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Grafik

Privater Erfahrungsbericht

Affinity Photo

AutorViele Jahre diente mir Photo Impaxt X3 (erst von Ulead, dann für kurze Zeit von Corel übernommen) als das Bildbearbeitungsprogramm meiner bevorzugten Wahl. Man kann mit diesem Editor nicht nur Fotos bearbeiten, sondern auch Grafiken erstellen. Ganz flink kann man damit auch verkleinerte und für das Web komprimierte Bilder generieren für eine schnelle Datenübertragung in kleinen Dateien in guter Qualität. Nicht mehr auf dem neuesten Stand  war die RAW-Bearbeitung, allerdings fotografiere ich auch heute nur wenig in RAW auch wenn es meine aktuellen Kameras hergeben. Im Zeichen der Corona-Krise  ist da plötzlich Affinity Photo von Serif mit einem 50% Preisnachlaßangebot in mein Visier als sehr profesionelles Programm geraten. Dieses Programm kostete gerade mal 27,99 Euro, es wird nun zu meinem bevorzugten Photo-Editor.

Die heutigen Kameras und Smatphones liefern sehr gute und sofort einsatzfähige JPEG-Bilder. Die Sony ZV-1 liefert  JPEG-Bilder mit nur 8-Bit pro Farbkanal. Bei hohen Motivkontrasten sollte man die DRO-Funktion nutzen um ausgefressene Lichter oder zugelaufene Schatten zu vermeiden. JPEG-Bilder aus der Kamera können meistens mit nur einem Klick in meinem alten PhotoImpact X3 mit der automatischen Tonwertkorrektur oder Photolemur 3 mit der KI-Technik nachbehandelt werden..Empfehlenswert ist es für eine Nachbehandlung der JPEG-Bilder daraus zunächst als Zwischenformat verlustlose TIFF-Bilder zu generieren die dann weiter in Affinitty Photo bearbeitet werden können. Mit IrfanView z.B. kann man alle JPEG Bilder in einem Rutsch per Batchkonvertierung in TIFF umwandeln. Die folgende Nachbearbeitung beschränkt sich auf die Feinarbeit. So holt man mit Affinity Photo aus den JPEG-Aufnahmen noch mehr rausholen, sogar in Profiqualität, hierzu mal diesen Beitrag lesen: Klick!
Das „i-Tüpfelchen“ der JPEG-Bearbeitung kann man mit der Technik des sogenannten „Dodge & Burn“ in Affinity Photo setzen. Diese Technik sorgt für besonders lebhafte und dynamische Fotos. Das macht dein JPEG-Foto zu einem echten Hingucker – im „echteProfi-Look. Im Idealfall sind die JPEG-Bilder nicht schlechter als das RAW-Ergebnis.

RAW-Bilder sehen zunächts "flach" und "langweilig" aus. Die Sony ZV-1 liefert  RAW(ARW)-Bilder mit 14-Bit pro Farbkanal. RAW-Aufnahmen haben somit eine größere Farbtiefe und sind daher besser für tiefgreifende Nachbearbeitung ohne störender Artefakte geeignet. Affinity Photo bietet dazu mit der Development Persona einen speziellen Arbeitsraum für die Entwicklung an. Für die tiefgreifendere Nachbearbeitung geht man dann mit dem entwickelten RAW-Bild in den Arbeitsraum Photo Persona um z.B. mit der Ebenen-Technik dem Bild mehr "Profi-Glanz " zu verleihen. Wenn der höhere Arbeitsaufwand nicht stört, der ist mit der RAW-Aufnahme besser bedient wegen flexiblerer Nachbehandlings-Option.

Meine aktuelle Kompaktkamera Sony ZV-1 liefert sehr schöne natürliche JPEG-Aufnahmen, die kaum nachgearbeitet werden müssen, höchstens mal mit einer automatischen Tonwertkorrektur oder Ausgleich der Tonwerte in den Schatten und Lichtern. Die Entwicklung der gleichzeitig aufgenommenen RAW(ARW) mit dem Makro für die 1-Klick Bildbearbeitung liefert keine keine grunsätzlich bessseren Bilder. Ich betrachte die meisten tollen Funktionen für die "Bildverschönbesserung" in Affinity Photo eher als eine Spielerei mit dem Ziel etwas anderes als ein gutes JPEG-Bild zu liefern mit Verfremdungen, Entfernung störende Objekte, Himmelaustausch und Farbverlaufphantasien des Fototo-Editors der keine Ahnung hat von dem realen Aufnahmeort zum Zeitpunkt der Aufnahme. Ich kümmere mich eher um eine ordentliche eingestellte Kamera um keinen Ausschuss in JPEG zu produzieren, z.B. setze ich einen Polarisationsfilter ein um gleich bei der Aufnahme einen kontrastreicheren Himmel mitzunehmen - falls es gerade passt - der nicht nachbehandelt werden muss.

