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Camping-Studienreise 2003...

 Begegnungen, Landschaften, Kultur, Geschichte

5. Schlesische Reise
Juni 2003 

                         
J. Eichendorff und G. Hauptmann

Goethe in Schlesien

"...Seit Anfang des Monats bin ich nun in diesem zehnfach interessanten Lande, habe schon manchen Theil des Gebirgs und der Ebene durchstrichen, und finde, daß es ein sonderbar schönes, sinnliches und begreifliches Ganzes macht. Manche Unannehmlichkeit und Plage wird durch neue Begriffe und Ansichten vergütet. Ich werde viel zu erzählen haben, wenn es mir im Winter wieder erzählerlich wird..."

Die fünfte Schlesische Reise der Henneks...

Nach 1973, 1975, 1990 und 2000 haben wir uns vorgenommen Schlesien und Kleinpolen (Krakau) erneut zu bereisen. Kommt man mit "Abstand" nach Schlesien, dann sieht man vielleicht etwas mehr, analytischer und genauer. Man spürt die Veränderungen, welche die dort lebenden Menschen kaum wahrnehmen, weil sie so schleichend sind und und eine Gewöhnung eintritt.

Die Planungsphase

Mit der Planung dieser Reise haben wir bereits im Januar 2003 begonnen. Grob gesagt, wollten wir in einer Etappe bis Görlitz fahren und uns dort erst etwa 2-3 Tage die schön restaurierte Stadt ansehen und dann auf einer südlichen Strecke bis Krakau weiter fahren und auf einer nördlichen Strecke wieder nach Görlitz zurückkommen.

Route:

Insgesamt umfasste diese Reise eine Strecke von 2100 km, davon 1100 in Polen und dauerte 15 Tage.

Einführung

Die fünfte Reise nach Schlesien sollte wegen meiner Abstammung von dort, auch eine erweiterte Spurensuche nach den eigenen Wurzeln sein. Deshalb standen diesmal auch Besuche in Volkskundemuseen, Heimatstuben und Dorfmuseen auf dem Programm. Zum Reisebeginn hielten wir uns zunächst in der Niederschlesischen Oberlausitz auf, einem Teil des ehemaligen Schlesiens im heutigen Deutschland. Dann ging es in das im heutigen Polen seit 1945 liegende Schlesien (ehemals Deutsche Ostprovinz), heute Sl±sk genannt. Ferner sollte noch ein vierter Besuch in Krakau stattfinden (ehemals im Kronland Galizien, heute in Ma³a Polska).

Geschichte und Geschichten

Schlesien ist als eine Deutsche Provinz von den politischen Landkarten ab 1945 verschwunden, weil die polnischen Staatsgrenzen von den Siegermächten in Richtung Westen bis an die Oder/Neiße-Linie verschoben worden sind und Schlesien nach dem Willen der Siegermächte des zweiten Weltkrieges, bis zu einem Friedensvertrag, unter polnische Verwaltung gestellt worden ist. 
Die Wiedervereinigung Deutschlands  wurde durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag ermöglicht, in dem die Siegermächte des 2. Weltkriegs ihre Kontrolle aufgaben und das vereinte Deutschland im Gegenzug auf die formal unter polnischer Verwaltung stehenden Ostgebiete verzichtete. Am 14.11.1990 ist dazu der
deutsch-polnischen Grenzbestätigungsvertrags in Warschau von beiden Staaten, Deutschland und Polen, unterzeichnet worden.

Der Verlust Schlesiens als Deutsche Ostprovinz ist, auf den Ribbetrop-Molotow-Pakt von 1939 zurückzuführen in dem zwei klare Ziele gesetzt worden sind:

- unmittelbaren Überfall auf Polen und Teilung des Landes
- längerfristige Vernichtung der polnischen Nation

Das sind geschichtliche Fakten, die eigentlich jeder kennen müsste!

Der von Deutschland ausgegangene Krieg und die Verbrechen führten dazu, dass man nach 1945 ein neues Polen mit einem „homogenen Volk“ schaffen wollte und deshalb in der Potsdamer Konferenz vom 17. Juli 1945b beschlossen worden ist, dass die Deutschen aus diesen Gebieten ausgesiedelt werden sollten. Die Folge davon war die völkerrechtswidrige Vertreibung der Deutschen Bevölkerung aus den Deutschen Ostprovinzen mit Hilfe von polnischen Bürgermilizen. Der persönliche Hass einzelner, entlud sich in Formen der Schikane und Terrorisierung, die denjenigen der Nazis nicht von ungefähr ähnelten. In einigen Gebieten Oberschlesiens allerdings hielt die polnische Regierung auch Teile der deutschen Bevölkerung zurück – diejenige, die einen polnischen Dialekt sprachen und somit als „repolonisierungsfähig“ angesehen wurden. Der Hintergrund war, dass man besonders stark im industrialisierten Oberschlesien, aus dem ich herkomme, ihre Arbeitskraft und fachliche Qualifikation benötigte.  Parallel zum Vertreibungsakt der Deutschen aus Schlesien wurden Menschen in Schlesien angesiedelt, die von Stalin aus ehemals ostpolnischen Gebieten gewaltsam umgesiedelt wurden.

Den verbliebenen Deutschen Oberschlesiern wurde es verwehrt, ihre kulturelle und nationale Identität zu pflegen. Die Existenz einer Deutschen Minderheit wurde fortan offiziell geleugnet. Nach jahrzehntelanger Geschichtsfälschung mit der These eines „homogenen Polens“ bemühte sich dann erst nach 1989 die Regierung von Tadeusz Mazowiecki um einen Ausgleich mit Abschaffung der diskriminierenden Regelungen und Fortschreibung von Rechten für die Deutsche Minderheit in Polen.

Fakt ist aber auch, dass gegen Ende der dreißiger Jahre Roman Dmowskis Nationaldemokratie in Polen, die besonders stark auf dem Land mit der katholischen Hirarchie verbunden war, an Einfluss zugenommen hat. Aus dem extremen Flügel der polnischen Nationaldemokratie bildeten sich Gruppen faschistischer Prägung. Gewaltakte gegen Minderheiten waren damals schon in Polen keine Einzelerscheinungen. Besondere Angriffsziele waren die Juden, die damals ca. 8% der Bevölkerung ausmachten. Über diese Kapitel der eigenen polnischen Geschichte sprechen allerdings die Polen auch heute nur sehr ungern und verarbeiten es kaum.

Seit 1989 beschäftigt sich Polen dagegen sehr intensiv mit dem fabelhaften Sieg Kosciuszkos mit den Bauern über die Russen auf dem "Schlachtfeld" von Raclawice, auch wenn der Aufstand später von russischen und preußischen Armeen doch noch niedergeschlagen worden ist und Polen wegen Uneinigkeit der eigenen Nation 1795 nach der Dritten Teilung von der Landkarte Europas verschwunden ist. Busweise werden Schulklasse zum Panorama-Gemälde der Schlacht nach Breslau geführt, wo sehr pathetisch den Jungen Polen dieser heldenhafte Sieg erläutert wird.

Mit der Vergangenheit Polens nach 1945 setzt man sich heute jedoch schon auseinander. Der erste Ministerpräsident des demokratischen Polen, Tadeusz Mazowiecki, sagte in seiner Regierungserklärung 1989: „Polen ist die Heimat nicht nur für Polen. Wir leben in diesem Land mit Menschen anderer Nationalität zusammen. Wie möchten, dass sie sich hier zu Hause fühlen, dass sie ihre Sprache pflegen und mir ihrer Kultur unsere Gemeinschaft bereichern.“

„SPIS POWSZECHNY“ aus dem Jahre 2002 veröffentlichte angeblich, dass in Polen 173.200 Schlesier und 152.900 Deutsche leben würden. Andere Quellen berichten z.B., dass in Breslau (Wroclaw) vor dem Krieg 0,2% Polen lebten, während jetzt dort nur 0,1% Deutsche leben. In der polnischen Literatur findet man aber auch, dass z.B. im Oppelner Schlesien 30% der Bevölkerung Deutsche Schlesier sind.

Die intellektuelle Schicht der Polen heute ist sehr stolz auf die revolutionäre Wende des Jahres 1989 und den daraus resultierenden noch jungen Weg in die Demokratie. Seit dem ist eine eindeutige Hinwendung zum "Westen" zu erkennen, die auch einen Niederschlag im Referendum zum EU-Beitrittsvertrag gefunden hat. Viele Polen sehen das Abstimmungsergebnis als den letzten noch notwendigen großen Sieg über die Vormundschaft Russlands nach dem von der Solidarnosc 1989 erzwungenen politischen Machtwechsel zu einem demokratischen Polen. Das war die wichtigste Abstimmung der heute lebenden Generationen in Polen.

Nach der Aufnahme Polens am 12.03.1999 in die NATO, Unterzeichnung des EU-Beitrittsvertrags am 16.04.2003 und Zustimmung der polnischen Bürger im Referendum vom 08.06.2003 zum EU-Beitrittsvertrag (Gesamtpolen 81,7%, in Schlesien sogar 83,4%), wird Polen zum 01.05.2004 Vollmitglied der Europäischen Union und damit wird auch Schlesien eine Region in Europa.

Damit dürfte der Weg der Zukunft klar vorgezeichnet sein, Polen, und damit auch Schlesien, wird ein Teil Europas. Lange genug hat es gedauert!

Denkmäler materieller Kultur in Schlesien

Die Einzigartigkeit des Oppelner Schlesien wurde von der Geschichte und den Bewohnern der Region gestaltet und spiegelt sich in der Landschaft, Architektur und Symbolik wider. Viele fühlen sich  mit diesem Gebiet tief verbunden. Hier, in einem Grenzgebiet zwischen Sprachen und Konfessionen und Kulturen waren die Menschen einst in der Lage, miteinander zu leben. Schlesien hat seine staatliche Zugehörigkeit mehrmals geändert. Ein Zeugnis davon ist eine schlesische Mundart in der die deutschen und tschechischen sowie polnischen Einflüsse der Literatursprache festzustellen sind.

Die nach 1945 im Oppelner Schlesien angekommenen Polen haben zunächst mit der polnischen Kultur dominiert und die kulturelle Eigenständigkeit der Deutschen Schlesier im Oppelner Land negiert oder es zu einem wertlosen Relikt erklärt. Heute macht im Oppelner Schlesien die Zahl der Deutschen etwa 30% der gesamten Bevölkerung aus. Die noch junge Demokratisierung in Polen führte dazu, dass man sich nun langsam zurückbesinnt auf die Kultur des Oppelner Schlesiens und nicht auf die von Polen in dieser Landschaft hinterlassenen Spuren mit Denkmälern von Slowacki, Mickiewicz oder Monumente, die an das Golgotha des Ostens erinnern sollen. Heute wächst im Oppelner Schlesien auch die Erinnerung an Gerhart Hauptmann, Josef Freiherr von Eichendorff und andere herausragende Persönlichkeiten Schlesiens, die sogar mit Nobel-Preisen ausgezeichnet worden sind.

Historische und sehenswerte Schlösser, Paläste, Rathäuser und Bürgerhäuser begegnen einem in Schlesien praktisch auf Schritt und Tritt. Sie sind ein Zeugnis der Geschichte, der Herrlichkeit und des Reichtums ehemaliger Besitzer.

Der zweite Weltkrieg, neue Ideologien, die Tatsache, dass diese Bauprojekte keinen rechtlichen Besitzer nach der Vertreibung hatten, Rachsucht für persönliche Kriegskränkungen, aber auch eine spezifisch verstandene „historische Gerechtigkeit“ förderten Vernichtung, Ausrauben und sogar Brandstiftung mancher Bauten. Der Stand vieler gebliebener Baudenkmäler ist heute sehr schlecht. Der Prozess langsamer Verwüstung dauert leider noch an!

