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Dadurch, dass wir EI/MCS als nicht existent erklären, werden wir EI/MCS nicht beseitigen ...

MCS - Zeitung Online

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dreirot.gif (890 Byte) Krankheitsbild nicht verstanden 

Vertreter des dbu besichtigten die Räumlichkeiten der Burg-Klinik Stadtlangenfeld. Dort „liegen keine Voraussetzungen für die Behandlung umweltkranker Patienten vor“, meint dbu-Vorstandsmitglied Dr. Peter Ohnsorge. Insgesamt ist die stationäre Rehabilitation in Deutschland unzureichend.

In den letzten beiden Jahren erhielten betreuend tätige Umweltmediziner regelmäßig Klagen von umwelterkrankten Patienten, die die Rentenversicherer im Rahmen von Reha-Maßnahmen in verschiedene Einrichtungen geschickt hatten – insbesondere aber in die Burg-Klinik Stadtlengsfeld.

Bereits am 21. 12. 1998 hat der Deutsche Berufsverband der Umweltmediziner (dbu) in einem Schreiben an die BfA Berlin darauf hingewiesen, dass umwelterkrankte Patienten, insbesondere MCS-Patienten, in dieser Klinik nicht angemessen behandelt werden können. Dem Schreiben war ein Besuch in dieser Klinik am 15. 11. 1998 vorangegangen.

Die Klinikdirektorin führte die Vorstandsmitglieder des dbu durch das Haus, so dass die Räumlichkeiten inspiziert werden konnten. Da der klinische Direktor Prof. Dr. med. Reinhard Plassmann leider nicht anwesend war, konnten die Therapierichtlinien nicht besprochen werden. Zwischenzeitlich lassen sie sich verschiedenen Publikationen und Kongressmitteilungen allerdings entnehmen.

Die besichtigten Schlaf- und Aufenthaltsräume sowie die Therapieeinrichtungen und die Räumlichkeiten für Gruppentherapie waren für umweltkranke Patienten, speziell für solche, die an MCS leiden, gänzlich ungeeignet. Die Bodenbeläge, der Wandputz, mit Ölfarben gestrichene Heizkörper, Möbel und vieles andere mehr waren als potenzielle chemische Emissionsquellen zu erkennen.  

Die Lehrküche stank nach Lösemitteln

Bei der Ernährung werde auf individuelle Bedürfnisse Rücksicht genommen, sagte die Klinikdirektorin. Kontrolliert biologische Kost war aber ebenso unbekannt wie spezifische Rotationsdiäten. Den Abschluss bildete die Begehung der Lehrküche. Diese war auch zum Entsetzen der Direktorin offensichtlich zwei Tage nicht gelüftet worden und stank dermaßen nach Chemikalien, Weichmachern und Lösemitteln, dass selbst unsere Klinikführerin es nur kurzfristig in diesen Räumen aushielt.

Gerade hier mussten wir nochmals auf die um vieles sensitiveren MCS-Patienten aufmerksam machen, was Erstaunen hervorrief und offensichtlich kein Verständnis erkennen ließ.

Daraufhin haben wir uns in einem Brief an die BfA gewandt: „... Da umweltmedizinische Erkrankungen, insbesondere MCS, sowohl somatische als auch psychische Dysregulationen hervorrufen, ist ein koordinierter, ganzheitlicher Ansatz von Soma und Psyche sinnvoll und unbedingt anzustreben. Dies gelingt jedoch nur dann, wenn man dem Organismus auch die Möglichkeit einer Erholung zubilligt. In den von uns besichtigten Räumen der Burg-Klinik Stadtlengsfeld ist dieses nicht möglich...

In Verkennung des Krankheitsbildes werden in solchen Räumlichkeiten eher zentralnervöse und psychische Reaktionsbilder verstärkt, die dann zwangsläufig zu falschen diagnostischen Rückschlüssen führen müssen. Dieses untermauert die Erkenntnisse aus den Berichten unserer MCS-Patienten nach mehrfachen Kurabrüchen in verschiedenen Kliniken.

Wenn es Ihnen nicht gelingt, emissionsfreie bzw. -arme Aufenthaltsmöglichkeiten für diese Patienten zu schaffen, ist eine stationäre Kurmaßnahme in diesen nicht entsprechendeingerichteten Kliniken eher eine Provokation des Krankheitsbildes und somit kontraproduktiv. Sie erreichen genau das Gegenteil des zu erwartenden Effektes. ..." Dieser Brief wurde bis heute nicht beantwortet.

