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Privater Erfahrungsbericht
Titel
  Studio-Version ab 19.12.2018

AutorDie von Blackmagic mit DaVinci Resolve 15 ausgelobte "fortschrittlichste Farbkorrektur der Welt" auf Basis von "Nodes" ist eine eigene zu erlernende Welt. Das weckte meine Neugierde und so habe ich die angebotene kostenlose Version runtergeladen um in einem kleinen Test auszuloten in wie fern mich DaVinci Resolve bei meiner Videoschnittarbeit per EDIUS Pro 9.x als Hobbyvideofilmer unterstützen könnte. Neben der mit vielen Abstrichen ausgestatteten kostenlosen Version verkauft Blackmagic auch eine DaVinci Resove 15 Studio Version zum Preis von 324 €uro.

DaVinci Resolve 15 Studio kann für professionelle Anwender mit allerlei nützlicher und teurer Studio-Hardware zusätzlich ausgestattet werden.

Habt keine Angst Ihr Älteren, traut Euch, es wird Euch Spaß machen
- Ältere Menschen sind schließlich keine Außerirdischen -

Punkt Neu: DaVinci Resolve 15 Studio

Nach längerer Überlegung bin ich zu dem Entschluß gekommen mir DaVinci Resolve 15 Studio für günstige 309 €uro bei Magic Multi Media zu besorgen. Man hat in dieses Programm Fairlight, Fusion, Nvidia und Intel Quick Sync integriert, kaum ein anderer Videoschnittprogramm-Hersteller hat derart ambitioniert gearbeitet.

Resolve Studio

Wann ist es sinnvoll als erfahrener Videoschnitteditor - Editor mit DaVinci Resolve 15 Studio zu arbeiten?

Dann, wenn:

  • man bei der Videostabilisierung differenzierter nachstabilisieren möchte
  • man eine erweiterte Farbkorrektur durchführen möchte, z.B. mit dem Qualifier einen bestimmten Farbton ändern möchte, mit den Resolve LUTs, ResolveFX-Filtern und den vielen Ignite-Effekten zu arbeiten beabsichtigt
  • man mit den Filmrestaurierungs-Filtern arbeiten möchte
  • man auf Spezialfunktionen im Fusion-Arbeitsraum oder auf die Spezialfunktionen im Fairlight-Arbeitsraum zurückgreifen möchte
einfach dann, wenn das Standard-Videoschnittprogramm für die dokumentarischen Schnittarbeiten an Grenzen stößt.

In meinem Fall ist jederzeit ein verlustloser Dateiaustausch mit den in Grass-Valley HQX kodierten Clips möglich.

Ich habe mich in dieses Programm recht gut mit der Free-Version eingearbeitet und mir immer mehr die nicht nutzbaren zusätzlichen 23 Profi-Funktionen(Seite 2244-2245 der Bedienungsanleitung) der Studio-Version gewünscht, wie z.B.:

  • Uneingeschränkte Filter-Nutzung in der Studio Version
  • Filmrestaurierungsfunktionen, wie z.B. die Farbkorrektur getrennt in RGB und Luminanz durchführen was die gesamte Farbwiedergabe eines Zelluloidfilmes kontrollierbar macht, ferner die Entfernung von Filmkorn, Audioextraktionen und Stabilisierung, siehe z.B. Profi-Bericht hier: Klick!
  • Automatische Schmutzentfernung diverser Ursachen
  • Patch Replacer als schnelle Lösung, wenn man ein unerwünschtes Merkmal im Frame retouchieren möchte
  • Rauschminderung nahe am "Neat Video"
  • Feine Kantenschärfung per Sharpen
  • Bearbeitung von "Match-Videos"
  • Bearbeitung von HDR-Videos
  • „Timelapse Deflicker“ und „Color Stabilizer“ beseitigen Schwankungen durch Lichtwechsel(Flicker!)
  • „Dehaze“ verstärkt die Kontraste bei Dunst oder Smog
  • „Deband“ kann Probleme durch mangelnde Farbtiefe oder Kompression per Dithering abmildern
  • Hardware-Beschleunigung auch von H.265 mit Intel QuickSync
  • ... sowie vieles mehr ...

für mein Kleinunternehmen Video & Bild. Für diese Aufgaben benötigt man Spezialfunktionen über die EDIUS nicht verfügt. Bisher habe ich mir mit eine Reihe von AVS-Scripten bei der Restaurierung von S8/N8-Schmalfilmen per VirtualDub und AVISYNTH geholfen was recht umständlich und zeitraubend war.

DaVinci Resolve hat auch einen besseren Stabilisator als EDIUS was man vor allem bei ActionCam Aufnahmen mit viel und schneller Bewegung sieht und auch die Bewegung gut geglättet werden kann bei Freihandaufnahmen. Allerdings kann Resolve die Korrektur der Fehlerursachen durch den Rolling-Shutter nicht korrigieren!

Schön auch, daß DaVinci Resolve über die Ignite-Filter zur Korrektur der Fischaugen-Aufnahmen verfügt. Klasse auch die LUT-Vorschau und die Möglichkeit selbst hergestellte LUTs zu speichern.

Resolve 15 Studio wird hier also hauptsächlich für Auftragsarbeiten bei der Restaurierung von Schmalfilm- und Analogfilmdigitalisierungen eingesetzt mit den vielseitigen Filmrestaurierungswerkzeugen. Resolve eigenet sich aufgrund des genauer einstellbaren Videostabilisators mit Glättung per "Simlarity" und gleichzeitig im Programm enthaltenen "Ignite Action CamLens Distort" für die Entzerrung von Action Cam Aufnahmen.

Ein großes Thema ist die nötige Echtzeitvorschau bei der Bearbeitung und Prüfung von Medien und zwar in Vollauflösung, nicht als Proxy mit reduzierter Auflösung. Man findet im Internet einen Beitrag dazu mit Tipps für die Optimierung der nötigen Projekteinstellungen im Menü "File" in der Option "Project Settings": Klick! Insbesondere ist Augenmerk auf den Abschnitt "Optimized Media and Render Cache" sowie "Frame Interpolation" zu legen.