In vielen gemeinsamen Projekten des deutschen und polnischen Staates, z.B. der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit sowie mit privater und kirchlicher Unterstützung ist es seit 1990 gelungen herausragende Denkmäler materieller Kultur in Schlesien vor dem Verfall zu retten und einer sinnvollen Verwendung zuzuführen.

Stadtanlagen in Schlesien: Die Ring-Plätze (Rynek)

Viele schlesische Städte und Städtchen haben eine bauliche Besonderheit aufzuweisen, den Ring (Rynek). Es handelt sich dabei um einen rechteckigen oder quadratischen großen Platz im Zentrum auf dem meist das Rathaus mit Tuchhallen oder anderen wichtigen städtischen Gebäuden steht. Umringt werden diese zentralen Gebäude von breiten Strassen deren Flanken von wunderschönen Fassaden der Bürgerhäuser gesäumt werden. Meist sind diese Fassaden der ehemals reichsten Bürger der Städte reichlich und wunderschön in Stilen unterschiedlicher Bauepochen verziert. Oft handelt es sich auch um ganze Häuserreihen mit Laubengängen in welchen Geschäfte, Kaffees und Restaurants untergebracht  sind. In den Laubengängen und auf den Strassen am gesamten Ringplatz findet man Straßencaffees und Straßenrestaurants über den ganzen Sommer. Die Ringstrassen sind heute als Fußgängerzonen für den PKW-Verkehr gesperrt. Hier auf den Ring-Plätzen ist jeweils die Pulsader der Städte, hier trifft man sich über den ganzen Tag zum Plausch, Entspannung, zum Essen oder einfach nur zum gesehen werden.

Auf unserer Reise haben uns solche Plätze ganz besonders angezogen, z.B. in Hirschberg (Jelenia Gora), Breslau (Wroclaw), Oppeln (Opole), Bunzlau (Boleslawiec). Sogar in  Schönberg (Chelmsko Slaskie) gibt es einen solchen Platz. Im Gegensatz zu den anderen genannten Orten ist der Platz dort allerdings vernachlässigt worden und deshalb in keinem guten Zustand. Der größte Ring-Plätz ist in Kleinpolen (Malo Polska), in Krakau zu finden, dazu aber später noch.

Nach dieser Einführung nun aber zum Reiseablauf…

Görlitz/Zgorzelec

Görlitz ist auch heute immer noch eine durch die Neiße geteilte Stadt. Am Westufer der Neiße liegt das toll restaurierte Görlitz und am Ostufer das grau angelaufene Zgorzelec in Polen.

Im Rahmen der Kreisgebietsreform entstand im August 1994 der Niederschlesische Oberlausitzkreis als ein Teil des Freistaates Sachsen. Es handelt sich hierbei um einen Zipfel Schlesiens, der westlich der Neiße auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland liegt. Als ethnische Minderheit ist dort auch das  Volk der Sorben  bis heute zu Hause.

Görlitz hat uns mit seinen Sehenswürdigkeiten außerordentlich beeindruckt. Schon im Mittelalter führten hier bedeutende Handelswege, via regia und die Bernsteinstrasse hindurch. Deutsche und slawische Kultur und Lebensart prägten die Region. Wir besichtigen die Stadt mit einem Fremdenführer und später auf eigene Faust das Heilige Grab, ein Hauch von Jerusalem. In das im Renaissancestil erbaute Bürgerhaus „Schönhof“ wird das Schlesische Museum einzieht, welches derzeit provisorisch noch im Rathaus untergebracht ist. Ein Besuch lohnt sich um die vielen dokumentarischen und volkskundlichen Exponate zur Geschichte Schlesiens zu besichtigen.

Die älteste erhaltene Görlitzer Kirche dürfte St. Nikolai (um 1100) sein, in der Nikolaivorstadt gelegen. Hier ließen sich fränkische und thüringische Kaufleute nieder. Alle alten Handelswege sind von Kirchen gesäumt, die dem Patron der Kaufleute und der Kinder, dem Heiligen Nikolaus gewidmet sind.

In der Bruderstrasse findet man auch die „Schlesische Schatztruhe“ in der informative und auch unnütze Literatur über Schlesien angeboten wird. Es bietet sich z.B. an, sich hier mit Reiseliteratur über das Riesengebirge zu versorgen.

Um Görlitz zu besichtigen muss man mindestens einen ganzen Tag einplanen.

 - Ausflug nach Bautzen (Budysin)

Eindrucksvoll ragt die Kulisse des 1000jährigen Bautzens aus dem Profil der vielgestaltigen Landschaft der Oberlausitz. Hoch über der Spree ragt der historische Stadtkern, der heute vollständig renoviert ist und zu einem schönen Rundgang anbietet. Bautzen ist auch das kulturelle und politische Zentrum der Sorben in der Oberlausitz. Das kleine slawische Volk hat seine Sprache, seine Traditionen, seine Folklore und viele Bräuche bis heute beibehalten.

 - Ausflug zur Erlichthofsiedlung in Rietschen

Hier kann man ein typisches Heidedorf des 19. Jahrhunderts sehen, das viele Besucher und Gäste zu einem Aufenthalt einlädt. Kunsthandwerk in allen Variationen wird hier angeboten, auch für Bewirtung ist gesorgt. Von hier aus sind wir zu einer kleinen Radtour durch die interessanten Dörfer dieser Gegend gestartet. Sehr erholsam war auch der Aufenthalt am Teich der Erlichthofsiedlung und das Beobachten von Libellen sowie das Lauschen dem Kuckuck.

 - Camping:

Wir suchen den sehr ruhig gelegenen Naturcampingplatz bei der Familie Mitsche (FREIZEITCAMP Thräna) in der Schlesischen Lausitz auf. Ein idealer Standort als Ausflugsplatz nach Bautzen, Görlitz, zur Erlichthofsiedlung Rietschen oder auch als Zwischencamp auf der Reise nach Polen.

Hirschberg/Jelenia Gora

Wir parken vor dem Stadtzentrum und sind in zwei Minuten im Zentrum der Stadt, dem Ring (Rynek) der frei von Hektik und Lärm ist. Wunderschöne in hellen Pastellfarben leuchtende Bürgerhäuser des Barock werden hier mit malerischen Laubengängen verbunden. Ein besuch im heutigen Jelenia Gora lohnt sich auf jeden Fall.

Verlässt man allerdings das vollständig restaurierte sehr schöne Zentrum, bekommt man nur hässlich graue Stadtteile zu sehen, die ein verheerendes Zeugnis der Umweltverschmutzung und hohen Schadstoffbelastung der Luft durch den in den 60er Jahren stark forcierten Ausbau der Industrie sind.

 - Camping:

Wir wählen als Standort zum Campen Bad Warbrunn/Cieplice aus und dort den Campingplatz „Sloneczna Polana“, der unter holländischer Verwaltung ist.  Wir schlagen unser Camp unter einer großen Eiche auf und fühlen uns auf diesem Platz abgeschlossenen und bewachten Platz mit sehr guten Sanitäreinrichtungen sehr wohl. Erstmals beobachten wir hier in Polen eine sehr große Anzahl holländischer Camper, was durchgehend auch auf die noch folgenden Campingplätze in Polen zutrifft. Auf einen Camper aus Deutschland kommen etwa 10 Camper aus Holland. Von hier aus starten wir nun unsere Ausflüge in das Riesengebirge.

 - Krummhübel/Karpacz

Uns interessierte an Karpacz weniger der Urlaubsort im Riesengebirge (Karkonosze) an sich, mehr schon die Wang-Kapelle. Diese romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert, die einige herrlich zarte Schnitzereien an Portalen und Kapitellen aufweist, stand fast sechshundert Jahre lang in einem Dorf in Südnorwegen. Um 1840 war sie so verfallen, dass die Gemeindemitglieder einen Käufer für sie suchten. Nachdem es ihnen nicht gelungen war, einen Norweger zum Kauf zu bewegen, verkauften sie die Kirche an den damals mächtigsten Denkmalpfleger-, König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen.

Er ließ die Kirche abbauen und an diesen entlegenen Ort bringen, an dem sie im Laufe von mehr als zwei Jahren sorgfältig wiederaufgebaut wurde; nur der Steinturm, der zu Beginn dieses Jahrhunderts hinzukam, gehört nicht zum Original.

Man muss schon sehr viel Glück haben um diese Kirche in Ruhe besichtigen zu können, da dort sehr viele Schulklassen anzutreffen sind. Die beste Zeit ist der frühe Vormittag.

 - Schneekoppe/Sniezka

Ebenfalls von Karpacz aus kann man den höchsten Berg des Riesengebirges, die Schneekoppe mit 1602 Metern. Von Karpacz aus benutzt man den Sessellift bis auf den Gipfel des Kopa (1375 m). Vom Sessellift geht es durch den Kociol Lomniczki, dessen üppige Vegetation Karpatenbirken, Enzian, Nelken, Alpenrosen und Eisenhut umfaßt; an den Hängen der Sniezka gedeihen dagegen nur Moose, Bärlapp und Flechten. Jetzt kommt man zum Schlesischen Haus.

In uralten Zeiten war die Schneekoppe eine heidnische Kultstätte. In späteren Zeiten ist die Schneekoppe zum Ziel religiöser und touristischer  Ausflüge geworden. Heute ist es das erste touristische Mekka der Polen. Ganze Schulklassen bevölkern diesen Berg. Über den Gipfel verläuft die polnisch/tschechische Grenze. Von der tschechischen Seite aus kann man mit der Seilbahn bis zum Gipfel fahren.

Nicht zu übersehen sind auf der Scheekoppe die angerichteten Umweltschäden durch die Schwefelabgase der Kohlekraftwerke und sonstiger Industriebetriebe in Polen und Tschechien. Überall stehen noch graue abgestorbene Baumstangen in der Himmel obwohl man das meiste schon abtransportiert und neu aufgeforstet hat.

Zum Gipfel verläuft dann entweder der steile, steinige „Zickzackweg" (rote Markierung), der direkt zum Ziel führt, oder der leichtere „Jubiläumsweg" (blaue Markierung), der an der Nord- bzw. Ostseite des Berges hinaufführt. Oben auf dem Gipfel steht eine moderne Wetterstation mit einer Imbissstube.

Wir wählten den „Zickzackweg", weil wir der Meinung waren, dass wir so viel schneller auf der Schneekoppe sind. Der Weg hatte es aber in sich, teilweise sind steinige Strecken mit 45° Steigung dabei um den noch fehlenden Höhenunterschied von nur noch 227 m zu bewältigen. Das war nicht so ganz leicht für uns, glücklich über diese Leistung sind wir dann aber doch in der im Reiseführer angegebenen Durchschnittszeit von ca. 30 Minuten auf dem Gipfel der Schneekoppe angekommen. Wir waren froh, dass wir einen etwas leicht bedeckten Himmel an diesem Wandertag hatten, bei den dann folgenden 30-34°C der nächsten Tage hätten wir es viel schwerer gehabt.

Die Sicht von der Sniezka reichte bis zu 80 km weit ins Land und umfasste nicht nur andere Gebiete des Sudetengebirges in Polen und der Tschechischen Republik, sondern auch Wroclaw, Sleza, Legnica und das Lausitzer Gebirge auf deutscher Seite.

 - Grüssau/Krzeszow

Von Cieplice aus starten wir einen weieter Ausflug zu der Zisterzienserabtei und dem Piastenmausoleum in Krzeszów (Grüssau).

Das Kloster Grüssau wurde 1242 von Benediktiner aus Böhmen gegründet und 1292 von den Zisterziensern aus Heinrichau übernommen. Die Anlage bildet ein barockes Denkmalensemble, das insbesondere aus der 1690 bis 1696 gebauten Josephskirche und der 1727 bis 1735 entstandenen Marienkirche besteht.

