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Mit Mercalli
V2 Videos entwackeln
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Adobe
lieferte mit Premiere Pro CS3 das Bildstabilisierungs Plug-in
SteadyMove
nicht mehr mit aus (im Falle Premiere Pro 2.0 war es noch dabei). Man
muss sich deshalb selbst nach einem geeigneten Deshaker umsehen. Eine
hervorragende Möglichkeit mit dem Freeware Deshaker habe ich hier beschrieben.
ProDAD
brachte ab September 2007 einen neuen Deshaker mit dem Namen
Mercalli
in der Version 1 als Plugin raus, der viel schneller und recht gut
verwackelte Videos beruhigte und man dabei auch das Programm
nicht verlassen musste. Im August 2010 legte ProDAD mit
Mercalli
in der Version 2 nach (Plugin mit SAL-Version).
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Mercalli
V2 als Plugin und SAL-Version
Die
ersten Tests mit Mercalli in der Version 1 führte
ich noch mit
Premiere Pro 2.0 durch. Die Ergebnisse waren bei stärkeren
Zitteraufnahmen nicht berauschend, was aber auch mit einigen
Eigenheiten von PP2 zu tun hatte und die ProDAD dann auch aufgedeckt
hat und deshalb das Plugin nachbesserte. Mit Premiere Pro
CS3 sah dann das Ergebnis mit dem nachgebesserten
Plugin deutlich besser aus, deshalb habe ich mir dieses
Plugin angeschafft.
Nach dem Erfolg mit Mercalli V1 in P-Pro CS3, installierte ich das
Plugin dann auch in Pinncle Studio. Nach dem Zukauf von EDIUS Neo 2.5
Booster war ich auch im Besitz eines Mercalli Plugin für
dieses
Programm. Damit war dann auch die Tür geöffnet
für
künftige Upgrades.
Stabilisierungstest
mit Mercalli Version 1:
Für nachfolgende
Stabilisierung habe ich folgendes erweiterte Setting eingestellt:

Ergebnis der Stabilisierung mit
Mercalli V1:
Beruhigung
eines kritischen Clips(Rathausturm) im SplitScreen mit Version 1.09
Zwischenzeitlich
habe ich mir einen neuen PC gebaut auf Basis des i7-870
Intel-Prozessors und mit Windows
7-64Bit Home Premium. Ferner arbeiten
jetzt in 2010 auf meinem PC die Videoschnitt- programme Premiere Pro CS3, Pinnacle Studio 14
und EDIUS Neo 2.5 Booster,
alle noch als 32-Bit
Version. Folglich installierte ich das 32Bit-Plugin in der Version 1
noch in alle drei
Videoschnittprogramme.
Im August 2010 konnte ich dann das Upgrade von Mercalli Version 2
als Downloadversion erwerben.
Da alle Videoschnittprogramme wie erwähnt noch
32Bit-Programme sind, installierte ich auch Mercalli V2 in der
32Bit-Version. Mercalli V2 erkannte von sich aus welche
unterstützten Programme die ich auf meinem PC hatte.
Mercalli V2 bietet jetzt folgende mächtige Funktionen, z.B.:
- Stabilisierung über alle
Kamera-Achsen
- Kompensierung von Rolling-Shutter
Effekten bei CMOS Sensoren
- Multicore-Support
Ganz besonders wichtig ist die Beseitigung von
Fehlern die aus dem Rolling-Shutter der CMOS-Kameras resultieren, dies
sind:
- Jello effect (Jello = Wackelpudding)
- Skew (schief), eine geometrische Verzerrung
des Bildes bei Schwenks
- Wobble ein wabbelndes Bild (ähnlich
wie Hitzeflimmern)
Im
Falle Premiere Pro CS3 und EDIUS Neo 2.5 Booster läuft das
Plugin
ohne weiterer Freischaltungen seitens der NLE-Hersteller. Anders ist es
bei Studio 14, hier sieht man ein Wasserzeichen in Clips die mit
Mercalli V2 bearbeitet werden mit der Aufforderung
das Plugin bei Pinnacle freischalten zu lassen.
