Krankheitsbild
nicht verstanden
Vertreter
des dbu besichtigten die Räumlichkeiten der Burg-Klinik
Stadtlangenfeld. Dort „liegen keine Voraussetzungen für die
Behandlung umweltkranker Patienten vor“, meint dbu-Vorstandsmitglied
Dr. Peter Ohnsorge. Insgesamt ist die stationäre Rehabilitation in
Deutschland unzureichend.
In
den letzten beiden Jahren erhielten betreuend tätige Umweltmediziner
regelmäßig Klagen von umwelterkrankten Patienten, die die
Rentenversicherer im Rahmen von Reha-Maßnahmen
in verschiedene Einrichtungen geschickt hatten – insbesondere aber
in die Burg-Klinik Stadtlengsfeld.
Bereits
am 21. 12. 1998 hat der Deutsche Berufsverband der Umweltmediziner (dbu)
in einem Schreiben an die BfA
Berlin darauf hingewiesen, dass
umwelterkrankte Patienten, insbesondere MCS-Patienten,
in dieser Klinik nicht angemessen behandelt werden können. Dem
Schreiben war ein Besuch in dieser Klinik am 15. 11. 1998
vorangegangen.
Die
Klinikdirektorin führte die Vorstandsmitglieder des dbu durch das
Haus, so dass die Räumlichkeiten inspiziert werden konnten. Da der
klinische Direktor Prof. Dr. med.
Reinhard Plassmann leider nicht
anwesend war, konnten die Therapierichtlinien nicht besprochen werden.
Zwischenzeitlich lassen sie sich verschiedenen Publikationen und
Kongressmitteilungen allerdings entnehmen.
Die
besichtigten Schlaf- und Aufenthaltsräume sowie die
Therapieeinrichtungen und die Räumlichkeiten für Gruppentherapie
waren für umweltkranke Patienten, speziell für solche, die an MCS
leiden, gänzlich ungeeignet. Die Bodenbeläge, der Wandputz, mit Ölfarben
gestrichene Heizkörper, Möbel und vieles andere mehr waren als potenzielle
chemische Emissionsquellen zu erkennen.
Die Lehrküche stank nach Lösemitteln
Bei
der Ernährung werde auf
individuelle Bedürfnisse Rücksicht genommen, sagte die
Klinikdirektorin. Kontrolliert biologische Kost war aber ebenso
unbekannt wie spezifische Rotationsdiäten. Den Abschluss
bildete die Begehung der Lehrküche. Diese war auch zum Entsetzen der
Direktorin offensichtlich zwei Tage nicht gelüftet worden und stank
dermaßen nach Chemikalien,
Weichmachern und Lösemitteln, dass
selbst unsere Klinikführerin es
nur kurzfristig in diesen Räumen aushielt.
Gerade
hier mussten wir nochmals auf die
um vieles sensitiveren MCS-Patienten
aufmerksam machen, was Erstaunen hervorrief und offensichtlich kein
Verständnis erkennen ließ.
Daraufhin
haben wir uns in einem Brief an die BfA
gewandt: „... Da
umweltmedizinische Erkrankungen, insbesondere MCS,
sowohl somatische als auch
psychische Dysregulationen
hervorrufen, ist ein koordinierter,
ganzheitlicher Ansatz von Soma
und Psyche sinnvoll und unbedingt anzustreben.
Dies gelingt jedoch nur dann, wenn man dem Organismus auch die Möglichkeit
einer Erholung zubilligt. In den von uns besichtigten Räumen der
Burg-Klinik Stadtlengsfeld ist dieses nicht möglich...
In
Verkennung des Krankheitsbildes werden in solchen Räumlichkeiten eher
zentralnervöse und psychische Reaktionsbilder verstärkt, die dann zwangsläufig
zu falschen diagnostischen Rückschlüssen führen müssen. Dieses
untermauert die Erkenntnisse aus den Berichten unserer MCS-Patienten
nach mehrfachen Kurabrüchen in
verschiedenen Kliniken.