Beide Kirchen schmücken Arbeiten des bedeutenden Barockmalers, Michael Willmann und seiner Schüler. An das Marienmünster schließt sich eine barocke Grabkapelle für die Schwidnitz-Jauerschen Piasten an. Das heutige Krzeszów ist Marienwallfahrtsstätte des Bistums Liegnitz.

Besonders angetan haben es uns aber die Kalvarienkappeln, die in einer schönen Landschaft stehen. Leider hat man die Figuren dort wohl zum Diebstahlschutz entfernen müssen oder siie sind bereits geklaut worden. Der Spaziergang von Kapelle zur Kapelle ist aber trotzdem ein schönes Erlebnis.

 - Schömberg/Chelmsko Slaskie

Im Anschluss an den Besuch in Krzeszow besuchen wir noch das fast verlassenen Städtchen Schömberg. Hier finden wir eines der bekanntesten schlesischen Postkartenmotive, die „Zwölf Apostel“ - aneinandergebaute hölzerne Weberhäuser aus jener Zeit, die Gerhart Hauptmann in seinem berühmten Schauspiel festgehalten hat. Allerdings sind es jetzt nicht mehr zwölf, sondern nur 11 hölzerne Laubenhäuser. Dort ist eine kleine Museumsstube mit Webereieinrichtungen eingerichtet worden und es wird einem alles sehr schön alles erklärt. Man wird dann in eine aktive Weberei geführt in der mehrere Frauen arbeiten und dort kann man handgearbeitet Naturleinen-Läufer oder rohe Leinentischdecken und auch handgestickte oder bedruckte Sachen zu einem sehr geringen Preis erwerben.

Schweidnitz/Swidnica

Die zweitgrößte mittelalterliche Stadt in Niederschlesien, nach Breslau, war Schweidnitz. Die Stadt wurde 1249 urkundlich in einem päpstlichen Privileg erwähnt und erhielt 1363 das Magdeburger Recht. Seit 1290 war Schweidnitz die Hauptstadt des Fürstentums Schweidnitz-Jauer. Im Jahre1392 kam sie an die Krone Böhmens. Schweidnitz war auch berühmt wegen seines berühmten Bieres des „"Schweidnitzer Schoeps". Schweidnitz liegt zwischen dem Zobten- und dem Eulengebirge.

Viel mehr aber interessierte uns die Schweidnitzer Friedenskirche , die 7500 Besucher aufnehmen kann. Die baugeschichtlich bedeutendste der drei schlesischen Friedenskirchen ist die in Schweidnitz - eine der berühmtesten hölzernen Barockkirchen Europas (seit 1991 UNESCO- Weltkulturerbe). Wir sind wieder einmal überwältigt von der Kraft und Energie, die aus dem Glauben heraus ein solch überragendes Kulturdenkmal schaffen konnte. Die Denkmäler der Slowacki, Mickiewicz, Kosciuszko oder der Heldenverehrung für die Aufständischen Polen in Schlesien sind da nicht einmal ein Staubkorn dagegen. Die Schönheit der Kirche kann man kaum in Worten ausdrücken, eher schon in Bildern.

Die Friedenskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit ist eine von drei Gotteshäusern in Schlesien, die den schlesischen Protestanten nach dem Dreißigjährigen Krieg zugestanden worden ist. Die Kirche ist im Jahre 1656/57 als Fachwerksbau errichtet worden im Grundriss eines griechischen Kreuzes. Die Kirche wurde vornehmlich mit den Mitteln des Bundesministeriums für Forschung und Technologie und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit renoviert.

Der Zobten, heiliger Berg der Kelten, germanischen Vandalen und Slawen

Auf der Fahrt von Schweidnitz in Richtung Breslau begegnen wir auf der rechten Seiten dem Zobten (718m), der sich aus der Niederschlesischen Eben in seiner vollen Größe vor uns erhebt. Das Massiv besteht aus Gabbro, einem schweren Eruptivgestein. In der Nähe des Berges werden Nephrit und Serpentinit abgebaut. Diese wertvollen Mineralstoffe kommen nur noch in China, Neuseeland und in den Alpen vor. Angeblich wurden die antiken Werkzeuge, die in den Ausgrabungen bei Troja gefunden worden sind, aus Nephrit des Zobtenberges hergestellt. Der Zobten ist ein besonderer Ort. Es werden hier ziemlich große Gravitations-Anomalien verzeichnet. Auf dem Zobtenberg wiegt alles z.B. einige Gramm mehr als in Breslau oder im Riesengebirge. Der heilige Berg der Schlesier weist auch geomagnetische Anomalien auf. Unter den ursprünglichen Bewohnern Schlesiens hat dieser Berg auch Angst  und Glauben an übernatürlichen Kräften geweckt.

Schon in der Bronzezeit und in der frühen Eisenzeit existierte auf dem Gipfel eine Kultstätte, die von den Kelten 500 vor Christus ausgebaut worden ist. Auch die germanischen Vandalen und die Slawen haben den Berg als Kultplatz genutzt. Steinernde Kultkreise zur Abgrenzung des heiligen Raumes sind heute noch an drei Stellen vorhanden.

Oben auf dem Berg steht noch die Zobtenbaude und ein Turm mit einer herrlichen Aussicht.

Alt-Schalkendorf/Stare Siolkowice und Umgebung

Schon wenn ich die Oder bei Mikolin überquere, dann fahre ich ganz langsam bis Alt Schalkendorf und genieße die auf mich zukommenden Bilder meiner Kindheit von dieser Gegend. Rechts vor der Oder das Russische Ehrenmahl für die gefallenen Rotarmisten , dann die Oder-Brücke mit Blick auf die Oder und die Bunnen...dann rechts ein Wald, dort wo der Gänsesee liegt, dann links Popielowska Kolonia und rechts Wielopole und an der alten Ziegelei links vorbei bis zur Kreuzung in Poppelau. Dort ein kurzer Blick nach links zur Poppelauer Kirche und dann rechts in Richtung Alt-Schalkendorf abbiegen. Über die Brinnice hinweg fährt man gleich links am ehemaligen Krankenhaus vorbei welches heute renoviert dasteht und eine Sozialstation für ältere Bürger beherbergt. Schon ist man auch in der Nähe des Schalkendorfer Friedhofes und landet auf der Hauptstrasenkreuzung in Alt-Schalkendorf. Viele Gefühle kommen da hoch, ich kann kaum reden...

Diesmal biegen wir an der Kreuzung links ab und fahren zum Gasthof (BAR) „STANTIN“ und reden mit des Inhaberin Roswitha Mis, ob wir im großen Hof des Anwesens mit unserem WoMo übernachten können. Wir werden uns schnell einig, zahlen pro Nacht 40 Zloty und bekommen Strom sowie Schlüssel als Zugang zum geräumigen Badezimmer im Obergeschoss des Gebäudes. Prima, hier haben wir einen guten abgeschlossenen Platz zum Campen gefunden und können uns zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Weg machen um die Gegend zu erkunden. Hier beim „STANTIN“ erfrischen wir uns mit einem guten Bier und bekommen auch ein ausgezeichnete und reichhaltiges Essen serviert. Die Dritte Nacht von Freitag auf Samstag ist in der Bar Disco-Time angesagt und die Bässe gehen bis weit über Mitternacht durch unser WoMo durch. Schade, vor Furcht, dass es von Samstag auf Sonntag genauso dort zugeht, verlassen wir am 4. Tag Schalkendorf und fahren nach Oppeln.

 - Ein kleiner Rundgang durch das heutige Schalkendorf:

Schalkendorf ist zweifellos auch heute ein sehr schönes Dorf. Beeindrucken ist die dörfliche Prachtstrasse St. Michael in Dorfmitte, die sich von der Kirche aus in Richtung Klapacz ausdehnt. Die ganze Strasse ist eine einzigartige Lindenallee mit zwei Gehwegen an der Seite, einer Dorfstrasse und Grünflächen dazwischen an der Stelle der noch in meiner Kindheit sich dort befindlichen Dorfweiher, die für Löschzwecke für die Feuerwehr angelegt worden sind. Im Jahre 1999 geamm Schalkendorf  den auch in Schlesien stattfindenden Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“.

Wir gehen zunächst zum Haus meiner Großeltern. Dort wohnt seit 13 Jahren ein Fernfahrer mit seiner Familie und man war gerade dabei das Haus neu einzudecken, weil es hier und da schon reinregnete. Ich stelle mich kurz vor und darf den Hof betreten. Der schöne Bach, der den Hof in meiner Jugendzeit durchtrennte ist in Rohre geführt und zugeschüttet worden. Der Brunnen hat einen erdebenen Beton-Deckel bekommen. Er würde nur noch wenig Wasser führen sagte mir der heutige Bewohner unseres Hauses. Man muss halt einen Brunnen pflegen... Die Scheune und die Schuppen sind weg wegen Baufälligkeit und vom Garten ist nichts mehr zu sehen. Das Aborthäuschen steht wie immer noch auf der von meinem Vater vor 1943 benotierten Mist- und Jauchengrube. Hinten raus nur noch Wiese..., der Gesamtzustand des Anwesens macht keinen positiven Eindruck auf uns. Wir gehen fast wortlos...

Überall stehen verlassene alte, aber auch neue Wohnhäuser, an jeder Ecke, dort ist jegliches Leben erloschen. Wir betreten ein Haus, welches ich gut kannte..., die Haustür ist heraus gefallen. Gleich am Eingang links auf den Treppenstufen zum Dachraum liegt eine größere Christusfigur mit abgebrochenen Armen. Wir überlegen diese mitzunehmen, doch dann lassen wir es in diesem Grab weiter liegen. Wir gehen in das Wohnzimmer, ein riesiges durcheinander, offensichtlich vom eingedrungenen Hochwasser von 1997. Verschiedene Möbelgegenstände liegen übereinander, dazwischen Matratzen und viel Unrat. Es ist sehr dunkel in diesem Raum, links steht ein Küchenschrank, dort stehen noch Einmachgläser mit Obst. Es sieht aus wie nach einer Katastrophe, niemand kümmert sich mehr um dieses Haus. Ein anderes Haus gegenüber ebenfalls verlassen, daneben auch. Vor den Haustüren wächst schon das Gestrüpp, man kommt kaum noch ran. Die Türen sind hier verschlossen, wir schauen durch die Fester rein, die Zimmer sind ausgeräumt worden in diesem Fall. Aus einem verlassenen Anwesen meiner Taufpatin nehmen wir uns einen kleinen Gartenzwerg als Andenken mit und besuchen noch den Schalkendorfer Friedhof und zünden dort am Grab meiner Taufpatin ein paar Grablichter an.

Wir machen einige Lebensmittel-Einkäufe in Schalkendorf, heute alles kein Problem mehr. Mitten im Ort stand jeden Tag eine Frau mit Erdbeerkörbchen, die wir für 6 Zloty mehrfach abkaufen. Die Erdbeeren sind aus der Region und schon am Mittag war der angebotene Vorrat verkauft.

Wir nehmen die Fahrräder und fahren jetzt nach Blonie, hier sieht es gut aus, auf den Bauernhöfen wird gearbeitet, viele neu erbaute Wirtschaftsgebäude sind zu sehen. Weiter geht es bis zum Oderdamm, darauf kann man wie früher noch mit dem Fahrrad fahren. Zunächst steigen wir am Nowy Dol, einem größeren Teich ab, der sehr idyllisch liegt. Offensichtlich wird er von der Fischwirtschaft bewirtschaftet, weil dort jetzt eine Hütte steht. Rings um uns bewirtschaftete Flächen mit hohem Getreide und schönen Kornblumen deren blauen Farbe ich als Hobby-Fotograf nicht widerstehen kann. Die Natur in der Umgebung kann sich sehen... riechen ... hören... und fühlen lassen. Dann geht es nach Biedaszka, eine handvoll von Bauerhöfen direkt vor dem Oderdamm. Einige Bauerhöfe stehen schon lange leer, man sieht es an dem Wildwuchs in den ehemaligen Bauergärten, plötzlich springt ein Reh aus einem solchen Garten vor uns raus und flieht in die Getreidefelder.