CUDA-Aktivierung

Die beste Leistung für das Editing und die finale Kodierung in MP4(H.264) bietet in meinem Fall DaVinci Resolve 15 Studio die Intel CPU i7-6700 zusammen mit CUDA-Unterstützung der dedizierten NVidia-Grafikkarte mit 2GB - Speicher was für meine FHD-Projekte(1920x1080-30p) mit UHD-30p(8bit) Rohmaterial ausreichend ist.

Um es meinem PC leichter zu machen bei der Bearbeitung von UHD-Videomaterial bis 30p in einer FHD-Timeline, stelle ich die Story in einer EDIUS UHD-Timeline zusammen, bereits grob vorgeschnitten, ansonsten ungefiltert.
Man kann den gesamten Storyschnitt mit eingekürzten Clips in die EDIUS-BIN per Maus fallen lassen und dann dort die Umwandlung in leichter editierbare Intraframe HQ-Dateien in ein separates Verzeichnis speichern, die Original Clips bleiben in EDIUS erhalten. Die HQX-Videos sind Progressivvideo, auch wenn man als Rohvideo Interlaced Material z.B. aus HDV-Kameras oder Filmdigitalisierungen dafür hernimmt.

Nach dem Start von DaVinci Resolve 15 Studio werden die in HQ kodierten Videodateien dann in den Mediapool importiert und von dort aus in einem Rutsch auf die Resolve Studio Timeline gelegt. Hier kann man dann die komplette Feinbearbeitung mit den Werkzeugen von Resolve Studio durchführen. Wichtig ist, daß mit dieser Maßnahme die Clip-Timeline in Echtzeit flüssig abgespielt werden kann. Meistens kommen zu den Clips Filter als Last dazu, z.B. einer Action Cam noch die Video-Stabilisierung und die Entzerrung der 170° Aufnahme etc. hinzu.
Damit man sich auch mit dieser Timelinelast den editierten Abschnitt in Echtzeit bei dem Playback ansehen kann, muss Playback-Menü der Render Cache auf Smart und im Clip-Menü "Render Cache Color Output" aktiviert werden damit die Kodierung anläuft und man dann die vollauflösende Vorschau sich ansehen kann, wenn über den Clips die blaue Linie als Zeichen des abgeschlossenen Vorschaurenderings fertiggestellt ist.

Nach diesen Maßnahmen läuft das Programm auch mit UHD-Material bis 30p in einem FHD-Projekt ruckelfrei auf meinem schon drei Jahre alten i7-6700 PC mit der dedizierten Nvidia GeForce GTX 960 und Intel HD-Graphics 530 sowie 16GB RAM(beide Grafikeinheiten sind in Resolve Studio aktiviert).

Legt man ordentlich Filter auf die Timeline auf, kann es eng werden für die dedizoerte GTX 960 Grafikkarte mir nur 2GB Speicherplatz, es kommt dann die Meldung mit folgenden Empfehlungen:

GPU ist voll!

Das kommt zwar selten bei beinen Projekten vor, ich werde mich aber trotzdem mal um nach einer Grafikkarte mit einem höheren GPU-Speicherplatz umsehen.

Es wird auch angeboten in H.265 finale Dateien zu kodieren über die Hardwarebeschleunigung der Intel HD-Graphics 530. Die Export-Aktivierung sieht dann so aus:

QuickSync

Intel HD-Graphis 530 ist aktiviert!

Erzielbare Testbitraten:
Qualität Best: 130 Mb/s, Qualtät High; 53 Mb/s und Qualität Medium: 16,5 Mb/s mit der kleinsten Dateigröße.

Da ich noch über keinen UHD-TV verfüge fehlt mir im Moment noch eine Einsatzmöglichkeit für kodierte H.265 Videodateien. Im Vergleich zu H.264 wird das Videosignal bei H.265 um den Faktor 2 stärker komprimiert, was bei gleicher Bildqualität einer Halbierung des Datenvolumens entspricht: Klick!

Vorschau mittels Tastenbetätigung:

L = Vorwärts, Mehrfachbetätigung führt zu einer Beschleunigten Timeline-Wiedergabe
K = Wiedergabe unterbrechen
J =
Rückwärts, Mehrfachbetätigung führt zu einer Beschleunigten Timeline-Wiedergabe

DVR 15 Studio ist als eine Umschlagkarte geliefert worden mit dem Programm auf einer SD-Karte und einer Scheckkarte mit dem Aktivierungs-Key. Auf der SD Karte war noch die Studio-Version 15.1.1, auf dem PC hatte ich davor dagegen schon die Free-Version 15.2.2. Wie vorgeschrieben habe ich die Deinstallation durchgeführt.

Die Deinstallation der Free-Version hat der Deinstaller offesichtlich aber nicht vollständig durchgeführt. deshalb ist die gelieferte Studio-Version 15.1.1 abgewiesen worden mit der Meldung, es wäre noch eine andere Resolve-Version drauf, die ich aber nicht weiter deinstallieren konnte weil ja kein Button dafür in der Windows-Deinstallation vorhanden war.
Hier hat mir dann der Support von MMM sehr bereitwillig und schnell per "TeamViewer" nach Zugrifferlaubnis auf meinen PC geholfen, es mußten einige "dll" ausgetauscht werden was ich selbst wohl nie hätte erledigen können.
DVR 15 Studio läuft jetzt 1A auf meinem PC von 2016, die Verstimmung über die unzureichenden Resolve-Deinstallation ist verflogen!

Tipp: Von der BMP-Homepage die aktuellste Studio-Version laden und diese, nicht die ältere auf der gelieferten BMP-Speicherkarte installieren!