Wenn
es Ihnen nicht gelingt, emissionsfreie bzw. -arme Aufenthaltsmöglichkeiten
für diese Patienten zu schaffen, ist eine stationäre Kurmaßnahme in
diesen nicht entsprechendeingerichteten Kliniken eher eine Provokation
des Krankheitsbildes und somit kontraproduktiv. Sie erreichen genau
das Gegenteil des zu erwartenden Effektes.
..." Dieser Brief wurde bis heute nicht beantwortet.
Unterschwellig
psychischeKrankheitsbilder impliziert
Die
meisten stationären Behandlungseinrichtungen, die sich mit
Umwelterkrankungen in der Rehabilitation beschäftigen, halten ein Therapie-Setting
vor, das der Psychosomatik entspringt.
Umwelterkrankungen werden den somatoformen
Störungen zugeordnet. Das wäre als ein rein klinisch beschreibender
Vorgang durchaus gut zu vertreten, wenn nicht die unterschwellige,
eindeutige weitere Einordnung in psychische Krankheitsbilder
impliziert würde - der entsprechende ICD-Schlüssel
findet sich unter den psychischen Diagnosen. Unter anderem wird auch
die Hypochondrie dazu gezählt, was bei Umweltpatienten ja immer
wieder mit der unseligen Wortschöpfung „Ökochonder"
kolportiert wird.
Prof.
Plassmann: „Grund, sich mit
dieser Krankheitsgruppe intensiv auseinander zu setzen, ist, dass
Patienten mit somatoformen Störungen per se
schwierige Patienten sind. Sie erleben ihre Leiden trotz
fehlender Befunde als körperlich und sind von der körperlichen Natur
ihrer Beschwerden überzeugt ... Typisch ist gleichwohl eine
Symptomvielfalt... Immer wieder
verlangen die Patienten somatische Diagnostik,
invasive Maßnahmen, therapeutische
Interventionen und sind dann enttäuscht über fehlende Befunde. Diese
Enttäuschung ist charakteristisch für die Patienten mit somatoformen
Störungen."
Seine
Schwierigkeiten, und da ist er in der Kollegenschaft nicht allein,
bestehen in den eingeschränkten Fähigkeiten, objektive Befunde
dieser Erkrankungen zu suchen und zu definieren. Obwohl sich in
rascher Abfolge in den letzten Jahren in der nationalen und
internationalen Literatur neue Aspekte in der Diagnostik auftun, wird
aufgrund der bekannten Schwierigkeiten häufig erst gar nicht der
Versuch einer kausalen Klärung der geklagten Symptome der Patienten
unternommen. Statt dessen zieht man sich zurück auf die
„abgesicherte Position der Psychosomatik
in der Umweltmedizin". Doch hier gibt es auch nichts
wissenschaftlich Bewiesenes, obwohl es uns immer glauben gemacht
werden soll.
Prof.
Plassmann: „...
Wir können aber somatisch wenig
objektivieren. Bei der psychosomatischen Diagnostik gibt es zwar
klare Hinweise auf psychische und psychosoziale
Problemlagen, bei 89 Prozent der Patienten ist im bisherigen
Krankheitsverlauf eine psychosomatische oder psychiatrische Diagnose
gestellt worden. Aber das Letzte,
was die Patienten annehmen können, ist das,was wir empfehlen, nämlich
ein psychosomatisches Betreuungs-Setting.
Ein nicht geringer Teil der Patienten kommt unter offenem Protest.
Grund hierfür ist der typische Befund der somatoformen
Störung: ... Eine ausschließlich körperliche
Krankheitstheorie ist mit 67 Prozent
dreimal höher als bei den übrigen psychosomatischen Störungen."
Unvermögen, sich in die Probleme
hineinzudenken
Sein
Credo: „Gerade die Arbeit mit
somatoformen Störungen, wie zum Beispiel mit den Umweltpatienten, hat
uns gelehrt, die stationäre Psychotherapie zu einer integrierten
psychosomatischen Medizin
weiterzuentwickeln."