Wir radeln weiter in Richtung Ruttenau und kommen an einer weiteren Landwirtschaftlichen Ansiedlung am Oderdamm, die aber verwaltungstechnisch zu Ruttenau gehört. Wir besuchen kurz Erika und Max, die jetzt im Ruhestand auf ihrem vom Sohn geführten Hof leben, plaudern etwas und fahren dann weiter an vielen verlassenen Höfen nach Ruttenau rein und besichten dort die schöne Barockkirche.

Unsere Tour führt uns nun durch Ruttenau hindurch bis vor den Ruttenauer Bahnhof, dort biegen wir links ab und erreichen dann durch den Wald fahrend wieder Alt Schalkendorf in der Nähe des ehemaligen Sportplatzes. Auch hier können wunderschöne Natur-Bilder mit Kornblumen in Getreidefeldern.

Eine weitere Radtour führt uns noch nach Neu Schalkendorf bis zum dortigen Badesee und zurück über die Gorka zu unserem Camp bei „STANTIN“.

Wir hatten vor auch das Pfarramt in Schalkendorf zu besuchen um etwas im Archiv stöbern zu dürfen. Ich bin ja vor allem auf der Suche nach Bildern von der Glockenweihe 1957, als ich bei der Einweihung die große neue Glocke "Sanctus Michael", mit ihrem Gewicht von über einer Tonne, „einleuten“ durfte. Leider haben wir bei drei Versuchen den derzeitigen Pfarrer nicht angetroffen um die Erlaubnis für eine Archiveinsicht zu bekommen.

Wir besuchen den DFK in Schalkendorf

Beim Besuch des Deutschen Freundschaftskreises (DFK) in Alt Schalkendorf lernten wir die sehr nette derzeitige Vorsitzende Frau Christa Richter kennen.  Sie führt den DFK seit 1994 (Gründung des DFK 1990)  in Schalkendorf und beklagte den Mitgliederschwund von Anfangs 1600 Mitgliedern auf jetzt 900. davon zahlen aber nur 400 einen sehr geringen Mitgliedsbeitrag. Derzeit hat Schalkendorf etwa 2000 Einwohner. Etwa 80% dieser Einwohner sind deutschstämmig schätzt Frau Richter. Der DFK hat seinen Vereinsraum in der Ulica Michala 55 – früher war mal dort das Gemeindeamt – neben dem Feuerwehrhaus und ist nicht ganz glücklich über die  Jakub Kania – Regionalstube nebenan. Jakub Kania war ein Schalkendorfer Volkspoet, aber auch ein polnischer Patriot, der 1921 gegen Geld Stimmen für Polen seinerzeit gesammelt hat. Polnische Kommunisten haben Jakob Kania  dann für Propagandazwecke eingesetzt, da er in ihren Augen ein vorbildlicher Pole in Schalkendorf war. In der Regionalstube gibt es von Jakub Kania erhaltene Andenken, Hand- und Druckschriften sowie Bilder zu sehen. Dichtungen von Jakub Kania habe auch ich in den 50er Jahren auswendig gelernt und dann auf Hochzeiten vorgetragen, so wie es früher Brauch war in Schalkendorf. Ein Abriss ist mir noch im Gedächtnis hängen geblieben, der sich mit der Characteristik der Landwirte in der Ulica Michala beschäftigt hat:

Kamla zabiol krowa
Kowol dostol glowa,
Urbanek dostol kopyta
bo goni gansi do zyta,
Antoni Larwa dostol rogi
bo jest chlop ubogi,
Kampino dostala cycki
bo mol dziywki jak schwiycki...
usw. (ist mir entfallen!)

Frau Richter sagte, dass die in der Regionalstube aufbewahrten Handschriften von Jakub Kania gar nicht von ihm selbst wären, er hätte sich das alles von anderen schreiben lassen. Über den zwischenzeitlich verstorbenen Hobby-Chronisten Otto Spisla aus Neu Schalkendorf hatte Frau Richter auch keine gute Meinung, weil er sich bei seinen Besuchen in Schalkendorf hat niemals beim DFK sehen lassen. Immerhin kennt aber Frau Richter die Bücher von Otto Spisla. Immerhin ist mein persönliches Ansehen bei Frau Richter als Internet-Chronist gestiegen, weil ich eben den DFK gerne besucht habe.

Besonders traurig ist Frau Richter darüber, dass der Schalkendorfer Pfarrer bei den geplanten Jubiläums-Feierlichkeiten des DFK zwar eine Messe lesen wollte aber dies nur in polnischer Sprache. Damit war der DFK natürlich nicht einverstanden und er will darauf dann verzichten.

Die Mitglieder des DFK treffen sich monatlich in den frisch renovierten Vereinsräumen zum gemütlichen Beisammensein und aus Anlass verschiedener Feierlichkeiten. Das gilt auch für die Kinder- und Jugendgruppen. Der DFK organisiert auch verschiedene Ausflüge, z.B. nach Deutschland und es werden andere DFK-Gruppen nach Schalkendorf eingeladen, die z.B. mit Tanz, Gesang oder Theater das Deutsche Kulturleben in Schalkendorf bereichern. Frau Richter dichtet selbst und das trägt sie dann jedem Besucher auch sehr gerne vor. Darüber hinaus ist Frau Richter viele Jahre im Kindergarten aktiv und gibt dort Deutschunterricht für den Schalkendorfer Nachwuchs. Sie beklagt aber auch die Trägheit der Deutschen Schalkendorfer  sich aktiv am Vereinsleben zu beteiligen und die mangelnde Bereitschaft die sehr geringen Mitgliedsbeiträge zu entrichten, denn schließlich muss auch das nötige Verwaltungsmaterial irgendwie bezahlt werden und für Veranstaltungen braucht man immer etwas Geld. Viele Schalkendorfer sind der Meinung, dass die Beiträge aus Deutschland bezahlt werden müssten, wenn man einen solchen Verein in Schalkendorf will. Die finanzielle Unterstützung des DFK beläuft sich derzeit auf etwa 2 x 500 Zloty im Jahr und sie wird von der Bezirksleitung in Gogolin dem Schalkendorfer DFK zugewiesen. Mit ihrem gewitzten Einsatz schafft es aber Frau Richter immer wieder hier und da etwas Geld locker zu machen für die Kulturarbeit der Deutschen in Alt Schalkendorf.

In Alt Schalkendorf ist irgendeine Art von DFK-Vereinsträgheit nach den ersten Jahren der Begeisterung über den in Polen eingeführten Minderheitenschutz zu beobachten. Jemand sagte mir "Ja wenn die BRD die Beiträge für den DFK bezahlt, dann trete ich dort wieder ein, so aber müssen wir immer alles selbst bezahlen, weil die Schröder-Regierung die Mittel gekürzt hat. Der größte Freund der Deutschen Schlesier war Herr Kohl, Herr Schröder ist es aber mit Sicherheit nicht..."

Niemand von den Deutschen Schlesien im heutigen Schlesien kann es verstehen, nicht nur in Schalkendorf, warum das Goethe-Institut in Krakau und nicht in Breslau eingerichtet worden ist.

Je weniger wir für Schlesien von der Bundesrepublik aus finanziell tun, um so größer und schneller schreitet die Entfremdung von der Deutschstämmigkeit der Deutschen Schlesier in Schlesien fort!

 - Besuch der „Schlesischen Stube/Izba Slaska“

In der Grundschule Nr.2 an der Kirche ist von einer Lehrerein die „Schlesische Stube“ eingerichtet worden. Man kann sie besuchen, wenn man beim Schulsekretariat darum bittet. Bei unserem Besuch dort hat die Sekretären bereitwillig die „Izba Slaska“ geöffnet und wir staunten nicht schlecht, was hier alles an alten Gegenständen und Trachten aus Schalkendorf gesammelt worden ist. Es ist ein kleines volskundliches Museum daraus geworden und jeder Besucher in Schalkendorf sollte sich das mal ansehen.  

 - Kirche zum Hl. Erzengel Michael

Die Pfarrgemeinde Schalkendorf ist eine der ältesten in der Diözese Oppeln. Die ersten Eintragungen stammen aus dem 16,. Jahrhundert. Die Pfarrkirche, deren Schutzpatron der Hl. Erzengel Michael ist, wurde im Jahre 1830 im klassischen Stil erbaut.

Während der Amtszeit von Herrn Erzpriester Theophil Plotnik wurde die Kirche renoviert und um das heutige Presbiterium vergrössert. Am 18. April 1934 wurde sie durch Herrn Kardinal Adolf Bertram konsekriert.

In den Jahren 1960/65 wurde die Kirche renoviert und im modernen Stil erneuert, in den Jahren 1976/77 nochmals, um sie den Vorschriften des 2. Vatikanischen Konzils anzupassen.

Die Altäre bestehen aus schlesischen Marmor. Vor der Wand über dem Hauptportal leuchtet in bunter Mosaik das Bildnis des Schutzpatrons Hl. Michael, über den Seitenaltären das der Gottesmutter Maria und des Hl. Herzen Jesu.

An den Wänden des Kirchenschiffs sehen wir in Sgraffito gemalte Bilder: St. Anna, St. Josef, St. Hyacynth, St. Urban, St. Pius X, St. Hedwig, St. Franziskus und St. Antonius.

Im Sommer des Jahres 1994, wurde die Kirche wiederum gründlich renoviert durch frischen Anstrich der Wände, Fresken und Bänke.

Interessant auch das Pfarrhaus neben der Kirche mit der Pfarrscheune aus der 1. Hälfte des XIX Jahrhunderts und dem dahinter liegenden Fischteich in dem früher Karpfen gezogen worden sind.

Erwähnenstwert auch noch die Hl. Michael Kapelle für die Gefallenen des ersten Weltkrieges sowie die Kapelle mit der Pfarrersgräbern sowie den Gedenktafeln für Gefallene und Vermisste des zweiten Weltkrieges.

 - Wir besuchen St. Rochus in Groß Döbern

Natürlich besuchen wir noch in Groß Döbern die Holzkirche St. Rochus, die neben dem früher von mir besuchten Liceum dort auf dem Pesthügel steht. Erneut ist die Kirche von außen neu gestrichen worden mit einem bitumenartigen Anstrich, stinkt richtig nach Asphalt. Das Holz trieft richtig  und die Sockel sind total verschmiert. Eine solche schlampige Arbeitsausführung habe ich dort noch nie gesehen. Hier findet das berühmte Ablassfest im Zeichen des Schutzheiligen St. Rochus statt. Dies ist das bekannteste Kirchenfest in der Umgebung, von Oppeln. Jedes Jahr kommen in die kleine historische Holzkirche einige tausend Schlesier aus dem In -und Ausland. Der hl. Rochtus ist der Schutzpatron von an Pest und Cholera oder anderen Infektionskrankheiten Erkrankten.

