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Clips als Standbilder exportieren

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Mit dem Standbild-Export von Clips muss man sich beschäftigen, wenn man Standbilder benötigt für die weitere Bearbeitung in Videobearbeitungssystemen (z.B. in AfterEfefcts 6.5), in Grafikprogrammen (z.B. PhotoImpact für Retuschierung), in Präsentationen, zur Erstellung von Storyboards sowie für Erstellung von Rohdaten für Kino-Werbespots etc. ...

Unsere Consumer-Videokameras erzeugen Interlaced-Videos (auch HDV-Kameras), d.h. Videos die aus zwei Halbbildern bestehen und die zueinander zeitlich versetzt aufgenommen worden sind.

Premiere Pro CS3 verfügt zwar über die direkte Option der Ausgabe von Standbildsequenzen, jedoch ist die Einflussnahme auf die Güte der Standbilder eher gering.

Bessere Ergebnisse erziele ich mit folgendem Verfahren:

  • Weiterleitung der Videoframes aus Premiere Pro CS3 per Frameserver an Virtualdub

  • In Virtualdub per Filter smart.vdf die angekommenen Frames deinterlacen

  • In Virtualdub per Filter resize das Frame auf die Einsatzgröße skalieren

  • In Virtualdub per Filter sharpen die Frames evtl. nachschärfen

Genau diese Reihenfolge sollte man einhalten um beste Standbilder zu bekommen. Natürlich kann man auf die Frames in Virtualdub noch viele andere Filter anwenden, davon wird ja im Internet mehr als genug angeboten.

Über das Deinterlacen habe ich hier schon einen Beitrag publiziert. Setzt man das Deinterlacen an die erste Stelle, dann gehen weniger Details verloren und Treppeneffekte durch Skalierung werden vermieden.

Für den Export von Standbildern benötigen wir folgende Dateien/Programme:

VirtualDub (ich benutze die deutschsprachige Version!)
Frameserver
Smart.vdf

Zunächst installiert man VirtualDub und man läßt dafür eine Schaltsymbol-Verknüpfung auf dem Desktop anlegen. Jetzt kopiert man die Datei Smart.vdf in das Plugin-Verzeichnis von VirtualDub.

Bezüglich Frameserverinstallation in Premiere Pro habe ich hier etwas verfaßt.

Wir starten jetzt P-Pro legen ein HDV-Projekt an und laden einen Clip in die Timeline und übergeben diesen Clip per Frameserver an VirtualDub. 

Bild: Wir übergeben die Frames aus PPCS3 in der Originalauflösung des Videos

Deinterlacing des Clips in VirtualDub:

Wir starten nun VirtualDub mit der Schaltfläche vom Desktop aus...

  1. Mit der Tastenkombination Strg + O laden wir den vom Frameserver vorbereiteten Clip in VirtualDub

  2. Wenn wir an dem Timeline-Schieber in VD etwas ruckeln wird der Clip sichtbar. 

  3. Jetzt klicken wir auf der Menüleiste auf Video/Filter. Es geht ein Fenster auf und dort klicken wir auf den Schalter "Hinzufügen". Jetzt werden sämtliche Filter angeboten, wir wählen "smart deinterlace (2.8 beta 1)" und klicken auf OK. Es geht jetzt das Einstellfenster des Deinterlaces auf:



    Wir stellen die Optionen so ein wie im Bild dargestellt ein und klicken auf OK.

  4. Im nächsten Schritt fügen wir weitere Filter hinzu, sh. folgendes Bild:



    Erst im zweiten Filter skalieren wir von 1440x1080 auf 1920x1080 und schärfen evtl.
    im dritten Filter etwas nach. 

  5. Wir starten nun VirtualDub, gegebenenfalls  ändern wir die Filter-Parameter  um andere Ergebnisse zu bekommen.

  6. Per Menü Datei/Speichere Bildsequenz... vergeben wir einen Namen und speichern die Frames in prima Bildqualität in ein auszuwählendes Verzeichnis ab

Dieses so erzeugte Frames können wir nun der weiteren Bearbeitung zuführen um zum Beispiel jetzt mit diesen Frames in AfterEffects 6.5 weiter zu arbeiten oder per Bildbearbeitungsprogramm zu verbessern.

Beispiel: Interlaced-Deinterlaced

Ein deinterlaced-Frame muß nicht automatisch scharf wie ein Foto werden, wie wir es von reinen Bildaufnahmen her kennen. Schließlich arbeiten wir bei der Videoaufnahme nicht mit Verschlußzeiten wie bei einem Fotoapparat und wir nehmen zwei zeitversetzte Halb-Frames auf. Nach dem Deinterlacen haben wir dann ein Frame in dem noch Bewegungsunschärfe sichtbar bleiben kann. Die Frames des obigen Bildes sind vom Stativ aus aufgenommen worden. Das Model bewegte sich recht schnell quer zum Kamerastandpunkt. Man sieht am oberen Bild sehr schön, was Deinterlacing in solchen Extremfällen zu leisten vermag.

Obiges Video aus dem ich die Beispielframes entnommen habe, sind mit einer Verschlußzeit von 1/50 Sec entstanden. Soll das Deinterlaced-Frame schärfer ausfallen, muß man den Clip vorher z.B. mit 1/100 Sec aufnehmen.

Die hier dargestellte Methode des Deinterlacings eignet sich für die oben beschriebenen Einsatzfälle um z.B. ein Video in eine große Menge Deinterlaced-Frames zu zerlegen, die dann dazu geeignet sind z.B. für eine digitale Video-Projektion in der Kinowerbung per RoWo E-Cinema-System. Solche Vorlagen werden im E-Cinema-Zentrum vom Administrator komprimiert und an das Kinocenter übertragen.

Will man lediglich gute Einzel-Albumbilder aus einem Interlaced-Video ziehen, dann kann man ein abgespeichertes Frame auch mit einem Bildbearbeitungsprogramm deinterlacen. Wie man das z.B. mit PhotoImpact macht, habe ich hier beschrieben.

Es gibt darüber hinaus ein gutes Programm um Bilder aus Videos zu Capturen, ich meine Topaz. Mit diesem Programm kann man bis 4 x höher auflösende Frames aus einem Video herausholen und optimal bearbeiten.

Viel Erfolg!

 

Linksammlung:

1. Smart Deinterlace Filter

2. Was ist Deinterlacing?

3. So werden halbierte Bilder wieder ganz

 

Bruno Peter Hennek, 02.11.2007