Ab dem 22.10,2010 ist das Thema wie folgt von proDAD gelöst worden: Der Anwender kauft Mercalli V2 Pro bei proDAD im Shop - in der Plug-in-Version
ist ab sofort das Plugin mit Studio-Aktivierung dabei (Mercalli 2 = proDAD
Store). Es ist keine Aktivierung seitens Pinnacle mehr notwendig. Im Falle von Studio 14 muss in Studio die Option "Vorschau mit voller Auflösung" im
Einstellungsdialog "Video- und Audio Voreinstellungen" aktiviert werden
bevor Mercalli auf Ihre Videoscene in der Timeline angewendet wird.
Stabilisierungstest mit Mercalli Version 2:
Für nachfolgende
Stabilisierung habe ich folgendes erweiterte Setting eingestellt:

Obiges
Setting-Fenster ist im Original sehr dunkel gehalten und damit nur
schwer ablesbar!
Ergebnis der Stabilisierung
(Universelle Kamera) mit
Mercalli V2 bei einem
Interlaced-Clip
der HDV-Kamera Sony HDR-HC3:
Das
Ergebnis ist überzeugend, Mercalli V2 arbeitete die Aufgabe
sehr schnell ab!
Neben
den Plugin bekommt man noch zusätzlich eine SAL-Version (nur
32Bit, da nur wenig RAM vom Programm benötigt werden) die
unabhängig vom NLE Videos stabilisieren kann:

Sehr
wichtig ist es in der SAL-Version die korrekte Halbbild-Abfolge vor der
Analyse einzustellen, in meinem Beispiel oben muß dort
"Progressiv" statt "Automatisch" eingestellt werden bei Clips aus der
Canon EOS 550 D,
sonst wird der Stabilisierungsvorgang abgebrochen. In der SAL-Version
bekommt der Anwender während der Bewegungsanalyse
zusätzliche
grafische Informationen darüber, welche Haupt-Bewegungsfehler
der Clip
hat, z.B.:.

Hier
sieht man, dass die "Vertikale Bewegung" das Hauptproblem ist bei
diesem Clip. Aus dieser Erkenntnis heraus kann man mit den
Schiebereglern die Eigenschaften der nötigen
Korrekturen festlegen und dann den Stabilisierungsvorgang
starten.
Mit
folgenden Videomaterial habe ich bisher Tests durchgeführt:
- HDV
(1440x1080i-50) von der Sony HDR-HC3 und Canon HV30
- MPEG4/AVC
h.264(MOV) in 1920x1080p-25
von der Canon EOS 550 D*
* in diesem Fall dauert die Stabilisierungszeit bis zu 30% länger.
Mit
den Plugin kann ich in allen von mir genutzen Videoschnittprogrammen
beide Cliparten stabilisieren. Der
Export stabilisierter Clips
aus der SAL-Version kann z.B. mit dem Matrox DVCPRO HD Codec im
AVI-Container erfolgen. Was noch fehlt ist die
Möglichkeit der Setting-Bestimmung des gewählten Codec aus
Mercalli
heraus. Premiere Pro CS3 und EDIUS Neo 2.5 Booster nehmen aus der
SAL-Version exportierten Clips mit dem "Matrox DVCPRO HD Codec" an, Die Matrox-Codec bekommt man hier.
Im Falle von AVCHD-Material der Canon HF100 zum Beispiel funktioniert
der Export mit den in der ProDAD-Hilfe unter "Import/Export Probleme -
Lösungsansatz" genannten "MatroskaSplitter" und "ffdshow".
Für beide genannten Tools gibt ProDAD in der Hilfe Downloadlinks
von der ProDAD-Homepage an.
Ergebnis der Stabilisierung
(Universelle Kamera) mit
Mercalli V2 bei einem Progressiv-Clip
der Canon EOS 550 D:
Flash-Video: Bamberger Reiter aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts
Mercalli bietet vier Standardeinstellungen für die Stabilisierung von Clips an:
- Universelle Kamera
- Gleitende Kamera
- Fixierte Kamera
- Alternative Kamera
Wählt man eine dieser Einstellungen zum Clip
passend, dann kann man zunächst die zugehörigen
Standardsetting testen. Wenn man sich ein wenig eingearbeitet hat und
die Bedeutung der Settings verstanden, dann kann man es auch wagen
eigener Werte einzustellen und damit die Beruhigung vorzunehmen.
