspulung am vorderen Spulenträger fällt aus:

Der Mitnehmer am unteren Punkt des Spulenarmes nimmt das Zahnrad an den Innennocken nicht mehr korrekt mit um den Film motorisch zurückzuspulen .

Da ich zunächst keine Ersatzteile beschaffen konnte, habe ich mir eine kleine Kurbel gebastelt die ich in die Hohlwelle der Spulenlagerung stecke um den Film manuell zurückzuspulen. Ende 2008 konnte ich dann noch per Ebay einen Ersatzprojektor anschaffen. Somit hat sich auch das Ersatzteilproblem gelöst.

Linkhinweis:

Super8-Abtastung

Reparaturanleitung

Filmklebestellen

Die Klebestellen sind es die am meisten vom Alterungsprozess betroffen sind. Entweder der Film reißt dann während der Überspielung oder die Klebestelle verursacht im Filmfenster eine Transportstörung. 

Um defekte Klebestellen zu reparieren habe ich meine Würker Trocken-Klebepresse reaktiviert. Man bekommt ja auch heute noch Film-Klebestreifen Type: 3771 Duoplay 2-Sound (2-Bild-Streifen). Damit geht die Reparatur am schnellsten.

Bild: Würker Trocken-Klebepresse S8 "Film Splicer"

Filmreinigung im Trocken- und Naßverfahren, und
Entpilzung der Agfa- Moviechrome Schmalfilme

Die Scanneinrichtung muß sauber sein!

Vorteilhaft ist es, wenn man den Lüfter aus dem Projektor ausbaut, da dann darin nicht ständig der Staub aufgewirbelt wird. Dies darf man aber nur dann machen, wenn man den Projektor auf Kaltlichtbeleuchtung der Filmbühne umgestellt hat.

Für den Hausstaubsauger habe ich mir aus einem 8mm Messingrohr eine Aufsatzdüse gebaut. Das Absaugröhrchen habe ich noch etwas abgewinkelt, so dass ich immer vor Transferbeginn den kompletten Filmkanal und die Filmbühne im Projektor gut aussaugen kann.

Am Einlaufkanal des Projektors habe einen Fuselfänger aus ganz weichen Borsten (weichster Pinsel aus dem Fotohandel!) gebastelt.
Imm Handel werden Antistatik-Bürsten angeboten /12/, die dafür eingesetzt werden können. Nachfolgend mein Selbstbau-Filmreiniger:

Bild: Selbstgebauter Filmreiniger mit zwei Kinetronics
StaticWisk Model SW-020

Neuerdings arbeite ich zusätzlich mit Druckluft aus der Pressluftflasche (Dräger 4Liter) die ich gebraucht aber mit TÜV-Abnahme bei Ebay ersteigern konnte um den Staub am Filmfenster während des Transfers wegzublasen. An den 5/8"-Anschluß der Pressluftflasche schließe ich vor einer Transfersitzung einen kleinen Kompressor an (eigentlich für Autoreifen gedacht), der einen Druck in der Flasche von bis zu 18bar aufbauen kann. Ich pumpe allerdings immer nur bis 10bar auf und stelle den Druckminderer an der Flasche dann auf einen Entnahmedruck von 1bar ein. Der Druckluftvorrat reicht dann in der Regel für mehrerer 120m Filmspulen aus.

Kompressoren gibt es z.B. in ausgedienten Gefriertruhen
Eine Bauanleitung dazu ist hier zu finden. 

Bis zur Filmbühne kann ich einen Druckschlauch mit einer Düse hinführen und dann dort während des Transfers per Luftdruckpistole stoßartig blasen lassen.

Staub der zwischen den gewickelten Filmmaterial auf der Spule Jahre oder gar Jahrzehnte eingeklemmt war, haftet/klebt richtig an der Filmoberfläche, Staubteilchen haben sich sozusagen regelrecht mit dem Filmmaterial verklebt.
In diesem Fall muß man etwas kräftiger mittels Naß-Filmreinigung nachhelfen..., dabei kann aber leicht die Filmoberfläche beschädigt werden!

Bewährt hat sich eine Reinigung mit einem weichen und fuselfreien Mikrofasertuch welches man im Optik-Bereich mit Reklameaufdruck sogar kostenlos als Brillenträger bekommt. Man kann den Film trocken durch das Tuch per Projektor laufen lassen, dann kann sich aber der Film durch die Reibung statisch aufladen und er zieht noch mehr Staub an.

Die Naßreinigung der alten Filme vor der Digitalisierung ist zwar wünschenswert, kann aber aucvh sehr gefährlich werden, dann wenn das Reinigungsmittel die Filmschicht angreift.

Oft sind die Reinigungsmittel giftig!

Man kann ein Mikrofasertuch leicht anfeuchten (nebelfeucht!) mit kalkfreien Umkehr-Osmosewasser und den Film dann durch das zusammengelegte Mikrofasertuch durchziehen. Das Mikrofasertuch immer wieder neu benetzten und mit sauberer Stelle nach kürzeren Filmstrecken verwenden. Hierfür habe ich mir einen manuell betätigten Filmumroller auf einer Holzlatte gebastelt mit einem Spulenabstand von etwa 1,5m. Hierdurch wird sichergestellt, dass der Film abgetrocknet auf die leere Spule aufgewickelt wird, wenn man kurz nach der Filmspenderspule mit der Reinigung des Filmes beginnt.

Bild: Filmumroller für Feucht-Filmreinigung per Mikrofasertuch

Den Filmumroller kann ich auch mit meinem Akkuschrauber sehr langsam antreiben. 

Ein gutes Reinigungsmittel ist das weniger gefährliches Wund-Benzin aus der Apotheke (100ml kosten ca. 1,40 €uro), es ist ungiftig, reinigt gut und es trocknet schnell ab. Man befeuchtet damit ein Mikrofasertuch oder tropft die Flüssigkeit auf Filzspeicher eines Filmreinigungs-Zubehörteiles.

Noris

Bild: Noris Filmreinigungszubehör für Naßreinigung

Und hier noch eine weitere Idee für die Filmreinigung:

Ultraschallreiniger für Brillenreinigung hernehmen und etwas umbauen um den Film über Führungsrollen durch das mit Osmosewasser gefüllte Gerät langsam durchzuführen, danach mit Mikrofasertuch abtrocknen.

Sonder-Schadensfall: Agfa-Moviechrome mit braunen Flecken

Braunflecken

Dieser Film ist mit einer Substanz aus Bienenwachs seinerzeit beschichtet worden um die Gleitfähigkeit zu verbesserrn. Weder mit Lösungs- noch Reinigungsmitteln oder irgendwelchen Beschichtungen  ist die Beseitigung dieser Flecken möglich. Auch eine elektronische Retuschierung hilft nicht!
Das organische Material fängt an zu verpilzen. Die Beschichtung muß abgelöst werden. Das ist ein Fall für Spezialisten, z.B. bei der Firma Film16. Dort findet man in einer PDF-Datei eine genauere Beschreibung. Also, bevor man den Agfa-Moviechrome Schmalfilm an einen Scanndienstleister schickt, sollte der Pilzbefall von einer Fachfirma beseitigt werden!

Drehzahlregler für den Projektor-Motor: Wenn keine Sync-Steuerung vorhanden ist:

Ein Drehzahlregler mit Phasenanschnittsteuerung eignet sich für die Motordrehzahlanpassung an die Aufnahmewiederholfrequenz der eingesetzten Videokamera der Projektors besser als ein Lampendimmer. Ich habe mir den OSAGA Leistungsregler  ODR-800 von Amazon für 18,80 € incl. Versand zugelegt.

Drehzahlregler

Sehr geschmeidig funktioniert die Drehzahlregelung an dem zweiten kleinen aber sehr vielseitigen Bauer T192 AUTOMATIC DUOPLAY. In diesem Fall startet man den Projektor aus dem Ruhebetrieb heraus und dreht den Drehknopf in die Mitte des "min - Bereiches" Hier läßt sich ein stabiler Filmtransport über eine ganze Filmrolle festlegen.  

In /24/ wird beschrieben wie man eine "Geregelte Dimmersteuerung" selbst basteln kann.

HDV-Camcorder
und große Vorschaukontrolle:

Im Mai 2006 habe ich mir einen HDV-Camcorder zugelegt (Sony HDR-HC3E), der im 16:9 Format in höherer Auflösung das Filmbild aufnehmen kann als es SD-Camcorder tun können. Die HDV-Kamera ist per Firewirekabel mit dem PC verbunden, so dass der komplette Transfer direkt auf der PC-Festplatte gespeichert werden kann. Einzige Beschränkung der Aufnahmedauer ist die Größe der PC-Festplatte. 

Sony HC3-Filmscann-Kamera

Sony HDR-HC3 Digitalisierungs-Kamera

Die größte Filmspule die mein Beaulieu-Filmprojektor nimmt 720m Super8-Film auf. Das entspricht einer Tonfilmspieldauer von 141,7 Minuten, bei 18 Bildern pro Sekunde sind das 153.036 Einzelbilder. Für mich - auch als Dienstleister - ist nachfolgend nur die Echtzeit-Filmtransfermethode in Frage gekommen.

In der Vertikalen bekommt man volle 1080i, in der Horizontalen dagegen nur 75% der Bildbreite. Links und rechts sind also schwarze Streifen zu sehen. Das sichtbare Bild hat dann aber immer noch eine HDV-Auflösung von 1,35 Mio Pixel auf dem Video-Band (ähnlich also der Auflösung des Super 8 - Filmmaterials), im Falle DV-Transfer waren es nur 414.720. Natürlich könnte man auch das Filmbild in 16:9 aufnehmen, dann aber verlieren wir oben und unten Bildinhalte die bestimmt wichtig sind. Schließlich hat man seinerzeit bei der Super8-Aufnahme keine 16:9 Maske im Sucher eingebaut um wichtige Bildinhalte im 16:9-Fenster zu erfassen.

Bild: Programmmonitor in Premiere Pro CS3 mit dem inneren Rahmen der als Hilfsbegrenzung horizontal auf 25% und vertikal auf 0% gesetzt worden ist als Markierung zum Beschneiden der Ränder auf das 4:3 Format. Bei der folgenden Down-Skalierung auf DVD wird dann das Video auf 53,3% verkleinert was dann genau in ein DV-PAL-Projekt paßt.

HD-Kameras mit einer zu hohen Luminanzauflösung sind nicht so gut für S8-Transfer geeignet, da erstens das Filmkorn möglicherweise zu sehr in Erscheinung tritt, was dann ein brösliges Bild geben würde und zweitens eine zu hohe Auflösung auch Halbbildflimmern, lokales Moire etc. erzeugen kann. Es kommt also eher darauf an, dass wir ein schönes und ausgewogenes Bild bekommen. Mit Sonys HDR-HC3 und Canon HV30 geht das, da diese Kameras über eine bessere Signalverarbeitung als betagte DV-Kameras mit CCD-Aufnahmesensor oder gar Industriekameras verfügen und auch weniger rauschen. HD-Digitalisierungen liefern detailreichere Bilder mit feineren Abstufungen. SD-Digitalisierungen erreichen mittels Hochskalierungen nicht die Qualität von nativen HD-Digitalisierungen. 

Wegen der geringeren Dynamik der Videoaufnahme bei Hell-/Dunkelkontrasten kann es an Kanten zu Bildung von CA (Chromatische Abberation) kommen. Auch das müssen wir beim Transfer hinnehmen. Es gibt aber einen Trick um dem CA-Fehler zu begegnen. Man stellt die Videokamera nicht ganz genau in die optische Achse des Transferobjektivs am Projektor ein und siehe da, das CA verschwindet total oder es wird zumindest stark gedämpft!

Meist haben moderne CMOS HD-Kameras den sog. Rolling-Shutter. Dieser kann bei bestimmten Konstellationen das Bild verziehen. Nach meiner Erfahrung ist das aber bei meinen Transfers - und das waren nicht wenige bisher - kaum vor. Mit dem neuesten Freeware-Deshaker läßt sich der Rolling-Shutter-Effekt nachträglich entfernen und das aufgenommene Video stabilisieren, siehe hier: Klick!.

Der digitale Bildstabilisator wird am Camcorder während des Transfers abgeschaltet.

Die Scharfstellung wird manuell fixiert damit der Focus nicht "pumpt". Ich zoome immer soweit es geht in das Bild hinein und stelle dann mit der manuellen Einstellwalze am Camcorder scharf ein. Jetzt fahre ich auf den gewünschten Bildausschnitt zurück. Alles bleibt scharf, wenn nichts mehr an der Kamera verstellt wird. Sehr gut kann man auch mit dem Punkt-Focus der Sony HC3-Kamera scharf stellen mittels Display-Punktberührung. Überhaupt finde ich die Möglichkeit der Touchdisplay-Bedienung der Sony HC3 geradezu als genial bei dem Filmtransfer. Bei der Canon HV30 muß man für zwei Sekunden auf die Focus-Taste drücken und dann noch einmal um den Focus auf manuell zu fixieren. Die bedienung mit Ducktasten an der Canon HV3o finde ich nicht so gut, da die Gefahr der Systemverschiebung besteht.