Prof.
Plassmanns Therapie-Setting
zeigt ein Unvermögen, sich überhaupt in die Problematik des
Umweltkranken hineinzudenken.
Zwar gesteht er theoretisch MCS-Patienten
spezielle Aufenthaltssituationen zu
(„objektiv schadstofffrei und subjektiv akzeptabel"),
schafft es aber nicht, dies im Alltag der Klinik stringent
durchzusetzen. „Individuelle Therapiepläne mit Elementen, die
objektiv und subjektiv für den Patienten attraktiv sind, also ein
Angebot von, Therapiewelten',
die der Patient gerne betreten möchte",
sind werbewirksame, plakative, aber leider leere Worthülsen, wenn
dahinter nicht das Verständnis für die individuelle Befindlichkeit
von Umwelterkrankten steht, um das Versprochene auch zum Wohle
der Betroffenen umsetzen zu können.
Er
schlägt allerdings auch „eingewisses
Spektrum an .alternativen'
Verfahren aus dem Bereich der Erfahrungsmedizin"
vor. „Mit Hilfe solcher
Verfahren... gelingt es, auch äußerst schwierige Patienten zu
erreichen, die die Teilnahme an allen anderen Methoden ablehnen. Die
Methode selbst ist dabei so wichtig wie auch die Chance, zu
einer therapeutischen Kooperation zu kommen."
Offensichtlich
will er über die vom Patienten akzeptierte Behandlungsmethode die Tür
zu seiner Therapie öffnen. Dabei verkennt er, dass
auch „alternative" Verfahren therapeutisch heftige Effekte
hervorrufen können, zum Beispiel im Falle der Mobilisation
lipophiler Toxine.
Wird dieses nicht rechtzeitig erkannt und therapeutisch
gegengesteuert, treten Beschwerden, gegebenenfalls auch zentralnervöse
Symptome auf.
Trotz
guter Absicht bei den Therapieansätzen werden durch Ignoranz diese
beeinträchtigenden Auswirkungen nicht erkannt. Der Patientenwunsch,
dieses wieder zu unterbrechen, wird dann als Querulantentum
einer „schwierigen Klientel" diagnostiziert.
Jede Einseitigkeit erzwingt eine
Schieflage
Prof.
Plassmanns hauptsächlicher
Therapieschwerpunkt ist die „Psychotherapie,
die sich in der Methode und im Setting
weitgehend an den Patieten anpasst,
... Sozialtherapeutische und sozialmedizinische Betreuung mit ausführlicher
Beratung von Leistungsfähigkeit, Arbeitsfähigkeit, Berufsförderung."
Psychosomatik
ist eine Disziplin, die den Menschen in seiner Ganzheit der Psyche und
des Somas betrachtet und behandelt.
Jede Einseitigkeit in Diagnostik und Therapie erzwingt eine
Schieflage.
So
muss man Prof. Plassmanns Bemühungen
um eine Exploration und Therapie
Psychischer
Therapie Effekte bei
Umweltpatienten durchaus als richtigen Weg ansehen, wenn er denn nicht
offensichtlich die Gewichtung
allein auf diesen Bereich legte. Seine Unfähigkeit, der Zwangsjacke
seiner Sichtweise von Umwelterkrankungen zu entkommen, die sich in
immer wieder zurückführenden Schleifen selbst zu bestätigen
versucht, spricht ihm die Voraussetzungen ab, eine umfassende
umweltmedizinische Rehabilitation zu leiten.
Die
Burg-Klinik Stadtlengsfeld bietet wegen ihrer unzureichenden
Einrichtung keine Voraussetzungen für die Behandlung umwelterkrankter
Patienten, insbesondere von MCS-Patienten.
Der klinische Direktor hat sich für ein einseitiges Konzept
entschieden, das der tatsächlichen Problematik nicht genügt.