EDIUS Pro 9.x bleibt natürlich weiterhin mein Schnitt-Programm der 1. Wahl bei der Nachbearbeitung von Reise- und Video-Dokumentationen. Natürlich muß ich weiterhin auch das Capturing von Videobändern mit EDIUS machen, das kann DVR 15 Studio noch nicht. Speicherungen auf optische Datenträger mit Menüführung erfolgen weiterhin per EDIUS Pro 9.x, auch wenn ich dafür eigentlich auch noch der Vegas DVD-Architect zusätzlich einsetzen kann. Im Falle von Interlaced-Videomaterial wird dieses ebenfalls für den Import zu DaVinci vorbereitet in dem es in verlustloses Intraframe-Video konvertiert und damit gleichzeitig deinterleced wird und als Progressivmaterial importiert werden kann.

Importmaterial

Wichtig: Bevor Mediendaten in Resolve importiert werden, müssen die Projektsettings konfiguriert werden
Nach dem Start von Resolve legt man per "New Project" ein neues Projekt an. In Resolve geht man auf das obere Menü zum "Workspace" und klickt hier auf "Reset UI Layout" um alle Spuren eines älteren Projektes zu beseitigen.
Nun geht es zum oberen Menü "File" und dort öffnet man "Project Settings" und geht zu "Master Settings" und stellt dort alle erforderlichen Projektdaten ein. Im Beispiel habe ich das für das 30p Kameramaterial welches ich als UHD aufgenommen  habe aber in einer FHD-Timeline bearbeiten und finalisieren will.

Projektsetting 30p

Die Einstellung muß nun gespeichert werden, erst jetzt darf man die Mediendaten in dieses Projekt importieren, es bearbeiten und dann per Exporteinstellung finalisieren.

Über den Arbeitsraum "Deliver" erfolgt der finale Export des Projectes:

Rendern

Man sieht hier, dass die "Resolution" und die "Frame rate" mit der Projekteinstellung übereinstimmen und das in einen verlustlosen Zwischencodec(HQ von Grass Valley in meinem Fall" als Masterfile kodiert wird.

Zwar kann man aus Resolve heraus MP4(H.264) Videodateien kodieren, höchste Hollywood-Qualität haben diese aber nicht wie man vermuten könnte. Besser macht es - bezüglich Detailreichtum und Luminanz, sowie als kleinere Exportdatei - das kostenlose "HandBrake" mit dem viele Prosumer aktuell arbeiten. Presets dazu siehe: Klick!

In einer Testkodierung in MP4 habe ich folgende Ergebnisse bekommen:

  1. DaVinci Best-Qualität(H.264 Codec) = 61,5 Mb/s, das konnte mein UHDTV-Player nur stotternd abspielen, geringer Luminanzverlust und Detailverlust gegenüber dem HQX-Original
  2. DaVinci High-Qualität(H.264 Codec) = 44,5 Mb/s, das spielte der Player flüssig ab, geringer Luminanzverlust und Detailverlust gegenüber dem HQX-Original, kleinere Datei als bei DaVinci Best-Qualität
  3. HandBrake-Qualität 16 (X.264 Codec) = 28,5 Mb/s, läuft flüssig, Geringerer Luminanzverlust und geringerer Detaiverlust gegenüber dem DaVinci-MP4, kleinere Datei als bei DaVinci in High-Qualität
Man muß also schon wissen welche Bitrate die vorhandene Abspielkette noch flüssig abspielen kann.



Finales Ergebnis per "Handbrake" mit Qualitätsstufe 16 kodiert
ActionCam ThiEYE T5 EDGE UHD-30p im FHD-Projekt verarbeitet!

Interlaced Settings für das Video-Monitoring von der Timeline aus:

i-Videomonitoring

Man findet das Setting, wenn man mit der rechten Maustaste auf einen Clip in der Timeline klickt.

45 Fusion Titles:
Es sind sehr schöne Vorlagen dabei, leider bietet Resolve keine Vorschau dafür an, die Auswahl muß nach Textbeschreibung erfolgen. Ich habe alle Titelvorlagen deshalb auf die Timeline gelegt und davon einen Screenshot jeweils gemacht per "Grab Still".

Fusion Titelübersicht

Die Titelbilder sind mit dem Original-Titel aus der Fusion-Auswahl beschriftet, so daß man auf einen Blick weiß welches Titel-Designe dahintersteckt. Das Verzeichnis mit den Screenshots liegt auf dem Desktop, ansehen kann ich mit die Bilder mit Windows Fotogalerie.

Vorschau Fusion Titel

Clip Grab = Screenshot von einem Timeline-Clip:
Das muß man im Color Arbeitsraum machen. Mit dem Timelinezeiger fährt man eine Position an von der man ein Bild haben möchte. Im Menü "View" macht man per "Still -> Clip Grab" das Bild welches in der Gallery abgelegt wird.
Man geht nun mit der rechten Maustaste darauf und exportiert aus dem Kontex-Menü heraus den Screenshot in ein Footage-Verzeichnis.

Mit Luminanzkurve-Kurve arbeiten:
Sehr schnell kann man mit dieser Kurve die Lichter, Mitten und Tiefen eines Clips korrigieren. Damit kann man auch Ferndunst und Smog auf dem Videobild entfernen.

Luminanzkurve

Diese Luminanzkurve habe ich schon in der Version 14 entdeckt: Klick!

Jetzt habe ich noch folgende Video-Tutorials dazu gefunden: Klick-1!   Klick-2!

Mit Farbkurven schnell arbeiten:
Ebenfalls sehr schnell kann man mit Frabkurven einzelne Farben hervorheben oder dämpfen. Auch dieses Werkzeug ist für eine normale schnelle Farbkorrektur geeignet ohne den Cutter zu überfordern.

Farbkurven

Farbkurven, auch für Skin Tones verwendbar

Ein Video-Tutorial gibt es hier: Klick!