S8-Testsfilmstreifen in Farbe aus dem Jahre 1979 für die Scharfstellung der Videoaufnahme. Früher hat man solche Streifen für die Scharfstellung des Projektorbildes eingesetzt. In Farbe nicht mehr leicht zu bekommen, käuflich kann man derzeit aber noch S/W-Testfilmstreifen per Internet kaufen.

Bei dieser Gelegenheit hier noch ein Größenvergleich zum Normal 8-Film, dem Vorgänger von Super 8:

N8

Am oberen und unteren Bildrand der zwei Frames sieht man, dass der Kamera-Eigner die Filmbühne der Kamera nicht gereinigt hat. Er hat den dort angesammelten Staub mit auf den Film aufgenommen!

Zoomen für den korrekten Filmausschnitt bei dem Videotransfer ist etwas schwierig, weil es nicht langsam und genau genug an der Kamera gemacht werden kann. Es kann auch sein, dass bei bestimmten Kameras der 10fach-Zoom nicht ganz ausreicht, in diesem Fall muss man noch das Digitalzoom zuschalten. Es sind einige Versuche nötig um den gewünschten Einstellpunkt zu finden. Ich kontrolliere den Bildausschnitt deshalb immer im Capturing-Fenster auf dem Monitor bezüglich Bildausschnitt und zentrischer Ausrichtung. 

Die Hilfslinien im Capturing-Fenster von Adobes On Location helfen
bei der Bild-Ausrichtung
.

Auf dem Kameramonitor kann man nicht genau ausrichten, da dieser einen mehr oder weniger großen Overscan hat.

Overscan: nur was sich im gelben Rahmen befindet, ist auf dem
LCD-Monitor sichtbar!

Ebenfalls sollte man die Belichtung auf manuell fixieren, sonst "pumpt" es vielleicht. Ich stelle die Belichtung etwas dunkler ein, damit auch bei hellen Stellen noch Zeichnung sichtbar wird. Ich richte mich da nach meinem Eindruck auf dem Capturingfenster des PC-Monitors. Das Menü lasse ich auf dem Kameradisplay immer offen, so dass ich auf im Transfer noch bezüglich der Belichtung eingreifen kann.

Der HDV-Camcorder HDR-HC3E muss nun auf eine Verschlußzeit von 1/50sec eingestellt werden. Setzt man im Monitor-Menü den AUTO VERSCHL auf "aus" , dann bekommt man die gewünschte konstante Verschlusszeit von 1/50 Sekunde um für flackerfreie Aufnahmen zu sorgen. Bei der Canon HV30 stellt man die Kamera in den TV-Modus und dort die Verschlußzeit auf 1/50 Sekunde. Andere Verschlußzeiten führen bei CMOS-Kameras zu vertikal durchlaufenden dunkle Querbalken die durch durch das zeilenweise Auslesen des CMOS-Sensors verursacht werden !

Man sollte sich jetzt noch davon überzeugen, dass die Kamera wirklich konstant mit 1/50 Sekunde aufnimmt in dem man eine kurze Aufnahme macht, dann im Kamera-Menü "STD.EINST."  die Ausgabe "DATENCODE" aktiviert. Bei Wiedergabe des eben aufgenommenen Videos sieht man dann neben anderen Informationen auch den Verschlußwert und Blendenwert der Aufnahme. Macht man diese Aufnahme gleich am Filmprojektor, dann kann man auch den "Gain-Wert" hier ablesen, dieser sollte brav bei "0" bleiben, ansonsten ist die Beleuchtung des Projektors zu schwach.

Darüber hinaus kann man noch mit weiteren Funktionen des Camcorders für eine bessere Aufnahmesituation sorgen z.B. einen manuellen Weißabgleich vornehmen. Optimierung der Kamerafarbe - nah an den Eigenschaften des Kodak-Filmmaterials. Mit dem zugeschalteten "Histogramm" wird die Farbtonverteilung und dem "Zebra" die Übersteuerung der Helligkeit kontrolliert. Natürlich kommt es dabei darauf an, daß der Film korrekt belichtet worden ist und durch die lange Lagerung die Zeichnung nicht ausgebleicht ist oder die Farben verfälscht worden sind und der Film schimmelfrei ist.

Der RAW-Filmscann landet "on the fly" praktisch verlustfrei - da ohne Zwischenspeichrung - und hoher Bitrate als Master-File direkt auf der Festplatte des Videoschnittsystem in professioneller HQ-AVI Codierung von Grass Valley per EDIUS Pro 8.

Der Camcorder wird mit Netzspannung während des Transfers versorgt, er schaltet sich deshalb nicht ab, auch wenn das Band sich im Camcorder befindet welches eigentlich nicht gebraucht wird da wir das Signal ja direkt zur Festplatte durchschleifen und nie die Aufnahmetaste am Camcorder betätigen sondern das Capturingprogramm am PC einfach starten. Bei manchen Camcordern muss man das Band herausnehmen um das Videosignal zur PC-Festplatte durchzuschalten.

Auf Speicherkarte moderner Kameras kann man wegen der Formatierung nur Szenen in max. Größe von ca. 4 GB aufnahmen, der Transfer muss also in diesem Fall zusammengestückelt werden!

Andere Kameras für die Filmdigitalisierung: 

Ausprobiert habe ich zusätzlich noch die Canon HV30 (HDV-Kamera) für den Filmtransfer. Die Luminanzauflösung(Graustufenverteilung) liegt sogar höher. Was besonders interessant ist an der Kamera, daß ist der Aufnahmemodus HDV25(PF25). Diese Videokamera nimmt dabei in 25p mit dem CMOS-Chip ganze 25 Bilder auf. 
HDV25

In die kodierte Videodatei werden dann aber wieder Halbbilder aufgezeichnet, was keinen Nachteil in der Qualität mit sich bringt, da die vom Band ausgelesenen Halbbilder nicht zeitversetzt sind und somit kein Deinterlacing mehr erforderlich ist da der Kammversatz nicht auftritt. Man nennt das im Video-Fachjargon: echter 25p - Aufnahmemodus, siehe auch Begründung in PCVIDEO 1/2007 ab Seite 34 im Beitrag von Andreas Wunderlich. Viele andere Kameras verwenden im simulierten 25p-Modus (25F nicht 25PF!) nur ein Halbbild und dann geht die Hälfte der vertikalen Auflösung verloren. Die Aufnahmen der HV30 im 25p-Modus haben dagegen die volle Vertikalauflösung und sie sind zur 1080i-Spezifikation kompatibel (siehe Seite 38 der Bedienungsanleitung) und alle HDV-1080i-Schnittsysteme kommen folglich damit zurecht. HDV2 1440x1080/50i ist damit die korrekte Projekteinstellung im Videoschnittprogramm.

Die nötige Verschlußzeit von 1/50sec stellt man im TV-Betriebsmodus ein. Die Fokusierung macht man mit der TTL-Messung für die Scharfstellung nutzen und schaltet dann auf MF um damit über den ganzen Digitalisierungsvorgang die Vieobildschärfe gehalten wird.

Im Falle von schnellen Querbewegungen ist es sinnvoll in 50i aufzunehmen, da dann die Aufnahmen flüssiger wiedergegeben werden, HDV25 - Progressivaufnahmen kommen manchen Betrachtern bei starken Querbewegungen in der Wiedergabe ruckliger vor!

Anmerkung zu der Canon HV30 Videokamera;

Der CMOS-Aufnahmechip dieser Kamera ist mit 1/2,7" etwas größer als bei der Sony HDR-HC3 mit 1/3". Dies hat zu Folge, daß man mit dem optischen 10-fach Zoom das Bild von der vergrößerten Filmbühne nicht vollständig erfassen kann. Man muß in diesem Fall zusätzlich den Digitalzoom zuschalten. Von der optischen Abbildungsschärfe geht dann etwas verloren.

Große Vorschaukontrolle:

Meinen zweiten 22" Monitor
BENQ E2200HD(16:9) mit 54,61cm Bilddiagonale und Full-HD-Auflösung in 1920x1080 habe ich per HDMI-Kabel mit der Aufnahmekamera Sony HDR-HC3 verbunden.  Das erlaubt eine hervorragende Kontrolle der Bildschärfe und der Belichtung/Farbgebung (Weißabgleich!) während der Aufnahme.  Aber..., die Synchroneinrichtung die mit der Videobuchse der Kamera gleichzeitig verbunden ist wird dann abgeschaltet und man hat keinen Synchronlauf mehr zwischen Kamera und Projektor. HDMI hat als Vorrang vor der Videoausgangsbuchse...., schade!  Man muss also als Vorschau den Capturing-Monitor des eingesetzten Videoschnittprogrammes verwenden, was ja auch ganz gut funktioniert z.B. in EDIUS.

Ersatzweise schalte ich während des Capturinngs mit dem Edius- Videoschnittprogramm die vollauflösende Vorschau auf dem zweiten Monitor hinzu. Hier hab eich nun die volle Kontrolle für das überwachte Capturing!

Camcorderstativ bzw. Überkopf- Kamerahalterung: Anfangs verwendete ich ein Tischstativ von einem ausgedienten Kaiser-Videotransfer-Set. Auch das Cullmann 3090 Travelpod eignet sich als Kamera-Tischstativ dafür.

Neuerdings habe ich den Stativkopf mit dem Mittelstab eines alten Dreibeinstatives in meinen Schreibtisch montiert, d.h. mit dem Schreibtisch verschraubt. Bei dieser Gelegenheit habe ich die Kamera dann auch an einer Überkopfhalterung aufgehängt, so dass die Aufnahme aufrecht erfolgt und mit dem Videoschnittprogramm nur noch horizontal gespiegelt werden muss.



Bild: Überkopf-Kamerahalterung auf einer am Arbeitsplatz
versenkten Stativ-Mittelsäule

So kann ich jetzt mittels Kurbel und Zahnstange an der Mittelsäule eine Höhenanpassung der Kamera machen und die Position sichern.
Mittlerweile  habe ich die Kamera auf einen Somikon-Makroschlitten gestellt um die Kamera quer zum Projektor genau justieren zu können. Der Projektor steht auf einer Zwischenplatte. Mittels Stellschrauben kann ich den Projektor exakt zu den Displaykanten des LCD-Displays ausgerichtetund gekippt werden.

Nichts kann sich mehr in dieser Aufstellung bei einer Transfersitzung verschieben.

Audio aufzeichnen: Der Ton wird am Projektor von der dritten Buchse von rechts abgenommen und in die Micro-Buchse des Camcorders über das zwischengeschaltete Stereo-Mischpult zum Pegelabgleich geführt. Es ist unbedingt die manuelle Tonaussteuerung an der Kamera zu aktivieren.

Die Ausgangsleistung für Audio aus dem Projektor ist jedoch viel zu hoch für die Einspeisung in die Mic-Buchse der Videokamera. Man kann ein kleines Mischpult dazwischen schalten um den Pegel anzupassen.

Bewährt hat sich auch ein solcher einfacher Spannungsteiler zwischen Projektor-Ausgang (Buchse 41 - Ausgang für Fremdverstärker) am Bauer T525):

Man erzielt damit eine Dämpfung des Projektor-Ausgangssignals von ca. 40dB. Der Projektor T525 spielt den Ton nur in Mono ab (Kontakte 3 und 5 sind in der Buchse zusammengeschaltet), es genügt deshalb nur eine einzige solche Schaltung.

Hama bietet ein Überspielkabel mit einem bereits eingebauten Spannungsteiler (1:100) an:

00043306   Hama Audio-Kabel 3,5-mm-Klinken-St. - 3,5-mm-Klinken-St., Stereo, 2 m. Man bekommt es in Internet-Shops für 11,44 €uro plus Versandkosten.

Dieses Kabel kann man entsprechend adaptieren.

Ich habe meine Super8-Filme früher vornehmlich auf zwei Audiospuren im Duo-Play-Verfahren vertont, d.h. Spur 1 hat Musik bekommen und Spur 2 Kommentare und evtl. Geräusche. Der Bauer T525 Microcomputer Duoplay kann dann an der Stelle der Kommentare und Geräusche automatisch auf der Spur 1 die Musik weich ausblenden auf ein um -6, -12 oder -24dB abgesenktes Niveau. Die Überspielung erfolgt im Mono-Ton.

Wenn die Kamera keine manuelle Tonaussteuerung hat:

Hat der Kamera eine automatische Tonaussteuerung, wie die Sony HDR-HC3, dann wird die Tonaufnahme über den Mic-Input des Camcorders praktisch unbrauchbar weil in leisen Tonpassagen die Automatik den Ton hochregelt. Trotzdem wird der Ton zusammen mit dem Video aufgenommen, damit man mit den WAVE-Ausschlägen auf der gekoppelten Tonspur eine Synchronmöglichkeit mit dem getrennt vom Video aufgenommenen Sound bekommt. Ich spiele also den Projektorton in die  Audio-In-Buchse  des PCs ein, was hier völlig störungsfrei geschieht und auch manuell ausgesteuert werden kann. Als Aufnahme-Programm für Audio benutze ich das kostenlose "Audacity".