Unterschwellig psychischeKrankheitsbilder impliziert

Die meisten stationären Behandlungseinrichtungen, die sich mit Umwelterkrankungen in der Rehabilitation beschäftigen, halten ein Therapie-Setting vor, das der Psychosomatik entspringt. Umwelterkrankungen werden den somatoformen Störungen zugeordnet. Das wäre als ein rein klinisch beschreibender Vorgang durchaus gut zu vertreten, wenn nicht die unterschwellige, eindeutige weitere Einordnung in psychische Krankheitsbilder impliziert würde - der entsprechende ICD-Schlüssel findet sich unter den psychischen Diagnosen. Unter anderem wird auch die Hypochondrie dazu gezählt, was bei Umweltpatienten ja immer wieder mit der unseligen Wortschöpfung „Ökochonder" kolportiert wird.

Prof. Plassmann: „Grund, sich mit dieser Krankheitsgruppe intensiv auseinander zu setzen, ist, dass Patienten mit somatoformen Störungen per se schwierige Patienten sind. Sie erleben ihre Leiden trotz fehlender Befunde als körperlich und sind von der körperlichen Natur ihrer Beschwerden überzeugt ... Typisch ist gleichwohl eine Symptomvielfalt... Immer wieder verlangen die Patienten somatische Diagnostik, invasive Maßnahmen, therapeutische Interventionen und sind dann enttäuscht über fehlende Befunde. Diese Enttäuschung ist charakteristisch für die Patienten mit somatoformen Störungen."

Seine Schwierigkeiten, und da ist er in der Kollegenschaft nicht allein, bestehen in den eingeschränkten Fähigkeiten, objektive Befunde dieser Erkrankungen zu suchen und zu definieren. Obwohl sich in rascher Abfolge in den letzten Jahren in der nationalen und internationalen Literatur neue Aspekte in der Diagnostik auftun, wird aufgrund der bekannten Schwierigkeiten häufig erst gar nicht der Versuch einer kausalen Klärung der geklagten Symptome der Patienten unternommen. Statt dessen zieht man sich zurück auf die „abgesicherte Position der Psychosomatik in der Umweltmedizin". Doch hier gibt es auch nichts wissenschaftlich Bewiesenes, obwohl es uns immer glauben gemacht werden soll.

Prof. Plassmann: „... Wir können aber somatisch wenig objektivieren. Bei der psychosomatischen Diagnostik gibt es zwar klare Hinweise auf psychische und psychosoziale Problemlagen, bei 89 Prozent der Patienten ist im bisherigen Krankheitsverlauf eine psychosomatische oder psychiatrische Diagnose gestellt worden. Aber das Letzte, was die Patienten annehmen können, ist das,was wir empfehlen, nämlich ein psychosomatisches Betreuungs-Setting. Ein nicht geringer Teil der Patienten kommt unter offenem Protest. Grund hierfür ist der typische Befund der somatoformen Störung: ... Eine ausschließlich körperliche Krankheitstheorie ist mit 67 Prozent dreimal höher als bei den übrigen psychosomatischen Störungen."

Unvermögen, sich in die Probleme hineinzudenken

Sein Credo: Gerade die Arbeit mit somatoformen Störungen, wie zum Beispiel mit den Umweltpatienten, hat uns gelehrt, die stationäre Psychotherapie zu einer integrierten psychosomatischen  Medizin weiterzuentwickeln."

Prof. Plassmanns Therapie-Setting zeigt ein Unvermögen, sich überhaupt in die Problematik des Umweltkranken   hineinzudenken. Zwar gesteht er theoretisch MCS-Patienten spezielle Aufenthaltssituationen zu („objektiv schadstofffrei und subjektiv akzeptabel"), schafft es aber nicht, dies im Alltag der Klinik stringent durchzusetzen. „Individuelle Therapiepläne mit Elementen, die objektiv und subjektiv für den Patienten attraktiv sind, also ein Angebot von, Therapiewelten', die der Patient gerne betreten möchte", sind werbewirksame, plakative, aber leider leere Worthülsen, wenn dahinter nicht das Verständnis für die individuelle Befindlichkeit von Umwelterkrankten steht, um das Versprochene auch zum Wohle der Betroffenen umsetzen zu können.