Die gute Nachricht - Zusammenarbeit mit externen Tools:
Aus Resolve heraus kann man auch andere gute Tool, etwa Prodrenalin V2-Plus nutzen um dort zum Beispiel die Stabilisierung incl. Rolling-Shutter Korrektur per Mercalli V4 - besser für Freihand-ActionCam Aufnahmen - durchzuführen, gleichzeitig auch die 170° - Aufnahme entzerren. Die Stabilisierung von Erschütterungen, Verzerrungen, Wabbeln und Stauchungen gelingt hier deutlich besser.
Die Funktion zur Beseitigung dieser störenden Rolling-Shutter Effekte hat BMD nicht berücksichtigt, weil die Firma nur Kameras mit Global-Shutter produziert bei denen es diesen störenden Effekt nicht gibt.

Prodrenalin in Resolve

Merken, immer wenn der Rolling-Shutter zuschlägt, dann die Stabilisierung und ggf. Entzerrung in Prodrenalin V2-Plus durchführen

Im Mediapool klickt man auf den gewünschten Clip mit der rechten Maustaste, es geht ein Kontexmenü auf, dort aktiviert man per "Open File Location" das Verzeichnis mit dem Originalclip. Jetzt kann man mit der rechten Maustaste den betreffenden Clip an un holt den Clip per "Öffnen mit" per Prodrenalin auf die Desktop-Oberfläche - siehe Bild oben - jetzt kann man die Stabilisierung durchführen und den Clip exportieren. Man schließt Prodrenalin und holt sich den extern  stabilisierten Clip in Resolve auf die Timeline.

Audio Ducking:
An Stellen eines Kommentares/Geräusches soll die Hintergrundmusik automatisch leiser werden.

Wie das geht, erklärt dieses Tutorial: Klick!

Filterarbeit mit "Automatik Dirt Removal" :
Setzt man solche Filter ein, dann ist es am besten das Vorschaufenster mit "Shift + F" zu vergrößern um die Wirkung besser beurteilen zu können. 

Filterarbeit

Hier wird gerade mein Super 8 Schmalfilm aus dem Jahre 1973 nachbehandelt.

Deflicker:
Deflicker sind mir hinreichend bekannt als ich noch mit VirtualDub Schmalfilmvideos entflickert habe: Klick!
Gespannt war ich allerdings auf die Entfickerleistung der Filterung in DaVinci Resolve 15 Studio. Man muß hier unterscheiden zwischen den Flickeraufnahmen die durch normierte 50/60Hz Lichtwellen des "Fluorlichtes" und dem "Zeitrafferflickern" im Zusammenhang mit dem eingestellten Aufnahmeshutter der Kamera. Beides ist bereits von vielen Stellen im Internet geprüft worden, die Funktion "Deflicker" scheint soll hierzu praktisch automatisch gute Ergebnisse liefern.

Ich selbst interessiere mich eher für die dritte Option "Isolate Flicker Controls", dem eigentlichen Herzstück des Filters in der Studio Version. Flickervideos die mittels Digitalisierung von Schmalfilmen bei nicht synchroner Digitalisierung entstehen können, z.B. 50Hz Kamera und 18 Bildern/Sekunde Laufgeschwindigkeit der Filmabspielprojektors mit einer 3-Flügelblende. Spielt man eine solche flackernde Videodatei in Resolve ab, dann sieht man das Flackern als störende Helligkeitsschwankungen im Player. In der "Waveform" sieht man das Flackern als hüpfende vertikale IRE-Ausschläge.

Ich habe mir zunächst mit Hilfe von einem Internet-Translaler(Deepl) den Text der BMD-Bedienungsanleitung übersetzen lassen um die Stellschrauben besser zu verstehen. Im folgenden Flackefall hat die Einstellung bei "Mo.Est.Type auf None" und  "Frames  Either  Side auf 3"  zu folgenden Erfebnissen geführt...



Erstes Deflicker-Ergebnis. Man kann das noch weiter mit vielen Parametern optimieren.

Obige Super 8 Schmalfilmaufnahme habe ich selbst am Fronleichnamstag im Jahre 1973 in Stare Siołkowice(vor 1945 Alt Schalkendorf - dort bin ich auf die Welt gekommen - im Kreis Oppeln) gemacht.

Kleines Fazit zu der Studio Version 15.x:

Ich bin glücklich, daß dieses Programm für FHD-Projekte mit UHD-30p Videomaterial auf meinem aus heutiger  Sicht technisch bescheiden ausgerüsteten PC noch läuft und das nicht schlecht. PC-Verkaufsexperten wollten mir einen absoluten High-End PC mit viel RAM und sehr vie Grafikleistung aufschwätzen. 

Nicht alles ist in DaVinci Resolve 15 Studio weltmeisterlich gelöst so wie es BMD immer in der Werbung gerne trommelt. Im EDIT-Arbeitsraum kann man beispielsweise keine Videostabilisierung oder eine Entzerrung von ActionCam-Aufnahmen durchführen, man kann es kaum glauben aber dazu muß man extra in den COLOR-Arbeitsraum wechseln, dann wieder zurück in den EDIT-Arbeitsraum um das Editing fortzusetzen. Zwischen den EDIT-Arbeitsraum und den COLOR-Arbeitsraum hat man noch den Schalter für den FUSION-Arbeitsraum gequetscht, man hätte diesen Schalter günstiger hinter den COLOR-Arbeitsraum anordnen können. Eine Vorschau für Fusion-Titel fehlt vollständig, Stills kann man nur sehr umständlich um die Ecke generieren, eingeleitet wird das über den Menüpunkt View, wer hätte das gedacht. Selbst der Exportvorgang wird umständlich auf zwei verschiedene Monitorbereiche verteilt. Den Vogel schießt die Einleitung des Vorganges für eine Zeitlupenerstellung ab... BMD glaubt wohl, die Welt besitze Kameras mit Globalshutter aus dem eigenen Hause, deshalb hat man bei der Videostabilisierung die Funktion für die Beseitigung der Fehler von Rolling-Shutter weggelassen. Man muß sich mindestens ProDRENALIN V2 Plus anschaffen um das Rolling-Shutter Problem speziell bei Aufnahmen mit einer ActionCam zu beseitigen. Das beste MP4(H.264)-Videobild liefert nicht DaVinci Resolve 15 Studio sondern nach einem Zwischenschritt das kostenlose Programm HandBrake! Auch hat es BMD offensichtlich nicht nötig eine deutschsprachige Version des Programmes incl. Dokumentation zu liefern. Die Welt besteht ja schließlich nicht nur aus Hollywood!

