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3D-Animation für HDV-Videofilmer

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Zur Zeiten von DV-Video habe ich mich schon einmal mit Uleads COOL 3D Production Studio aus dem Jahre 2003 beschäftigt. Zwar ist schon das Programm sehr betagt und es wird meiner Kenntnis nach nicht weiter entwickelt, dafür bekommt man es derzeit sehr günstig z.B. als Megapack 2 zusammen mit PhotoImpact 11 und vier weiteren Programmen (bhv Software) und es tut seinen Zweck, wenn auch etwas bedächtig.

COOL 3D kann man auch für HDV-Kompositionen einsetzen, weil man die Projektgröße frei skalieren kann und was besonders nützlich ist, man kann sich eine Videoüberlagerungsdatei erstellen lassen damit man z.B. animierte Schriften/Objekte über Videos überlagern kann.

Von COOL 3D existieren verschiedene Varianten, ich benutze z.B. die Version COOL 3D Production Studio 1.0.1. Im Megapack 2 hat man es für 24,99 €uro bekommen.

3D-Buchstabenanimation

Nachfolgend eine kleine Anleitung für Anfänger in groben Schritten für eine "Feuerwerk" - Buchstabenanimation, die über einen Video-Clip gelegt werden soll.

1. Benötigte Werkzeuge 

2. Settings

Menü: Datei/Voreinstellungen

Menü: Projekt/Abmessungen

Bei dieser Gelegenheit sehen wir hier, dass die max. Größe unserer Animationen 3000 x 3000 betragen darf, genug also für HDV...

Es wird nach OK ein schwarzes Arbeitsfenster mit 1920 x 1080 Auflösung angelegt. Je nach Monitor ist das für das weitere Handling evtl. zu groß, ich habe deshalb in der Werkzeugleiste oben den Zoom auf 50% eingestellt.

Jetzt gehen wir noch in das Menü Projekt/Anzeigequalität und aktivieren hier "Entwurf". Im Menü Projekt /Ausgabequalität aktivieren wir dagegen "Gut" oder "Am Besten".

3. Text in Farbe anlegen

Wir gehen nun in die Text-Werkzeugleiste und klicken auf das T. Sofort geht ein Fenster "Text einfügen" auf. Wir wählen Arial/fett/18 und schreiben das Wort "Feuerwerk"... und klicken auf OK. Im daneben stehenden Attributfenster wählen wir die gewünschte "Farbe" aus die am Ende der Animation vorhanden sein soll, hier im Beispiel in blau. Das sieht dann so aus:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4. Text auflösen und Buchstaben einfärben/anordnen

Um den Text in einzelne Buchstaben aufzulösen klicken wir auf die Schaltfläche "Text aufteilen". Nun kann man die Buchstaben beliebig und einzeln bearbeiten.

Sinnvoll ist es jetzt, wenn wir per Ansicht/Auswahlanzeige eben diese Auswahlanzeige aktivieren, damit wir besser erkennen können wo wir gerade eine Auswahl getroffen haben und somit wo wir arbeiten.

Bevor wir den Buchstaben andere Farben zum Beginn der Animation zuweisen, sollten wir vielleicht noch den Text in einem Bogen verlegen. Wir klicken deshalb auf die Schaltfläche "Objekt bewegen" an und ordnen jetzt die Buchstaben so an, wie sie am Anfang und am Ende der Animation stehen sollten. Wir markieren also einen Buchstaben und positionieren diesen mit Zeitachsenregler auf dem ersten Frame an die gewünschte Stelle. Jetzt schieben wir den Zeitachsenregler auf das letzte Frame und fügen dem Projekt ein Schlüsselbild hinzu durch Klick auf die jetzt aktive Schaltfläche mit dem + Zeichen neben dem Zeitachsenregler.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Buchstaben unterschiedliche Farben zuweisen:

Im Punkt 3 haben wir festgelegt welche Farbe alle Buchstaben am Ende der Animation haben sollen, jetzt legen wir fest welche Farbe die Buchstaben zum Beginn der Animation haben sollen.