Er schlägt allerdings auch eingewisses Spektrum an .alternativen' Verfahren aus dem Bereich der Erfahrungsmedizin" vor. Mit Hilfe solcher Verfahren... gelingt es, auch äußerst schwierige Patienten zu erreichen, die die Teilnahme an allen anderen Methoden ablehnen. Die Methode selbst ist dabei so wichtig wie auch die Chance, zu einer therapeutischen Kooperation zu kommen."

Offensichtlich will er über die vom Patienten akzeptierte Behandlungsmethode die Tür zu seiner Therapie öffnen. Dabei verkennt er, dass auch „alternative" Verfahren therapeutisch heftige Effekte hervorrufen können, zum Beispiel im Falle der Mobilisation lipophiler Toxine. Wird dieses nicht rechtzeitig erkannt und therapeutisch gegengesteuert, treten Beschwerden, gegebenenfalls auch zentralnervöse Symptome auf.

Trotz guter Absicht bei den Therapieansätzen werden durch Ignoranz diese beeinträchtigenden Auswirkungen nicht erkannt. Der Patientenwunsch, dieses wieder zu unterbrechen, wird dann als Querulantentum einer „schwierigen Klientel" diagnostiziert.

Jede Einseitigkeit erzwingt eine Schieflage

Prof. Plassmanns hauptsächlicher Therapieschwerpunkt ist die Psychotherapie, die sich in der Methode und im Setting weitgehend an den Patieten anpasst, ... Sozialtherapeutische und sozialmedizinische Betreuung mit ausführlicher Beratung von Leistungsfähigkeit, Arbeitsfähigkeit, Berufsförderung."

Psychosomatik ist eine Disziplin, die den Menschen in seiner Ganzheit der Psyche und des Somas betrachtet und behandelt. Jede Einseitigkeit in Diagnostik und Therapie erzwingt eine Schieflage.

So muss man Prof. Plassmanns Bemühungen um eine Exploration und Therapie

Psychischer Therapie Effekte bei Umweltpatienten durchaus als richtigen Weg ansehen, wenn er denn nicht offensichtlich die Gewichtung allein auf diesen Bereich legte. Seine Unfähigkeit, der Zwangsjacke seiner Sichtweise von Umwelterkrankungen zu entkommen, die sich in immer wieder zurückführenden Schleifen selbst zu bestätigen versucht, spricht ihm die Voraussetzungen ab, eine umfassende umweltmedizinische Rehabilitation zu leiten.

Die Burg-Klinik Stadtlengsfeld bietet wegen ihrer unzureichenden Einrichtung keine Voraussetzungen für die Behandlung umwelterkrankter Patienten, insbesondere von MCS-Patienten. Der klinische Direktor hat sich für ein einseitiges Konzept entschieden, das der tatsächlichen Problematik nicht genügt.

Obwohl dieses bereits im Dezember 1998 der BfA schriftlich mitgeteilt wurde, erzwingt der Rentenversicherer immer wieder den Aufenthalt von MCS-Patienten in dieser Klinik. Die dort vorgesehenen Therapiestudien können zwangsläufig nur begrenzte Informationen liefern, da wesentliche somalische Diagnostik von vornherein unterbleibt, so dass die abschließenden Aussagen vorhersehbar sind.

Kosten sparend in alten Fahrwassern dümpeln

Der BfA sollte an der fairen Erforschung des Krankheitsbildes gelegen sein. Statt dessen sucht sie sich weiter die Kliniken und Forschungsstätten zur Untermauerung der vorgefertigten Meinung, die sich in der falsifizierenden Forschung dieses Krankheitsbildes betätigen. Die erdrückenden Erkenntnisse der ärztlich betreuenden Umweltmedizin und auch deren Forschungsnachweise um Einzeleffekte der Erkrankungsprozesse werden ignoriert.

Somit kann man, zumindest solange der Druck der Betroffenen und der Politik noch nicht groß genug ist, in alten Fahrwassern scheinbar Kosten sparend dümpeln. Dabei wird übersehen, dass langfristig gerade die Umsetzung neuer  umweltmedizinischer Erkenntnisse in die Prävention einen immensen Kostenspareffekt hervorrufen wird.