Ich schrieb schon, dass bei dem Filmtransfer der Film mit 16 2/3 Bildern/Sec läuft statt mit 18 Bildern/Sec. Nimmt man gleichzeitig mit dem Film den Ton auf, dann wird der Sound dunkler und weniger transparent klingend. Zwar kann man später die Abspielgeschwindigkeit wieder angleichen, man verliert dabei aber doch etwas Qualität. Ich bin deshalb dazu übergegangen den Sound aufwändiger im zweiten Transfergang mit der Originalqualität mit einer Filmabspielfrequenz von 18 Bildern/Sec aufzunehmen. Jetzt kommt es nur noch darauf an die zwei Spuren Video/Sound entsprechend im Videoschnitt- programm zu synchronisieren.

Bei getrennt aufgenommenen Video & Ton, soll diese Software hier bei der Synchronisierung helfen. Getestet habe ich das allerdings noch nicht!

Aktuell eingesetzte Software:
Capturing auf die Festplatte

Ich verwende neuerdings ausschließlich EDIUS für das direkte Capturing zur PC-Festplatte als Canopus HQ-AVI (1440x1080/50i), also im Intraframe-Format. Der direkte Transfer in ein I-Frame (jedes Einzelbild enthält alle nötigen Informationen in sich selbst) basierendes Intermediate-Format hat den Vorteil, dass eine solche Datei multirenderingfähig wird, d.h. auch bei mehreren Renderinggenerationen tritt kaum ein Bildqualitätsverlust auf, was nach einem Capturing in MPEG2-HD(HDV) nicht möglich ist. Man kann natürlich auch in MPEG2-TS capturen.

Edius bietet eine einstellbare Life-Vorschau am Widescreenmonitor an. Von vorn herein wird in der 16:9-Vorschau ein 4:3-Hilfsrahmen eingeblendet, so dass mit dessen Hilfe die Kamera horizontal gut ausgerichtet werden kann.  Hier kontrollieren ich die von der Transferkette angekommene Bildschärfe und regele gegebenenfalls an der Kamera nochmals nach (Punkt-Focus!). Auftretende Unschärfe währende der Aufnahme  wird meist durch Spiel in der Filmbühne des Projektors verursacht. Man sollte deshalb vor der Aufnahme prüfen ob der Film noch gut an die Filmbühne im Projektor gedrückt wird. Wenn es dort wie Aspik schlappert, bekommt man scharf/unscharf pumpende Videos.

Ein Problem ist natürlich die Synchronisation per Leistungsregler. Man muss per Vortestung die optimale Position des Reglers finden. Am besten wenn sich der Projektor "warmgelaufen" hat. Eleganter ist hier zweifellos die erst von mir selbst eingebaute Synchronsteuerung von TELECINE. 

Mein neuester Filmprojektor Beaulieu 708 EL hat bereits werkseitig eine Drehzahl-Konstanthaltung für 16 2/3 und 25 Bilder/Sekunde sowie eine einstellbare Zwei- bzw. Dreiflügel-Umlaufblende, d.h. er ist werkseitig schon für den Filmtransfer ausgerüstet.

Die Strecke zwischen Camcorderobjektiv und Oberfläche der abzufilmenden Filmoberfläche muss frei sein von Lichtreflexionen, was aber bei meinem Aufbau nach Bild 1 oben automatisch gegeben ist.

Den gesamten Filmkanal muss man vor dem Capturing reinigen. Soweit es geht kann man das mit einem befeuchteten Microfasertuch machen, oder auch absaugen oder gar per Druckluft ausblasen. Ich würde allerdings kein Druckgas nehmen wegen der schädlichen Aerosole und Explosions- gefahr durch elektrische Funken im Projektor.

Hat man alle Vorkehrungen getroffen, sind die Videoaufnahmen ausreichend scharf, haben eine gute Farbstimmung und sie sind Hotspot- und flimmerfrei.

Natürlich kann man auch mit andere Videoschnittprogrammen capturen. EDIUS(Pro oder Neo) ist aus verschiedenen Gründen die perfektere Lösung.



S8-Transfer aufgenommen mit der Digitalkamera Panasonic DMC-TZ3

Sollte mit dem Mozilla Firefox-Browser oder dem MS- Internet-Explorer das Flashvideo nicht laufen, dann ist der neueste Adobe Flash Player nachzuinstallieren.

Frequenzflackern/
Halbbildflimmern: 
Nach Umbau der Projektors auf die oben erwähnte neue Sync-Steuerung habe ich kein Frequenzflackern mehr im Video, der Projektor läuft synchron zur Aufnahme-Kamera. Natürlich ist es aber so, dass je nach Güte der Klebestellen im Film (manche sind recht dick oder schlecht ausgeführt) der Filmtransport etwas abgebremst werden kann, was die Synchronisation auch etwas aus dem Tritt bringt. Schnell aber stellt sich die Synchronisation wieder ein. Man muss diesen Effekt des kurzeitigen Flimmerns einfach als Filmlook abhaken, denn die reine Filmvorführung ist ja auch nicht aalglatt. Natürlich kann man diese Stellen auch entfernen. 

Bei anderen Transferverfahren muss man hier zusätzlich nacharbeiten, z.B. mit dem MSU-Deflicker.

Halbbildflimmern entsteht bei Wiedergabe von Interlaced-Videos. Man kann das Unterdrücken mit dem Filter "Anti-Flicker" in EDIUS Pro 7 oder mittels finaler Progrerssiv-Kodierung.

Hotspots: Nach Umbau des Projektors auf die oben erwähnte neue Lichtquelle "LUXEON Lumiled LED" hat man keine Hotspots mehr im Video, die Ausleuchtung ist sehr gleichmäßig.

Bei anderen Aufnahmeverfahren muss man hier zusätzlich nacharbeiten um die Hotspots wegzubekommen, die von der ungleichmäßigen Ausleuchtzone der Lichtquelle verursacht werden. Dafür bieten sich verschiedene Methoden an, auf deren Beschreibung ich aber verzichte, weil ich bei meiner Methode das Problem nicht habe.

Korrekturen an der Videotransferdatei: Ist die Aufnahme per EDIUS auf die Festplatte transferiert worden, geht es nun noch zu einer sehr zeitintensiven Nacharbeitung des Videomaterials.

Man muss bedenken, dass während des Transfers mit einem zwischengeschalteten Makroobjektiv das winzige Filmbild mit 5,36 x 4,01mm aufgenommen wird und auf einem 40" HDTV dann um den Faktor von ca. 147 vergrößert wird. Jedes Staubkorn und jede Faser wird um diesen Faktor ebenfalls vergrößert, auch jeder andere Fehler im Film. Man darf also die Erwartungen an die Videoqualität nicht zu hoch schrauben. Mit einer Original HD-Videoaufnahme darf man das nicht vergleichen, da man schließlich bei dem Transfer trotz aller Bemühungen (Filmreinigung, antistatische Filmbürsten, Druckluft etc.) nicht in einem Cleanroom arbeitet während des Transfers. Bei der Projektion mit dem Filmprojektor auf die Leinwand akzeptiert man ja schließlich ebenfalls solche Fehler.

Videofilmer lieben wiederum den Look alter Filme. EDIUS bietet dazu z.B. den Filter "Alter Film" an um genau diesen Filmlook ins Video einzubringen.

Alter-Film

Man erkennt an den obigen Settings, was man anders herum alles im Filmtransfermaterial machen sollte um die häufigsten Fehler abzudämpfen.

Falls die Videoaufnahme gespiegelt vorgenommen worden ist, kann man in EDIUS das Videobild sowohl horizontal als auch vertikal seitenrichtig spiegeln. Das können vile andere Videoschnittprogramme ebenfalls. Sollte das nicht der Fall sein, dann kann man es auch mit VirtualDub machen, dafür nötige Filter sind im Internet verfügbar. Manche NLEs erlauben auch die Einbindung von VD-Filtern in die Effektliste,  dadurch braucht man mit dem Videofile nicht das Schnittprogramm verlassen.

Die  Abspielgeschwindigkeit des Videos kann man zuerst um die beim Transfer verloren gegangenen 8% der ursprünglichen Abspielgeschwindigkeit korrigieren. Ich stelle in EDIUS die Geschwindigkeit deshalb auf 108% ein. Anschließend wird etwas nachgeschärft.

Mit dem Layouter (Taste F7) wird das Bild nun in EDIUS gegebenenfalls in der Höhe in den 4:3-Hilfsrahmen eingepasst und links und rechts ein schwarzer Rand von je 12,5% eingestellt. Das war der früher bei der Projektion sichtbare Bereich und die Dreckränder vom Projektorfilmfenster sind dann weg.

Kanten, Konturen und Schärfe können in der Nachbearbeitung im gewissen Unfang verändert werden. Zu harte Kanten/Konturen können mit einem Weichzeichnerfilter abgeschwächt werden. 

Für die Nachschärfung kann man ein Schärfefilter oder auch mit dem Filter "Unscharf maskieren" oder der Gradationskurve (Gamma-Wert etwas nach unten absenken) und dem Weißabgleich oder gar mit eine Farbkorrektur nachgeholfen werden und evtl. mit dem Deshaker* (siehe spezielle Themenseiten hier auf dieser Homepage) die Aufnahmen beruhigt werden.

* der Mercalli-Deshaker arbeitet auf dem Grass Valley HQ-AVI-Material besonders schnell, viel schneller als auf MPEG2-HD.

Grießeln/Rauschen oder Film-Grain kann man mit einem Blurfilter abmindern, auch Grainfilter bieten die Möglichkeit  das rauschen etwas weicher zu zeichnen. Ein Weichzeichner sollte jedenfalls immer nach dem Grainfilter eingesetzt werden. Mit dem Entrauschen habe ich mich hier auf der Homepage beschäftigt. Ein "video noise reduction plugin" als Plug-in für verschiedene Videoschnittprogramme gibt es hier

Die beste mir bekannt Methode um Videos zu entrauschen ist die Anwendung des Neat Video Pro Plug-ins entsprechend dieser Beschreibung: Klick! 
Neat Video Pro entfernt auch unerwünschte Körnung: Klick!

Sollte bei der Wiedergabe des transferierten Filmes das Videobild zum Zeilenflimmern neigen, dann kann man das z.B. in EDIUS mit dem Filter Anti-Flicker herausrechnen. Man hat dort die Flicker-Amplitude nach Tests einstellen.

Ich habe festgestellt, dass mit der oben beschriebenen Beleuchtung mit einer Farbtemperatur von 5500 K im Falle der Kodachrome 40 keine Farbkorrektur nötig ist. Anders sieht das schon bei alten AGFA-, PERUTZ-, PORST- oder Quelle-Revue-S8-Filmen und auch ORWA-Filmen aus, dort kann schon eine gewaltige Farbveränderung durch Alterung auftreten. 

Farbkorrekturen gelingen meist am besten, wenn  man mit einem geeigneten Videoschnittprogramm und dem dem Farbkorrekturfilter die Tiefen, Mitten und Lichter getrennt korrigieren kann.

Rotfarbstich in alten Filmen bekommt man mit der 3-Wege-Farbkorrektur in EDIUS sehr schnell raus über die unabhängige Korrektur von Schwarzpunkt, Weisspunkt und Graupunkt.

Rotstich entfernen

Mit Rechtsklick in das Bild kann man sich die Beispielfilterung größer ansehen!

Wir korrigieren der Reihe nach im Bereich Farbauswahl Schwarz, Weiß und Grau und die Farben Blau und Grün werden mit der Pipette aus dem Rotstichbild "hervorgezaubert" sofern noch etwas davon vorhanden ist.

Rotstich entfernen

Der Rotstich ist verschwunden, Blau und Grün sind wieder hervorgetreten! Die Intensität einer solchen Farbkorrektur ist oft eine Geschmacksfrage, ich selbst bevorzuge eine insgesamt ausgewogene Farbkorrektur.

Tolle Ergebnise bekommt man bei Anwendung vom Magic Bullet Look in Studio 14. Bezüglich Durchführung von Farbkorrekturen siehe auch hier.

Bei starken Kontrasten (schwarzer Hund im Schnee z.B.) ist die Video- kamera überfordert dunkle Stellen korrekt, also mit Zeichnung darzustellen. In diesem Fall kann man mit der Gamma-Korrektur (YUV-Kurven in EDIUS z.B.) in die Tiefen des Bildes eingreifen. Meist hilft hier eine Absenkung um ein bis zwei Punkte aus um noch eine Struktur  sichtbar zu machen.

Bei starken Kontrasten an Objektkanten kann Chromatische Aberration (CA) auftreten, d.h. ein farbiger Saum, also ein Farbfehler durch unterschiedliche Wellenlänge. Praktisch jede Videokamera mit einem Zoom produziert mehr oder weniger CA-Fehler. Eine Filterung dagegen im Videoschnittprogramm kann man selektiv je nach Farbe mit der 3-Wege-Korrektur in EDIUS meist vornehmen. 

Zerlegt man einen Videoclip in Einzelframes, dann kann man auch eine Filterung per PhotoImpact X3 über Foto/Farbe/Chromatische Aberration im Stapelverarbeitung durchführen. Mit Photoshop geht das natürlich ebenfalls, siehe hier: Klick!