Ergonomisch in der Bedienung ist das Programm - vollgestpft mit sehr vielen Funktionen - noch lange nicht!

Das Programm ist aber auf Grund des Funktionsumfanges auf jeden Fall den Kaufpreis wert!

Link-Tipp:

90 mLooks für DaVinci Resolve: Klick!

Bruno Hennek, 19.12.2018

Punkt Neu: DaVinci Resolve 15(Kostenlos), jetzt auch mit einem Fusion-Arbeitsraum!

Der Entwicklungsfortschritt bei Blackmagic ist rasant, kein anderer Videoschnittsoftwarehersteller legt ein solches Tempo vor. Ich denke es lohnt sich die 15er Free-Version von DaVinci Resolve zu installieren und an der Fortentwicklung des Programmes teilnehmen.

Mehr Informationen dazu: Klick!
Wie auf DaVinci Resolve 15 upgraden: Klick!

Die colorgradende Schnitteffektaudiosau: Klick!
Der geschenkte Gaul: Klick!
Ein deutschaprachige Forum-Abteilung zu DaVinci Resolve findet man hier: Klick!

Es geht in diesem Bericht nicht um DaVici Resolve Studio, sondern darum was die großzügig ausgerollte in den Funktionen aber eingeschränkte kostenlose Version bietet.

Werbung für den Kauf der Studio Version

Bei vielen gelisteten Funktionen erscheint in der Free-Version von DaVinci Resolve
diese Information als Anregung zum Kauf der Studio-Version

DaVinci Resolve 15 hat jetzt den neuen Arbeitsraum "Fusion" bekommen um Produktionen mit visuellen Effekten und Bewegtgrafiken aufzupeppen. Allerdings hat man den Arbeitsraum-Schalter "Fusion" dummerweise zwischen "EDIT" und "COLOR" gesetzt, ergonomisch ist das leider nicht!

Ein Disk-Authoring mit Brenn-Modul für eine UHD/FHD/UHD Blu-ray gibt es dagegen immer noch nicht. Wer glaubt die Zeit der optischen Speichermedien wäre vorbei, der irrt als Digitalisierungsdienstleister werden bei mir sehr häufig noch DVDs/Blu-rays mit einem Steuerungsmenü bestellt weil das für die Allgemeinbevölkerung immer noch am einfachsten übersichtlich bedienbar ist, auch um mal einzelne Kapitel anzusteuern und abzuspielen.
Ferner ist DV/HDV-Capturing mit DaVinci Resolve trotz der 15. Version immer noch nicht möglich. Für meine Digitalisirungsdienstleistung muß ich deshalb ein extra Capturingsprogramm einsetzen.

Um eine Clip-Stabilisierung durchzuführen muß man aus dem Arbeitsraum "EDIT" raus und zum Arbeitsraum "COLOR" wechseln um dort die Stabilisierung durchzuführen und dann wieder in den Arbeitsraum "Edit" zurückgehen um dort weiter zu editieren. Ferner erfolgen die Stabilisierungsberechnungen nicht im Hintergrund ab, man kann in dieser Zeit nichts anderes am Projekt machen als "Fortschrittsbalken gucken". Sehr umständlich ist das...

Stabilisierung

Bild: Viel zu viel unnötig herum für eine Clip-Stabilisierung!

Um den Rolling-Shutter-Effekt zu kompensieren findet man in den Stabilisierungseinstellungen keine Option. Na klar, BMD verkauft Kameras mit Global-Shutter und nicht Rolling-Shutter...

Für die Generierunng des Storyboards nutze ich vorzugsweise EDIUS Pro 9.x und übergebe dann die Clips als verlustlose HQX-Dateien an DaVinci Resolve für die weitere Nachbearbeitung. Die HQX-Dateien laufen in Resolve sehr flüssig in Echtzeit auf einer FHD-Timeline, ideal für den Feinschnitt.

Die Bedienungsanleitung(PDF) hält nicht mit der Herausgabe von Updates Schritt, es fehlt also die aktuelle Dokumentation, immer wieder!

Es werden noch viele Funktions- und Bedienungsverbesserungen folgen müssen bis das Programm auch ergonomisch unschlagbar wird!


Leider ist DaVici Resolve immer noch ein englischsprachiges Programm, für viele deshalb unbrauchbar!

In die englischsprachige Fassung hat sich aber unsere Landessprache schon etwas eingeschlichen:

Monitorbetrieb

Coloristen bekommen einen komplett neuen LUT-Browser für schnelles Vorschauen und fürs Anwenden von LUTs. 
Der neue Fusion-Arbeitsraum liefert eine echte 3D-Umgebung mit über 250 Tools für eine Fülle von Aktionen wie Compositing, vektorbasiertes Painting, Partikelgenerierung, Keying, Rotoscoping, das Animieren von Text, Tracking, Stabilisierung und mehr.

LUT-Vorschau

Sehr hilfreich, LUT-Vorschau

Fusion- und Fairlights-Effects Library:

Fusion   Fairlight

Eine Fundgrube zusätzlicher Funktionen die DaVinci Resolve kostenlos mitbringt

Den Classic Videostabilisierer hat man weggelassen(in der Version 14 noch vorhanden)!