„Therapieabbruch wegen Symptomzunahme"

Infolge dieser Ignoranz gesunden Umweltpatienten in solchen wie oben beschriebenen Institutionen oder Kliniken nicht, sondern erkranken im Gegenteil heftiger. In der Burg-Klinik Stadtlengsfeld, beispielhaft für viele solcher Einrichtungen, müssen MCS-Patienten sehr häufig die Therapie frühzeitig abbrechen - ein Phänomen, das in anderen Reha Bereichen wie onkologischer Nachsorge, Kurmaßnahmen wegen chronischer therapierefraktärer Infekte des Atemtraktes, atopischer Schleimhaut- und Hauterkrankungen, rheumatoider Erkrankungen, dekompensiertem Tinnitus und vielen anderen so gut wie nicht vorkommt

An sich müssten diese für das Krarikheitsbild MCS typischen, gehäuften, vorzeitigen Therapieabbrüche selbstkritische, interne Reflexionen beim einweisenden Renten Versicherer und bei den Therapeuten hervorrufen. Von außen haben wir davon bisher nichts bemerkt. Meist ist ein solcher Behandlungsabbruch durch die individuelle zusätzliche Belastung bedingt, die unter anderem durch vorgehaltene inadäquate Räumlichkeiten und verwendete Nahrungsmittel entstehen.

Der folgende, in Auszügen zitierte Beschwerdebrief einer MCS-Patientin liegt der BfA bereits vor: „... musste ich meine Reha-Maßnahme in der Burg-Klinik abbrechen, weil dort ein Verschlimmerung meiner Beschwerden auftrat ... In allen Räumen der Klinik ist mehr oder weniger ein , Duftcocktail' wahrzunehmen, der mir den Aufenthalt innerhalb der Klinik so erschwerte, dass ich jede mögliche freie Minute im Park verbrachte.

Möbel werden mit Pronto, Glasflächen mit einem Sprühreiniger aus Flaschen gereinigt.

In meinem Kur-Antrag hatte ich alle Nahrungsmittelallergien angegeben und auch mitgeteilt, dass ich mich nur aus kontrolliert biologischem Anbau ernähren kann. Diese Informationen sind nicht bis zur Klinikküche gelangt. Die Diätassistentin war erstaunt, als sie dies von mir hörte, darauf seien sie nicht eingerichtet, und ihr wäre auch nichts darüber mitgeteilt worden,  ich gehöre doch wohl besser in eine Umweltklinik'. Alles in allem erscheint mir, dass in der Burg-Klinik noch Aufklärungsbedarf  über das Krankheitsbild MCS besteht."

Die Patientin musste am dritten Tag bereits die Klinik wieder verlassen. Der vorläufige handschriftliche Arztkurzbrief bestätigt: Vorzeitiger Abbruch des Heilverfahrens wegen Symptomzunahme. " Im umfassenden Entlassungsbericht heißt es dann: „Die Patientin stand dem Aufenthalt von vornherein skeptisch gegenüber, weil sie sich hier zahlreichen Belastungen mit für sie unverträglichen Stoffen ausgesetzt sah, die mit ihren deklarierten Zielen, nämlich der Verbesserung ihrer Beschwerden, nicht vereinbar waren. Trotz aller Bemühungen, sich auf diesehr starren Selektionsprinzipien der Patientin einzustellen, berichtete sie zunehmend über allerdings kaum objektivierbare Symptome ... was bei uns auch den Eindruck eines taktischen Vorgehens erweckte ... Nach nur drei Behandlungstagen brach die Patientin den Aufenthalt ab, was unserer Meinung nach als Kooperationsproblem im Rahmen der Rentenentwicklung wsehen ist."

Einfacher kann man den Spieß gar nicht mehr umdrehen. Verstanden hat in dieser Klinik das Krankheitsbild immer noch keiner, und damit kann auch keiner dort die durch den Klinikaufenthalt neu aufgefrischte Symptomatik erkennen. Die „starren Selektionsprinzipien" werden als „Kooperationsproblem" definiert, mit sichtlich allen nachfolgenden Konsequenzen im Rentenverfahren.

Vorgefasste Meinung der ärztlichen Klinikleitung

Die Ignoranz der Therapeuten stempelt die Patienten zu Querulanten, das Krankheitsbild MCS zum psychisch ausgelösten. Das stimmt offensichtlich mit der vorgefassten Meinung der ärztlichen Klinikleitung überein.

Gerade in jüngster Vergangenheit scheinen sich entsprechende Kasuistiken zu häufen. Wir raten unseren Patienten deshalb immer vor dem Antritt der Reha-Maßnahme, die entsprechende Klinik schriftlich anzufragen, ob sie auf die spezifischen Bedürfnisse der MCS-Patienten eingerichtet seien. Hierbei werden dann ganz exakt die einzelnen bereits bekannten Schwierigkeiten im Umgang mit Kliniken angesprochen und ihre Bewältigung abgefragt.