Wir aktivieren jetzt mit Mausklick den Buchstaben F, schieben den Zeitachsenregler ganz nach rechts an das Ende der Animation und fügen dem Projekt ein Schlüsselbild hinzu durch Klick auf die jetzt aktive Schaltfläche mit dem + Zeichen neben dem Zeitachsenregler. Damit haben wir die Oberflächenfarbe des Buchstabens wie er am Ende der Animation aussehen soll übernommen. Jetzt schieben wir den Zeitachsenregler gleich wieder voll nach links zurück, dort wo die Animation beginnen soll. Per Attributfenster weisen wir nun diesem Buchstaben eine neue Farbe zu, z.B. rot. Schieben wir jetzt den Zeitachsenregler vom ersten Schlüsselbild zum letzten Schlüsselbild, dann sehen wir wie sich die Farbe von rot nach blau ändert. Mit den anderen Buchstaben machen wir es genauso...

5. Buchstaben animieren und einfliegen lassen

Buchstaben um die eigene Achse drehen lassen

Wir klicken auf die Schaltfläche "Objekt drehen"  und markieren anschließend einen Buchstaben und positionieren jetzt den Zeitachsenregler auf das letzte Frame um die Endposition einzufrieren. Nun fügen dem Projekt ein Schlüsselbild hinzu durch Klick auf die jetzt aktive Schaltfläche mit dem + Zeichen neben dem Zeitachsenregler. Jetzt schieben wir den Zeitachsenregler gleich wieder zum ersten Frame zurück und drehen jetzt mit der Maus den Buchstaben um die eigene Achse beliebig herum. Für die Z-Achse geben wir manuell einen Wert ein in das entsprechende Feld der Objekt Werkzeugleiste ein. Die anderen Buchstaben bearbeiten wir analog.

Buchstaben von außen einfliegen lassen

Wir klicken auf die Schaltfläche "Objekt bewegen" und markieren anschließend einen Buchstaben und positionieren jetzt den Zeitachsenregler auf das letzte Frame um die Endposition einzufrieren. Nun fügen dem Projekt ein Schlüsselbild hinzu durch Klick auf die jetzt aktive Schaltfläche mit dem + Zeichen neben dem Zeitachsenregler. Jetzt schieben wir den Zeitachsenregler gleich wieder zum ersten Frame zurück und ziehen jetzt den Buchstaben außerhalb des sichtbaren Bereiches des Projektfensters und lassen in dort fallen.  Die anderen Buchstaben bearbeiten wir analog.

Unsere Animation ist nun vollständig fertig...

6. Animierten Videoclip erstellen

In der Objektwerkzeugleiste haben wir bis jetzt mit 10 Einzelbildern gearbeitet. Das Video soll aber etwa 3 Sekunden laufen. Wir müssen deshalb die Zahl der Bilder erhöhen auf 25 x 3 = 75 Bilder. Wir tragen den neuen Wert ein und schließen die Eingabe mit "Enter" ab. Nun könnten wir noch angeben wieviel Bilder vor und nach der Animation hinzuzufügen sind für spätere Aufblendung im Videoschnittprogramm zum Beispiel oder wie lange das letzte Frame der Animation stehen bleiben soll. Dies könnten wir tun per Projekt/Bilder ändern/Füllbilder. Der Renderingvorgang für die Animation würde sich hierdurch jedoch erheblich verlängern. Wir können das aber auch später noch im Videoschnittprogramm machen...

COOL 3D bietet verschiedene Möglichkeiten an um eine Animation zu erstellen, z.B.:

  • Datei/Videodatei erstellen

  • Datei/Videoüberlagerung exportieren

Im ersten Fall wird eine Videodatei unkomprimiert oder komprimiert je nach vorhandenem Codec im System erstellt. Diese Clips eignen sich zum Einfügen in die Timeline des Videoschnittprogrammes, z.B. als Zwischentitel.