Hier ein Artikel zur St. Rochus aus Schlesische Nachrichten 1/2003

„In der letzten Phase des 30 jährigen Krieges, welche auch die grausamste war, wüteten die Schweden in der Oppelner Gegend. Ihren Ausgangspunkt hatten sie im Wald bei Carlsruhe (Pokoj). Diese Befestigungen waren bis 1945 als Schwedenschanze ausgeschildert. Von den Schulen oft besucht, die auch zum Geschichtsunterricht gehörten. Leider sind diese Unterstände nach 1945 verfallen und in Vergessenheit geraten. Die Schwedenhorden zogen raubend und brennend durchs Land. Die Bewohner flüchteten mit ihrer letzten Habe in den Wald, um dem Tode zu entrinnen. Zu diesem Elend ist um das Jahr 1640 auch noch die Pest in Döbern ausgebrochen. Aus Angst vor Verbreitung der Seuche wurden die Leichen weit im Wald auf einem Hügel beerdigt. In dieser Not und Bedrängnis wendeten sich die tiefgläubigen Döberner zu Gott und dem Fürsprecher und Schutzpatron St. Rochus mit der Bitte, er möge diese Geißel abwenden. Gemeinsam mit dem Dorfpfarrer versprachen sie ein Gelübte: zu Ehren des Schutzpatrons St. Rochus eine Kirche zu bauen und alljährlich am 16. August eine Bitt- und Dankprozession abzuhalten.

Historische Daten zum Bau der St. Rochuskirche

Nachstehende Daten sind entnommen aus dem bischöflichem Archivum, sowie aus den Jahresbüchern des Klosters Czarnowans (Klosterbrück) welche der damalige Abt Huffnagel führte. - 1652 ist der Bau der St. Rochuskirche erstmals schriftlich erwähnt. - 1657 wurde die staatliche sowie die kirchliche Genehmigung (Jurisdykcion) zum Bau der Schrotholzkirche dem Ortspfarrer Andreas Anthofer erteilt.

Aus diesem Anlass, unter großer Beteiligung der Gläubigen, wurde die erste Andacht gehalten. Dieses Grundstück sowie der Wald mit dem sogenannten Pesthügel war kaiserliches Eigentum (in fundo Caesaro). Darum musste der Staat auch das Patronat über die Kirche übernehmen. Mit der Erteilung der Baugenehmigung gab die Verwaltungskammer Oppeln auch das Bauholz für die St. Rochuskirche. – Unabhängig davon schreibt Abt Huffnagel im Jahrbuch des Klosters: Pater Andreas Anthofer erbaute im Jahre 1658 die St. Rochuskirche in Groß Döbern.

Im Laufe der Zeit sind auch andere Jahreszahlen vom Bau der Rochuskirche aufgetaucht, die aber nicht belegbar sind. Auch im Volksmund sind Sagen und Erzählungen aufgekommen, reine Geschichten, für die kein Beweis vorliegt. Mit großem Eifer gingen die Döberner ans Werk. Zuerst wurden große Feldsteine (auch Findlinge) auf die Erde gelegt, die als Unterlagen für die Baumstämme dienten. Ein Fundament wurde nicht ausgehoben, um nicht eventuell auf die Gebeine der Pestkranken zu stoßen, die dort ruhten. Nun stand das Kirchlein auf dem Hügel. Die leidgeprüften Menschen kamen in großen Bittprozessionen zum Patron St. Rochus. Hier betend, erhofften sie Hilfe, Schutz und Abwendung weiterer Seuchen zu erlangen.

Aus dem Umkreis von ca. 30 km pilgerten die Gläubigen zum Schutzpatron St. Rochus. Zusätzlich kamen aus vielen Orten Votivprozessionen an bestimmten Tagen.

Bald erwies sich das Kirchlein als zu klein, es konnte die Pilgerscharen nicht mehr aufnehmen. Es musste was geschehen, um die Kirche zu vergrößern. Hier ist der Ausbau der überdachten Außengänge gemeint, dadurch wurde der Raum vergrößert und die Wände vor der Verwitterung geschützt. entsprochen worden. - Ein entsprechendes Schriftstück wurde um 1930 in den staatlichen Archiven von Breslau gefunden. Mit nachstehendem Inhalt und Datum vom 14. 9. 1693. Das Bauholz für die Holzkirche in Groß Döbern ist bewilligt. Der Förster Karl Schlichting von Popelau ist beauftragt, das dementsprechende Holz auszusuchen. - Zahlen und Jahrgänge sind auf dem Papier geschrieben. Jedoch, wir gebürtige Döberner, sind mit St. Rochus zusammengewachsen und durch die Jahrhunderte unzertrennlich geworden. Der Name Rochus ist ein Stück von uns jedem.

Wenn wir über den Sinn des Treffens gefragt werden , gibt es nur eine Antwort: -

Wir fahren zum Rochus!“

 - Camping:

Hofgelände des Restaurants (Bar) „STANTIN“ in Alt Schalkendorf.

 - Carlsruhe/Pokój

Lange schon beschäftige ich mich mit diesem Ort, eigentlich seit der Zeit als ich mit dem Fahrrad Kleider aus der Schneiderei meines Opas durch den dunklen Wald zwischen Schalkendorf und Carlsruhe ausliefern musste.

In etwa 15km Entfernung von Schalkendorf hatte der Herzog Württemberg-Oels ein schönes Schloss aus welchem mein Urgroßvater eine schöne Porzelanlampe später ersteigert hat um ca. 1925 und sie meinen Großeltern zum Hochzeitsgeschenk machte. Carlsruhe/OS (heute: Pokój in Polen) wurde mit Schloss und Stadt von Herzog Carl Christian Erdmann von Württemberg-Oels (1716 - 1792) angelegt. Der Stellungslose CARL MARIA VON WEBER  (1786 - 1826: Komponist des "Freischütz") fand Unterschlupf zu Carlsruhe in Oberschlesien, einem württembergischen Miniaturhof, dessen Herzog dem jungen „Edelmann“, schon um seinen vermeintlich besonderen Stand zu ehren, nicht zum Kapellmeister, sondern als Gast zum Chef seines kleinen Orchesters ernannte. Weber hat für dieses offenbar tüchtige Orchester nicht nur zwei eigenwüchsige Sinfonien (seine einzigen!), sondern auch jene merkwürdig mit chinesischen Weisen á la Vogler spielende „Turandot“ - Ouvertüre geschrieben. Im Theater wirkte Carl Maria von Weber 1806/07. 

Das Zentrum der Anlage mit dem Schloss und den Kavalierhäusern wurde 1945 vernichtet, ebenso das Weinbergschlösschen. Im Jahre 1863 ist im Park des Schlosses ein Denkmal errichtet worden, welches einen ruhenden Löwen darstellt. Dieses Denkmal ist in der Gleiwitzer Hütte in Bronze gegossen worden. Nach dem Krieg war ich an einem Sonntag mit meiner Mutter dort, da stand dieses Denkmal noch. Völlig überrascht worden bin ich allerdings von einem kleinen polnischen Reiseführer "Slask OPOLSKI", ISBN 83-908106-0-3, den ich mir im Oktober 2000 in Breslau gekauft habe. Auf Seite 60 fand ich das Bild des ruhenden Löwens mit einer Beschreibung, dass man diesen Löwen wohl doch noch in den Resten des Parkes von Carsruhe besichtigen könnte. Welch ein Zufall...

Wir fuhren also nach Carlsruhe bis zum Rondo (ehemalige Standort des vernichteten Schlosses) und von dort aus ging es in Richtung Oppeln und nach ca. 200m bogen wir links in den Wald. Kurz darauf öffnete sich vor uns eine Waldlichtung und vor uns links stand die Teehausruine umgeben von einem Wassergraben und rechts vor einem blühenden Rododenthron-Strauch der ruhende Löwe auf einem großen Sockel und Fundament. Nach etwa 48 Jahren konnte ich wieder den Löwen anfassen, zu dem meine Mutter mal mit mir einen Ausflug gemacht hat. Vor dem Löwen waren halbkreisförmig angeordnete Bänke vorhanden, offensichtlich ist der Platz in den vergangenen Jahrzehnten noch für irgendwelche Feierlichkeiten verwendet worden.

Für uns war die Begegnung mit der Ruine des Teehauses und dem ruhenden Löwen, mitten im Wald, jedenfalls ein großartiges Erlebnis und ein weiteres Mosaiksteinchen unserer privaten Nachforschungen.

Oppeln/Opole

Oppeln ist das Zentrum der Deutschen Minderheit und gehört mit 130.000 Einwohnern zu den größten Städten Schlesiens. Die barocken Bürgerhäuser am Markt weisen für die Stadt typische abgerundete Erker auf. Das Rathaus ist dem Palazzo Veccio in Florenz nachempfunden. Sehenswert sind auf jeden Fall auch die Franziskaner-Anlage mit Kirche und Kloster aus dem 14. Jh. und das Freilichtmuseum in Bierkowice. Hier wurde auf einer Fläche von etwa 10 ha ein altes schlesisches Holzdorf mit ca. 50 authentischen Holzhäusern aus dem Oppelner Schlesien aufgebaut, dort steht auch die aus Alt Schalkendorf stammende Wassermühle, die man auch bei vollem Betrieb beobachten kann. Die Altstadt, das Rathaus, die gotische Franziskanerkirche und der Piastenturm (das älteste Bauwerk der Stadt und einzige Überbleibsel vom herzoglichen gotischen Schloss aus dem 13. Jahrhundert) lohnen einen Besuch. Unweit davon sind freigelegte Fundamende einer alten slawischen Siedlung zu sehen und das daneben eingerichtete Freilichttheater (Amfiteatr) in dem jedes Jahr ein Festival des polnischen Liedes stattfindet. Sehenswert auch der Mühlgraben und die grüne Pfennigbrücke.

Seit 1984 hat Oppeln, "Grüne Brückenstadt" (10 Brücken), als Patenstadt Bonn. Im Rathaus Bad Godesberg ist die Oppelner Heimatstube untergebracht. Es finden alle zwei Jahre große Oppelner Heimattreffen in Bonn statt.

Das „Jugendforumm³odych“ erklärt auf der Homepage der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (asf) wie die Oppelner Jugend heute sich als Deutsche Minderheit versteht:

 „In Polen leben heute ca. 400.000 Menschen, die der deutschen Minderheit angehören. Sie (bzw. ihre Vorfahren) wurden nach 1945 nicht vertrieben oder ausgesiedelt, sie durften aber in der Folgezeit ihre deutsche Identität nicht nach außen hin zeigen. So war ihnen z. B. das Sprechen der deutschen Sprache untersagt. Nach dem Ende der kommunistischen Ära 1989 organisierte sich die Minderheit erstmals, was nicht ohne Probleme verlief. Heute leben Minderheit und Mehrheit im Großen und Ganzen in einem guten Verhältnis zusammen.
Die Angehörigen der deutschen Minderheit leben auf alle ehemals deutschen Gebieten Polens verstreut, wobei das Zentrum ganz klar in Oberschlesien liegt. Dort wohnen sie hauptsächlich auf dem Land. Die Minderheit stellt in Oberschlesien auf lokaler und regionaler Ebene viele Abgeordnete und Bürgermeister. Auch im Sejm ist sie mit zwei Abgeordneten vertreten.
Die Jugendlichen sprechen nicht immer deutsch, sie müssen es alle als Fremdsprache lernen. Sie haben gegenüber ihren Altersgenossen aus der Mehrheit den Vorteil, dank der doppelten Staatsbürgerschaft (deutsch und polnisch) in Deutschland arbeiten und studieren zu können. So stellt sich für sie immer die Frage, ob sie in der Heimat bleiben oder nach Deutschland weggehen sollen.“

Wir parken unser WoMo auf dem einzigen bewachten Parkplatz in Oppen an der Rezeption des Hotels Opole an der Krakowska-Strasse. Klar, dass wir uns zuerst in einem der Restaurants am Ring-Platz niedergelassen und in den Puls der Stadt hineingehört haben.