Der "Sweep Spot" kann durchaus außerhalb der optischen Achse liegen. Eine exakte Justierung der Kamera mit einem kleinen Versatz zu der optischen Achse des Transferobjektivs, also eine etwas "schiefe" Ausrichtung kann dazu führen, daß tw. Unschärfen vermieden werden und die chromatische Aberration gut abgefangen wird. Siehe hierzu auch COMPUTER video 2/10 Seite 48-53.

Staub und Kratzer kann man im beschränktem Umfang auch softwaremäßig mit dem DeSpot-Filter und AviSynth später noch herausrechnen. Vor allem an den Klebestellen hängen oft Fasern oder Staubfusseln, die sich beim Lauf durch den Filmkanal vor dem Projektionsfenster aufbauen und dann dort stören können. Habe oft auch schon Filme gesehen die mit einer verschmutzten Kamerabühne aufgenommen worden sind. An den Seiten der Filmbühne hing oft der Schmutz der z.B. ins Bild ragende Figuren auf den Film dann bei der Aufnahme einkopiert hat. 

Mit dem Filter Logoaway oder DeLogo zum Beispiel kann man solche groben Fehlstellen einigermaßen retuschieren. Diese Restaurierungen sind allerdings recht zeitintensiv und niemand möchte das dem Dienstleister bezahlen. Eine Aufgabe also welches der Besitzer des Schmalfilmes am besten selbst beackern sollte.

Oft sind Filme mit verschmutzter Kamerafilmbühne aufgenommen worden, das sieht dann z.B. im Fulm am linken Rand so aus:

Dreck im FilmIn diesem Fall hilft es nur das Filmbild im Videoschnitt- programm etwas zu vergrößern und den verbliebenen Rest nachzuschärfen.

In den Bildecken sind Filme manchmal auch mit Vignetierungen von Sonnenblenden mit einer zu engen Öffnung aufgenommen worden, diese Ecken sind dann meist abgerundet und abgeschattet.

Oben im Bild sehen wir links die Perforation des Filmes. Wenn diese Perforation während des Filmtransfers in der Monitorvorschau ganz ruhig steht, nicht wandert oder zittert, dann ist das ein Zeichen dafür, dass die Kamera die Aufnahme mit einem sehr ruhigen Bildstand damals aufgenommen hat. Das war z.B. bei meiner Braun Nizo 6080 immer der Fall. Mit einem solchen Ausgangsmaterial hat man sehr viel Freude am transferierten Film.

Lange Aufzeichnungen von Super8-Filmen kann man splitten auf die aufzunehmende Diskgröße. Das geht am leichtesten mit VirtualDub/Virtualdub MOD. Im Menü Video muß man dafür davor "Direct Stream Copy" aktivieren damit das Video bei der Aufteilung nicht nochmals codiert wird. In der Zeitleiste unten legt man entsprechende Markierungen für die zu speichernden Telstücke an. Das jeweils blau markierte Teilstück wird dann in der festgelegten Größe auf die Festplatte ohne Neukodierung gespeichert.

Die finale Ausgabe erfolgt z.B. in MPEG2-HD mit 1440x1080/50i (HDV). Von hier aus kann man dann mit Hilfe des kostenlosen MPEGStreamclip auch DVD kompatible MPEG2-Dateien erstellen, wobei die schwarzen Ränder dann links und rechts gleichzeitig beschnitten werden.

Soll das Videomaterial für Apple-User mit Apple-Videoschniprogrammen später weiter bearbeitet werden, ist es vorteilhaft das Material als AVI-MOV auszugeben. Dafür kann man den Codec PICVideoM-JPEG  einsetzen in VirtulDubMOD zum Beispiel. 

Um die besten Ergebnisse mit diesem Encoder zu bekommen, sollte die voreingestellte Standard-Kompression nicht verwendet werden. Für eine optimale Bildqualität und Vorschaugeschwindigkeit hat sich eine Videoqualität von 17 oder 18 mit 1:1:1 Subsampling bewährt. Die Vorschaugeschwindigkeit wird weiter gesteigert mit einem Subsampling von 4:2:2. Die beste Bildqualität wird nach Festlegung der Qualität auf 20 bei einem Subsampling auf 1:1:1 erzielt, die Vorschau auf dem PC kann dann aber schon gehemmt sein. Die Option "2 fields of more then 240 lines" sollte deaktivierst sein. Wenn diese Option angewählt ist, wird Interlacing bei Videos, die mehr als 240 Zeilen haben, angewendet, was die Bildqualität verringert. Ferner sollte "Advanced Deblocking" in den Dekomprissions- einstellungen abgewählt werden. Wenn das Deblocking deaktiviert ist, erhält man eine verbesserte Wiedergabegeschwindigkeit des mit PICVideoM-JPEG komprimierten Videos.

Für die Bearbeitung in VirtualDub mit AviSynth-Scripten und Archivierung eignet sich ferner der kostenlose Lagarith Lossless Video Codec sehr gut.

Falls ein 4:3 Format nach dem Videotransfer erstellt werden soll, dann ist es am besten die 16:9-Datei per MPEG Streamclip in PAL-DV zu konvertieren (für die Wiedergabe in MPEG-Streamclip benötigt man das kostenpflichtige QuickTime MPEG2-Modul für €20,33 und natürlich das kostenlose QuickTime. Links und recht ist dann das Video um je 96Pixel zu beschneiden (Cropping). Diese Konvertierung ist besser als es viele NLEs machen (dort treten oft Aliasing-Artefakte und Unschärfen auf), nicht aber in Grass Valley Edius 7.

Dieses Format kann man auch an Leute verteilen die noch über keine HDTV-Ausrüstung verfügen, sondern lediglich einen DVD-Player. Wenn man aus dem HDV-Aufnahmematerial erst nach der Formatbeschneidung, Bildfrequenzkorrektur etc. ein Intra-Frame-Video mit einem entsprechenden Codec macht, werden die auf PAL-DVD skalierten MPEG-Dateien qualitativ besser.

Den recht guten kostenlosen XMedia Recode für Konvertierungen bekommt man im Internet. Dieses Programm ist sogar viel mehr als ein Konvertierer mit Stapelverarbeitung, damit können Videos sogar gefiltert und skaliert werden. Folgende Filterungen sind möglich: Auswahl des Bildformat, Bild drehen, Bild spiegeln, Denoise, Delogo, Deblocking, De-interlacing, Farbkorrektur(Helligkeit, Kontrast, Gamma, Farbton, Sättigung), Lautstärke Korrektur, Lautstärke Normalisieren, Rahmen mit frei wählbarer Farbe (Padding), Schärfe, Startpunkt Endpunkt, Sepia, Videogröße, Video ein-/ausblenden, Ton extrahieren. Ferner kann man damit Kapitel automatisch erstellen lassen. Kapitel werden automatisch von DVD / Blu-ray übernommen.

Schwierigkeiten bereitet oft die flüssige Vorschau des in HDV transferierten Videos auf dem PC, der "Windows Media Player" arbeitet recht träge. Besser ist die Verwendung des kostenlosen Splash Lite Players aus dem Internet. Sehr gut einsetzbar ist ferner wie immer der all around Player MPC-HC.

Restaurierung mit AviSynth-Power:

Um möglichst gute Scannergebnisse von den Schmalfilmen zu erhalten, muß man schon bei dem Digitalisierungsvorgang bestimmte Maßnahmen ergreifen, dies sind hier:
  • optionale Naßreinigung
  • antistatisch wirkende Bürstung des Filmes vor dem Filmeinlauf in den Projektor
  • stoßartige Druckluft auf das Film-Gate im Projektor um eindringende Fasern und Staubflocken wegzublasen
  • Weiche Ausleuchtung der Filmbühne damit das Hervortreten von Flmkratzern bei dem Scann gedämpft werden kann. Mit meinen LED-Ausleuchtungen und davorgesetzten Diffusor ist das gegeben.
  • Für umfassende Restaurierungen sollte man Progressivmaterial verwenden, Interlaced-Material sollte man vor weiterer Nachbearbeitung deinterlacen, insbesondere bei Skalierungen.
Als Input-Videomaterial verwende ich für die nachfolgende Restaurierung das per EDIUS in HQ-AVI kodiertes Synchron-Videomaterial nach meiner Scannmethode.

Optionale Restaurierung:

Das digitalisierte Material kann man mit digitaler Softwarefilterung mittels verschiedenen frei verfügbaren Avisynth-Filtern(
Doom9's Forum) nachbehandeln. Von "VideoFred" gibt es AVS-Scripte im Doom9-Forum, er hat viel Freizeit in die Entwicklung der Scripte reingesteckt und dafür kann man ihm garnicht genug danken. Hier - Klick! - gibt es ein Script für den "TelecineExtractor", der auf der Vorarbeit von VideoFred beruht...
Mit dem ebenfalls im Internet frei verfügbaren VirtualDub und AviSynth beschäftige ich mich persönlich schon seit 2007 auf dieser Homepage, da selbst teure Videoschnittprogramme nicht alle Maßnahmen erledigen können die z.B. bei der Restaurierung von Film- bzw. Videodigitalisierungen erforderlich sind.

Folgende Schritte kann der AviSynth-Restaurierungsvorgang beinhalten, wenn das die Analyse des Filmaterials durch den Digitalisierer als nötig erscheinen läßt  :
  • Abschwächung von Verschmutzungen
  • Entrauschung und Kornabschwächung
  • Filmkratzer-Laufstreifen abschwächen
  • Farbauffrischung
  • Luminanzkorrektur
  • Bildstabilisierung
  • Bildzwischenrechnung für flüssigere Wiedergabe
  • Nachschärfung
Für den Output kann man gängige Kodierungsmethoden verwenden.

Restaurierung

Standbild einer N8-Restaurierung in VirtualDub

Filmkratzerrestaurierung

Filmkratzerrestaurierung eines N8-Filmes in VirtualDub
(mit RMT Bild größer ansehen)

Das Ergebnis hängt von den Zielen ab die man sich selbst setzt und von der Erfahrung des Operateurs. Das verfügbare Know-how und die Zeit bestimmt das Maß für die Aufwertung des Restaurierungsergebnisses.

Einige der Softwarerestaurierungen haben natürliche physikalische Grenzen, z.B. die automatische Entfernung eines sehr breiten senkrecht im Film laufenden Filmkratzers, da diese Stelle mit Inhalten von unmittelbar benachbarten Stellen ersetzt wird. Kratzer können nur dann ohne Kollateralschäden in der Nachbarschaft entfernt werden, wenn die Kratzer z.B. nur einen Pixel breit sind, sonst würden auch Teile eines Lattenzaunes aus dem Bild mit verschwinden, wenn man z.B. die Entfernung auch  5 oder gar 10 Pixel breiter Kratzer zulassen würde!

Ein restauriertes S8-Video von mir ist hier zu sehen:

Obiges Sport-Video mit 720 TV Linien ist in 25p(also progressiv!) aus einem Super8-Film mit der Projektor-Synchronfrequenz von 16,667 fps "Telecine On-The-Fly-Method" von Video&Bild in Würzburg digitalisiert worden. PC-Player bitte auf 1280x720p-25 für Wiedergabe auf dem PC-Monitor stellen.
Ausschnitte aus dem Film stellte mir P.V. - der damals in Super8 filmte - freundlicherweiser für meine Veröffentlichung im Internet zu Verfügung!

Einzelheiten: http://www.videoundbild.de

Was im aufgenommenen Film nicht da ist, läßt sich auch nicht mit einer Restaurierung hizuzaubern. Die Restaurierung liefert aber eine deutliche Qualitätssteigerung der Videowiedergabe des alten Filmmaterials.


Restaurierungfilterungen haben auch ihre Tücken, dann wenn die Filmaufnahmen z.B. zu rucklig seinerzeit aufgenommen worden sind. Auch zu diversen Artefakten kann es kommen, wenn das Rauschen/Grieseln im Film zu stark ist. Die in letzter Zeit häufig auftretenden Pilz- Braunflecken in der tw. organischen Filmbeschichtung bei Agfa-Moviechrome Filmen gehen mit der Restaurierungs-Filterung nicht weg, Tipp dazu siehe hier: Klick!.

Manche Leute empfinden eine Filter-Restaurierung per AviSynth als zu clean, das filmische am Film würde ihnen verloren gehen was zum Teil auch stimmt. Ich empfehle den finalen Schnitt aus einem Mix von rastaurierten und nicht restaurierten Digitalisierungen durchzuführen, das beste aus beiden Welten zu verwenden im Feinschnitt. Man muß die störenden Sequenzen bei der späteren noch durchzuführenden Feinnachbearbeitung ausschneiden. Unter dem Strich liefert aber die Restaurierung einen wertvollen Qualitätsgewinn.
Die Feinnachbearbeitungen  kann man mit dem eigenen Lieblings- Videoschnittprogramm durchführen, da VirtualDub zusammen mit Avisynth kein eigentliches Videoschnittprogramm ist, es dient lediglich als Filterungs- Zwischenschritt bei der Restaurierung.