Im zweiten Fall wir ein Videoüberlagerungsclip erstellt, d.h. eine Datei mit Alpha-Kanal. Legt man ein solches File über ein Videoclip, dann scheint das Video durch die schwarze Fläche durch und die Buchstaben "tanzen" auf diesem Video. Dies ist für uns die wertvollere Datei, weil ein solcher Effekt sehr schön wirken kann.

Wir klicken als auf Datei/Videoüberlagerung/AVI und es geht nach einer Vorrenderingzeit ein Fenster auf welches wir so einstellen:

Feldreihenfolge A bedeutet bei Ulead --> unteres Halbbild zuerst!

Wir bestätigen diese Settings mit OK und unser PC fängt an eine unkomprimierte AVI-Datei zu erstellen. Das kann sehr lange dauern, deshalb sollten unnötige Hintergrundprogramme vorher geschlossen werden und auch nicht zusätzlich ein Programm aufgemacht werden um während der Berechnungszeit der Animation etwas anderes zu machen.

7. Animierte Videodatei in eine Videokomposition übernehmen

Wir öffnen ein NLE, z.B. Premiere Pro 2.0 und legen auf die Timeline 1 einen Videoclip auf. Darüber legen wir unsere Animation hin. Sofort sieht man wie das Video durchscheint und die Buchstabenanimation darauf "tanzt". Wir haben unser Ziel erreicht, mit einer 2D-Videoanimation unsere Videos zu bereichern Dank COOL 3D.

Hier noch als Beispiel dafür, wie eine solche Animation aussehen könnte:

 

Feuerwerk-Animation...

3D-Logo

Nun noch grob das Vorgehen für die Erstellung eines 3D-Logos...

Da mit dem Megapack 2 auch PhotoImpact 11 mitgeliefert wird, ist es naheliegend mit diesem Programm und dem Pfadwerkzeug dort ein Logo zu erstellen, zunächst in 2D...

1. PhotoImpact

  • wir legen zunächst eine weiße Arbeitsfläche an, z.B. 370x370

  • aus dem Archiv wir aus der Trickkiste unter Formen das Muster P07 geholt und auf die Leinwand gezogen und entsprechend skaliert

  • nun werden noch mit dem Textwerkzeug Buchstaben eingesetzt

  • jetzt noch die Farben abgleichen und die beiden Objekte einbinden

  • nun speichern wir das Bild in BMP ab (min. 24 Bit!)...

2. COOL 3D Production Studio

  • wir legen uns erst eine schwarze Arbeitsfläche an, wie im ersten Beispiel

  • um den Pfad-Editor zu öffnen, klicken auf das Werkzeug "Grafik einfügen" links in der Werkzeugleiste

  • hier klicken wir auf die Schaltfläche "Zu Vektor umwandeln"

  • es geht ein Fenster auf und wir können eine Grafik laden - min. 24 Bit...

  • nach Bestätigung der Dialoge mit OK erscheint die Grafik auf der schwarzen Arbeitsfläche und sie ist automatisch von 2D zu 3D geworden

  • nun können wir noch die Attribute des Objektes verändern und eine Bewegung durchführen

  • bei der Ausgabe können wir entscheiden ob wir als Videoüberlagerung mit einem unkomprimierten Video oder als Bildern (TGA) exportieren wollen  

 

3D-Logo-Animation...

3. Renderingszeiten für das 3D-Logo-Projekt

Framezahl 125, gerendert in unkomprimierte Videoüberlagerung

  • Videoqualität "Gut": ca. 1 Stunden und 55 Minuten (0,92 Minuten pro Frame)

  • Videoqualität "Am Besten": ca. 5 Stunden und 7 Minuten (2,46 Minuten pro Frame)

Verwendeter PC: Intel P4-3,2 GHz-HT, 2GB RAM, Graka 256 MB RAM

Drehender Ring

Nachfolgend ein Beispiel mit einem drehenden Ring der mit dem Pfad-Editor erst als ein einfaches Rechteck gezeichnet und dann per Texteffekt zum Ring gewickelt worden ist. Anschließend sind noch die Textbuchstaben eingefügt worden und an die Ringoberfläche angepasst worden.

 

Drehender Ring...