Interessant vielleicht für die Oppelner Schlesier, dass es in der Bundesrepublik ein 700 Jahre alte Dorf mit dem Namen Oppeln, zugehörig zu der Gemeinde Wingst im Elbe-Weser-Dreieck des Landkreises Cuxhaven, gibt.

Im Zentrum der Stadt, auf dem Platz Wonosci steht ein Gedenkstein für die glückliche Rückführung des „urpolnischen“ Oberschlesiens ins polnische Mutterland. Dargestellt wird eine geflügelte Amazone auf dem Rücken eines Wisents. Dieser Stein hat im Ursinn des Wortes überwältigende Ausmaße: Ein tiefschwarzer, kantiger Koloss von der Größe eines Hauses scheint in seiner finsteren Übermächtigkeit aus Zonen herzustammen, welche Menschen für gewöhnlich meiden. Darüber hinaus ruht diese sichtbar gewordene Gewaltsamkeit auf einem so schmalen Fundament, dass nicht nur psychische, sondern auch leibliche Bedrohung  für alle Umherstehenden beabsichtigt erscheint.

Als Glücksfall für die Deutschen erwies sich dagegen die Tatsache, dass mit Prof. Dr. Alfons Nossol einer der ihren am 25. Juni 1977 zum Bischof des Bistums Oppeln aufsteigen konnte. Als Bischof von Oppeln war Nossol für fast zwei Millionen Gläubige zuständig, darunter ein beachtlicher Teil Deutsche. Für diese setzte er sich frühzeitig ein und bewies Mut, als er durchsetzte, dass ab dem 4. Juni 1989 nach mehr als vier Jahrzehnten wieder regelmäßig deutschsprachige Gottesdienste am St. Annaberg abgehalten werden konnten.

In hinteren Bereich des Freiheitsplatzes (pl. Wolnosci) fand ein Fest für Behinderte mit einem Radiosender zusammen statt. Wie überall, haben auch hier engagierte Helfer für Bewirtung mit Kuchen und Getränken gesorgt. Es ist gesungen und getanzt worden und überall hat man glückliche Gesichter gesehen. Der Tag war der erste von zwei Tagen des EU-Memorandums Polens Anfang Juni 2003. Wie es sich am Montag darauf herausgestellt hat haben die Schlesier mit überwältigender Mehrheit (83,4%) für den EU-Beitritt gestimmt.

Zum Schluss machen wir noch einige Einkäufe in der Oppelner Cepelia und gehen noch in das Museum des Oppelner Schlesien auf Spurensuche. Dort sind mehrere Jahre Oppelner Geschichte illustriert. Vom Mammut-Knochen aus der Steinzeit bis zu den Trachten aus dem Oppelner Land und auch einige Exponate von Funden in Alt Schalkendorf werden dort sehr informativ präsentiert.

- Befreiung oder Überfall (2002-12-03)

Zum Schluss noch mal ein aktueller Artikel aus dem „Schlesischen Wochenblatt“, welches in Oppeln erscheint und dessen Chefredakteur mein Schulfreund Engelbert Mis ist:

Jahrestag des Einmarsches der Roten Armee in Schlesien

Der Januar 1945 hat sich dem Gedächtnis der Schlesier und Deutschen für immer eingeprägt. Für viele vor 1945 Geborene waren es die tragischsten Tage ihres Lebens. Die aus ihren Häusern vertriebenen Deutschen begannen ein neues Leben, und die zurückgebliebenen bodenständigen Bewohner dieser Gebiete ertrugen mit Mühe die polnische Wirklichkeit.

Anfang Januar 1945 bereiteten sich die Armeetruppen der ersten ukrainischen Front auf eine schwerwiegende Operation vor. In deren Folge wurden in den Tagen vom 12. Januar bis zum 7. Februar wesentliche Teile des Oppelner Landes besetzt. Eine Evakuierung und dann eine Massenflucht der Deutschen setzte ein. In Nieder- und Oberschlesien blieben jedoch etwa 50 Prozent der alten Einwohner zurück. Sie erlebten zum Jahresanfang 1945 die schwierigsten Tage ihres Lebens.

Die Eroberung

Ältere Schlesier im Oppelner Land assoziieren das Nachkriegspolen mit Horden ausgehungerter sowjetischer Soldaten, die verbrannten, plünderten, töteten und vergewaltigten, sowie mit Diebesbanden, die nach ihnen folgten. Sie können nur schwer mit Freude an jene „Befreiung” zurückdenken. Deshalb nennen wir diese Geschichtsperiode heute eher Eroberung als Befreiung. Die Eroberer vom Zeichen des roten Sterns verhielten sich gemäß dem Aufruf von Ilja Erenburg, wonach ein Tag, an dem man keinen Deutschen getötet habe, ein verlorener Tag gewesen sei. Mit Schlesien begann für sie bereits Deutschland und damit der Landbesitz ihres größten strategischen Feindes, „Gitljer”, und eines ideologischen Widersachers, des „Kulaken”. Man musste sich also nicht zurückhalten. Zu Morden und Misshandlungen kam es in Oberschlesien unter anderem in Beuthen, wo fast 400 Menschen ums Leben kamen, aber auch in Gleiwitz, Hindenburg und Ratibor. Gewalttaten gab es in beinahe jeder Ortschaft rund um Oppeln. Dörfer und Städte brannten. Betrunkene Soldaten verbrannten und plünderten Schulen, Schlösser und Denkmäler der materiellen Kultur.
Es gibt im Oppelner Land Symbolorte des Jahres 1945. In Boguschütz töteten sowjetische Soldaten bei der mehrtägigen Besetzung Ende Januar über 200 Zivilisten. Ein in den Achtzigerjahren veröffentlichter Buchbericht über jene Ereignisse mit dem Titel „Na p³acz zabrak³o ³ez” (Zum Weinen fehlten die Tränen) wurde zu einer der ersten populären Publikationen zu diesem Thema. In Ujest im Kreis Groß Strehlitz starben fast sechzig Menschen – Frauen, Männer und Kinder. In Gogolin ermordeten sowjetische Soldaten ein Dutzend Frauen, die sich versammelt hatten, um zusammen mit ihrem Priester zu beten. Zur gleichen Zeit kamen im Kreis Krappitz mehrere hundert Menschen aus der Hand der „Befreier” ums Leben. Die Beispiele ließen sich mehren. Es gibt übrigens eine umfassende Literatur darüber, aber leider meist in Deutsch und damit einem breiteren Leserkreis in Polen nicht zugänglich. An polnischen Schulen wird das Thema im Unterricht der regionalen Geschichte nach wie vor übergangen.

Beispiel Raschau

Von den Bestialitäten sowjetischer Soldaten und dem rücksichtlosen Vorgehen der nachziehenden polnischen Diebe erfuhren schlesische Kinder über Jahrzehnte nur von ihren Eltern und Großeltern. Das Szenario des Januar 1945 war in jedem schlesischen Dorf sehr ähnlich. Man versammelte sich in Kellern, wo Gebete stattfanden. Frauen schwärzten ihre Gesichter, um Vergewaltigern die Lust zu nehmen. Männer versteckten sich im Wald oder in Erdhöhlen. Das Beispiel von Rauschau bei Oppeln ist eines von vielen:
„Als es schon klar war, dass die Russen durch das Dorf ziehen werden, versteckten sich mehrere Männer in einem Keller am Ende des Dorfes”, erzählt Konrad Mientus, der 77-jährige Geschichtskenner aus dem nahe gelegenen Danietz. „Die Rotarmisten, die nach Tarnau unterwegs waren, bemerkten im Schnee Spuren, die in dieses Häuschen führten. Sie stürmten ins Innere und führten die verschreckten Bewohner heraus. Sie hielten sie für Partisanen. Man trieb sie durch das Dorf direkt zum „Blaut’schen Feld”, wo sie ohne Gericht erschossen wurden. Neun unschuldige Männer zwischen 17 und 75 Jahren kamen ums Leben. Sie ruhen heute in einem Massengrab auf dem Friedhof in Raschau.
Beinahe jedes der umliegenden Dörfer hat seine Opfer. In seinem heimatlichen Danietz hat Mientus sieben Ermordete gezählt. In dem stillen und von Gott vergessenen Tempelhof starben 15 Menschen, darunter Piotr Halupczok, Helena Ma³olepsza, die Familie Kern, Maria Czech, die Geschwister Cichoñ und drei sich im Dorf versteckende Menschen aus Sczedrzik. Für jede dieser Familien war jener Januar vor 58 Jahren der tragischste Monat des Krieges.

Des Schlesiers Schicksal

Das Schicksal von Menschen in den von der Roten Armee besetzten Gebieten war oft tragisch. Viele verloren ihr Leben. Hunderttausende mussten unter menschenunwürdigen Umständen aus ihrer Heimat auswandern. Andere gerieten in Arbeitslager im Gebiet der früheren Sowjetunion (auch Frauen), noch andere kamen in die in ganz Oberschlesien verstreuten Arbeits- und Durchgangslager für Auszusiedelnde. In dieser Hinsicht ist Lamsdorf im Oppelner Land, das in den letzten Jahren zum Symbol für das Nachkriegsschicksal der Schlesier wurde, keine Ausnahme. Für die meisten Schlesier der Vorkriegszeit stand die Ankunft Polens für Leid. Für die in ganz Europa verstreute Schlesier, die nach dem Krieg geboren wurden, ist dies ein wesentliches Fragment der Geschichte ihrer Familien und ihres Heimatlandes. Man darf es nicht vergessen.
K. Cholewa

Anmerkung dazu

„...die zurückgebliebenen bodenständigen Bewohner dieser Gebiete ertrugen mit Mühe die polnische Wirklichkeit...“ schreibt das „Schlesische Wochenblatt. In dieser „Wirklichkeit“ bin ich als Kind und Jugendlicher aufgewachsen bis zur Ausreise mit meiner Mutter im Jahre 1958 in die Bundesrepublik Deutschland!

Camping:

Campingplatz „Sucha“ an der Strasse von Opole nach Strzelce Opolskie, kurz vor Strzelce Opolskie. Diesen Platz haben wir jetzt schon das dritte Mal besucht. Es ist ein Naturplatz mit einfachen aber funktionallen Sanitäreinrichtungen.

Breslau/Wroclaw

Breslau ist die viertgrößte Stadt Polens. Die historische Hauptstadt Niederschlesiens besitzt ein anregendes Großstadt-Flair. Seine besondere Atmosphäre verdankt Wroclaw der Tatsache, daß hier die Seelen zweier Städte lebendig sind. Die eine Stadt, die schon seit langem existiert, ist zwar slawischen Ursprungs, war aber jahrhundertelang in deutscher Hand und ist als Breslau bekannt; die andere ist Lwow heute die Hauptstadt der polnischen Ukraine, die 1939 von den Sowjet annektiert und nach 1945 von ihnen einbehalten wurde. Nach dem Krieg hat man zuerst die Deutsche Bevölkerung vertrieben und die aus Lwow vertriebene polnische Bevölkerung nach Breslau umgesiedelt. Während vor dem Krieg in Breslau etwa 0,2% Polen lebten, leben jetzt in Breslau nur noch 0,1% Deutsche.

In der Mitte der schachbrettartig angelegten Stadt liegt der großzügige Ring-Platz (Rynek). Heute findet hier kein Markt mehr statt. Statt dessen dreht sich alles um den Tourismus und Freizeit: Rund um den Platz befinden sich Museen, Restaurants, Cafes, Reisebüros und Buchhandlungen. Leider trifft man auch immer wieder auf Baugerüste. Die historischen Bauten sind zwar in gutem Zustand, die Fassaden müssen aber wegen der starken Luftverschmutzung alle paar Jahre renoviert werden.