Es bleibt noch genug zu tun, wie z.B.:
  • Entfernung von Helligkeitsschwankungen und Verblassungserscheinungen an der Filmschicht sowie an Klebe- und Clipstoßstellen
  • Entfernen von Brand- und Lichteinfallflecken und Lichtblitzern durch unbelichtete Filmbilder
  • Einzelretusche von Flecken, Fehlern, Staub- und Fuseln sowie besonders dicken Kratzern
  • 3-Wege Farbkorrekturen lokaler Sequenzen, Grading
  • Reparaturen mit Defektmasken
  • Ebtfernung von CA-Fehlern an Videoeinzelframes
  • Interlaced-Flimmern abschwächen
  • Stellen mit Hot-spot auf Gesichtern von Personen aus einem zu hohen Kontrastverhältnis im Film(128:1) entfernen weil das Video(32:1) diesen Kontrastumfang nicht bewältigen kann
  • Drop-Out Entfernung
  • Kantenschärfung
  • Lokale Rausch- und Kornunterdrückung mit "Neat Video Pro"
  • Ersatz von Betitelungen die außerhalb des sicheren Bereiches für die TV-Darstellung seinerzeit gefilmt worden sind
  • Ton-Restaurierung und Synchronisierung
  • Erstellung von Zeitlupe/Zeitraffer mit ProDAD "ReSpeedr", lokale Stabilisierungen mit ProDAD "Mercalli"
Die obige Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!

Die Aufnahme des Super 8 - Filmes mit einer HDV-Kamera und deren großen Auflösung mit 1080 TV-Linien bietet sehr gute Qualitätsreserven z.B. für die Stabilisierung von verwackelt/verzittert aufgenommenen Szenen für die Produktion einer DVD oder Blu-ray. 

Rekonstruktion und Restaurierung des Klassikers Metropolis: Klick! Professionelle Echtzeit Film-Restaurierung für SD und HD: Klick!

Weitere Informationen, z.B. über das Degraining findet man hier: /31/

Restaurierungsarbeiten an der Original-Videotransferdatei sind mit sehr viel Zeitaufwand verbunden, vor allem wenn dem Dienstleister keine Echtzeit- systeme zu Verfügung stehen. Der Preis für die Filmrestaurierung steht in keinem Verhältnis zu dem Gewinn den man bei einem Video für den Privatbereich hat, da damit keine Vermarktungserlöse erzielt werden können.
Der Eigner des Privatfilmes kann allerdings an den Stellschrauben der Videonahcbearbeitung selbst optimieren so lange er will, Kosten spielen für ihn ja keine Rolle!

NeatVideo Pro V4 von AB-Soft für die Restaurierung:

Diees Plug-in eigent sich sehr gut für die Nachbehandlung von Digitalisierungs-Videos, egal ob Entrauschung, Kornabschwächung. Cleaning oder Nachschärfung etc.. Das Plug-in gibt es für verschiedene  Videoschnittprogramm und sogar für VirualDub als Plug-in.

Kleine Fehler Mein jahrelanges Streben für eine gute Schmalfilmscanneinrichtung zielte dahin, dass die Erfassung des analogen Filmmaterials in Echtzeit mit einem sehr guten Codec (Canopus HQ-AVI) realisiert werden sollte.

Die Videoaufnahme des Filmes erfolgt immer in HDV frame by frame in Halbbildern. Der Projektor zieht den Film an der Perforation mit dem Filmgreifer Bild für Bild in das Filmgate. Das Filmbild steht also im Filmgate einen kurzen Augenblick still und mit einer Belichtungszeit von 1/50 Sekunde aufgenommen.

Ganz ohne kleiner Fehler geht es aber nicht bei diesem Verfahren, weil:
  • pro Sekunde 16 2/3 Bilder vom Projektor abgespielt werden
  • pro Sekunde werden 50 Halbbilder aus dem Filmgate vom der Kamera am stehenden Bild aufgenommen
  • pro Sekunde 25 Bilder auf dem PAL-TV dargestellt werden
  • pro Umlauf der Drei-Flügelblende wird ein identisches Filmbild 3mal angezeigt, d.h. die Projektionsbildrate beträgt 3x18 = 54 Bilder/Sekunde, die Videoaufnahme erfolgt in Halbbildern
Theoretisch kann das dann so aussehen:

Das bedeutet, dass in regelmäßigen Abständen aus zwei verschiedene Halbbildern das TV-Bild gekreuzt zusammengesetzt wird und dadurch eine leichte Bewegungsunschärfe entstehen kann.
Der Zuschauer wird das aber praktisch kaum bemerken, da es nur 1/25 = 0,04 Sekunden = 40 Millisekunden sichtbar ist und sich somit das Problem bei theoretisch jedem dritten Bild relativiert. Zwischen den gekreuzten Bildern bekommen wir jeweils zwei zu einem Bild zugehörig richtig zusammengesetzte Halbbilder im Video.

Bei einer Belichtungszeit des Camcorders von 1/50 Sekunde kann man eigentlich auf die Synchronisierung zwischen Projektor und Kamera verzichten*, wichtig ist nur das der Projektor mit einem Drittel von 50 Hz läuft. Bei der Netzfrequenz kann man von einer maximalen Abweichung von einem Promile ausgehen, der Camcorder läuft sogar um den Faktor 10 genauer. Es werden sich deshalb lediglich die Bildwechselzeitpunkte beider Geräte laufend gegeneinander verschieben und es kommt dann zu dem oben beschriebenen Effekt. Das ist aber kein systematischer Fehler, da Video-Halbbilder immer hintereinander aufgenommen werden und damit auch der Inhalt sich voneinander unterscheidet.

* mein neueste Filmprojektor Beaulieu 708 EL,  den ich weiter unten vorstelle, beweist das, er ist werkseitig schon für Filmabtastung per Videokamera geeignet, da er selbst die justierte Fremezahl auf 16 2/3 oder 25 Bilder/Sekunde sehr gut hält auch mit einer 700m Filmrolle.

Hier ein kurzer Bildstreifen mit 10 Bildern in dem man sehen kann, wie sich die Digitalisierung je nach Geschwindigkeit der Bewegung in der  Praxis auswirkt:

S8-Digitalisierung

Hier ein 1.1 Frameausschnitt als Download 

Die Einzelframes sind mit VirtualDub mit dem normalen Deinterlace-Filter aus VD erzeugt worden und dann 100% Bildausschnitte in 300x250 Bildpunkten mit PhotoImpact X3 ausgeschnitten und zu einem Bildausschnitt zusammengesetzt worden. Man kann in diesem Bildstreifen sehen, welche Frames für kurze Zeit gestört und welche ungestört sind als progressives Einzelbild. Verbesserungen erzielt man nach diesen Vorschlägen hier.

Mit einer Bild für Bild-Aufnahme die nicht per Filmgreifer sondern mit einem Schrittmotor den Film bildweise in das Filmgate des Projektors zieht kann man diesen Aufnahme-Fehler vermeiden. Die Anwendung dieser sehr zeitintensiv arbeitenden Scannmethode bedeutet aber einen enorm viel höheren Zeitaufwand. Der Original-Sound muss im separaten Aufnahmegang per Projektor aufgenommen werden. Die Videoeinzelbilder die man bei dieser Methode bekommt stehen micht immer absolut im gleichen Bildraster, d.h. sie können leicht höhenversetzt sein und damit ist dann auch der Videolauf später hinsichtlich Bildstand etwas unruhig. Das Scannen von Filmstücken auf einem Flachbettscanner ist problematisch hinsichtlich der sich dabei evtl. bildenden Interferenz- und Moire-Muster sowie Newton-Ringe. Ferner entstehen Ungenauigkeiten beim zusammensetzen der Streifen bei nicht exakten Filmführungen sowohl hinsichtlich Verkantung als auch hinsichtlich Aufnahme-Unschärfen wegen mangelnder Filmauflage auf dem Scannerglas.

Der größte Nachteil der Bild für Bild-Aufnahme ist, daß man nicht videokompatible Einzelbilder im RGB-Farbmodell bekommt, z.B. als JPG, Soll ein Video daraus entstehen, dann müssen die Einzelbilder in das YUV-Farbmodell mittels Rendering konvertiert werden, was ungünstig ist weil das nicht nur die Verarbeitung bremst. Es führt auch zu Rundungsfehlern und damit zu Farbverfälschungen. die Farbsignalaufbereitung nimmt  dadurch an Qualität ab!

Bei der von mir bevorzugten "frame by frame on thy Fly-Methode" bekommt man sofort nach dem Filmscann eine kompatible Videodatei im YUV-Farbmodell, zusätzlicher Konvertierungsrendering ist hier nicht nötig
Die Helligkeitskomponente und Farbdifferenzen werden wie bei den meisten Videokompressionsalgorithmen getrennt behandelt! 
Das Anwenden von Filtern zieht somit keine Farbraumkonvertierungen - und somit keine Qualitätsverluste - nach sich!

Nicht zuletzt:

Die AviSynth-Restaurierung liefert zwangsweise Progressivbilder in 25p, die gekreuzten Frames entfernt man einfach und rechnet mathematisch berechnete Zwischenbilder ein. Dafür muß man gerüstet sein, wenn man im Falle der "on the fly"- TeleCine-Transfermethode ganze Bilder haben will und den Schnitt nicht im Interlaced-Format mit Halbbildern final bearbeitet wird!

Man kann mit einem AviSynth-Script auf Basis von GetDups die gekreuzten Bilder lokalisieren und entfernen.

Im zweiten Schritt kann man die dann nötigen Zwischenframes interpoliert hinzurechnen damit das Video flüssiger läuft. Das ist ein wichtiger Teil der von mir weiter oben beschriebenen Avisynfh-Restaurierung.
Zwischenbilder einfügen kann man sehr gut mit dem kleinen Programm von proDAD mit dem Namen "ReSpeedr".
Die Zwischenbilder werden mit der intelligenten Optical Flow Methode mit effiziente Algorithmen zur Bestimmung von bewegten Bildinhalten in einem Video genutzt.
Es wird die Bewegungsrichtung und Geschwindigkeit f
ür jeden Bildpunkt bestimmt und damit eine hohe Qualität erzeugt.

Zwischenbilder

Es sind ein paar Kenntnisse der Mathematik nötig. Der Film ist ja von der Kamera z.B. in 18 fps aufgenommen worden, der Projektor mußte aber bei einer 3-Flügelblende auf 50/3 = 16,667 fps mit der 50Hz-Aufnahmekamera während dem Transfer von der Analog- zur Digital-Welt synchron transferiert werden. Und auf dem TV soll dann die Laufzeit des Videos genauso lang sein wie die Laufzeit bei geschnittenen Filmes aus der S8-Kamera. Zusätzlich kann in diesem kleinen Programm auch das Video nachstabilisiert und eine Rolling-Shutter Korrektur durchgeführt werden.

Alles ist möglich, ein jeder der Schmalfilme digitalisiert muß sich halt einen Arbeitsablauf(Workflow) dafür zusammenstellen, siehe hier: Klick!

Neuerungen im Oktober 2010

HD - TeleCine Capture Sync II

Vor ein paar Jahren konnte ich vorsorglich bei Ebay
einen zweiten Bauer T525 günstig ersteigern. Diesen Projektor habe ich an Telecine Fälker zum Einbau der Synchronsteuerung und LED-Beleuchtung eingeschickt. Es sind folgende Bauteile von Telecine eingebaut worden:
  • SYNC II Einbausatz für 16 2/3 Bilder/s (3-Flügelblende) mit von außen zugänglicher Sync-Justierung
  • HQ-Beleuchtung, 5W (4500°K), neutralweiß mit von außen zugänglicher Lichtmengenregelung
  • Neuer Antriebsriemen
  • Auf der Motor-Reglerplatine sind diverse häufig ausfallende Kondensatoren und Lastwiderstände vorsorglich ausgetauscht worden.
  • Austausch des Motorlüfterrades gegen eine zusätzliche Rotations-Trägheitsmasse auf der Motorantriebwelle zum Zwecke eines besseren Gleichlaufes bei Soundüberspielung vertonter Filme.
Die Entwicklung des SYNC-Einbausatzes und der HQ-Beleuchtung hat im Vergleich zu den Bauteilen aus dem Jahre 2003 erhebliche Fortschritte bei Telecine gemacht.

Die neue Super8-Transfereinheit auf Basis des Bauer T525 arbeitet jetzt praktisch flickerfrei. Auf den Einsatz eines Anti Flicker Filters in der Nachbearbeitung des Videos kann verzichtet werden. Mit dem von außen zugänglichen SYNC II - Regler kann die Synchronisierung jetzt bequemer nachjustiert werden, sollte ein dunkler Balken durch das Bild wandern. Mit dem außen liegenden Lichtmengenregler der HQ-Beleuchtung läßt sich nun auch die Lichtmenge online regeln.