PC-Unterstützung von COOL 3D Production Studio:

Nach dem ich mir im August 2007 einen neuen Videoschnitt-PC gebaut habe auf der Basis des Intel Q6600 mit 3GB RAM und einer Sapphire Grafikkarte HD-2600 mit 256 MB RAM war ich zunächst sehr skeptisch ob man mit diesem schönen Programm  überhaupt noch arbeiten kann. 

Um so mehr hat es mich überrascht, dass alle vier Kerne des neuen Prozessors das Programm unterstützen. Tatsächlich ist die Renderingzeit kürzer als bei meinem alten 3,2GHz-PC!

Über "msconfig" und "BOOT.INI" sowie "/NUMPROC=" kann man auch einzelne Kerne abschalten um zu prüfen ob bei älteren Programmen eine bessere Auslastung zu erzielen ist.
In "Hardware" 12/2007 findet man einen Beitrag dazu, auch über die Lastenverteilung zwischen CPU und GraKa, die unterschiedlich ausfällt für NVidia und AMD-ATI...

Ende 2009 baute ich meinen nächsten Videoschnitt-PC auf Basis des Intel i7-870 mit 8GB RAM und Windows 7-64Bit sowie einer Zotac GF9800GT ECO mit 1 GB GDDR3- Speicher mit 256-Bit-Speicher-Schnittstelle für eine schnelle Datenübertragung zwischen dem GDDR3 Speicher und der GPU zur Generierung gleichmäßiger Frameraten. Erneut also ein Leistungsschub. Spannend war es, ob COOL 3D unter diesen Bedingungen überhaupt noch läuft. Und..., COOL 3D läuft auch unter diesen Bedingungen, deutlich schneller natürlich, auch wenn das Programm die Power dieses Videoschnitt-PCs nicht voll erschliessen kann, da es dafür nicht entwickelt woden ist.

Exportzeiten für Überlagerungsdateien mit dem aktuellen i7-870er Videoschnittrechner:

Eine kleine Ewigkeit dauert die Speicherung einer Animation als Bildsequenz in TGA - Truevision Targa Image - mit Alpha-Kanal, also mit Hintergruntransparenzd für die Überlagerung auf einem Video im Videoschnittprogramm. Ein einziges TGA-Bild benötigt für die Generierung ca. 45Sec auf dem i7-870-Videoschnitt-PC in eienr Auflösung von 1920x1080 Bildpunkten in einer Dateigröße von etwa 8MB. Man darf also nicht die Geduld verlieren im Glauben der PC hätte sich aufgehängt. Der Windows Task-Manager meltet: "Keine Rückmeldung", Das mag ja sein aber COOL 3D arbeitet im Hintergrund brav weiter vor sich hin, was man am Zuwachs der Einzelframe-Zahl im Windows-Explorer shcon beobachten kann.  Eine Bildsequenz mit 75 TGA-Einzelbildern für eine Bildrate von 25 Bildern pro Sekunde benötigt bei einer Spielzeit von 3 Sekunden eine PC-Generierungszeit von 45 x 75/60 = ca. 55 Minuten. In Pinnacles Studio 14 z.B. legt man nun ein Video auf die Hauptspur und stellet in den Projekt-Voreinstellungen im Bereich Titel und Bilder die Framezahl auf 1 ein und zieht nun alle TGA-Bilder auf die zweite Spur und damit ist die Videoüberlagerung mit einer Cool 3D Animation jetzt fertig.

Für die Erstellung einer Videoüberlagerung (als AVI) mit Hintergrundtransparenz benötigt der Rechner im Falle von 3 Sekunden Spielzeit mit einer Bildrate von 25 fps etwa 60 Minuten, d.h. für eine Sekunde Spielzeit ca. 20 Minuten.

Viel Spaß also mit Cool 3D!

 

Linksammlung:

- Dreidimensionale Texte im Handumdrehen

- Ulead COOL 3D Production Studio Tutorials

- videographics

- You Tube -Tutorial

- Kombination

- 3D-Film

 Bruno Peter Hennek, 11.07.2007, 28.07.2011