Mit der Sony ZV-1 nehme auch ich jedoch sicherheitshalber gleichzeitig in JPEG(Extrafein mit geringster Kompression) und RAW(ARW) auf um im Zweifelsfall eine Bearbeitungsreserve verfügbar zu haben. Es ist bisher noch nie vorgekommen,dass ich mehr als 10% der JPEG-Bilder mit dem RAW-Rettungsformat nachbehandeln mussste. RAW macht aus einem schlechten Foto kein gutes Bild.

Affinity Photo UI

Bedienungsoberfläche "Photo Persona" mit JPEG-Bild
aus der Sony ZV-1 unbehandelt.

Punkt Wichtigste Eigenschaften:

Die Affinity Photo bietet sehr viele Funktionen an, z.B.:
  • RAW-Bearbeitung
  • HDR-Zusammenführung
  • Panorama-Stiching
  • Fokus-Kombinationen
  • Stappelverarbeitung
  • 360° Bildbearbeitung
  • Mulilayer-Compositionen
  • Smart Object-Unterstützung
  • Digitale Malerei
  • PSD-Bearbeitung
  • Unterstützung für Nik Collektion 2.5 von DXO
  • Makellose Retusche
  • Vektor- und Textwerkzeuge
  • Schöne Pinselarbeit
  • 32-Bit-Workflow
  • Color-Grading auf dem DaVinci Resolve Videoschnitt-Niveau
  • und mehr...
Basis Video-Tutorial im Arbeitsbereich Photo Persona:

Wie man sich in den wichtigsten Funktonen von Affinity Foto einarbeitet: Klick!


Die Arbeitsbereiche (Personas) im Video von 80Pixel:
  • Photo Persona ist das Zentrum der Bildbearbeitung mit Werkzeuge und Funktionen zur Korrektur und Anpassung von Fotos. Hier ist auch das Makro für die 1-Klick Bildbearbeitung  in der Bibliothek zu finden
  • Develop Persona ist zuständig für die RAW-Entwicklung, die darüber hinausgehenden Aufgaben werden in der Photo Persona erledigt.
  • Werkzeuge
  • Ebenen
  • Anpassungen
  • Live-Filter
  • Filter
  • Effekte
Affinity Photo ist übersichtlich aufgebaut, habe sehr schnell den für Beginner nutzbaren Arbeitsraum gefunden: Photo Persona

Arbeitsraum Photo Persona

1-Klick Bidbearbeitung im Arbeitsbereich Photo Persona:

Die 1-Klick Bildbearbeitung mit Hilfe eines Makros erleichtert den Einstieg in Affinity Photo enorm auf der Basis einer Ebenentechnik im Arbeitsraum "Photo Persona".

Man bekommt dieses Makro hier: Affinity Photo - Kostenlose Tutorials, Videos und Seminare - 80PIXEL

Bibliothek  Makro für 1-Klick Entwicklung

1-Klick Makro Angebot(links) für die Bildentwicklung in einem neuen Studio-Panel rechts.

In die Automatik kann man auch manuell eingreifen bei der Entwicklung von RAW(Sony ARW)- oder JPEG-Bildern.

Nach Anmeldung und Freischaltung des Makro-Downloads wird auch ein Videotutorial vom Anbieter über den Umgang mit dem Makro angeboten.

Damit lässt es sich schön sehr gut arbeiten.


Sonnenaufgang

Feuriger Sonnenaufgang(Panasonic DMC-FZ300) JPEG unbehandelt

Bayerischer Ministerpräsident Söder

Bayerischen Ministerpräsident Söder(grün) in der Corona-Krise(GoPro Hero 7 Black),
JPEG unbehandelt

Rose

Sony ZV1 (JPEG aus ARW-RAW),
F/1,8 - 1/200 sec - ISO 200, bedeckter Himmel

Allersheim

Allersheim vor dem ummauerten Jüdischen Friedhof,
entwickelt mit Affinity Photo Vorlagen-Bibliothek aus ARW-RAW der Sony ZV-1 zu JPEG

Allersheim

Ergebnis aus PHOTOLEMUR 3

Sulzfeld

JPEG-Bild entwickelt mit KI-Bildanalyse im Gitternetz in PHOTOLEMUR 3,
die linke im Schatten liegende Strassenseite war"VORHER"
dunkel wie es links vor dem Strich zu sehen ist.

Exportmöglichkeiten:

Exportwahl

Was Affinity Photo fehlt:

Es fehlt eine interne Bildverwaltung mit -betrachtung um Fotos thematisch abzulegen. Der Windows Explorer zeigt keine RAW(ARW) Vorschau-Bildchen an, eine Bildverwaltung fehlt ebenfalls.