Obwohl
dieses bereits im Dezember 1998 der BfA
schriftlich mitgeteilt wurde, erzwingt der Rentenversicherer immer
wieder den Aufenthalt von MCS-Patienten
in dieser Klinik. Die dort vorgesehenen Therapiestudien können
zwangsläufig nur begrenzte Informationen liefern, da wesentliche somalische
Diagnostik von vornherein unterbleibt, so dass
die abschließenden Aussagen vorhersehbar sind.
Kosten
sparend in alten Fahrwassern dümpeln
Der
BfA sollte an der fairen Erforschung des Krankheitsbildes
gelegen sein. Statt dessen sucht sie sich weiter die Kliniken und
Forschungsstätten zur Untermauerung der vorgefertigten Meinung, die
sich in der falsifizierenden Forschung dieses Krankheitsbildes betätigen.
Die erdrückenden Erkenntnisse der ärztlich betreuenden Umweltmedizin
und auch deren Forschungsnachweise um Einzeleffekte der
Erkrankungsprozesse werden ignoriert.
Somit
kann man, zumindest solange der Druck der Betroffenen und der Politik
noch nicht groß genug ist, in alten Fahrwassern scheinbar Kosten
sparend dümpeln. Dabei wird übersehen, dass
langfristig gerade die Umsetzung neuer
umweltmedizinischer Erkenntnisse in die Prävention
einen immensen Kostenspareffekt hervorrufen wird.
„Therapieabbruch
wegen Symptomzunahme"
Infolge
dieser Ignoranz gesunden Umweltpatienten in solchen wie oben
beschriebenen Institutionen oder Kliniken nicht, sondern erkranken im
Gegenteil heftiger. In der Burg-Klinik Stadtlengsfeld, beispielhaft für
viele solcher Einrichtungen, müssen MCS-Patienten
sehr häufig die Therapie frühzeitig abbrechen - ein Phänomen, das
in anderen Reha Bereichen wie
onkologischer Nachsorge, Kurmaßnahmen wegen chronischer therapierefraktärer
Infekte des Atemtraktes, atopischer Schleimhaut-
und Hauterkrankungen, rheumatoider
Erkrankungen, dekompensiertem Tinnitus
und vielen anderen so gut wie nicht vorkommt
An
sich müssten diese für das Krarikheitsbild
MCS typischen, gehäuften,
vorzeitigen Therapieabbrüche
selbstkritische, interne Reflexionen
beim einweisenden Renten Versicherer und bei den Therapeuten
hervorrufen. Von außen haben wir davon bisher nichts bemerkt.
Meist ist ein solcher Behandlungsabbruch durch die individuelle zusätzliche
Belastung bedingt, die unter anderem durch vorgehaltene inadäquate Räumlichkeiten
und verwendete Nahrungsmittel entstehen.
Der
folgende, in Auszügen zitierte Beschwerdebrief einer MCS-Patientin
liegt der BfA bereits vor: „... musste ich meine Reha-Maßnahme
in der Burg-Klinik abbrechen, weil dort ein Verschlimmerung meiner
Beschwerden auftrat ... In allen Räumen der Klinik ist mehr oder
weniger ein , Duftcocktail' wahrzunehmen,
der mir den Aufenthalt innerhalb der Klinik so erschwerte, dass
ich jede mögliche freie Minute im Park verbrachte.
Möbel
werden mit Pronto, Glasflächen mit
einem Sprühreiniger aus Flaschen gereinigt.
In
meinem Kur-Antrag hatte ich alle Nahrungsmittelallergien angegeben und
auch mitgeteilt, dass ich mich nur aus kontrolliert biologischem Anbau
ernähren kann. Diese Informationen sind nicht bis zur Klinikküche
gelangt. Die Diätassistentin war erstaunt, als sie dies von mir hörte,
darauf seien sie nicht eingerichtet, und ihr wäre auch nichts darüber
mitgeteilt worden, ich
gehöre doch wohl besser in eine Umweltklinik'.