Natürlich gibt es auch wieder eine Free Version, ich habe aktuell die Version 15.1.2 am 19.10.2018 installiert. Meine kleinen Testprojekte aus der Version 14 sind übernommen worden. In wie fern arbeitstechnische Änderungen gegenüber der Version 14 vorhanden sind, wird die bevorstehende neue Testphase ergeben.

Update 15.2 vom 14.11.2018:  Einzelheiten dazu sind hier in den Bericht nicht eingeflossen...

Die Timeline zeigt nun endlich mehr Clips an für eine bessere Übersicht. In der Bibliothek werden bereits genutze Clips angezeigt. Bisher waren das die Editing-Schwachpunkte von DaVinci Resolve. Ungenutzte Clips werde aussortiert, siehe auch hier: Klick!

Ferner(darauf hat man lange gewartet):
  • Support für Hardware-Beschleunigung von H.264 und H.265 für NvIdia GPUs
  • Support für Hardware-Beschleunigung von H.264 und H.265 für Intel QuickSync
Damit wird Da Vinci Resolve nun endlich auch als Schnittprogramm erwachsen, allerdings ohne Diskauthoring mit Brennfunktion!

Der Hardware-Export per QuickTime in H.264 ist auch mit der Free-Version möglich:

Export per QuickTime

H.265 ist eine neue Standard Videocodecs und der Nachfolger des H. 264(MP4). In Vergleich zu dem H.264 Codec verdoppelt die H.265 Codec die Komprimierung der Daten und bei der gleichen Qualität. Dies bedeutet, daß man auch viel mehr Rechner-Power für Echtzeitentschlüsselung im Videoschnittprogramm benötigt. Weil das eine recht hohe Investition erforderl ist dieser Codec noch wenig verbreitet unter den Hobby-Videofilmer. Bei der Datenübertragung hat der Codec natürlich vorteile, weil nur halb soviel Daten übertragen werden müssen. Ich selbst bevorzuge mit meinem aktuellen PC-Equipment von 2016 noch H.264(MP4) ohne Qualitätsabstriche gegenüber H.265(MP4), auf die Menge des Datenübertragungsvolumen kommt es bei mir nicht an!


Was ist neu in der Version 15.2: Klick!
  Über 30 neue Feature: Klick!

Unterschiede zwischen der Free- und Studio-Version: Klick!
Wie man im Vergleich sieht, fehlen der Free-Version viele sehr wichtige Bearbeitungswerkzeuge, um sich in die Bedienungsphilosiphie einzuarbeiten und Resolve kennen zu lernen reicht die Free-Version natürlich aus.

Sehr lästig ist es mit der Free-Version zu arbeiten, da es unbekannt ist welche Effekte, z.B. von den vielen Ignite FX-Effekten hier nicht funktionieren. Erst wenn man den Effekt auf den Clip aufgelegt hat kommt die Meldung, dass dieser Effekt erst in der Studio-Version nutzbar ist.

Wer ernsthaft mit dem Programm arbeiten möchte, der sollte sich die Studio-Version kaufen, da die nötige Werkzeugsammlung für einen Videoschnitt dort erst vollständig vorhanden ist. In der Studio-Version wird der HDR-Support erweitert durch eine GPU-beschleunigte Dolby-Vision-Metadatenanalyse und über zehn Grading-Bedienelemente für natives HDR.

Videobearbeitung auf einem einzigen Monitor gestaltet sich wegen der begrenzten Platzverhältnisse und drangvollen Enge der vielen Arbeitsfenster nicht sehr komfortabel im Falle einer Farbkorrektur per Nodes, man benötigt da schon eher zwei Monitorre oder gar drei. Da Vinci Resolve kann man nicht auf ebenen orientiertes Arbeitshandling bei der Farbkorrektur umschalten, es muß im platzfressenden Nodes-Modus gearbeitet werden. Für  Reportagefilmer  und Videojournalisten die dokumentarisch arbeiten ist Da Vinci Resolve bei mobilen Einsätzen  am Notebook nicht zu empfehlen

Duakmonitorbetrieb

Dualdisplaybetrieb auf meinem Hobby-Videoschnittplatz für DaVinci  Resolve
Links ist mein PC-Monitor(DVI-Anschluss), rechts ein HDTV(HDMI-HDTV-Anschluss)
auf dem ich mir die Vorschau auch über den ganzen Bildschirm hinweg ansehen kann
im TV-Wiedergabemodus "Kino".

3-Displaybetrieb

Beispiel: Betrieb mit 3 Displays bei DVR-Coloristen

Hardware Configurations-Guide: Klick!

Leitfaden
Die PDF-Bedienungsanleitung in Englischer Sprache hat jetzt 2632 Seiten, es ist ja jetzt auch die Beschreibung für den Fusion-Arbeitsraum hinzugekommen.

Es gibt aber auch einen deutschsprachigen Leitfaden mit 412 Seiten für die englischsprachige Bedienungsoberfläche von Blackmagicdesign, möglicherweise kommt deshalb bald auch eine deutschsprachige Fassung des Programmes.

Der Leitfaden ist nach meiner Bewertung sehr gut, ich gehe deshalb nicht weiter auf Einzelheiten zu der Bedienung von Da Vinci Resolve 15 ein, schließlich kann sich ein jeder den Leitfaden bei Interesse für dieses Programm dazu kaufen.

Der deutschsprachige Leitfaden bezieht sich auf die Funktionsbeschriftung der englischsprachigen Bedienungs- oberfläche von DaVinci Resolve 15.

Hilfe zum Leitfaden - Download von Übungsdateien: www.blackmagicdesign.com/de/dvres/intro-to-resolve-15

Die Zip-Datei ist etwa 4,5GB groß. Enthalten sind neben FHD- und HD-Übungsvideos auch Audio-Dateien etc. zu dem Buch-Leitfadeen.