Als Macro-Objektiv setze ich weiterhin mein oben beschriebenes Eigenbau-Transferobjektiv ein. Die Sony HDR HC3 kommt ebenfalls weiterhin für die Übertragung des Videosignales zur PC-Festplatte zum Einsatz. Für das Capturing und EDITING der Videos benutze ich das Programm EDIUS Pro 7, wobei immer in HDV mit dem Canopus HQ-AVI Codec transferiert wird. Je nach Wunsch wird aus dem Master-Transfer dann das finale Super8- Videomaterial produziert.

Bei Telecine Fälker kann man eine Demo-DVD günstig beziehen mit 10 Vergleichsvideos (Artikel Nr. 4300) verschiedener Super8 Captureverfahren in SD. Man kann sich von der Qualität des Videotransfers somit selbst ein Bild machen.

In dem Magazin ZOOM für Filmemacher Ausgabe 6/10 findet man ab Seite 22 einen Test von fünf HD-Dienstleistern die mit geschlossenen Systemen S8-Filme transferieren. Die Preise lagen bei 12,5 bis 65 Euro je 15m Filmrolle! In der Ausgabe vom Dezember 2010 traten weitere 100 Filmtransfer- Dienstleister zum Preis-/Qualitätsvergleich an. Ich beteilige mich an einem solchen Wettbewerb nicht. Interessierte Kunden können zum günstigen Preis einen Test-Filmtransfer bestellen und bei Akzeptanz der erhaltenen Ergebnisse dann größere Mengen bei mir Scannen lassen. Ich denke das ist ein sehr  faires Angebot. Immer wieder biete ich innerhalb eines Jahres befristete Sonderaktionen mit Rabatpreisen an.

Die neue S8-Synchroneinheit von Telecine führt erheblich zur weiteren Qualitätssteigerung des Super8-Videotrasfers hier bei der von mir angebotenen Dienstleistung bei. Ich liefere somit akzeptable Filmtransferqualität zu einem günstigen Preis an, den sich jeder leisten kann.
Ergebnisse

Und es geht doch!

Normal8/Doppel8 und Super8-Filmtransfer auf Video;

Dieser Projektor - Bauer T192 AUTOMATIC DUOPLAY- aus dem Jahre 1978 ist im September 2014 zu mir gekommen und er ist sehr gut für den Videotransfer incl. Ton von Normal 8 und Super 8 nach Umschaltung eines einzigen Schalters geeignet und er läßt sich mit dem OSAGA ODR-800 in der Drehzahlanpassung sehr gut einregeln und die Drehzahl hält er dann auch über weite Strecken. Bei dem sich ebenfalls in meinem Besitz befindlichen EUMIG 610 D S8/N8/Doppel 8 und Quelle REVUE lux 30B geht das nicht so kultiviert mit der Projektordrehzahl, diese Projektoren bleiben machmal sogar stehen.

Dieser Projektor ist sehr laufruhig, genauso wie der große Bruder T525 den ich als mein Hauptgerät für den Filmtransfer einsetze. Die Firma Bauer hat viele Jahre sehr gute Projektoren gebaut und dabei Weltruhm erreicht. Im Jahre 1992 war es leider Schluß mit der Photokino-Produktion in Untertürkheim!

Bauer T192

Das Original-Projektorobjektiv wird auch hier rausgenommen.

Als Transferobjektiv wird das Ennagon 1 : 2,8/85mm von ENNA München verwendet. Die Projektorbauart ist toll gelöst, da das eingesetzte Transferobjektiv über die Gehäusekante heraussteht und man so nicht mit der angesetzten Kamera am Projektorgehäuse kollidiert. Dieser Projektor benötigt den kürzesten Filmvorspann aller Projektoren die ich bisher in den Händen hatte.

HC3 mit Makrovorsatzobjektiv

85mm-Ennagon-Makrovorsatz mit der Sony HDV-Kamera verschraubt

Als Kamera verwende ich hier ebenfalls den HDV-Camcorder Sony HDR-HC3E, der 1080 TV-Linien digitalisiert.
Setzt man im Kamera-Menü den AUTO VERSCHL auf "aus" , dann bekommt man die gewünschte konstante Verschlusszeit von 1/50 Sekunde um für flackerfreie Aufnahmen zu sorgen. Die Kamerafarbe setzt man zurück auf drei Punkte. Für die Online-Fokusierung während des Scannvorganges ist der Punkt-Focus per Monitorberührung mit einem Stift geradezu ideal geeignet!

Eine Projektions-Geschwindigkeitsumstellung von 18 auf 24 Bilder/Sekunde ist möglich. Der Projektor verfügt über eine Drei-Flügelumlaufblende.

Auch diesen Projektor habe ich auf flimmerfreie LUXEON Lumiled LED-Filmausleuchtung ohne Hotspots für besten Farbfilmtransfer umgerüstet.

Dieser Projektor nimmt 180m Filmspulen auf!

Den Ton kann man auch getrennt von Track 1 und Track 2 aufnehmen für die Zumischung im späteren Videoprojekt. Das geht auch bei Normal8-/ Doppel8-Filmen.

Um an das Film-Gate heranzukommen, muß man die Filmandruckschiene herausnehmen die an der Aufsteckachse mit einem Federstecker gesichert ist.

Das Film-Gate wird auf zwei Größen per Schieber umgeschaltet - S8/N8:

S8   N8

Vergrößern kann man hier den "freien Blick" auf den Film leider durch einfache Herausnahme einer Blechmaske nicht da der Schieber aus einem Stück gefertigt ist. Sichergestellt ist aber bei einem Scann mit diesem Projektor, daß auf dem Video ein identischer Filmausschnitt zu sehen ist wie bei Projektion auf die Leinwand!

N8-Projektion

Manche Filmer haben seinerzeit leider die Titel ohne einem sicheren Rand abgefilmt.  Man muß in einem solchen Fall jetzt damit rechnen, daß Randteie des Titels im sog. Overscan des HDTVs verschwinden.

Mit folgenden Testchart von elCutty kann ein jeder messen wie groß der Overscann bei seinem HDTV ist und welcher Luminanzbereich übertragen wird.

FHD-Overscan

Download: Klick!

Als Kamera verwende ich hier den HDV-Camcorder HDR-HC3E. Setzt man im Kamera-Menü den AUTO VERSCHL auf "aus" , dann bekommt man die gewünschte konstante Verschlusszeit von 1/50 Sekunde um für flackerfreie Aufnahmen zu sorgen. Für die Fokusierung ist der "Punkt-Focus" per Monitorberührung mit einem Stift geradezu ideal geeignet, da man das bei einem üverwachten Scann auch "on the fly" machen kann..

Merci Beaulieu 708 EL für diesen S8-Projektor:

- video transfer capability -

Ende 2014 habe ich den obigen einen erstklassigen Beaulieu-Projektor mit Doppelgreifertransport für Super 8 Schmalfilmer für meine Filmtransfer-Dienste bekommen. Dieser Projektor ist technisch recht simpel aber sehr durchdacht aufgebaut. Dieser Projektor verfügt über eine elektronisch überwachte Drehzahlregelung. Ein separater Tonwellenmotor (Capstan Drive) sorgt für Gleichlauf unabhängig von der Filmbeschaffenheit. Beaulieu hat die metallene Filmandruckplatte lampenseitig konstruiert was zur Folge hat, dass die einmal eingestellte Bildschärfe erhalten bleibt, weil der Abstand von der Filmemulsion bis zum Objektiv immer gleich bleibt.

Filmandruck

Die Scharfstellung erfolgt mit Hilfe einer Mikrometerschraube. Die Spulengröße kann bis zu 700m betragen. Ein Schlaufenkorrekturhebel ist vorhanden.
Die Filmwiedergabe kann in 18 und 24 Bildern/Sek. erfolgen, wobei die Geschwindigkeitseinstellung im 18er-Gang zwischen 16 und 20 Bildern/Sek. und im 24er-Gang zwischen 22 und 26 Bildern/Sek. geregelt werden kann. Der 708 EL ermöglicht außerdem schon vom Werk aus die Überspielung auf Video mit 25 B/Sek. per Zwei-Flügelblende (Filme aufgenommen mit 24 oder 25 B/Sek.) oder mit 16 2/3 per Drei-Flügelblende (Filme aufgenommen mit 18 B/Sek). Ausgestattet ist der Projektor mit einer 15V, 150 Watt Kaltlichtspiegellampe und einem ELMO-ZOOM 1:1,0 f=12.5 - 30mm für große Projektionen in kleinen Räumen.

Lampenumrüstung

Im obigen Bild sieht man, daß der Filmkanal über den gesamten Führungsweg zugänglich ist. Hierdurch bekommt man auch die Möglichkeit den Film manuell einlegen und rausnehmen zu können. Die Filmbühne kann man super einfach reinigen in dem man die Objektiveinheit einfach herausklappt.

Dieser Projektor benötigt ungefähr 1m Vorspannfilm von der Filmbühne aus bis zu der Aufwickelspule, das ist enorm viel!

Zwischenzeitlich habe icht die Ausleuchtung der Filmbühne auf eine neue
5 Watt - LED-Ausleuchtung wie folgt geändert, da ich nicht ständig die Lampen von Projektor zu Projektor wechseln wollte.

LED-5Watt-12Volt

Als Lichtquelle für die Leuchtpult-Filmbühne des Beaulieu-Projektors verwende ich diesmal den MR16/GU5,3 LED-Strahler 120° - 370Lm - 12V / 5W (warm-weiß, 3000K) von hier: Klick! mit zusätzlich selbst gebastelter Licht-Streuscheibe aus eimem alten milchweißen Kunststoffaufbewahrungs- behälter mit 2mm dicke. Die Fassung für 5,3mm Stiftabstand gab es im hiesigen Baumarkt, ebenso einen Paulmann LED driver 404002090 mit Konstantspannung von 12 Volt und max. 12 Watt Belastung.
Ein Anschlußkabel mit Kabelschalter gab es natürlich ebenfalls im Baumarkt. Der Abstand der Streuscheibe zum LED-Stahler beträgt ca. 4mm. Den Weißabgleich bei der Sony HDR HC3 Videokamera stelle ich in diesem Fall auf "INNEN" ein!

Diese Filmbühnenausleuchtung paßt auch in meine anderen Projektoren.

Beaulieu-Transfereinrichtung

Der zweite Teil des Umbaues für den Videotransfer beinhaltete die Anpassung des Transferobjektives an die baulichen Verhältnisse bei diesem Projektortyp. Ich verwende hier weiter das obige
Ennagon 1 : 2,8/85mm von ENNA München. Den Objektivkern habe ich aus dem äußeren Kunststoffgehäuse ausgebaut. Der Abstand von der Filmbühne bis zur Außenseite der Frontlinse des Ennagon-Objektives beträgt etwa 100mm. Die Zwischenlücken sind mit verschieden gestuften Zwischenringen ausgefüllt und miteinander verschraubt worden. Wichtig ist, daß die Transfereinheit Film/Video gut zentriert ist auf die Filmbühne, dafür verantwortlich ist der hintere Schaftdurchmesser von 30,5mm für die Objektivaufnahme am Projektor. Diesen Führungs-Schaft am projektorseitigen Ennagon-Objektiv  habe ich mir aus Buchen-Rundholz auf der Drebank passend für die Aufnahme im Projektor gedrechselt.

Transfer-Optik

Den Tubus hinten habe ich aus feinsten Buchenholz,
die Verbindungsbüchse dagegen aus Messing gedreht

Die Kamera wird möglichst nah an die Frontlinse justiert. Die Anordnung ist so eingestellt, daß man mit dem optischen 10fach-Zoom den Film in voller Filmbühnenhöhe im Aufnahmefenster des EDIUS-Schnittprogrammes erfaßt und die Fokusierung einwandfrei ist für best mögliche Bildschärfe.

Die Abstände zwischen Filmbühne/Transferobjektiv/Aufnahmekamera findet man heraus mit einem Testaufbau den ich auf einem Brettchen auf dem ein provisorisches Filmbühnen-Leuchtpult mit einem einzigen durchleuchtenen Filmbildchen fest montiert ist und ich dort das Transferobjektiv in eine verschiebbare Mulde legen kann sowie die Videokamera auf einem Somikon-Einschtellschlitten steht. Bildet man im realen Abstand von der Filmbühne noch die Projektorstörkante die später der angebauten Kamera im Wege sein könnte ab, bekommt man mittels hin-und-her schieben die Abstände für spätere korrekte Montage der Videoaufnahmeeinheit im/am Projektor heraus.