Alles in allem erscheint mir, dass in der Burg-Klinik noch Aufklärungsbedarf
über das Krankheitsbild MCS
besteht."
Die
Patientin musste am dritten Tag bereits die Klinik wieder verlassen.
Der vorläufige handschriftliche Arztkurzbrief bestätigt: „
Vorzeitiger Abbruch des
Heilverfahrens wegen Symptomzunahme. "
Im umfassenden Entlassungsbericht heißt es dann: „Die Patientin
stand dem Aufenthalt von vornherein skeptisch gegenüber, weil sie
sich hier zahlreichen Belastungen mit für sie unverträglichen
Stoffen ausgesetzt sah, die mit ihren deklarierten Zielen, nämlich
der Verbesserung ihrer Beschwerden, nicht vereinbar waren. Trotz aller
Bemühungen, sich auf diesehr starren Selektionsprinzipien der
Patientin einzustellen, berichtete sie zunehmend über allerdings kaum
objektivierbare Symptome ... was bei uns auch den Eindruck eines
taktischen Vorgehens erweckte ... Nach nur drei Behandlungstagen brach
die Patientin den Aufenthalt ab, was unserer Meinung nach als
Kooperationsproblem im Rahmen der Rentenentwicklung wsehen
ist."
Einfacher
kann man den Spieß gar nicht mehr umdrehen. Verstanden hat in dieser
Klinik das Krankheitsbild immer noch keiner, und damit kann auch
keiner dort die durch den Klinikaufenthalt neu aufgefrischte
Symptomatik erkennen. Die „starren Selektionsprinzipien" werden
als „Kooperationsproblem" definiert, mit sichtlich allen
nachfolgenden Konsequenzen im Rentenverfahren.
Vorgefasste
Meinung der ärztlichen Klinikleitung
Die
Ignoranz der Therapeuten stempelt
die Patienten zu Querulanten, das Krankheitsbild MCS
zum psychisch ausgelösten. Das stimmt offensichtlich mit der vorgefassten
Meinung der ärztlichen Klinikleitung überein.
Gerade
in jüngster Vergangenheit scheinen sich entsprechende Kasuistiken zu
häufen. Wir raten unseren Patienten deshalb immer vor dem Antritt der
Reha-Maßnahme, die entsprechende
Klinik schriftlich anzufragen, ob sie auf die spezifischen Bedürfnisse
der MCS-Patienten eingerichtet
seien. Hierbei werden dann ganz exakt die einzelnen bereits bekannten
Schwierigkeiten im Umgang mit Kliniken angesprochen und ihre Bewältigung
abgefragt.
Im
Falle der Burg-Klinik Stadtlengsfeld ist es auffällig, dass
die Klinikleitung, hier speziell Prof. Plassmann,
versucht, die eigentlichen Ursachen der Therapieabbrüche
bewusst zu übersehen. Eine andere
Schlussfolgerung lassen die vorliegenden Schriftsätze nicht zu.
Er
beantwortet sogar Anfragen von MCS-Patienten mit den Aussagen, seine
Klinik sei speziell für die MCS-Patienten eingerichtet, insbesondere
auch auf spezifische Nahrungsmittelintoleranzen. In einem Brief, datiert vom
28. Dezember 2000, wirbt er: „Sehr geehrte Frau XX, in unsere
Klinik kommen regelmäßig Patienten und Patientinnen mit
umweltbezogenen Überempfindlichkeitssyndromen
wie MCS. Wir stellen mit
Naturmaterialien speziell
eingerichtete und nur mit ökologischen Mitteln gepflegte
Zimmer zur Verfügung, die aber nicht in separaten Abteilungen liegen.
Ferner gehen wir auf die häufig
bestehenden Nahrungsmittelintoleranzen mit sehr individueller Emährungsberatung
und Emährungsgestaltung ein. Dazu
können auch speziell beschaffte ökologische Nahrungsmittel gehören,
sofern sie im Handel erhältlich sind. Wenn bestimmte Behandlungsräume
subjektiv als unverträglich wahrgenommen werden, gehen wir darauf
ein, indem solche Behandlungen nur im Rahmen des für die Patienten Möglichen
stattfinden."