Ich arbeite derzeit weiter noch mit 8-Bit Videomaterial, es handelt sich dabei durchgängig um UHD-Aufnahmen mit einer Bildwiederholrate von 30p(29,97p) um es in FHD-Videoprojekten zu finalisieren.
Die vorhandene Rechner-Spezifikation reicht aus um auch mit da Vinci Resolve 15 flüssig arbeiten zu können.
Für Resolve 15 gibt es das kleine Plug-in "Nobe Display" um die Vorschau gespiegelt z.B. auf einem zweiten Bildschirm anzuzeigen. das benötige ich nicht, die Vorschau per Ctrl+F zum Beispiel läuft vollaufgelöst über die dedizierte Nvidia
GeForce GTX 960 CUDA-Grafikkarte des Rechners flüssig und ohne Ruckler was als Schnittkontrolle für meine Zwecke vollkommen ausreichend ist.

10-Bit Videomaterial läßt sich wegen einem Vielfachen an Farbinformationen leichter bei Farbkorrekturen bearbeiten. Farbkorrekturen in dunklen und hellen Stellen sowie bei Farbverläufe lassen sich also leichter durchführen um z.B. das gefürchtete Banding zu vermeiden. Bei 8-Bit Videomaterial muß man viel disziplinierter arbeiten um die Materialgrenzen einzuhalten. Einen interessanten Beitrag dazu findet man hier: Klick!

Ich warne allerdings davor Präsentationen Vorher/Nacher als ultimativ zu bewerten. Wenn die Aufnahme durch Falscheinstellung in einem Gelb- oder Grauschleiher versinkt, dann sind das Aufnahmemängel die der Kameraman zu verantworten hat, er hat keine Ahnung von korrekten Aufnahmeparametern an der Kamera und schon garnicht weiß er was von einem korrekten Weißabgleich vor der Aufnahme. Wenn da nach der Bearbeitung mit Resolve 15 noch ein schönes farblich sympathisches Videobild rauskommt dann hat der ahnungslose Kameramann noch Glück gehabt, er hätte natürlich auch "out if the box" eine auch farblich gute Aufnahme liefern können wozu die Kamera eigentlich in der Lage ist. Im Normalfall braucht man also die wunderbaren primären und sekundären Farbkorrekturmöglichkeiten nicht, der Eingriff in das Bild mit Farbkorrekturwerkzeugen wird sich in Grenzen halten bei korrekter Aufnahme.

Schnelle Looks kann man mit sog. Lockup-Tabellen, den sog. LUTs erstellen. Voraussetzung dafür ist eine möglichst neutrale Kameraaufnahme mit herausgedrehten Kontrast und Farbsättigung sowie möglichst ohne Kameranachschärfung und Rauschminderung. Man legt darauf eine passende LUT drauf und hilft ggf. noch mit den Reglern der primären Farbkorrektur nach und schärft nach und entrauscht falls erforderlich. Bei gefallen kann man die modifizierte LUT auch speichern für Verwendung in anderen Projekten.

Etwas anderes ist es, wenn man mittels umfangreichen Farbgrading eine bestimmte emotionale Farbstimmung wie bei Fernseh- oder Spielfilmen das oft zu sehen ist, haben möchte. Dann erst benötigt man ein möglichst entsättigtes flaues Aufnahmematerial mit einem hohen Dynamikumfang und einem hohen Detailreichtung. Dafür bieten die Kameras spezielle Kamera-Aufnahme-Profile an, wie z.B. "Cinema like dynamisch" oder "S-log-Aufnahmeprofile" an über die es unterschiedliche Meinungen gibt. Der Colorist kann sich dann mit Resolve 15 an dem zunächst unansehnlichen Videomaterial austoben und ein Grading z.B. in "Teal-Orange" oder "Kodak-Style" etc. kreieren.

Wie ein Video Colorist aus einem unansehnlich aufgenommenen Farbbrei etwas macht
was dann aber unnatürlich aussieht...

Dokumentationsfilme von Reisen benötigen wegen der Nüchternheit der Berichterstattung in der Regel keine  emotionale Farbstimmung per Farbgrading um den Betrachter durch eine bestimmte Farbmischung zu manipulieren.
Hier kommt es eher darauf an korrekt belichtete Videos mit dem an die Lichtbedingungen während der Aufnahme herrschenden Farbtemperatur und dazu eingestellten Weißabgleich mitzubringen.
Hobbyvideofilmer müssen also nicht "wie ein Profi" den Videoschnitt betreiben, der noch aus einem "angegrauten Farbbrei" eine ansehnlichen Farbfilm  mit viel Zeitaufwand herstellen muss ohne zu wissen wie die reale Farbstimmung vor Ort bei der Aufnahme war. Der Hobbyvideofilmer arbeitet authentischer!

Den größten Unterschied zwischen DaVinci Resolve und EDIUS Pro 9.x ist die Art wie die eingesetzten Effekte für einen Videoclip dokumentiert und angezeigt werden:

DaVinci Resolve verwendet dafür Nodes(Grafische Container mit dem Inhalt der angewendeten Effekte) statt Ebenen:

Farbanpassung in Nodes durchführen: Klick!

Anzeige der Kmotenattribute

Man kann diese Nodes/Knoten seriell, parallel, Ebenen-Mixer-Knoten, Äußere  Knoten, Splitterkombinierungsknoten etc. anlegen und jeweils Effektattribute dort zuordnen. Profis versprechen sich davon mehr Übersicht zu behalten. Negativ ist, daß dafür sehr viel Platz am Bildschirm benötigt wird. Das finale Ergebnis wird nicht von der Fähigkeit des Programmes mit grafischen Nodes arbeiten zu können bestimmt!