Im Falle der Burg-Klinik Stadtlengsfeld ist es auffällig, dass die Klinikleitung, hier speziell Prof. Plassmann, versucht, die eigentlichen Ursachen der Therapieabbrüche bewusst zu übersehen. Eine andere Schlussfolgerung lassen die vorliegenden Schriftsätze nicht zu.

Er beantwortet sogar Anfragen von MCS-Patienten mit den Aussagen, seine Klinik sei speziell für die MCS-Patienten eingerichtet, insbesondere auch auf spezifische Nahrungsmittelintoleranzen. In einem Brief, datiert vom 28. Dezember 2000, wirbt er: „Sehr geehrte Frau XX, in unsere Klinik kommen regelmäßig Patienten und Patientinnen mit umweltbezogenen Überempfindlichkeitssyndromen wie MCS. Wir stellen mit Naturmaterialien speziell eingerichtete und nur mit ökologischen Mitteln gepflegte Zimmer zur Verfügung, die aber nicht in separaten Abteilungen liegen. Ferner gehen wir auf die häufig bestehenden Nahrungsmittelintoleranzen mit sehr individueller Emährungsberatung und Emährungsgestaltung ein. Dazu können auch speziell beschaffte ökologische Nahrungsmittel gehören, sofern sie im Handel erhältlich sind. Wenn bestimmte Behandlungsräume subjektiv als unverträglich wahrgenommen werden, gehen wir darauf ein, indem solche Behandlungen nur im Rahmen des für die Patienten Möglichen stattfinden."

Einen Monat später erreicht die Geschäftsstelle des dbu folgender Beschwerdebrief eines hausärztlichen Internisten: „Eine Patientin mit MCS wurde vom Rententräger zu einem Heilverfahren gedrängt. Es gelang schließlich, eine Aufnahme in der

Burg-Klinik in Stadtlengsfeld durchzusetzen. Die Patientin musste das Heilverfahren nach 14 Tagen wegen zunehmender   Sensibilisierungserscheinungen und Auftreten von Ekzemen vorzeitig beenden. Sie berichtet über von Anfang an bestehende Unverträglichkeit auf die dortige Nahrung. Die gesamte Küchenabteilung sei an ein externes Unternehmen abgegeben. Es würden kaum noch frische Nahrungsmittel verarbeitet. Fast alles käme von außen vorbereitet in die Küche, zum Beispiel die Kartoffeln geschält und unter Schwefeleinfluss. Die Patientin hat die Kur beschwerdefrei angetreten."

Briefe dokumentieren bewusste Falschaussagen

Und in einem nachfolgenden Brief des gleichen Arztes über die gleiche Patientin: „Die Patientin konnte mir eine Kopie der Essenspläne beschaffen (siehe nebenstehenden Kasten). Besonders gelungen finde ich die Aufzählung der darin enthaltenen Zusatzstoffe. Die Menüliste umfasst nur das Mittagessen. Das Frühstücks- und Abendbuffet sind nicht aufgeführt. Ebenfalls nicht enthalten sind die verwendeten Salatsoßen. Genauso fehlen die Tagessuppen. Hier hängt ein fixer Wochenplan der Firma Knorr aus, der darüber Auskunft gibt, an welchem Tag welche Suppe dieser Firma ausgegeben wird.

Aufgrund zunehmender Unverträglichkeiten bei dieser Ernährung bat meine Patientin, zum Mittagessen einfach nur Pellkartoffeln zu bekommen. Dies brachte die Küche in Verlegenheit, da rohe Kartoffeln dort nicht vorrätig sind. ... Sämtliche öffentlichen Räume der Klinik (Flure, Aufenthaltshalle, Speisesaal etc.) werden mit stark riechenden Putzmitteln bearbeitet. Auf Intervention meiner Patientin hin konnte eine Anwendung dieser Mittel in deren Einzelzimmer verhindert werden."  

Diese nahezu zeitgleichen Briefdokumente zeigen klar die offensichtliche bewusste Falschaussage Prof. Plassmanns. Dieses Fehlverhalten spricht ihm zukünftig die Fähigkeit ab. Umweltpatienten angemessen zu behandeln. Sollten die Rentenversicherungsträger weiterhin ..dieser Klinik oder anderen, ähnlich in Räumlichkeiten und Therapie-Setting ausgerichteten Kliniken, bewusst Patienten mit Umwelterkrankungen zuweisen, schädigen sie damit wissentlich ihre Mitglieder. Dies kann langfristig nicht ohne Konsequenzen bleiben.