Einen
Monat später erreicht die Geschäftsstelle des dbu
folgender Beschwerdebrief eines hausärztlichen Internisten: „Eine
Patientin mit MCS wurde vom Rententräger zu einem Heilverfahren gedrängt.
Es gelang schließlich, eine Aufnahme in der
Burg-Klinik
in Stadtlengsfeld durchzusetzen.
Die Patientin musste das
Heilverfahren nach 14 Tagen wegen zunehmender
Sensibilisierungserscheinungen
und Auftreten von Ekzemen vorzeitig beenden. Sie berichtet über von
Anfang an bestehende Unverträglichkeit auf die dortige Nahrung. Die
gesamte Küchenabteilung sei an ein externes Unternehmen abgegeben. Es
würden kaum noch frische Nahrungsmittel verarbeitet. Fast alles käme
von außen vorbereitet in die Küche, zum Beispiel die Kartoffeln
geschält und unter Schwefeleinfluss. Die
Patientin hat die Kur beschwerdefrei angetreten."
Briefe
dokumentieren bewusste
Falschaussagen
Und
in einem nachfolgenden Brief des gleichen Arztes über die gleiche
Patientin: „Die Patientin konnte mir eine Kopie der Essenspläne
beschaffen (siehe nebenstehenden Kasten). Besonders gelungen
finde ich die Aufzählung der darin enthaltenen Zusatzstoffe. Die Menüliste
umfasst nur das Mittagessen. Das Frühstücks-
und Abendbuffet sind nicht aufgeführt.
Ebenfalls nicht enthalten sind die verwendeten Salatsoßen. Genauso
fehlen die Tagessuppen. Hier hängt ein fixer Wochenplan der Firma Knorr
aus, der darüber Auskunft gibt, an welchem Tag welche Suppe dieser
Firma ausgegeben wird.
Aufgrund
zunehmender Unverträglichkeiten bei dieser Ernährung bat meine
Patientin, zum Mittagessen einfach nur Pellkartoffeln zu bekommen.
Dies brachte die Küche in Verlegenheit, da rohe Kartoffeln dort nicht
vorrätig sind. ... Sämtliche öffentlichen Räume der Klinik (Flure,
Aufenthaltshalle, Speisesaal etc.) werden mit stark riechenden
Putzmitteln bearbeitet. Auf Intervention meiner Patientin hin konnte
eine Anwendung dieser Mittel in deren Einzelzimmer verhindert werden."
Diese
nahezu zeitgleichen Briefdokumente zeigen klar die offensichtliche
bewusste Falschaussage Prof. Plassmanns.
Dieses Fehlverhalten spricht ihm zukünftig die Fähigkeit ab.
Umweltpatienten angemessen zu behandeln. Sollten die
Rentenversicherungsträger weiterhin ..dieser
Klinik oder anderen, ähnlich in Räumlichkeiten und Therapie-Setting
ausgerichteten Kliniken, bewusst
Patienten mit Umwelterkrankungen zuweisen, schädigen sie damit
wissentlich ihre Mitglieder. Dies kann langfristig nicht ohne
Konsequenzen bleiben.
Validierte Ergebnisse dringend erforderlich
Hier
soll nicht der Eindruck erweckt werden, die Psychosomatik
sei in Diagnostik und Therapie umwelterkrankter Patienten ungeeignet.
Wir kennen alle die Effekte, die aufgrund der Erkrankung an Psyche und
Soma auftreten. Beides bedarf der gleichgewichteten
ärztlichen Betreuung. Ursache und Wirkung dürfen aber dabei
nicht
vertauscht werden.