In den Nodes - im Color Arbeitsraum -  werden die aufgenommenen Fischaugen-Weitwinkelclips hinsichtlich der finalen Verzerrung korrigiert mit dem Filter "Ignite Action Cam Lens Distort":

Ignite Lens Distort

Den Aufnahmewinkel sollte man wenn möglich immer der Aufnahmesituation anpassen, d. h. nicht immer im größten Aufnahmewinkel aufnehmen. Nicht bei allen Kameras kann man das bei der Aufnahme so machen, mit meiner Kamera muss ich immer in 178° bei Nutzung des EIS aufnehmen, erst in der Postproduktion kann ich das nachträglich ändern.

Man kann sofort per 1-Klick-Bedienung mit den Presets arbeiten die für die GoPro HERO 3+/4 vorgegeben sind oder selbst etwas definieren.

Die Sichtwinkel-Presets für die GoPro ActionCam liefern z.B.:

  • Wide 16x9 = FOV 63(größte Verzerrung)
  • Medium = FOV 50
  • Narrow = FOV 40(kommt der KB-50mm Normalbrennweite sehr nahe)
  • Wide = FOV 60
Lästig ist hierbei auch, dass man nur im EDIT-Arbeitsraum den Fortschritt der Echtzeitwiedergabe an Hand der zunehmenden Umwandlung von roter auf die blaue Linie über dem Clip auf der Timeline für die Echtzeitvorschau beobachten kann. Ergonomisch ist eine solche hin-und her Springerei zwischen den Arbeitsräumen überhaupt nicht.

EDIUS Pro 9.x verwendet dafür die Ebenen-Technik in einer sehr platzsparenden und übersichtlichen Liste:

Effektliste

Auf kleinsten Raum werden die auf einen Videoclip angewendeten Attribute tabellarisch gelistet. Man kann die Attribute zu und wegschalten, man kann die Bearbeitung der Attribute einzeln aufrufen und man kann die komplette Liste auf folgende Videoclips unkompliziert und schnell kopieren.Markiert man in der Informationspalette alle Nodes, lassen sie sich komplett entfernen. Eine Gruppe an Nodes kann man als einen selbst definierten Filter abspeichern und in anderen Projekten einsetzen. Ich als Hobbyvideofilmer arbeite vorwiegend dokumentarisch, bin auch mal mit dem Notebook per Wohnmobil unterwegs ohne einem zweiten Bildschirm. Deswegen bevorzuge ich diese Effektliste gegenüber der platzfressenden grafischen Darstellung der Clip-Attribute in DaVinci Resolve!

Der Einsatz der Fähigkeiten von Da Vinci Resolve wird sich also bei einem Hobby-Reisefilmer der dokumentarisch filmt in Grenzen halten, niemand will seine Erlebenszeit überwiegend am Farbgrading aufbrauchen. 

In DaVinci Resolve 15 arbeitet man nun in sechs thematisch voneinander getrennten Arbeitsräumen. Manchmal ist das Playerfenster sehr klein, für eine bessere Beurteilung muß man die Vorschau oft umschalten um einen besseren Überblick zu bekommen.

Ob man als Consumer unbedingt auf DaVinci Resolve 15 setzen muß, ist allerdings eine Frage die jeder für sich selbst beantworten muß. Natürlich ist der günstige Preis für die Studio Version ein Pro-Argument für DaVinci Resolve 15.

In der neuen Version sind Filmrestaurierungsfunktionen enthalten, allerdings nur in der Studioversion. Dazu gehören die Beseitigung von Staub, Kratzern, Flecken und Bildflackern, aber auch ein Werkzeug zum Retuschieren im bewegten Bild mit Trackerunterstützung. Die Filter zum Verschönern von Filmen mit Flackern und Beschädigungen sind dagegen auch in der für Amateure freien Version verfügbar.

Nicht ganz unwichtig:

Wie man hier nachlesen kann: Klick!

läuft DaVinci Resolve auf einem Spitzen-Mac von Apple nur etwa mit der halben Performance wie auf einem Windows PC mit der i9-Intel-CPU und einer RTX1080Ti Grafikkarte.

Mein vorläufiges Fazit zu DVR 15:

Immer noch finde ich die Schnittfunktion in EDIUS PRO 9.x viel besser, auch das Vorschauhandling dafür.
Bessser finde ich ferner den 2D/3D-Layouter von EDIUS vor allem um z.B. stürzende Linien und Entzerrung bei Gebäudeaufnahmen zu beseitigen, besser finde ich auch die Bildstabilisierung mit Rolling-Shutter-Korrektur und das dort in meinem Fall schon vorhandenen Plug-in "Neat-Video" um Rauschen, Filmkorn etc. aus den Videoclips zu beseitigen. Diese Aussagen betreffen die DVR 15 Free-Version, die Studio-Version kenne ich nicht.
Wer die Farbkorrektur und die Farblook-Gestaltung sowie die Nachvertung in Fairlight und die Effekte aus Fusion lieber nutzen möchte dem rate ich den Schnitt in EDIUS durchzuführen und die Schnittdaten zu DaVinci Resolve 15 zu übertragen. Für ein Disk-Authoring auf Blu-ray zum Beispiel muß man dann wieder einen Dateiaustausch von Resolve 15 zu EDIUS 9.x durchführen.

Ob eine solche Arbeitsteilung sinnvoll ist, habe ich einen großen Zweifel, zumindest die primäre Farbkorrektur in EDIUS kann meiner Erfahrung nach mit DaVinci Resolve 15 mithalten. EDIUS kann auch HDR-Videos bearbeiten und Dateien in H.265/HEVC exportieren, was mit DaVinci Resolve Freeversion nicht geht.

DaVinci Resolve 15 - Support-Center deutsch: Klick!
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Fairleight Audio Tutorial:
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DVR 15 Tutorials bei YouTube: Klick

Die meisten grundsätzlichen  Editing-Funktionen für den Videoschnitt und das Color-Grading habe ich im September 2017 für DaVinci Resolve 14 Free untersucht. Die Erkenntnisse hieraus kann man sich hier ansehen: Klick!

Würzburg, 26.12.2018

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© September 2018 Bruno Peter Hennek