Filmhöhenerfassung 

Den ursprünglichen Kamera-Bildausschnitt von 5,68 x 4,22 mit 7,1mm Filmbild-Diagonale kann man erfassen in dem man die 0,3mm dicke Blechmaske an der Filmbühne auf der Rückseite der Beaulieu-Objektiv- halterung ausbaut. In einer federnden Filmseitenführung sitzt eine kleine Feder aus einem dünnen Federdraht die man auf keinen Fall verlieren darf.
An Stelle der ursprünglichen Blechmaske mit dem einengenden Projektionsrahmen muß man ein Futterblech ersatzweise darunterlegen, damit die Andruckplatte mit identischer Federkraft den Film im Filmkanal vor dem Projektionsfenster bremst. Ist die Filmbahn zwischen Andruckplatte und Objektivhalter zu eng wird der Film bei zu strammen Lauf reißen oder bei zu großen Spalt zu locker laufen und deshalb bei der Wiedergabe mit dem Projektor vertikal zittern. Wird an Stelle der herausgenommenen Projektionsmaske kein Futterblech daruntergelegt, dann besteht die Gefahr, daß der Greifer an den Film-Perforatiosöffnungen vorbeirutscht und damit eine Filmtransportstörung verursacht. Die korrekte Unterfütterung ist also sehr wichtig für einen ungestörten Filmdurchlafuf an der Filmbühne.

filmfenster-ohne-maske

Oben: Filmfenster ohne Abdeckmaske

Beaulieu mit 700m Filmrollen

Bild: Imposante Erscheinung,  Beaulieu 708 EL mit 700m Filmrollen aus Aluminium

Die Digitalisierung mit der Sony HC3 (1/3" CMOS-Aufnahmechip) mit einer Diagonale der lichtempfindlichen Sensorfläche von 5,9mm wird per FireWire- Kabelverbindung in HDV zum PC geführt und dort auf die Festplatte in Canopus HQ-AVI kodiert. Bei diesen CMOS-Kameras ist die Verschlußzeit auf 1/50 Sekunde eingestellt. Man bringt diese Kamera mit dem 10fach optischen Zoom nah genug an die Filmebene heran für ein formatfüllendes Bildframe ohne den Digitalzoom einsetzen zu müssen was die Bildqualität mindern würde

Der Filmtransport über die geschliffene Filmbühne erfolgt sehr schonend mit Hilfe eines Doppelgreifers der auch mit einer beschädigten Filmperformation fertig wird:

Doppelgreifer

Je nach Projektionsbedingungen kann der Projektor mit Drei- oder Zwei- Flügelblende betrieben werden. Normalerweise wird die Drei-Flügelblende für Aufnahmen mit 18 oder 24 Bildern pro Sekunde eingesetzt. Die Zwei- Flügelblende  erhöht die Lichtleistung  bei Vorführung mit 24 bzw. 25 Bildern pro Sekunde. Mit dieser Blende  werden auch Progressiv-Filmabtastungen mit einer Videokamera möglich die Progressivvideo aufnehmen kann.
Die Verstellung der Flügelblende erfolgt vom Lampengehäuse aus mit Hilfe der Blendenarretierungsschraube.

Dreiflügelblemde-Synchronisierung

Blendenumstell-Rändelschraube

Zweiflügelblende-Snchronisierung

In den obigen Bildern sieht man den Drehschalter für die Position der Synchrondrehzahl für Aufnahmen die mit 18 bzw. 24FPS gemacht worden sind. Die Elektronik des Beaulieu 708 EL hält die Drehzahl auch für den Transfer einer 700 m - Filmspule. Man muß da nichts nachregeln und eine Synchroneinrichtung wie bei meinem Projektor BAUER T 525 wird auch nicht benötigt. Der Projektorantrieb sollte sich vor dem Einsatz etwas warm laufen. Die Synchrondrehzahl ist erreicht, wenn auf dem PC-Monitor keine Querbalken mehr vertikal durchlaufen bzw. kein Flackern auftritt. Eine augenscheinliche Beurteilung genügt völlig.

Wer es etwas eleganter machen will, der baue sich eine Echtzeitüberwachung der Synchrondrehzahl mit Hilfe eines Fahrrad-Tachometers ein: Klick!
Es gibt bei Ebay auch berührungslose digitale laser Drehzahl-Tachometer mit denen man z.B. die auf der Frontseite herausstehende und sich drehenden Welle in ihrer Drehzahl mißt.

Die Filmeinfädelung erfolgt per Schlaufenformertaste bis über die untere Transport-Zahnrolle. In die Aufwickelspule wird der Filmanfang manuell eingelegt.

Filmlauf

Shematischer Filmlauf

Wichtig für einen ruhigen Projektorlauf ist, daß die beiden Filmschlaufen  - oberhalb und unterhalb der Filmbühne - etwa mittig in den Hohlkammern laufen. Das ist bei automatischer Filmeinfädelung nicht immer der Fall. Es ist besser, wenn man vor der Transferstart evtl. die Schlaufen manuell korrigiert.
Ausgerissene Perforationslöcher können zu Filmsalat im Filmkanal führen. Der Film läuft mehrmal s-förig durch den Filmkanal, d.h. er wird mehrmals in entgegengesetzte Richtung hin und her gebogen. Alte Schmalfilme neigen an den Perforationslöchern zum Sprödbuch, auch die Klebestellen können aufgehen, insbesondere die gekitteten Klebestellen, weniger Klebestellen mittels Klebestreifen.

Schlaufenbildung

Wichtig: gleichmäßige Schlaufenbildung ohne am Gehäuse
anliegender Filmschlaufen!


Ruhiger Filmlauf auf der Filmbühne:
Bei ungewohnten Laufgeräuschen den Proiektor sofort abschalten, damit es nicht zum Filmriß kommt. Oberhalb und unterhalb des Objektivträgers sind zwei Hohlkammern in denen sich eine Filmschleife bilden soll mittig zur Hohlkammer. Ist das nicht der Fall dann gibt es einen unruhigen Filmlauf weil die Filmschlaufe an das Projektorgehäuse anschlägt.. Unten ist ein Schleifenbildungshebel  mit dem nach Linksbetätigung sich in dieser Kammmer die korrekte mittig laufende Filmschlaufe bildet. Falls oben der Film an der Hohlkammerwand anliegt, muß die Filmhalteklappe unter der Zahntrommel nach unten gedrückt werden und der Film vielleicht um ein oder zwei Perforationslöcher weiter versetzt werden. Filmhalteklappe nach dieser Korrektur loslassen bzw. schließen.

Filmriß:
Projektor sofort abschalten und den Film nach Bedienungsanleitung manuell rausnehmen, mit der Klebepresse neu zusammenfügen und wieder in den Filmkanal reinsetzen mit korrekter Schlaufenbildung oberhalb und unterhalb des Objektivträgers. Filmhaltelklappen an den Zahntromrneln müssen geschlossen werden.

Film mit Tonspuren:
Der Ton wird an der LINE-Buchse des Projektors abgenommen und an der Kamera in den MIC-Eingang gesteckt. Das Verbindungskabel DIN/Klinke hat ein Dämpfungsglied. Für bessere Tonübertragung oder die Aufnahme von separaten Duoplayspuren z.B. verbindet man den Projektor an der LINE-Buchse mit dem PC-LINE-IN Anschluß. Das Sound-Capturing mache ich dann mit "Audacity". Line-Out am Projektor liegt auf den Buchsenkontakten 1 und 4, anders also als bei dem Bauer T 525, dort sind es die Kontakte 3 und 5.

Soundcapturing-Audacity

Die Filmeinfädelung erfolgt automatisch bis über die untere Transportrolle. In die Selbstfang-Aufwickelspule wird der Filmanfang manuell eingelegt.

Testfilm

Video-Frame des S8-Testfilmes

Fazit:

Dieser Projektor benötigt keine spezielle Sync-Einrichtung um flackerfreie Aufnahmen zu ermöglichen. Der warmgelaufene Projektor wird lediglich vor der Filmübertragung per außenliegenden Geschwindigkeitsregler-Potentiometer auf flackerfreien Testlauf justiert. Selbst bei einer 700m Filmrolle wird die eingestellte Projektordrehzahl gehalten. Der Ton kommt am LINE-Ausgang an den Kontakten 1 und 4 sauber raus, egal ob von einer Einzelspur, Stereo- oder Duoplay-Vertonung.

Dieser Projektor hat einen guten Bildstand!

Um Ersatzteile habe ich Moment keine Sorgen, da ich noch ein zweites Exemplar des Beaulieu 708 EL besitze!

Zubehör und Ersatzteile: Klick!

Test-Projekt: Progressiv-Scann mit Panasonic DMC-FZ300

Es handelt sich hierbei um mein neuestes Projekt für die aktuelle Bridgekamera Full-HD Videos in 1920x1080-25p sowie UHD 3840x2160.25p. Aufgrund der verfügbaren Bildstile und Filtereinstellungen vor der Aufnahme mit der FZ300 bekommt man eine ganze Palette neuer Möglichkeiten das Ergebnis der Digitalisierung zu beeinflussen.

Als Projektor verwende ich den obigen Beaulieu 708 EL
 in der Video-Transfer Einstellung per Zwei-Flügelblende mit einem Scann von 25 Bildern pro Sekunde vom Super 8-Film aus.

Die Zusatzbastelei - die LED-Beleuchtung hinter der Filmbühne habe ich ja schon in dem obigen Projekt für Interlaced HDV-Kameras realisiert. Nun startete ich im Testaufbau mit der Ermittlung des Abstandes zwischen Filmbühne im Projektor und Bridgekamera um das kleine Filmbildchen - S8 ist 4,22mm hoch, N8 sogar nur 3,3mm - mit der FZ300 auf dem BSI MOS Aufnahmechip 1/2,33" vollständig zu erfassen. Der kleine Aufnahmesensor ermöglich eine große Schärfentiefe die man für die Aufnahme der winzigen Filmbilder der S8/N8-Schmalfilme benötigt.

1. Das Original-ProjektionsobjektivIn wird aus dem Objektivhalter des
Beaulieu 708 EL rausgenommen. Später kommt an diese Stelle ein Distanztubus rein, der den Abstand zum Kameraobjektiv konstant hält.

2. Das außergewöhnliche Leica Elmarit-Zoom mit durchgehend max. Blendenöffnung von F/2,8 an der FZ300 hat im Videoaufnahmemodus max. 624mm KB-Brennweite, im i.Zoom-Modus kommt man auf 1248mm vergleichbarer KB-Brennweite. Auf die Frontseite des Objektives setzte ich meine Raynox Macroscopic-Lens M-250 drauf. Daraus ergab sich die Möglichkeit auch 3mm hohe Objekte 1:1 fokusiert mit der Kamera aufzunehmen.

Makro-Test-Filmscann

Erfaßter 4:3 Ausschnitt für N8-Digitalisierung
mit der Panasonic DMC-FZ300

Der Abstand von der Filmbühne bis zu der Raynox
Macroscopic-Lens beträgt etwa 11cm, Genug Abstand um nicht in das Projektorgehäuse mit dem  Kameraobjektiv eintauchen zu müssen. Nun ist die Objektiveinheit mit Kamera lediglich noch einzujustieren und die 30-Minuten-Aufnahme auf die Speicherkarte der Kamera kann starten in den favorisierten Kameraeinstellungen.

Erste Ergebnisse sind ermutigend. Wichtig war es mir zunächst die Objektiv- Kombination zu finden in der man von dem Filmgate des Projektors aus  das kleine Film-Einzelbild voll erfassen kann. Der Digitalisierungsaufbau ermöglicht mir nun Progressiv-Aufnahmen im kostengünstigen "on the Fly-Verfahren" mit der Bridgekamera FZ300 von S8- und N8-Filmen mit 1080 und 2160 Zeilen zu realisieren.


Was man bei dieser Art des Schmalfilm-Scanns bekommt, sind 25 Video- Vollbilder in einer Sekunde, egal mit welcher Bildzahl seinerzeit die Super8-Kamera pro Sekunde aufgenommen hat. Waren es nur 18 Bilder/Sekunde, dann muß per Videoschnittprogramm das Abspieltempo auf 72% reduziert werden. Waren es ursprünglich 24 Bilder/Sekunde bei der Aufnahme, dann kann das Scann-Ergebnis direkt verwendet werden.

Es schließt sich nun die Optimierungsphase für diese Scannmethode an!

Filmtransferqualität

Die transferierten Videos können sich sehen lassen, sie sind scharf, sie flimmer/flickernn kaum und sie haben eine gleichmäßige Helligkeitsverteilung sowie schon von der Aufnahmeseite her gute Farben.

Bei den nachfolgenden drei Videos handelt es sich um Flash-Videos die aus der DVD-Version der transferierten S8-Filme erzeugt worden sind. Hier in der Homepage haben diese Transfer-Videodemonstrationen nur eine Auflösung von 400x300 Pixel und sie sind mit einer Bitrate von nur 700 KBit/s in Premiere Pro CS3 produziert worden.

Diese Frames sind aus einem Super 8 -Film aus dem Jahre 1981 auf Kodachrome 40 (Aufnahme mit Nizo S 560) gespeichert worden. Sie sind lediglich verkleinert und deswegen eine Stufe in PhotoImpact 11 nachgeschärft worden, sonst keinerlei Korrektur!


Beispielvideo 1: "Paris 1981"..., mit Sync-Steuerung des Projektors


Beispielvideo 2: "Hennek-Kinder 1978"..., mit Sync-Steuerung des Projektors


Beispielvideo 3: "Tirol 1984"..., mit Sync-Steuerung des Projektors

Sollte mit dem Mozilla Firefox-Browser oder dem MS- Internet-Explorer das jeweilige Flashvideo nicht laufen, dann ist der neueste Adobe Flash Player nachzuinstallieren.