Validierte
Forschungsergebnisse aus einem von vornherein verifizierenden
Forschungsansatz mit Umweltkranken, insbesondere MCS-Patienten,
sind dringend erforderlich. Institutionelle, universitäre
Forschung muss im engen Verbund mit
den betreuenden Umweltmedizinern gemeinsam versuchen, diese komplexen
Erkrankungen zu ergründen. Bis zum Erlangen wissenschaftlich
gesicherter Erkenntnisse muss aber einem umwelterkrankten Patienten
sein Recht auf eine symptomatische, zumindest lindernde sowie
umfassende, das heißt Soma und
Psyche betreffende ärztliche, Hilfeleistung gewährt werden.
Korrespondenzadresse:
Dr. Peter Ohnsorge,
Juliuspromenade
54, 97070 Würzburg, Tel.: 0931/5731
33, Fax: 0931/5731 31
Quelle:
Zeitschrift für Umweltmedizin Nr. 3/01, Seite 140-144
http://www.umweltmedizin.de
Aushang
zum Speiseplan
|
LIEBE
PATIENTEN,
Lebensmittelzusatzstoffe
sind heute in vielen Bereichen der Lebensmittelverarbeitung
notwendig bzw. fast unentbehrlich. Je umfangreicher der
Lebensmittelhandel wird,
desto größer sind die möglichen Sicherheitsrisiken für die
Gesundheit des Konsumenten. Trotz guter Produktionsmethoden
sind Zusatzstoffe notwendig, um Lebensmittel lagerfähig zu
machen, sie genusstauglich und ansehnlich anzubieten.
Deshalb
haben wir auf unserer Speisekarte die Speisen mit einer
Kennzahl versehen, die die
jeweiligen Zusatzstoffe bezeichnen.
Nähere
Informationen können Sie an unserem Bockständer, welcher im
Eingang des Speisesaales steht, erfahren. Auch unsere
Diätassistentinnen können Ihnen weiterhelfen.
Wir
wünschen Ihnen einen guten Appetit
Ihr Clin-Catering-Dienstleistungs-Team |
Kennziffern
der Zusatzstoffklassennamen
Kennziffer
1
Kennziffer 1
Kennziffer 3
Kennziffer 4
Kennziffer 5
Kennziffer 6
Kennziffer 7
Kennziffer 8
Kennziffer 9
Kennziffer 10
Kennziffer 11
Kennziffer 12
Kennziffer 13 |
„mit
Farbstoff"
„mit
Konservierungsstoff" oder „konserviert"
„mit Antioxydationsmittel"
„mit Geschmacksverstärker"
„geschwefelt"
„geschwärzt"
„gewachst"
„mit Phosphat"
„mit Süßungsmittel"
oder „mit Süßungsmittef"
„mit einer Zuckerart und Süßungsmittel"
„enthält eine Phenylalaninquelle"
„kann bei übermäßigem Verzehr abführend
wirken"
„unter Schutzatmosphäre verpackt" |
Speiseplan
|
Mittwoch,
den 24.1.2001
Tagessuppe
Natürlich
Leicht
Gedünsteter
Seeaal mit Dillsoße,
Gurkensalat und Dampfkartoffeln
Kcal: 550 3.5,7
Köstlich
Bewährt
Gegrillte
Hähnchenkeule
mit Pommes frites
und Salat vom Büffet
Kcal: 690 3,5
Vegetarisch
Aktiv
Hausgemachte
Kartoffelpizza
mit Zwiebeln, Zucchini,
Tomaten und
Champignons
Kcal: 520 2,3,4
Dessert:
Götterspeise
1,3
Donnerstag,
den 25.1. 2001
Tagessuppe
Natürlich
Leicht
Nudeln
mit HackfleischsoBe (Schwein)
und Salat vom Büffet
Kcal: 630 2,4
Köstlich
Bewährt
Putenbrustfilet
mit Tricoloragemüse,
dazu Petersilienkartoffetn
und
Salat vom Büffet
Kcal: 680 1,3,4
Vegetarisch
Aktiv
Getreidebratling
in feiner Soße
mit Rahmpüree und Tomatensalat
Kcal: 440 3,5
Dessert:
Frischobst
2,7 |
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