Geeignet ist dafür z.B. das kostenlose XnView, welches ich schon vor vielen Jahren kennengelernt habe. Diese Software kann auch die Sony RAW(ARW) Dateien als Miniatur anzeigen, JPEG natürlich ebenfalls. Öffnet man RAW(ARW) Bilder, dann werden diese nach RGB mit 8Bit je Farbknal konvertiert

XnView bietet noch andere Funktionen an, wie z.B. die wichtige und umfangreiche Stapelverarbeitung von Bildern.

Eine Diashow kann man mit Affinity Photo nicht erstellen, auch hier benötigz man eine externe Lösung.
In meinem Fall steht mir schön längere Zeir dafür das Programm Aquasoft DiaShow 11 Ultmate zu Verfügung. Ferner kann ich auch mit den Videoschnittprogrammen EDIUS X WG und DaVinci Resolve 17 Studio DiaShows auch mit Bewegstbild-Inhalten(Videos) erzeugen. Praktisch jede Fotoserie landet in ener DiaShow. Einzelne Bilder auf Festplatten aufzubewahren macht keinen Sinn, dort geraten die Bilder in Vergessenheit. Die DiaShows werden auf Blu-rays gebrannt und USB-Festplatten zusätzlich gesichert.

Künstlerische Effekte liefert mir das kostenlose Bildbearbeitungsprogramm Krita(Funktionsumfang ähnlich dem Adobe Photoshop).
Besonders interessant ist dei umfangreiche Filtersammlung, auch mit Kunstfiltern, z.B. Artistic:

Krita Kunstfilter

Besonders interessant sind zum Beispiel die G'MIC-Qt Filter!

Kunstfilter

Foto-Drucker:

Am häufigsten mache ich Bilder im 16:9 Format mit einer 17M - Auflösung, weil ich TV-Formatkonforme Slide-Shows daraus produziere. Die Bildauflösung liegt bei 5.472 x 3.080 Pixel, Druckgröße bei 300 dpi Laborqualität 46 x 26 cm was selten hier vorkommt. Meistens drucke ich selbst bis A4 auf seidenmatt Fotopapier 250g.

Ich besitze aktuell den Tintenstrahldrucker HP Officejet Pro 6230.

HP-Drucker
Ich drucke damit:
  • Dokumente
  • Broschüren
  • Briefumschläge
  • Fotos: Druckerauflösung in Farbe 600 x 1200 dpi
  • Auf Spezialpapiere und Sonderformat
  • Duplexdruck
  • Mit maximaler Auflösung wenn nötig
Ich nutze meistens kostengünstige druckerkompatible Tintenpatronen.

Ausgewählte Bilder-Serien landen im 10 x 15cm Format aus dem Tintenstrahldrucker oder aus der Fotodienst-Entwicklung in dicken 10x15cm Walther-Einsteckalben.

Ausgewählte Bilder werden als Fotobücher gedruckt die ich mit den Programmen der Fotobuch-Anbieter erstelle:

Kleine handliche Fotobücher: Klick!
Größere, max. DIN A4(Format Portrait oder Landscape), von DM oder MM in Wohnortnähe je nach Tagesangebot.

Link-Tipps:

Um zu lernen im Umgang mit Affinity Photo gibt es heuzutage viele Möglichkeiten im Internet, meist kostenlos. Natürlich gibt es auch Bücher zur eigenen Fortbildung.

Herstellerhomepage: Klick!
Videotutorials: Klick!

Das offizielle Kompendium: Klick!
Deutschsprachiges Affinity Photo "Quick Start Guide" als PDF: Klick!
Deutschsprachiges Affinity Photo Tutorials mit Video: Klick!
Englischsprachiges PDF-Manual kostenlos: Klick!
Drucken mit Affinity Photo: Klick!
Welche Möglichkeiten der Bild-Nachbearbeitung ich sonst noch nutze: Klick!
Analoge Schätze auf Dias und Kleinbildfilmen gesichert auf Archiv-Datenträgern: Klick!
Unsichtbares sichtbar machen - SlideShow und Fotobuch: Klick!

Bücher:

fotoforum Crashkurs Affinity Photo "Das Workshop-Buch für den schnellen Einstieg" 2019  aus dem fotoforum-Verlag.

Buch

"Fine Art Printing für Fotografen" aus dem dpunkt.verlag, 2. aktualisierte Auflage(2009).

Fine Art Printing

Mehr Unterstützung benötige ich vorläufig nicht.

Punkt Fazit:

Affinity Photo hebt meine bisherige Bildbearbeitung auf ein neues Niveau. Zusammen mit Photolemur 3, welches mehr als eine schnöde Tonwertkorrektur automatisch und schnell realisieren kann zum Ausgleich der Tonwerte in den Schatten und Lichtern bin ich komplett gerüstet für das Editing meiner Digital-Bildaufnahmen.

Unter dem Strich sind meine Anforderungen hinsichtlich der Bildbearbeitung übererfüllt.


(c) Bruno Hennek, März 2020, Juni 2022


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© März 2020 Bruno Peter Hennek