Das herrliche Rathaus, schon 700 Jahre lang das Wahrzeichen der Stadt, war ursprünglich ein bescheidener einstöckiger, nach der Tatareninvasion errichteter Bau, der im Laufe der Zeit immer wieder erweitert wurde. Im 15. Jahrhundert, als sich die Stadt auf dem Gipfel ihres Wohlstands befand, kam der Südteil dazu, und die ganze Anlage wurde in einem aufwendigen spätgotischen Stil umgestaltet, den man heute noch bewundern kann. Die Stilelemente aus verschiedenen Ländern spiegeln den Status der Stadt als ein damals bedeutsames Handelszentrum Europas wieder.

Die beiden kleinen bemalten Brücken, Most Mlynski und Most Tumski, die aussehen, als gehörten sie in einen Ziergarten, verbinden die Insel Piasek mit Ostrow Tumski (Dominsel). Wer inzwischen noch nicht genug mittelalterliche Kirchen gesehen hat, kann gleich fünf auf einmal besichtigen, angefangen bei der Kirche St. Peter und Paul (sw. Piotra i Pawla) aus dem 15. Jahrhundert an der Most Tumski, hinter der sich die sechseckige Kirche St. Martin erhebt, die zweihundert Jahre älter ist.

Die Markthalle (Hala Targowa) mit Blick auf die Piaskowskibrücke ist Anfang' des 20. Jahrhunderts entstanden, eine moderne Version der Backsteingotik. In der Halle häufen sich unwiderstehliche Leckerbissen neben zahlreichen anderen Gütern. Angeblich war das Angebot selbst unter Kriegsrecht genauso reichhaltig. Hier beginnt das dreieckige Universitätsviertel mit zahllosen historischen Gebäuden. Im Süden wird es durch die ul. Uniwersytecka und entlang der Oder durch die schöne ul. Grodzka begrenzt.

Gleich hinter der Markthalle steht ein großes zylindrisches Gebäude. Dort ist heute ein wichtiges Stück der polnischen Geschichte zu besichtigen: die Panorama von Raclawice, eine Leinwand von 114 Metern Umfang, 15 Metern Höhe und 1710 Quadratmetern Oberfläche, auf der die Schlacht von Raclawice von 1794 dargestellt ist, der letzte Versuch der polnischen Bevölkerung sich der dritten Teilung des Landes zu entziehen. Dargestellt ist die Schlacht unter der Führung von Tadeusz Kosciuszko mit Bauern die mit senkrecht montierten Sensen (daher "Sensenmänner") bewaffnet waren, die dann zusammen mit kleineren regulären militärischen Einheiten die russische Armee geschlagen haben. Das Bild geht am Fußpunkt in eine real nachkonstruierte Landschaft über, so dass ein realistische Eindruck entsteht. Durch Kriegswirren in Russland verschollen ist das Werk seit 1964 wieder in Breslau. 1985 wurde es zur Besichtigung in zu diesem Zweck extra entworfenen Rotunde eingebaut. Die Besichtigung dauert etwa eine halbe Stunde. Die Schlacht von Raclawice wurde zu einem Symbol der Ungebrochenheit der Polen. Die Botschaft des Bildes lautet: »Nur wenn die ganze Nation zusammenhält, wird der Gegner bezwungen.

Unsere Tour vom Campingplatz am Stadion bis zur Innenstadt machten wir immer mit der blauen Straßenbahn Nr. 17, die fast direkt am Campingplatz eine Station hatte. Jede Einzelfahrt kostete 2 Zloty (ca. 50 Cent).

Auf der Herfahrt quer durch die Stadt zum Campingplatz bin ich mit dem linken Vorderrad in ein Straßenloch gefahren und mit einem Knall ist uns fast die ganze Luft aus dem schlauchlosen Reifen entwichen. Vorbeifahrende Polizei machte uns freundlicherweise darauf aufmerksam. Jedoch war das kein Problem, da 20m daneben eine Reifenreparaturwerkstatt war. Dort ist das ganze Rad ausgebaut worden und der Reifen abgenommen worden, ein Loch konnte aber nicht festgestellt werden. Offensichtlich ist lediglich der Reifen mal kurz durch eine Zwängung von der Felge abgehebelt worden und deshalb ist die Luft entwichen. Nach Säuberung des Reifens und fachgerechter Montage haben sind von uns nur 7 €uros für mehr als eine halbe Stunde Reparaturzeit verlangt worden und wir konnten nach einer reichlichen Trinkgeldzugabe wieder problemlos weiter fahren.

Gräber zu Stadionsitzen:

25 Jahre ließ man aus Pietätsgründen verstreichen, dann rollten die Bulldozer über die deutschen Friedhöfe. Die Ruhestätten wurden so schnell zerstört, dass man nicht einmal mehr dazu kam, sie zu fotografieren. 1972 war die Liquidierungsaktion vorbei. Die Asche der Toten wurde zerstreut, die Erde gepflügt. Mit deutschen Grabplatten wurde die Rinne des Stadtgrabens verstärkt. Man verwendete sie zum Bau der Tribüne des Sportstadions, und auch die Freigehege im Breslauer Zoo legte man damit aus. An Stelle der Friedhöfe wurden Parks oder neue kommunale Friedhöfe angelegt. Niemand regte sich darüber auf. Und noch heute protestieren viele Pfarrgemeinden, wenn jemand vorschlägt, mit Schautafeln über deutsche Friedhöfe zu informieren.

Neues altes Wappen:

Dreimal wurde das Breslauer Stadtwappen verändert - bis es schließlich wieder das alte war. Zuerst durch die Nationalsozialisten, weil sie der Buchstabe "W" (für Wratislava) in dem vierhundert Jahre alten Wappen als Zeugnis des Slawentums störte. Zum zweiten mal von der Stadtverwaltung im Jahre 1948. Sie störte die Abbildung des aus Mittelfranken stammenden Evangelisten Johannes Cochleus, einstmals Domherr in Breslau und nun Symbol für die deutsche Besatzung. Das neu kreierte Wappen zeigte fortan einen Adler, der auf der einen Hälfte polnisch und auf der anderen schlesisch war. Im Jahr 1990 schließlich stimmte der neu gewählte Stadtrat für die Wiedereinführung des alten Wappens.

Schweidnitzer Keller:

"Schweidnitzer Keller" gab es in vielen schlesischen Städten, der berühmtste und wahrscheinlich der älteste deutsche Ratskeller überhaupt aber findet sich auf dem Rynek von Breslau, benannt nach dem Schweidnitzer Bier - einem vor allem im 14. und 15 Jahrhundert berühmten Gerstenbier.

Wir konnten den Schweidnitzer Keller besichtigen und waren tief beeindruckt von der heutigen Ausstattung. Dann haben wir uns vorgenommen am nächsten Tag hier zum Mittagessen zu kommen, da war aber plötzlich alles von Sicherheitsleuten abgeriegelt, weil im Rathaus eine Außenministerkonferenz der EU stattgefunden hat und die Herrschaften in den Schweidnitzer Keller zum Essen gegangen sind.

Camping:

Campingplatz „Olympijski“ am Olympia Stadion, sehr schöne Lage in der Nähe einer Straßenbahnhaltestelle, aber mangelhafte Sanitäranlagen !

Bunzlau/Boleslawiec

Bunzlau, eine Stadt zwischen dem Boberkatzbachgebirge und der niederschlesischen Heide, am rechten Boberufer nahe den Tonlagern der Löwenbergerkreidemulde an der “Hohen Straße”. Bunzlau war und ist die Stadt des “Guten Tones” wegen seines bekannten und beliebten “Bunzelgeschirrs”. 

Die Töpferei ist mindestens seit dem 14. Jhd. in Blüte. Durch das Brennen bei über 1300°C, das anderer Ton nicht verträgt, ist diese Keramik  von besonderer Haltbarkeit. Seit Mitte des 19. Jhds. wurde dieses Geschirr “geschwämmelt”, das heißt, mit Mustern versehen, die mit kleinen persischen Schwämmen aufgetragen werden.

Heute heißt Bunzlau nun Boleslawiec. Seit einigen Jahren erlebt hier die alte schlesische Töpferkultur eine neue Blüte.

Bestimmt hatten viele von uns schon einen braunen Bunzeltopf in der Hand ohne zu wissen, dass dieser Name der Schlesischen Stadt Bunzlau zu verdanken ist. Meine Großmutter hat darin z.B. Sahne aufbewahrt oder Kraut/Gurken eingelegt auch gepökeltes Fleich ist in einen Bunzeltopf reingekommen. Sehr bekannt geworden sind auch die Bunzlauer Muster auf Keramik, die aus einem Pfauenauge bestehen.

Wie schon erwähnt hat Bunzlau einen sehr schönen Ring-Platz (Rynek). An dem Samstag an dem wir dort waren, sind im Standesamt von Bunzlau, welches im Zentrum des Rinf-Platzes steht mehrere Paare getraut worden.

Man sollte diese ruhige und beschauliche Stadt ruhig mal aufsuchen umd z.B. sich das Keramik-Museum anzusehen oder einfach mal Bunzlauer Keramik sehr günstig einzukaufen.

Krakau/Krakow

Krakau ist vielleicht jetzt noch eines der letzten unentdeckten Reiseziele Europas. Jahrzehntelang war die Stadt hinter dem Eisernen Vorhang verborgen. Auch nach dem Ende des Sozialismus blieb Krakau im Westen weitgehend unbekannt - anders als Prag oder Budapest. Dabei gilt Krakau als eine der schönsten Städte des Ostens. Die mittelalterliche Altstadt wurde sogar in die Unesco-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Galizien und Lodomerien war nach der Teilung Polens zwischen 1772 und 1918 eines der Kronländer von Österreich und der späteren Österreich-Ungarischen Monarchie, mit der Hauptstadt Lemberg und dem kulturellen Zentrum Krakau. Krakau allmählich wieder zu einem wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum. 1848 wird ein nationaler Aufstand blutig niedergeschlagen. Danach genießt Krakau eine relative Autonomie, vor allem unter der "aufgeklärt-absolutistischen" Herrschaft Kaisers Franz Joseph. Noch heute, so heißt es, seien die Krakauer auf die Österreicher gut zu sprechen. Nach Wien und Budapest wird Krakau zur drittgrößten Stadt der Donaumonarchie.

Die im 13. Jahrhundert entstandene Altstadt, das "polnische Florenz" lässt sich in einer knappen halben Stunde zu Fuß durchqueren. Historische Gassen und Gebäude reihen sich rechtwinklig um den zentralen Marktplatz Rynek Glówny - neben dem Markusplatz in Venedig der größte mittelalterliche Platz Europas mit 40.000 qm. Umrahmt wird der kompakte Stadtkern von den Planty, einem ringförmigen Grüngürtel. An der südwestlichen Seite des Planty liegt das Wawelschloss, jahrhundertelang Sitz der polnischen Könige. Weiter südlich fließt die Weichsel in einem Bogen an der Altstadt vorbei.

Krakau gilt als die schönste Stadt Polens. Romanik, Gotik, Renaissance, Barock: ein Gang durch die kopfsteingepflasterten Gassen der Altstadt ist ein Gang durch die Geschichte. Nach der "Unesco-Liste des Weltkulturerbes" zählt die Krakauer Altstadt seit 1978 zu den 12 schützenswertesten Kulturstätten der Erde.

In der Kirche am Marktplatz befindet sich der größte mittelalterliche Altar Europas, der von Veit Stoß angefertigt worden ist. Zu jeder vollen Stunde ertönt von den Türmen der Kirche der "Hejnal", eine Trompetenmelodie, die abrupt abbricht - zur Erinnerung an den Turmwächter, der im Mittelalter die Einwohner vor dem Überfall der Mongolen warnen wollte, doch schon in diesem Moment von einem Pfeil getötet wurde.