In meinem Griechenland-Reisefilm von 2010 mit 70 Minuten
Laufzeit habe ich bei Schwenkaufnahmen mit den Einstellungen "Gleitende
Kamera" gearbeitet. Bei Aufnahmen mit unbewegter Kamera verwendete ich
dagegen die Einstellung "Fixierte Kamera". Alle Aufnahmen erfolgten
ohne Tripod, jedoch mit einer unter der Kamera geschraubten hama
Winkel-Blitzschiene, so daß ich die Kamera mit angespannten
Nackengurt mit beiden Händen sehr stabil führen konnte und so
schon mit dem zugeschalteten Kamera-Stabilizer wenig
verwackeltes/verzittertes Videomaterial produziert habe. Die
Stabilisierung mit Mercalli V2 ist sehr gut ausgefallen. Etwas nervig
war, dass der Haken bei " Fixierte- und Alternative Kamera" für
"Rand vermeiden" nicht automatisch gesetzt ist. Es kann passieren, dass
man bei der Menge der zu beruhigenden Clips vergißt den Haken zu
setzen und dann bekommt man die häßlichen schwarzen
Ausgleichsränder mit auf den Bildschirm. Dies sollte proDAD
schnell ändern und eine Möglichkeit für die Speicherung
eigener Settings anbieten. Sinnvoll ist es den Haken für
"Bildbereich
signalisieren, die per 'Rand vermeiden' stärker stabilisiert
werden können" zu setzen. In diesem Fall werden die relevanten
Bildkanten in Magenta-Farbe angezeigt und man verschiebt dann den
Regler bis die Einfärbung verschwindet.
Ich
finde
die Stabilisierungsmöglichkeit von Clips in der SAL-Version
eigentlich genial. Die Clips heutiger Kameras liegen ja in der Regel
einzeln vor und so kann man sie vor dem Schnitt sichten, z.B. mit
Splash Lite und dann mit Mercalli V2 - SAL stabilisieren. Die
stabilisierten Clips übernimmt man dann in das
Videoschnittprogramm und hat dort dann mit diesem Filter nichts mehr zu
tun, d.h. die Echtzeitfähigkeit für die Vorschau wird nicht
mit dem Mercalli-Filter belastet. Geklärt werden muss hier
allerdings noch welche Codec für den Export aus der SAL-Version am
sinnvollsten zu verwenden sind, was auch davon abhängt was dann
das Videoschnittprogramm annehmen wird. Darüberhinaus
müßte noch in der SAL-Version bestimmt werden können
welcher Clipabschnitt sinnvoll stabilisiert werden soll, da oft am
Clipanfang oder Clipende die Kamera verrissen wird und diese Clipteile
dann bestimmen würden wie die Stabilisierung für den gesamten
Clip ausfällt, was Unsinn ist.
Die Programmhilfe - Mercalli20.chm
- beinhaltet in der Plugin- und SAL-Version unter dem Fragezeichen eine
ausführliche ausdruckbare Beschreibung
sämtlicher Funktionen der Mercalli-Stabilisierung.
Aktualisierungen; dazu schreibt proDAD auf der Service-Seite:
"Mercalli kann einfach über den Download-Link aktualisiert
werden. Die Aktualisierung wird durch einen Klick auf den Kauflink
aus der Kaufbestätigungs- E-Mail herunter geladen. Anschließend das Paket
installieren - das ist alles.
Beachten Sie:
Die Aktualisierung muss für jede
Mercalli-Komponente durchgeführt werden [32bit Plugins; 64bit Plugins; SAL]."
Nachtrag vom 14.06.2011: bei
der Plug-in Stabilisierung in Avid Studio 1.0 zeigte sich, dass
Clips in 1280x720p-59,94 in H.264-AVC MOV nicht korrekt stabilisiert
werden konnten. Nach Kontaktaufnahme mit ProDAD stellte sich sehr
schnell heraus, dass Avid Studio den Progressivclip interlaced an das
Mercalli Plug-in übergibt. In Studio 14 dagegen wird das richtig
gemacht - Progressivübergabe - und hier ist das Ergebnis auch
fehlerfrei. ProDAD empfahl in diesem Fall die SAL-Version einzusetzen.