Geniale Filmtricks waren auch schon mit dem Super 8-Film seinerzeit möglich, z.B. mit der Nizo 6080 und dem zugehörigen Kompendium:

Bild in Bild

Bild in Bild

Doppelgängeraufnahmer

Klassische Doppelgängeraufnahme

Hier noch zwei Videotransfers von mir in höherer Auflösung, auch ein Beispiel für ein HD-Video in 1280x720p ist dort zu sehen.

Die hier vorgestellten Videos sind im Videoschnittprogramm nicht nachgearbeitet worden!

Mein persönliches Angebot an Sie:

Dienstleistungsbereich Video & Bild

Super8-Videotransfer, Dia-Scannen, AVCHD auf Disc etc. (Direktlink)

Gute Qualität und günstige Preise!

Erfahrung zählt!

Da nun schon die Aufnahme in HDV-Auflösung vorliegt, beschneiden ich in Edius das Bild an den Rändern etwas und erstelle mir zusätzlich aus dem Videomaterial eine hochauflösende AVCHD-DVD oder Blu-ray mit Authoring. Eine solche hochauflösende Disk kann ich dann mit dem Bluray-Player der Sony Playstation 3 zum HDTV abspielen.

Hochauflösendes Heimkino; jetzt auch für Super8/Normal8:

Insgesamt bin mit dem Super8-Videotransfer sehr zufrieden, schließlich spart man durch Selbsthilfe sehr viel Geld. Etwas Mühe lohnt sich also, vorausgesetzt man hat Geduld und etwas Basteltalent für ein solches Projekt um ein winzig kleines Filmbildchen auf dem Full-HD TV vernpnftig präsentieren zu können!


Workflow der Schmalfilmdigitalisierung ohne gekreuzter Video-Frames

Weiter oben habe ich ausgeführt, daß wegen der Synchronisierung der 50Hz-Interlaced-Aufnahmekamera mit dem Projektorlauf jedes dritte Bild ein sog. "Kreuzbild" ist bestehend aus zwei Halbbildern die aus unterschiedlichen Filmbildern stammen deren Inhalt sich unterscheidet. Es handelt sich immer nur um das dritte Videoframe mit diesen Eigenschaften, welches auf dem TV nur 40 Millisekunden steht und dadurch von uns kaum wahrnehmbar ist. Wert das nicht haben will, der muß niht zwangsweise auf die zeitraubende Frame to Frame Digitalisierung ausweichen, er kann trotzdem mit der TeleCine on the Fly-Methode in viel kürzerer Zeit die Digitalisierung durchführen und die Korrektur dann mit folgenden Workflow durchführen:

Workflow-Zwischenbilder

Im obigen Bild ist die Timeline in EDIUS Pro 8 zu sehen mit folgenden Elementen:

  • Die Videospur V1 zeigt die Timeline mit einer Sekunde Video mit 25 Einzelbildern, so wie sie nach einer Standard-Digitalisierung vorliegt
  • Die Videospur V2 zeigt das Video in dem per AviSYnth-Restaurierung jedes "Kreuzbild" herausgenommen worden ist, die Spielzeit wird dadurch verkürzt
  • Die Videospur V3 zeigt das Video nachdem berechnete Zwischenbilder eingefügt worden sind und gleichzeitig auch die Abspielgeschwindigkeit auf die ursprüngliche Laufzeit des Super8-Filmes gedehnt worden ist
Im Video nach Videospur V3 haben wir nur noch progressive ganze Videoframes ohne Kreuzbilder. Das Video läuft nun ohne Störungen sehr smooth durch.

Damit haben wir unser eigentliches Ziel erreicht!

Nizo, meine S8-Kamera

Praxisbuch für Filmer von 1975

Dies und das noch aus dem Internet:

Französische Videotransfer-Bastler mit umfangreicher Homepage: Klick!

Einzelbilddigitalisierung von Schmalfilmen: Klick!

Lego Technic Super 8 - Projektor: Klick!

Wie es Freddy Van de Pute macht per AviSynth - Capturing Frame-by-Frame: Klick!

DIY-Telecine for 8mm film - Cine2Digits: Klick!

Neuerdings kann man sehr günstig sog. 2MP 800X 8LED USB Microscope Digital-Mikroskop Endoskop-Lupe-Kamera CMOS Kamera erwerben um das kleine Filmbild abzufilmen, Beispiel hier: Klick! 
Vorsicht aber, die Die Bildwiederholrate liegt bei 30p, was erst einmal mit dem Projektor synchronisiert werden muß!

Manche Lieferanten von Komplettsets für den Videotransfer setzen eine HD-SDI-Überwachungskamera (z.B. diese: Klick!) zur Aufnahme der kleinen Schmalfilmframes. Um das HD-Signal aufzeichnen zu können, benötigt man zusätzlich noch einen SDI/HDMI-Konverter(liefert meist auch der Kamerahändler) sowie eine HDMI-Videokarte im PC (z.B. eine Blackmagic Design Intensity Pro) mit Capturingsoftware. Die hier gelinkte Kamera liefert HD-SDI 1080P: 25P, 30P/ 720P: 50P, 60P.

Bastler können vermutlich auch mit der folgenden Kamera etwas anfangen: Klick!

Eine Industriekamera verwendet auch der über 24.000 Euro teure Framescanner Müller HM 73. Hier wird die CCD-Kamera Pike F-145 eingesetzt und Frame-by-Frame in 1K-Auflösung jedes Bild als BMP aufgenommen und dann als uncompressed avi kodiert. Die Kamera gibt es z.B. hier: Klick! 

Erfahrung ist die Summe aller Reinfälle, vermutlich wird man als Bastler einiges Lehrgeld ausgeben müssen bis man eine geldwerte Transfereinrichtung hinbekommt!

Neue  Filmdigitalisierungseinrichtung von Reflecta (ab ca. Februar 2014):

Reflecta bietet diesen Scanner derzit für ca. 1800 Euro an.
Eine 15m Filmrolle wird in 2 Stunden und 46 Minuten eingescannt also in 166 Minuten - das wäre nach Meinung des Herstellers "schnell und bequem".  Für einen 150m S8-Film braucht der Scanner ca. 28 h,
nicht in Echtzeit also und ohne Tonaufnahme!
Bei diesem System werden ganze digitale Einzelbilder von jedem Videoframe im Projektorfilmfenster eingescannt in 1161x853 Bildpunkten als JPG im nicht videokompatiblen RGB-Farbmodell - was eine verlustbehaftete Farbkonvertierung in ein YUV-Farbmodell erfordert - in einer Qualitätsstufe/Compression von 80. Die Einzelbilder werden dann zu einem Video per mitgelieferter Software zusammengefügt und auf HD oder Full-HD skaliert.

Informationsquelle: Klick!

Erfahrungsbericht bei Slashcam zum Reflecta-Scanner: Klick!

Zur Wahl von geeigneter Schmalfilmprojektoren für den Filmtransfer:

Nachfolgender historischer Werbefilm von der Fa. Bauer zeigt wie man sich seinerzeit als Hobbyfilmer plagen mußte um einen Film zu schneiden und zu vertonen.

Hier war mal die Bauer Schmalfilm Werberolle aus alten Zeiten
(Dieses Video wurde aus Urheberrechtsgründen auf "MyVideo" entfernt!)

Beste Transfererfahrungen in die digitale Welt habe ich bisher mit den oben beschriebenen Bauer-Projektoren T 525 MICROCOMPUTER DUOPLAY und T 192 AUROMATIC DUOPLAY gesammelt. Die Projektoren sind laufruhig, haben eine sehr gute Filmeinfädelautomatik bis zur Aufwickelspule, einen soliden Doppelgreifer für den Filmtransport, mit entsprechender Makroobjektiv-Brennweite rückt man nah genug mit der Kamera an die Filmbühne heran um das Bild in 1080 TV-Zeilen in voller Bildhöhe erfassen zu können. Der T 525 Projektor läßt sich mit der Sync-Steuerung von Telecine nachrüsten, der T 192 Projektor wird mit dem weiter oben beschriebenen Leistungsregler sehr feinfühlig auf  die Synchron-Transportgeschwindigkeit von 16,667 B/sec eingestellt ohne zu stocken. Der Ton kann synchron mit dem Video aufgenommen werden. Der Lifescann von Audio in der Synchrontransportgeschwindigkeit dient dann als Synchronisierungshilfe für den zweiten Audioscann der mit Realwiedergabegeschwwindigkeit des Filmes mit "Audacity" gemacht wird.
Die Synchronisierung erfolgt dann bei der Nacharbeitung im Videoschnittprogramm.

Ich hatte schon mehrere Marken von Filmprojektoren in den Händen, am zufriedensten war ich mit den Projektoren der Marke Bauer. Der obige Beaulieu-Filmprojektor hat eine Ausnahmestellung bei meinem Filmtransfer. Zur Schonung der Projektormechanik setzte ich diesen Projektor nur dann ein, wenn ich mit übergroßen Filmspulen mit 700m Schmalfilm arbeiten muß, denn Ersatzteile dafür sind sehr teuer und sehr schwierig zu beschaffen!

Wissenswertes:

Die Geschichte der farbigen Schmalfilme ab 1935: Klick!

HD-Überspieldienste im "Test":

Immer wieder nehmen sich Redaktionen von Video-Magazinen die Freiheit heraus Überspieldienste zu "teten", wie z.B. "videofilmen" 1/2015 auf Seite 86-92. Die Überspieldienste werden anonymisiert getestet und die Ergebnisse dann veröffntlicht. Eingesandt hat man aber keine alten Filme mit denen sich Überspieldienste meist auseinander setzen müssen, sondern neu aufgenommene Filme auf Material welches es in Super-8 in den Jahren 1965 bis zu meiner zuletzt im Jahre 1987 abgedrehten Kodak-Filmspule noch nicht gab.
Die Bewertung erfolgte nach verschiedenen Kriterien, auch unsinnigen wie: Möglichkeit der nachträglichen Farbkorrektur (muß man halt vorher spezifizieren wenn man das will!), Bildfeld verkleinert oder beibehalten (wird das Scannergebnis stabilisiert muß das Bildfeld logischerweise verkleiner werden, also nicht objektiv bewertbar!), Farbtreue (ist wohl Geschmacksfrage, soll der rotstiching eingeschickte Film rotstichig bleiben?), Umsetzung der Filmfrequenz auf die Videofrequenz (wird von verschiedenen Testern verschieden empfunden, je nach Wahrnehmung der Hirn-Bildverschmelzungsfähigkeit!), Tonqualität (hängt vom Alter und Gehörqualität des Testers ab), kurz: viele nicht objektivierbare Kriterien waren dabei!
Es wurde zusätzlich nach dem Preis für 60 Minuten Filmdigitalisierung gefragt!

Zum Testsieger wurde ein Dienstleister gekürt der für eine Stunde Filmdigitalisierung 856,80 Euro verlangt. Für die Bildqualität und Tonqualität der gelieferten Apple-Datei gab es ein "sehr gut".
Der günstigste Preis-Leistungssieger, der ebenfalls eine Apple-Datei lieferte und der mit gut/gut ausgezeichnet worden ist, verlangt für 60 minuten Digitalisierung 84 Euro, also 10x weniger!  
Nun ist die Objektivität und der Beurteilungsmaßstab ist den Testen wohl abhanden gekommen!

Mein Rat: schicken Sie einen 15 Meter-Testfilm an den Dienstleister und senden Sie gleichzeitig eine tabelarische Aufstellung Ihrer alten Filme dem Dienstleister zu mit der Bitte für die Digitalisierung ein verbindliches Angebot zu unterbreiten. Vergessen Sie nicht anzugeben welches Zielformat Sie auf Video wünschen. Ein jeder Dienstleister wird Sie - je nach seinem fachlichen Tiefgang  - beraten!

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Links zur Super8/Normal8-Filmtechnik:

/01/ Telecine Components, führt auch Reparaturen durch

/02/ FFR-Film, führt auch Service für Telecine Ausrüstungen durch

/03/ Super8Film

/04/ Super 8 Site

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/38/ Filmkorn - Interessantes über Schmalfilme

/39/ Celluloidfilm - Über Schmalfilme, auch mit eigenen Print-Magazin

/40/ Memoriav-Dossier Digitalisierung von Schmalfilm (PDF)

/41/ Tim Vitale: Film Grain Resolution and Fundamental Film Particles

Referenzen:

  • Im "HIGHTECH Journal" 2/2003 von PC-DIREKT wird auf Seite 13 diese Seite hier als Referenz für Videoüberspielungen genannt.

  • Im "PC Magazin" mit Beitrag vom 25.08.2008 wird diese meine Seite ebenfalls als Referenz für Videotransfermethoden erwähnt.

  • In "PC go" 1/2010 wird auf Seite 138-141 erneut diese Homepage hier Transfer-Bastlern empfohlen.

  • WDR-Empfehlung für Homepageseite von 11/2012 "Profi-Anleitung für den Bau einer Digitalisierungs-Einheit" siehe hier: Klick!

 

14.01.2005, aktualisiert 19.01.2016, B.P. Hennek


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Anfragen bitte an den Verfasser: Bruno Peter Hennek.