Die langgestreckten Tuchhallen teilen den Großen Marktplatz in zwei Hälften. Nachdem Krakau im 13. Jahrhundert das Marktrecht erhalten hatte, standen hier Krämerläden, die bald überdacht wurden. Nach einem Brand im 16. Jahrhundert erbauten italienische Baumeister die Tuchhallen im Stil der Renaissance.

Der Markplatz ist vielleicht der schönste Ring-Platz in Europa und wenn man dort heute von einer Seitengasse aus ankommt hat man das Gefühl sich in einem ganz großen Freiluftrestaurant zu befinden. Man wird von dem Platz sofort vereinnahmt, von dem internationalen Publikum den unzähligen Schulklassen für die Krakau ein Pflichtbesuch ist, von den Musikanten in Krakauer Tracht, den Tänzern und von dem Gourmeeangebot  Krakaus. Interessant ist auch der Bummel durch die Tuchhallen mit einem riesigen Kunsthandwerkangebot.

Im Jahr 1335 ließ Kaiser Kazimierz III außerhalb der Stadtmauern eine Stadt für die Juden anlegen. Um1495 wurden die Krakauer Juden nach "Kasimierz" zwangsweise umgesiedelt, die Stadt wurde zum Ghetto.

Erhalten sind die Alte Synagoge, die um 1570 im Renaissance-Stil erbaut wurde und der Friedhof R'emuh mit über 450 Gräbern aus dem 16. bis 18. Jahrhundert - einer der beiden noch existierenden jüdischen Renaissancefriedhöfe; der zweite befindet sich in Prag.

1940 errichteten die Nazis in Kazimierz eines der größten Ghettos im besetzten Polen. Kaum einer der Bewohner überlebt Hunger und Entbehrung. Nur wenige Kilometer von Krakau entfernt entsteht das Konzentrationslager Auschwitz, wenig später das Vernichtungslager Birkenau, in dem mehr als 1,5 Millionen Menschen vergast wurden. Oskar Schindler (Steven Spielbergs "Schindlers Liste") lebte in Krakau.

Der 25 m über der Weichsel gelegene Schlossberg dominiert die Silhouette Krakaus. Der Wawel - Schloss und Burg zugleich - war seit dem 11. Jahrhundert Sitz der polnischen Könige. Krakau war mehrere Jahrhunderte lang die Hauptstadt Polens. Die benachbarte Kathedrale gilt als nationales Heiligtum. Dort wurden die polnischen Könige gekrönt und auch begraben. In bunter Mischung vereinigt die Kirche Gotik, Renaissance und Barock. In der labyrinthischen Krypta befinden sich die Sarkophage der polnischen Könige. Sehenswert sind die 18 Kapellen, die wie ein Kranz ans Hauptschiff angebaut wurden.

Im Sigismundturm - einer der drei Kirchtürme - ist die berühmte "Zygmunt" zu besichtigen, die größte Glocke Polens (2,4 m Durchmesser, 6 Tonnen). Der Sigismundturm bietet einen wunderbaren Blick über ganz Krakau. Bei schönem Wetter sind manchmal sogar die Gipfel des Karpaten-Gebirges zu erkennen. Wir steigen diesen Turm hinauf und zwängen uns durch das oft sehr enge Fachwerklabyrinth durch und werden hier oben dann mit einem sehr schönen Blick der vor uns liegenden Stadt belohnt.  

Auf der Suche nach spiritueller Stärkung lehnen Besucher an den Mauern der Wawel-Kathedrale. Die Augen geschlossen oder starr in die Ferne gerichtet, harren sie bewegungslos Minuten oder Stunden aus. Esoterisch gesonnene Hindusisten sind überzeugt, dass der Wawel-Berg eines von weltweit sieben Chakren beherbergt - Stellen, die besondere Energie ausstrahlen. Ihrer Ansicht zufolge warf Shiva sieben magische Steine auf die Erde. Die anderen Chakren liegen in Delphi, Delhi, Jerusalem, Mekka, Rom und Velehrad.

Wer den Burgberg hinabsteigt, kommt auf dem Weg zum Weichselufer an der Drachenhöhle vorbei. In dieser Karsthöhle soll der Drachen gehaust haben, von dem der legendäre König Krak die Stadt in grauer Vorzeit befreite - so die Legende.

Als Standort für unsere Besichtigungen wählen wir den im Westen der Stadt ca. 4km vom Zentrum liegenden Campingplatz „Smok“ der sich ganz hervorragend dafür eignet und der auch gut ausgestattet ist. Von hier aus fahren wir jeden Tag mit unseren Fahrrädern in die Stadt, erst auf holprigen Fahrrad und Gehwegen, dann an der Weichsel entlang auf einem schönen Fahrradweg mit vor uns liegender Kulisse, dem Wawel Schloss.

Camping:

Campingplatz „Smok“ in der ul. Kamedulska, schnell erreichbar von der A4 aus.

Umwelt und Ökologie

Die Umweltschäden in Schlesien sind heute nicht zu übersehen, auch wenn bereits 1543 in Bunzlau die erste Kläranlage errichtet worden ist, was schon sehr früh auf ein sensibles Umweltbewusstsein der Schlesier damals zurückzuführen ist.

Von der EU ist mal geschätzt worden, dass man in Schlesien jetzt allein ca. 150 Milliarden €uros einsetzen müsste um alle Umweltschäden zu beseitigen. Und dieses Geld kann auch die EU nicht aufbringen.

Die Lebensqualität wird durch eine starke Umweltverschmutzung beeinträchtigt, für die vor allem die Stahlwerke in Nowa Huta und Kattowitz, aber auch zahlreiche Wärmekraftwerke verantwortlich sind. Das oberschlesische Industrierevier gilt als das meistverschmutzte Gebiet Europas. Jährlich gelangen mehrere Milliarden Kubikmeter industrielle und kommunale Abwässer in die polnischen Flüsse. Daher verschärft sich das Trinkwasserproblem mit jedem Tag: Der Bug ist bereits ein toter Strom, Oder und Weichsel sind schwer belastet. In ihrem Mündungsbereich ist die Verschmutzung so stark, dass viele Ostseestrände zeitweise für Badegäste gesperrt werden mussten

Immer wieder müssen die Fassaden am Breslauer Ring, auch in anderen Städten, neu gestrichen werden. Und der Ring der Städte ist nicht alles, die anderen Häuser bleiben grau. Auch beim schönsten Wetter im Sommer ist ein leichter Schwefelgeruch in einigen Regionen Schlesiens wahrzunehmen, im Winter natürlich noch mehr, auch bei Inversionswetter natürlich.

In Krakau ist in den 60er und 70er Jahren z.B. die Goldkuppel der Zigismund-Kapelle vom Schwefel zerstört worden. Aus der im Osten liegenden Nowa Huta sind stündlich bis zu 60 Tonnen Schwefel abgegeben worden, die als Fallout auf Krakau niedergegangen sind. Von der Scheekoppe musste man den übrig gebliebenen laublosen und grauen Stangenwald entfernen wegen Exposition der Vegetation mit giftigen Industrieabgasen.

Die PET-Flasche hat bereits Polen erobert. Überall an Restaurants sieht man große Drahtcontainer in welchen die PERT-Flaschen gesammelt werden.

Kanalisation, Wasserleitung, Müllabfuhr oder Erdgas in Alt Schalkendorf?

„Alles in Planung...“ sagt mir ein Schalkendorfer, „aber... ohne einer gesicherten Finanzierung geht es halt nicht!“.

Unterwegs haben wir an einigen Stellen den Leitwert des Trinkwassers gemessen, in Cieplice lag er bei 60, in Krakau bei 400. Das ist wieder wenig im Vergleich zu Würzburg wo das Trinkwasser mit einem Leitwert 600-900 MicroSiemens geliefert wird.

Ein gutes Zeichen?

Nachwort

Es war "eine zehnfach interessante Reise" um nochmals Goethe abgewandelt zu bemühen. Den Menschen in Schlesien geht es zehnfach besser als in der Zeit von 1945 bis 1958, trotzdem sind viele mit dem Erreichten nicht zufrieden, weil es so schleichend besser geworden ist und man glaubt, dass es schon immer so schlecht war!

 Reise-Literatur:

„Schlesien“ von Isabella Gawin, Dieter Schulze, Reinhold Vetter ISBN 3-7701-4418-X

DK „KRAKAU“, ISBN 3-8310-0151-0

„HB-Bildatlas Südpolen, Breslau - Krakau“

APA GUIDE „Polen“ Polyglott, ISBN 3-8268-2418-0  

"Schlesische Schlösser und Paläste, Oppelner Land", ADAN-Verlag ISBN 83-908136-4-5

"Das Oppelner Schlesien, Denkmäler und Natur", Oficyna Piastowska, ISBN 83-909241-8-8

"Riesengebirge" Mariola Malarek, ISBN 3-87466-131-8

"Die Sudeten" Schlesischer Verlag ADAN ISBN 83-915371-0-2

"Alt-Schlesien", Architektur, Raumkunst, Kunstgewerbe, ISBN 3-86047-177-5

"Schlesien - Land zwischen Spree und Weichsel", ISBN 3-8289-3143-X

"Oppeln in den Stürmen der Zeit", Otto Spisla, ISBN 83-904897-0-8

"Panorama i Panoramy" Muzeum Narodowe we Wroclawie 2001, ISBN 83-902043-4-7

"POPIELOW", Urzod Gminy Popielow, ISBN 83-907962-1-X

"Parafia Rzymskokatolicka sw. Michala Archaniola w Siolkowicach Starych", Wydawnictwa Sw. Krzyza w Opolu

"Chelmsko Slaskie & Schömberg", Adam Antas und Elzbieta Kapolka

"Schloss Fürstenstein" , ISBN 83-87732-50-8

"POLEN", ISBN 83-85743-98-7

"Encyklopedia tradycji polskich", ISBN 83-7212-329-2

MERIAN "Krakau"

HB Bild-Atlas "Südpolen, Breslau-Krakau"

Broschüren "Muzeum Slaska Opolskiego", ISBN 83-915799-2-1 und 83-901570-8X

"Ein schlesischer Schulmeister", Friedrich Wilhelm Herold, Reinhold Kolb Verlag (www.kolbverlag.de ), ISBN 3-936144-13-3. In diesem Roman wird die Lebensgeschichte des Breslauer Konrektors Johannes Herold erzählt. Auch die Geschichtlichen Hintergründe der Zeit von 1900 bis 1946 kommen nicht zu kurz, insofern ist dieses Buch eine ideale Ergänzung um etwas über die Tragödie Schlesiens zu erfahren, deren Teil nach 1945 ich hier versuche zu beschreiben.

Kartenmaterial:

/1/ „Polska“ 1:750 000, ISBN 83-86330-23-6, hier sind Campingplätze eingezeichnet!

/2/ Strassenkarten aus dem HÖFER-Verlag 1: 200 000, Nr. PL 002, PL 006, PL 007, CS 002 und CS 003

/3/ „OPOLE, wojewodztwo opolskie“ 1:300 000, 1:20 000 von EKO-GRAF 

/4/ „MS AutoRoute 2001"  

/5/ "Polen" 1:300 000, Falk, ISBN 3-575-11873-6

Campingführer:

„POLSKIE CAMPINGI“, ISBN 83-903085-8-4 des Polnischen Campingverbandes PFCC. Besser ist es jedoch sich über die aktuellen Öffnungszeiten der Campingplätze auf der PFCC-Homepage www.infolinia.pl/campingidb zu informieren.

"campingpolska" Campingplätze in Polen


Würzburg den 029. Juni 2003, Maria und Bruno Hennek

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Anfragen bitte an den Verfasser: Bruno Peter Hennek.

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