An der SAL-Version
realisiert ProDAD gerade verschiedene Verbesserungen. Ich hatte Gelegenheit die Beta-Version 2.1.4179 zu testen. Jetzt
werden auch Fehler abgefangen die z.B. durch ungeeignete Audio Decoder
den Start der Bewegungsanalyse verhindern. Import- und
Exportmöglichkeiten sind erweitert worden. Mein Problemclip ist
einwandfrei von dieser SAL-Version stabilisiert worden und das Beste
ist, dass die SAL-Version um den Faktor 2-3fach schneller arbeitet als im Falle
eines
Plug-in Einsatzes im NLE. Ich halte es auch für viel intelligenter die
Clips vor dem Import zur NLE-Timeline auf die nutzbare Spiellänge zu
trimmen und zu stabilisieren. Das geht deutlich schneller und die
Analyseinstrumente in der SAL-Version zeigen einem auch sehr
detailliert an welche Stabilisierungsprobleme der Rohclip eigenlich
hat.
Ein
Problem stellte der Export in WMV noch dar, d.h. der Vorgang ist mit
einer Fehlermeldung blockiert worden. Nach dem ich die Report-Datei an
ProDAD zur Prüfung einschickte ergab sich der Verdacht, dass die
vorhandene Altsinstallation von Studio 11 die Blockade
verursachte. ProDAD empfahl S11 zu deinstallieren und ggf. nochmals das
aktuelle DirectX zu installieren, was ich dann auch machte.
Tatsächlich, nach der Deinstallation von S14 erlaubt die SAL-Version
auch den Export in WMV. Ich selbst bevorzuge Matrox DVCPRO HD (siehe weiter oben!) und hier oder Canopus HQ-AVI wenn ich die Stabilisierung für EDIUS Neo einsetze.
Meine Exportwahl:


Mit der finalen SAL-Version V 2.1 ist wohl in zwei Monaten zu rechnen... |
Fazit:
Die
Anschaffung des Mercalli-Plugin in der Version 2 ist sehr
lohnenswert. Es gehört meiner Meinung nach zur
Grundausstattung von zusätzlichen Tools
eines jeden Videoschnittprogrammes, ebenso wie der Entrauscher Neat Video Pro.
Zwar sind die Bildstabilisierer in den Kameras jetzt deutlich besser
geworden im Vergleich mit meiner ersten HDV-Kamera von Sony (HC3) vom
Mai 2006, jedoch legt hier Mercalli mit der Version 2 in der
Stabilisierung schwieriger Aufnahmen noch deutlich zu.
Bezüglich
Stabilisierungsgeschwindigkeit ist der Freeware Deshaker schon mit der
Version 1 deutlich abgeschlagen worden, im Falle der Version 2 von
Mercalli ist jetzt auch
die Funktionalität deutlich höher und
einfacher
umsetzbar. Die SAL-Version ist in vielerlei Hinsicht noch nicht als
finale Version anzusehen, dies hat alleine schon dieser kleine Test
hier gezeigt. Sollte diese SAL-Version allerdings irgendwann mal nach
meinen Anforderungen funktionieren, dann wäre das schon ein
geniales Teil um unabhängigig vom Videoschnittprogramm schon
beider Clipsichtung eine Stabilisierung durchzuführen.
Mein
Tipp: Beruhigung/Glättung unbedingt auf einem Hardware-Monitor
mit
voller Vorschauauflösung kontrollieren, nur so kann man sicher
sein, dass
späteres Renderergebnis ebenfalls OK ist!
Linksammlung:
1.
ProDAD
Mercalli V2 - Homepage
2. Mercalli Service-Pack, was zu beachten ist
3.
CMOS
Rolling-Shutter
Bruno
Peter Hennek,
13./14.
September 2007,
Version V2 am 18.August 2010, Rev. 14.06.2011


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