Validierte Ergebnisse dringend erforderlich

Hier soll nicht der Eindruck erweckt werden, die Psychosomatik sei in Diagnostik und Therapie umwelterkrankter Patienten ungeeignet. Wir kennen alle die Effekte, die aufgrund der Erkrankung an Psyche und Soma auftreten. Beides bedarf der gleichgewichteten ärztlichen Betreuung. Ursache und Wirkung dürfen aber dabei nicht vertauscht werden.

Validierte Forschungsergebnisse aus einem von vornherein verifizierenden Forschungsansatz mit Umweltkranken, insbesondere MCS-Patienten, sind dringend erforderlich. Institutionelle, universitäre Forschung muss im engen Verbund mit den betreuenden Umweltmedizinern gemeinsam versuchen, diese komplexen Erkrankungen zu ergründen. Bis zum Erlangen wissenschaftlich gesicherter Erkenntnisse muss aber einem umwelterkrankten Patienten sein Recht auf eine symptomatische, zumindest lindernde sowie umfassende, das heißt Soma und Psyche betreffende ärztliche, Hilfeleistung gewährt werden.

Korrespondenzadresse:

Dr. Peter Ohnsorge, Juliuspromenade 54, 97070 Würzburg, Tel.: 0931/5731 33, Fax: 0931/5731 31

Quelle: Zeitschrift für Umweltmedizin Nr. 3/01, Seite 140-144

http://www.umweltmedizin.de

Aushang zum Speiseplan

LIEBE PATIENTEN,

Lebensmittelzusatzstoffe sind heute in vielen Bereichen der Lebensmittelverarbeitung notwendig bzw. fast unentbehrlich. Je umfangreicher der Lebensmittelhandel wird, desto größer sind die möglichen Sicherheitsrisiken für die Gesundheit des Konsumenten. Trotz guter Produktionsmethoden sind Zusatzstoffe notwendig, um Lebensmittel lagerfähig zu machen, sie genusstauglich und ansehnlich anzubieten.

Deshalb haben wir auf unserer Speisekarte die Speisen mit einer Kennzahl versehen, die die jeweiligen Zusatzstoffe bezeichnen.

Nähere Informationen können Sie an unserem Bockständer, welcher im Eingang des Speisesaales steht, erfahren. Auch unsere Diätassistentinnen können Ihnen weiterhelfen.

Wir wünschen Ihnen einen guten Appetit
Ihr Clin-Catering-Dienstleistungs-Team

  Kennziffern der Zusatzstoffklassennamen

Kennziffer 1
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Kennziffer 8
Kennziffer 9
Kennziffer 10
Kennziffer 11
Kennziffer 12
Kennziffer 13       
 „mit Farbstoff"
 „mit Konservierungsstoff" oder „konserviert"
„mit Antioxydationsmittel"
„mit Geschmacksverstärker"
„geschwefelt"
„geschwärzt"
„gewachst"
„mit Phosphat"
 „mit Süßungsmittel" oder „mit Süßungsmittef"
„mit einer Zuckerart und Süßungsmittel"
„enthält eine Phenylalaninquelle"
„kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken"
„unter Schutzatmosphäre verpackt"

Speiseplan

Mittwoch, den 24.1.2001

Tagessuppe

Natürlich Leicht

Gedünsteter Seeaal mit Dillsoße,
Gurkensalat und Dampfkartoffeln
Kcal: 550 3.5,7

Köstlich Bewährt
Gegrillte Hähnchenkeule
mit Pommes frites und Salat vom Büffet
Kcal: 690 3,5

Vegetarisch Aktiv
Hausgemachte Kartoffelpizza
mit Zwiebeln, Zucchini, Tomaten und
Champignons
Kcal: 520 2,3,4

Dessert:
Götterspeise 1,3


Donnerstag, den 25.1. 2001

Tagessuppe
Natürlich Leicht
Nudeln mit HackfleischsoBe (Schwein)
und Salat vom Büffet
Kcal: 630 2,4

Köstlich Bewährt
Putenbrustfilet mit Tricoloragemüse,
dazu Petersilienkartoffetn und
Salat vom Büffet
Kcal: 680 1,3,4

Vegetarisch Aktiv
Getreidebratling in feiner Soße
mit Rahmpüree und Tomatensalat
Kcal: 440 3,5

Dessert:
Frischobst 2,7


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